Susanne Kunz: «Wir schlafen wieder in einem Schlafzimmer»

1.6.2018 - 02:05, Bruno Bötschi

Susanne Kunz über die Schweizerinnen und Schweizer: «Wir sollten mehr tanzen. Wir haben oft einen Stock im Arsch, wippen meist nur dann ein bisschen, wenn wir betrunken sind.»
SSRF/Oscar Alessio

Fernsehmoderatorin Susanne Kunz sagt, warum sie und ihr Mann wieder in einem Schlafzimmer schlafen, erklärt, wie sie mit depressiven Phasen im Leben umgeht und verrät, welches die mutigste Entscheidung ihres Leben war.

Zürich. Ein Café. Kurz vor 9 Uhr. Warten auf Susanne Kunz. Da: sie. Sie kommt mit dem Velo angeradelt. Sie lächelt, während ihre Augen den Journalisten suchen.

Gefunden. Sie winkt und kommt an den Tisch. Drei Küsse. Man kennt sich. Na dann, kurz die Gesprächsregeln erklären. Easy, Mann – auf geht's. Die Zeit läuft.

Bluewin: Frau Kunz, ich stelle Ihnen in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und Sie antworten möglichst kurz und schnell. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, sagen Sie einfach «weiter».

Susanne Kunz: Kann ich auch «doof» sagen?

Können Sie.

Okay.

Meinisberg oder Zürich?

Zürich. Die Stadt ist mein Daheim seit 20 Jahren. Da bin ich verwurzelt und meine beiden Kinder auch. Ich kenne die Stadt in- und auswendig und es läuft ein bisschen mehr als in Meinisberg, wo ich aufgewachsen bin.

Marilyn Monroe oder Brigitte Bardot?

Marilyn Monroe. Definitiv. Brigitte Bardot sympathisiert leider zu sehr mit der rechtsextremen Partei Front National und erzählt zu viel Bullshit.

Tischbombe oder Vulkan?

Aus der Ferne gesehen definitiv der Vulkan. Ein Naturspektakel, das nicht zu überbieten ist. Man realisiert dabei so schön, dass wir Menschen nur kleine Ameiseli sind und die Erde macht, was sie will.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Hellwach, top fit und freudig erregt.

Gelöste Stimmung, gute Stimmung. Susanne Kunz ist gut gelaunt an diesem wunderbaren Frühlingsmorgen. Momoll.

Drei Monate intensives Training für die «Darf ich bitten?»-Tanzshow liegen hinter Ihnen: Wie nachhaltig wird das Ihr Leben verändern?

Sehr nachhaltig. Da ist ein Blüemli gegossen worden, das schon lange in mir drin war, aber in den letzten Jahren etwas verkümmerte. Die Sendung ist jetzt zwar vorbei, aber ich trainiere nach wie vor. Ich habe ein neues Körpergefühl und viel Freude gewonnen. Wenn es so einfach ist, fröhlich zu sein, dann werde ich einfach immer weiter tanzen.

So grundsätzlich: Sollten die Menschen mehr tanzen?

Unbedingt. Wir Schweizerinnen und Schweizer haben oft einen Stock im Arsch, wippen meist nur dann ein bisschen, wenn wir betrunken sind. Also ich will nicht für alle reden, aber in Zürich ist es oft so. Ich wünschte mir, dass wir auch nüchtern mehr aus uns herauskommen.

Ausdruckstanz?

Warum nicht?

«Ich habe in drei Monaten ein Training reingehauen, das nicht meinem Niveau entsprach. Deshalb war die Verletzungsgefahr auch entsprechend gross»: Susanne Kunz mit Tänzer Marcus Mnerinsky in der Tanzshow «Darf ich bitten?».
SRF/Mirco Rederlechner

Wirklich wahr, dass alle Promi-Frauen, die bei der «Darf ich bitten?»-Tanzshow mitgemacht haben, Rippen-Prellungen erlitten hätten.

Das stimmt. Aber wir haben auch für etwas trainiert, das eigentlich über unserem Level ist. Wir haben in drei Monaten ein Training reingehauen, das nicht unserem Niveau entsprach. Deshalb war die Verletzungsgefahr auch entsprechend gross.

Susanne Kunz wirkt jetzt noch lebendiger. Sie dirigiert ihre Antworten in der Luft mit.

Schönheit muss leiden.

Kunst muss leiden (lacht).

Ihr Sohn Elfen ist zwölf, Ihre Tochter Soane sieben Jahre alt. Was sagten Ihre Kinder zu Ihrem Ausflug ins Tanzgeschäft?

Sie fanden den Ausflug unglaublich spannend, haben mich unterstützt, mich oft angerufen und gefragt, wie es im Training laufe. Es war total herzig, wie sie mitgefiebert haben. Ich glaube, es hat ihnen gezeigt, dass man mit Leidenschaft und Engagement viel erreichen kann in kurzer Zeit.

War der Nachwuchs nicht hässig, weil Sie statt mit dem Papi mit einem anderen Mann eng umschlugen tanzten?

Das war natürlich schon ein Thema. Die Kinder wollten wissen, was da genau laufe? Ich habe ihnen dann erklärt, wie das in der Tanzwelt mit der Körperlichkeit so läuft.

Wann tanzten Sie zuletzt mit Ihrem Mann David?

Das ist, ehrlich gesagt, schon etwas länger her. Neben dem Training gab es dafür kaum Platz und Energie. Aber demnächst ist es wieder so weit. Wir sind an ein tolles Fest eingeladen.

Welches Hobby aus der Teenagerzeit hat überlebt?

Das Tanzen ist zurückgekommen, das Velofahren hat überlebt. Velofahren ist zwar Mittel zum Zweck, gleichzeitig aber auch Hobby.

Welche Jugendsünde haben Sie bisher Ihren Eltern noch nicht gebeichtet?

Dass ich mit 10 Papis «Dunhill» geraucht habe.

Ein ganzes Päckli?

Ja.

Ihr revolutionärster Gedanke als 12-Jährige?

Ausziehen. Sofort.

Warum hat die Pubertät eigentlich ein so schlechtes Image?

Früher wusste man zu wenig darüber und versuchte die «Flausen» der Jungen mit purer Autorität im Keim zu ersticken. Heute ist das anders. Man weiss mehr über die Pubertät, weiss besser damit umzugehen und die Eltern können ihrem Kind auch einmal sagen: «Hey, du bist jetzt etwas verwirrt, dass muss so sein und kommt schon wieder gut.»

Ihr Sohn ist 12. Wie viel Ehre macht er dem schlechten Image der Pubertät aktuell?

12 ist noch etwas früh, fragen Sie mich in drei Jahren.

Die riskanteste, die mutigste Entscheidung in Ihrem Leben?

Ein Kind zu zeugen, ohne viel darüber nachzudenken.

Warum überhaupt zur Arbeit gehen?

Weil die Arbeit im besten Falle eine erfüllende Beschäftigung ist und es gesund ist, einen Rahmen zu haben, der einem vorgibt, was man zu tun hat.

Die beste Seite des Ruhms?

Dass man genug Geld verdient.

Und die schlechteste Seite?

Dass man einen Stempel hat und vielleicht von aussen limitiert wird auf eine bestimmte Tätigkeit.

Jemals Angst gehabt im Fernsehstudio, sich lächerlich zu machen?

X-mal. Vor allem in den Anfängen, als ich noch nichts konnte. Während meinen Zeiten bei der Kindersendung «Oops» gab es viele solcher Momente.

Ihr Traum vom Glück?

Jeden Tag mit hellem Geist aufstehen.

Welche Erinnerungen haben Sie an das erste Porträt, dass in einer Zeitung über Sie erschienen ist?

Gemischte, es war … ach nein, stimmt gar nicht, an den ersten Artikel habe ich gute Erinnerungen. Wir hatten mit unserer Laientheatergruppe einen Preis gewonnen. Ich war 15, spielte die Hauptrolle und hatte nach der Geschichte das Gefühl, ich hätte ich den Oscar erhalten.

Seit zehn Jahren kann man Susanne Kunz in der erfolgreichen Spielshow «1gegen100» am Montagabend auf SRF1 sehen.
SRF/Mirco Rederlechner

1997 titelte die «Berner Zeitung»: «Susanne Kunz – Vom ‚Landei’ zum TV-Star».

Ja, ja, der Titel war ein bisschen lächerlich. Das Landei stimmte, aber ein TV-Star war ich damals definitiv nicht.

Zwischenstand: weiterhin gelöste Susanne Kunz. Es ist eine Freude. Na dann: Mehr Wind! Mehr Drama! Die toughen Fragen: jetzt.

Sie erzählten in dem Porträt von Ihren depressiven Phasen. Je Pillen dagegen geschluckt?

Nein, nie. Ich möchte das auch nicht tun. Ich möchte ohne Pillen auskommen im Leben, genauso wie ich ohne Botox und Hyaluronsäure alt werden will. Ich möchte das Glück des Lebens in mir selber finden. Deshalb gehe ich regelmässig zu weisen Menschen, mit denen ich die grossen Fragen bereden kann. Ich lasse mich ausserdem regelmässig mit Akupunktur behandeln, um das innere Gleichgewicht zu umsorgen. Ich betreibe leidenschaftlich gerne Introspektion.

Die depressiven Phasen gibt es bis heute?

Depressive Verstimmungen, ja kommt vor. Schrecklich wäre, wenn die Freude einfach nicht mehr zurückkommen würde. Damals, als ich davon erzählt habe, war ich erst 19, also noch in der Pubertät und sehr suchend. Auch heute habe ich Phasen, in denen es mir weniger gut geht. Menschen, denen es immer super geht, glaube ich kein Wort.

Am Anfang Ihrer TV-Karriere gab es viel Lob für Sie in den Medien. Im «Magazin» war im Jahr 2000 zu lesen: «Bei Kunz scheint jedes Wort, jeder Witz, jedes Grinsen aus Überzeugung und von Herzen zu kommen, und sie entspricht, abgesehen von der Haarfarbe, auch sonst keiner der üblichen Kriterien.» – Wie bleibt Frau nach so einer Kritik auf dem Boden?

Doris Knecht hat dieses Porträt geschrieben. Sie ist eine unglaublich tolle Frau. Aber deswegen Abheben? Nein, das war noch nie ein Problem für mich. Ich freute mich darüber, dass anerkannt wird, was ich tue. Und es war eine Bestätigung, authentisch zu bleiben.

2010 wurden Sie bei einer Wahl der «Glückpost» unter die zehn grössten TV-Nervensägen gewählt: «Nervt mit ihrer Stimme und mit ihrem ‚Aussehen allgemein’. Die Quiz-Masterin kommt vor allem bei den männlichen TV-Zuschauern schlecht weg.» – Tat das weh?

Ich bin froh, nicht das Schätzli zu sein, das überall gut ankommt. Es wirkt beruhigend, wenn man weiss, dass einen nicht alle gerne haben. Ich denke so ist es auch gesünder.

Haben Sie für Geld immer alles gemacht?

Alles (lacht laut). Ich habe immer gearbeitet für das Geld. Ich habe es auch nie geschenkt bekommen und auch nicht geerbt.

Beruf Künstlerin? Schimpfwort Moderatorin?

Och, da habe ich nicht so ein Problem damit. Ich könnte mich auch Künstlerin nennen. Aber ich finde, es ist oft so ein Dünkel, wenn manche Leute von sich selber sagen, ihre Arbeit sei Kunst. Was ist schon Kunst? Alles ist Kunst. Hashtag Allesistkunst. Moderieren auch.

Gibt es eine fiesere Bezeichnung als Allroundtalent?

Hat man mich je so genannt? Ich glaube nicht. Oder? Das bin nicht ich (lacht).

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ein fotografisches Gedächtnis.

Ihr grösster Fehler?

Dass ich Papis Zigaretten geraucht habe. Ich pflanzte damals den Samen für die Nikotinsucht-Struktur.

Schon einmal im Fernsehstudio geweint?

Ja. Zuletzt in der «Darf ich bitten?»-Tanzshow, nachdem ich bei den Proben einen Kinnhaken verpasst bekommen hatte.

Ich behaupte, 2018 wird DAS Susanne-Kunz-Jahr.

Ist nicht wahr, hören Sie auf.

Sie waren im Kinofilm «Der Klang der Stimme» zu sehen, haben die SRF-Tanzshow «Darf ich bitten» gewonnen, können die 250. Ausgabe von «1 gegen 100» feiern, werden am 11. August 40 und spielen im Herbst in der neuen länderübergreifenden Quizshow «Ich weiss alles» mit.

Mmmhhh ... und nachher kommt der grosse Fall, das muss ja so sein. Gemäss dem «Circle of Life» wäre das nur logisch. Ich muss es jetzt also noch richtig geniessen. Nachher kann ich mich wieder um meine depressiven Phasen kümmern (lacht laut).

Fehlt nur noch, dass DJ Bobo Sie endlich anruft.

Das habe ich kürzlich in einem Interview erwähnt, aber das war als Witz gemeint.

Wer müsste anrufen?

Irgendjemand, der mich für ein künstlerisches Projekt engagieren will. Ein Musical vielleicht, eine Tanzshow. Ja, ich weiss, da traue ich mir was zu, aber come on, get me, ich bin reif.

Lieber Theater oder Musical?

Ist mir egal.

Besteht nicht die Gefahr, dass Sie zu oft im Fernsehen zu sehen sind?

Ja, sicher. Aber das Schweizer Fernsehen ist mein Mutterhaus und es ist meine Sicherheit und im Moment gebe ich das nicht auf. Es gefällt mir, wir haben ein grossartiges Team. Es ist eigentlich eine Win-Win-Situation. Vielleicht ist es auch ein bisschen ein goldener Käfig für andere Projekte. Vielleicht muss man da draussen aber auch lernen, etwas weniger in Schubladen zu denken, denn wenn man mir eine braune Perücke anzieht und mich eine Obdachlose spielen lässt, wirke ich anders, als die Susanne vom Fernsehen.

Danke, das war toll. Nun müssen wir Sie, Frau Kunz, aber leider noch mehr ausfragen – wir wollen alles über Ihre Freundinnen und Freunde wissen. Fast alles.

Wann waren Sie das letzte Mal im Ausgang?

Vor einer Woche.

Lustigstes Alkohol-Erlebnis?

Alkohol hat schon zu einigen lustigen Erlebnissen geführt. Leider habe ich sie alle vergessen (lacht).

Wer muss anwesend sein, damit das Kafikränzli perfekt ist?

Meine Freundinnen.

Sie festen gerne, war zu lesen. Laden Sie zu Ihrem 40. Geburtstag diesen Sommer die 40 besten Freundinnen und Freunde ein?

Es wird eine riesige Fete geben. Ich werde zusammen mit einer Freundin feiern, die 50 wird. Sie lädt ihre Leute ein, ich meine. Alle dürfen trotzdem nicht kommen und «Glanz&Gloria» wird auch nicht vor Ort sein (lacht).

Was schätzen Sie an Ihren Freundinnen und Freunden am meisten?

Wenn sie etwas von sich preisgeben und mich auch einmal in ihre Abgründe schauen lassen.

Wie viel Jahre kennen Sie Ihre beste Freundin?

35.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler, die nicht aus Böswilligkeit, oder unbeabsichtigt geschehen sind.

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Wenn sie pragmatisch und humorvoll ist.

Und bei einem Mann?

Wenn er sich mit sich selber auseinandersetzt.

Ihre Heldinnen in der Wirklichkeit?

Alle Lehrerinnen und Lehrer.

Ihre Helden?

Die Rettungssanitäter.

Sie sind heimlich ganz politisch, wir wissen es bloss nicht?

Ich bin nicht so politisch aufgewachsen. Heute interessiere ich mich trotzdem dafür, bin aber nicht besonders sattelfest. Ich versuche aber immer schön brav meine Pflichten als Bürgerin zu erledigen, gehe also immer abstimmen und wählen. Ich bin jedoch kein politisches Talent und man wird mich deshalb auch nie im Nationalrat finden.

Und zum Schluss der Klassiker: Sexfragen.

Welchen Politiker finden Sie sexy?

Yanis Varoufakis, der ehemalige griechische Finanzminister.

Feministin – ja oder nein?

Natürlich ja.

Prostitution – ja oder nein?

Oh, ich würde eigentlich lieber mit «Nein» antworten. Die Freier müssten halt dann schauen, wie sie anders zu einer erfüllten Sexualität finden. Man könnte Sexualität ab Unterstufe als Schulfach einführen, dann wären da viel weniger verhockte Probleme.

Warum gibt es keine Bordelle für Frauen?

Gibt es das nicht? Solche Fragen so früh am Morgen ... warum gibt es das nicht? Keine Ahnung, ich werde meine Freundinnen beim nächsten Kafikränzli fragen.

Wer ist die lustigste Frau der Welt?

(Langes Überlegen) Ellen DeGeneres.

Wenn Sie jetzt einen Berufswunsch offen hätten: Welchen Job würden Sie für den kommenden Sommer wählen?

In einer grossen Tanzproduktion mitmachen.

Roman Kilchsperger geht als Fussball-Moderator zu Teleclub. Urs Gredig und Steffi Buchli haben das SRF ebenfalls kürzlich verlassen. Gibt Ihnen dieser Aderlass manchmal zu denken?

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Menschen etwas anderes ausprobieren und weggehen vom Mutterhaus SRF. Das habe ich auch schon getan. Ich finde es bereichernd für jede Biographie, wenn man auch mal einen Bruch einbaut.

Sie stehen auch als komische Schauspielerin solo auf der Bühne. Da bleibt die Frage: Wann ist endlich die «Late Night Show» mit Susanne Kunz auf dem Kanal von SRF zu sehen?

Uf, ich mache gescheiter zuerst ein drittes Soloprogramm. Da habe ich mehr Freiheiten. Wenn man Komik durch die Leutschenbach-Mühlen mahlt, geht einiges verloren an Eigenheiten. Das muss wahrscheinlich auch so sein, aber diesen Kampf, respektive diese Energie bin ich nicht bereit aufzuwenden.

Mann, Kinder, Arbeit – was tun Sie, damit Ihnen das Leben nicht über den Kopf wächst?

Tief in den Bauch atmen (lacht). Aber ehrlich gesagt, es wächst mir schon länger nicht mehr über den Kopf. Ich schaue heute besser zu meinem Energiehaushalt. Früher, in ausgebrannten Momenten, gönnte ich mir jeweils eine ayurvedische Massage.

Ihre Einschlafposition?

Gerne in der Embryonal-Stellung, links vorwiegend.

Wie schlafen Sie am besten?

Auf dem Bauch, aber es ist so ungesund.

Träumen Sie oft von Ihrem Mann David Hervé?

Nein, ich träume in letzter Zeit sowieso sehr wenig. Es ist schon fast beängstigend. Keine Ahnung, wieso das Traumkino momentan keine Filme mehr produziert.

Ihr Mann und Sie haben zwei Schlafzimmer: Warum?

Das stimmt nicht mehr, gopf. Wir haben unsere zwei Schlafzimmer geopfert, so dass unsere beiden Kinder ein eigenes haben. Da Bub und Mädchen fünf Jahre Altersunterschied haben, wurde das langsam nötig.

Wirklich wahr, dass Ihr Mann die «bessere Hausfrau» ist?

Ja, er kann es gut. Mein Mann ist sehr ordentlich und ist sehr organisiert. Ich habe viel von ihm gelernt und hole immer mehr auf.

Welche Haushaltsarbeiten kann Ihr Mann besonders gut?

Er kann sehr gut bügeln und unglaublich gut kochen.

Was ist Ihr Steckenpferd im Haushalt?

Organisieren. Ich organisiere alles rund um die Schule und um unseren Lebensmittel-Vorrat. Waschen kann ich auch unglaublich gut. Ich werfe einfach alles bei 30, 40 Grad in die Maschine … (lacht)

Ihre heimliche bünzlige Seite?

Es nervt mich unheimlich, wenn im Gang Menschen nicht «Grüezi» sagen.

Ihr Lieblingsvogel?

Amsel. Sie zwitschern das fröhlichste Morgenkonzert und machen mir glaubhaft vor, dass Mensch und Natur total im Einklang sind.

Ihre Lieblingsblume?

Lilie. Susanne heisst «die Lilie». Zumindest habe ich das einmal gelesen. Ob es stimmt, weiss ich gar nicht.

Welche Bücher haben Sie zweimal gelesen?

«Zündels Abgang» von Markus Werner, «Mister Aufziehvogel» von Haruki Murakami und «Der Geruch des Paradieses» von Elif Shafak lese ich demnächst fertig und dann, glaube ich, grad noch ein zweites Mal.

Ihr Motto?

Born to be wild (lacht laut). Keine Ahnung, haben Sie mich das nicht schon gefragt?

Nein.

Doofe Frage.

Fürchten Sie sich vor einer Midlife-Crisis?

Nein. Aber mit 40 bin ich um jedes Jahr froh, während dem ich gesund weiterleben kann. Es gibt genug Menschen, die das nicht können. Ich möchte so lange wie möglich für meine Kinder da sein können. Mit 50 wird es wahrscheinlich nochmals anders werden, wenn die Menopause kommt. Aber nein, Angst habe ich keine, ich werde es nehmen, wie es kommt.

Sagen Sie doch jetzt bitte zum Schluss noch etwas über das grösste Tabu unserer Gesellschaft, den Tod.

Ein spannendes Thema. Wir sollten uns mehr damit beschäftigen. Der Tod ist , genauso wie die Geburt, ein Tabu. Natürlich, es gibt Schwangerschaftskurse. Aber ich finde, die Geburt als Akt müsste anders begangen werden, anders ritualisiert sein. Man hört viele Horrorgeschichten von schlimmen Geburten. Dass aber die Geburt und der Tod Initiationen sind, die auch den Mitmenschen etwas bringen könnten, wird zu oft ausser Acht gelassen. Wenn wir den Tod anders zelebrieren würden, wäre er weniger traurig. Das würde auch den Sterbenden helfen. Ach, über dieses Thema könnte ich noch ganz lange reden.

Sind Sie Mitglied einer Sterbeorganisation?

Nein, aber das kommt vielleicht noch. Das ist eine ähnliche Sache wie mit dem Organspender-Ausweis. Man sagt immer, man müsse oder wolle das noch machen und schiebt es dann doch immer wieder auf die lange Bank.

Zur Person: Susanne Kunz

Susanne Kunz wurde am 11. August 1978 geboren. Seit 1997 arbeitet sie als Moderatorin beim Schweizer Fernsehen und war unter anderem für Formate wie «Oops», «Eiger, Mönch&Kunz» und «Tapetenwechsel» im Einsatz. Seit 2008 kann man sie in der Spielshow «1gegen100» am Montagabend auf SRF1 sehen. Nebenbei moderiert die dreisprachige Moderatorin Galas, Preisverleihungen, sowie Firmenanlässe. Ihre Liebe zur komischen Schauspielerei trieb sie an, bisher zwei selbstentwickelte, abendfüllende Solostücke auf die Bühnen der Schweizer Kleinkunstszene zu bringen. Aktuell brütet Kunz über Ideen für einen dritten Streich.

«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er viele Jahre die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.
zVg

Leserangebot

Leserinnen und Leser von «Bluewin» können das Buch «Traumfänger» von Redaktor Bruno Bötschi kostenlos bei der Redaktion bestellen. Und so geht es: Einfach eine Mail an redaktion2@bluewin.ch senden.

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