Klimakrise bedroht Schweizer Skiorte

«Wir brauchen mehr Kanonen» – «Den Winter neu denken»

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn

10.1.2023

Klimakrise bedroht Schweizer Skiorte: «Wir brauchen mehr Kanonen» – «Man muss die Wintersaison neu denken»

Klimakrise bedroht Schweizer Skiorte: «Wir brauchen mehr Kanonen» – «Man muss die Wintersaison neu denken»

In San Bernardino entsteht ein neues Ski-Resort, derweil nur 20 Kilometer entfernt in Splügen das Skigebiet wegen Schneemangel geschlossen ist. Im Angesicht des Klimawandels drängt sich die Frage auf: Wie weiter mit dem Wintersport in der Schweiz?

09.01.2023

In San Bernardino entsteht ein neues Skiresort, derweil nur 20 Kilometer entfernt in Splügen das Skigebiet wegen Schneemangel geschlossen ist. Angesicht des Klimawandels drängt sich die Frage auf: Wie weiter mit dem Wintersport in der Schweiz? Ein Besuch vor Ort.

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn

10.1.2023

Schneesicherheit ist die Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Skitourismus.

Genau da aber liegt wegen des Klimawandels der Hund begraben: Die Schneedecke nimmt in der Schweiz seit 1980 in Höhenlagen unterhalb von 1'300 Meter signifikant ab.

In Realität heisst das: Zu wenig Schnee und zu hohe Temperaturen stellen für immer mehr Schweizer Wintersportorte und deren Bergbahnen immer grösser werdende Herausforderungen.

Zu viel Regen verunmöglicht Beschneinung

Fällt wenig Schnee, so wie in diesem Winter, wird mit Beschneiungsanlagen nachgeholfen. In den Schweizer Alpen liegt seit rund 30 Jahren Kunstschnee auf den Pisten.

Auch die Pisten im Skigebiet Splügen-Tambo werden künstlich beschneit. Trotzdem stellte das Bündner Skigebiet am 2. Januar seinen Betrieb komplett ein.

«Pisten waren völlig durchnässt, da fährt kein Pistenbully mehr»: Hacher Bernet, Geschäftsführer der Bergbahnen Splügen-Tambo.
«Pisten waren völlig durchnässt, da fährt kein Pistenbully mehr»: Hacher Bernet, Geschäftsführer der Bergbahnen Splügen-Tambo.
Bild: blue News

Der Schneemangel ist ein Problem, aber noch schlimmer: die starken Regenfälle, die eine Beschneiung aktuell verunmöglichen.

Wie weiter mit dem Wintersport in der Schweiz?

Wie also weiter mit dem Wintersport in der Schweiz? Keine 20 Kilometer von Splügen entfernt, auf der anderen Seite des San-Bernardino-Tunnels, heisst die Lösung:

Investieren – und zwar Hunderte von Millionen von Schweizer Franken. Und dies, nachdem das Skigebiet San Bernardino erst 2017 komplett geschlossen worden ist und seither ein Hotel im Dorf nach dem anderen ein ähnliches Schicksal ereilt.

Doch seit einem Jahr ist vieles anders: Der Tessiner Immobilienunternehmer Stefano Artioli kaufte damals das halbe Dorf. Und das ist noch längst nicht das ganze Wunder.

Artioli akzeptiert den vollen Preis – und plant zudem, noch ein Vielfaches hineinzupumpen. Die Rede ist von sage und schreibe bis zu 300 Millionen Franken an Investitionen, die getätigt werden sollen. Verwirklicht werden soll so ein Skiresort namens «San Bernardino Swiss Alps».

Wie weiter mit dem Wintersport in der Schweiz?

blue News hat in Splügen und San Bernardino nachgefragt. Die Antworten der Tourismusverantwortlichen hörst du im obigen Video.


Geschlossene Schweizer Skigebiete: «Pisten waren völlig durchnässt, da fährt kein Pistenbully mehr»

Geschlossene Schweizer Skigebiete: «Pisten waren völlig durchnässt, da fährt kein Pistenbully mehr»

Seit dem 2. Januar ist das Wintersportgebiet Splügen-Tambo wegen Schneemangels geschlossen. Nun soll es bis in tiefere Lagen schneien: Wann gehen die Anlagen wieder auf? blue News hat nachgefragt.

06.01.2023


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