Joint Audit Cooperation will faire Lieferketten in der ICT-Branche

Andreas Harker

12.8.2020 - 07:48

Swisscom setzt sich für faire Arbeitsbedingungen entlang ihrer Lieferketten ein.
Bild: Keystone

Produkte sollen nachhaltig produziert werden. Dafür setzt sich Swisscom seit Jahren ein. In Kooperation mit weiteren weltweit tätigen Telekomunternehmen und der Joint Audit Cooperation JAC verstärkt Swisscom dieses Engagement seit 2011 zusätzlich.

Solaranlagen, Handy-Recycling oder die Umstellung auf E-Mobilität: Das alles sind wichtige Nachhaltigkeitsinitiativen von Swisscom – und zeigen dennoch nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs.

Echte Nachhaltigkeit geht viel tiefer: Transparenz, Qualitätssicherung und faire Arbeitsbedingungen über die gesamte Lieferkette hinweg haben weitgreifende Konsequenzen, sind aber schwierig zu fassen. Wie lässt sich Corporate Responsibility durchgehend gewährleisten?

Die Joint Audit Cooperation JAC tut genau das. Die Initiative wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen, Swisscom ist seit 2011 dabei. Sinn und Zweck der Initiative ist es, die langfristige Umsetzung der sozialen und ökologischen Verantwortung in den Produktionszentren wichtiger Lieferanten der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche (ICT) sicherzustellen.

Heute gehören 17 Telekommunikationsbetreiber aus 15 Ländern der JAC-Initiative an. Die Mitglieder der JAC arbeiten über den Wettbewerb hinaus zusammen und stellen gemeinsam sicher, dass Lieferanten die Nachhaltigkeitsvorschriften einhalten.

Gemeinsam für eine faire Lieferkette

Eine energieeffiziente Infrastruktur ist wunderbar. Noch besser ist es, wenn die Geräte auch möglichst fair und umweltfreundlich produziert und geliefert wurden. Swisscom legt Wert auf eine faire und effiziente Partnerschaft mit Lieferanten, die soziale und ökologische Ziele sowie Grundwerte wie Menschenrechte oder Umweltanliegen teilen.

Faire Arbeitsbedingungen und Umweltthemen stehen im Fokus.
Bild: Unsplash

Gemeinsam mit ihren Partnern will Swisscom bis 2025 die Arbeitsbedingungen in der Lieferkette laufend verbessern. Das geht nur mit Kooperation statt Wettbewerb: Mit internationalen Audits identifiziert die JAC negative soziale oder umweltrelevante Auswirkungen und geht diese durch entsprechende Massnahmen an.

Strenge Audits vor Ort

Im Jahr 2019 hat Swisscom im JAC-Verbund Fabriken und die Arbeitsplätze von 300'000 Personen auditiert und auf die Einhaltung der Richtlinien kontrolliert. Schwerpunktthemen dieser Audits sind soziale Aspekte wie Arbeitszeiten, Kinder- oder Zwangsarbeit, Diskriminierung, Sicherheit und Gesundheit, Ethik und Antikorruption. Aber auch Umweltaspekte und Produkteökologie werden überprüft.

Die Audits kontrollieren die Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette.
Bild: unsplash

Professionelle Auditfirmen führen die Audits vor Ort durch. Die Fabriken werden sorgfältig ausgewählt, in der Regel nach Risikobetrachtung und Produktekategorien. Die Kontrollen sind angekündigt und dauern – je nach Grösse der Fabrik – ein bis drei Tage. Ein abschliessender Bericht hält die identifizierten Schwachstellen genau fest und beschreibt, bis wann welche Massnahmen und Verbesserungen nötig sind.

Stärken statt strafen

«Für uns stehen die Lieferanten und Fabriken der sogenannten Handelswaren – wie Handys, TV Box oder Router – im Fokus. Aber natürlich kontrollieren wir auch die Lieferkette der Netzinfrastruktur», erklärt Andreas Harker, Head of Sustainable Procurement bei Swisscom.

Mit gezielten Schulungen stärkt JAC Lieferanten und Produzenten.
Bild: unsplash

Da hinter der JAC-Initiative 17 Telekomfirmen aus der ganzen Welt stehen, nehmen die Firmen die Audits sehr ernst. «Fabriken müssen aufgedeckte Mängel beheben und dies dokumentieren», so Andreas Harker weiter.

Allerdings steht – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – nicht das Strafen, sondern das Stärken im Zentrum: «Die JAC verfolgt das Ziel, die Lieferanten zu verbessern und weiterzuentwickeln. Ein schlechtes Auditergebnis bedeutet darum in der Regel nicht die Beendigung der Lieferantenbeziehung.» Neben gezielten Beratungen unterstützt die eigens eingerichtete JAC Academy Produzenten und Lieferanten zusätzlich mit Ausbildungsmodulen nach dem «Train the Trainer»-Prinzip.

Klimafreundliche Technologien

Zusätzlich zur Lieferkette stehen bei der JAC die Kreislaufwirtschaft und der Klimaschutz im Fokus. Gemäss KPMG verantwortet die ICT-Industrie rund vier Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen weltweit. Durch den Einsatz von nachhaltigen Technologien könnten Telekomanbieter bis zu 40 Prozent dieser Emissionen einsparen – und zwar nicht nur bei sich selbst, sondern über alle Industriesektoren hinweg.

Eine grosse Verantwortung, die auch Swisscom mit wahrnimmt – unter anderem mit der Work-Smart-Initiative, dem IoT Climate Award oder einer wachsenden Auswahl an nachhaltigen Angeboten für Privat- und Geschäftskunden.

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Andreas Harker ist im CR-Team von Swisscom Experte für die Lieferkette, Risk Management und internationale Partnerschaften.
Bild: Swisscom
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