Swisscom zum weltweit nachhaltigsten Telco-Unternehmen gekürt

Sascha Hardegger

7.7.2020 - 10:00

Swisscom engagiert sich seit über 20 Jahren für eine nachhaltige Zukunft.
Bild:  Swisscom

Das Magazin «World Finance» hat Swisscom zum nachhaltigsten Telekom-Unternehmen weltweit ausgezeichnet. Was hat die Jury beeindruckt? Und wo besteht noch Verbesserungspotenzial? Res Witschi, Head of Corporate Responsibility bei Swisscom, gibt Auskunft.

Res Witschi, ‹World Finance› hat Swisscom zum nachhaltigsten Telekomunternehmen weltweit ausgezeichnet. Welche konkreten Engagements haben die Jury beeindruckt?

Die Jury war vor allem davon beeindruckt, wie umfassend Swisscom sich für Nachhaltigkeit engagiert und dabei die Menschen in den Vordergrund stellt. Der eigene Fussabdruck von Telekomunternehmen ist relativ bescheiden. Trotzdem optimieren wir diesen seit über 20 Jahren mit innovativen Projekten wie zuletzt mit der Frischluftkühlung im Mobilfunknetz.

Zur Person: Res Witschi
Bild: zVg

Res Witschi ist Leiter Corporate Responsibility bei Swisscom und Experte für Energie- und Umweltmanagement.

Das war aber nicht einmal ausschlaggebend für die Auszeichnung. Viel wichtiger sind unsere Angebote und unsere Aufklärungsarbeit für die Menschen in der Schweiz. Zum Beispiel die Medienkurse und die Swisscom Academy. Oder klimafreundliche Angebote wie die Work-Smart-Initiative, das IoT-Netz und der IoT Climate Award, mit dem wir zukunftsorientierte Lösungen für den Klimaschutz auszeichnen.

Swisscom schreitet also mit gutem Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit voran. Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Wir freuen uns über diese Auszeichnung. Ebenso wie über die jüngste Auszeichnung der Boston Consulting Group, die uns fast zeitgleich zum nachhaltigsten Telekomunternehmen gekürt hat. Sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, wäre aber definitiv falsch. Wir sind auch in der Schweiz in den kommenden Jahren mit unzähligen Herausforderungen konfrontiert. Ich denke da speziell an unser Klima. Darum gestalten wir laufend neue nachhaltige Angebote. Das Thema ‹Dekarbonisierung› – also die Abkehr von kohlenstoffhaltigen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien – bietet spannende Möglichkeiten. Auch neue Technologien wie Smart Data, Artificial Intelligence oder Blockchain bieten viele Gelegenheiten, zu einer nachhaltigeren Welt beizutragen.

Was für Möglichkeiten sind das genau? Gibt es hier konkrete Pläne?

In den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Klimafussabdruck arbeiten wir an spannenden Angeboten für Privatkunden, zum Beispiel den Secondhand-Handys. Mit anonymisierten Mobilfunkdaten helfen wir Firmen und Gemeinden, ihren CO2-Fussabdruck zu erfassen und zu verbessern. Gemeinsam mit Energie Schweiz, Engagement Migros und South Pole haben wir die ‹Swiss Climate Challenge› lanciert. Mit dieser können einzelne Personen ihren CO2-Fussabdruck optimieren. Hier planen wir weitere spielerische Anreize. Einige Firmen und Städte interessieren sich bereits dafür, Menschen so zu sensibilisieren.

Worauf fokussiert sich Swisscom im Bereich Nachhaltigkeit mittel- und langfristig?

Wir entwickeln die bestehenden Engagements stetig weiter – also die Bereiche Medienkompetenz, Barrierefreiheit sowie faire Lieferkette. Zudem arbeiten wir stetig daran, unseren eigenen Klimafussabdruck weiter zu senken. Unter anderem, indem wir auf Elektromobilität umstellen. Wir fördern und entwickeln digitale Lösungen, die Kundinnen und Kunden im Privat- und Geschäftsbereich helfen, nachhaltiger zu leben.

Mit der Swiss Climate Challenge kann man den persönlichen CO2-Fussabdruck ermitteln und verbessern.
Bild: Lukas Beer

Die Corona-Krise hat unser aller Verhalten wortwörtlich ‹nachhaltig› verändert. Wo konkret prägt diese Krise unser (Umwelt-)Verhalten in Zukunft?

Ich denke, die Corona-Krise hat uns vor allem auch innerlich verändert. Es gab eine Phase der Besinnung. In der Arbeit aus dem Homeoffice erlebten viele, dass sie produktiver und kreativer waren. Privat wurde uns der Wert von Familien und Partnern bewusster. Wir entdeckten die lokale oder regionale Natur wieder. Hoffentlich können wir diese Besinnung in den neuen Alltag mitnehmen. Damit wir das Glück in etwas weniger Aktivismus und ständigem Unterwegssein finden. Natürlich wünschen wir uns alle wieder mehr physischen Kontakt und direkten Austausch mit Menschen, mit all den Facetten und Emotionen.

Und zum Schluss: Nachhaltigkeit beginnt bereits im Kleinen. Welche einfach umzusetzenden Massnahmen empfehlen Sie im Alltag?

Am einfachsten geht das bei der Planung von grösseren Ausgaben: den nächsten Ferien, der Beschaffung oder Nichtbeschaffung eines neuen Autos oder dem Ersatz einer Heizung. Solche Entscheidungen beeinflussen den eigenen CO2-Fussabdruck stark. Im Alltag gilt es, auf die vielen kleinen Chancen zu achten, freundlich und hilfsbereit zu sein, häufiger das Velo zu nehmen – oder schlicht und einfach etwas mal nicht zu kaufen.


Wollen auch Sie Ihren Fussabdruck senken? Machen Sie mit bei der Swiss Climate Challenge – und lernen Sie, den Alltag nachhaltiger zu gestalten.

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