Das sind die 14 verrücktesten Bergbahnen der Schweiz

Marianne Siegenthaler

9.8.2020 - 18:00

Ob längste Standseilbahn Europas (im Bild die Niesen-Bahn) oder ein Juwel der technischen Ingenieurskunst – die Schweiz ist das Land der Bergbahnen.
Bild: Keystone

Entspannt dem Gipfel entgegenschweben? Ein unvergessliches Freizeitvergnügen. Wir stellen die spektakulärsten Schweizer Berg- und Seilbahnen vor.

Die Schweiz ist ein Land der Bergbahnen, darunter moderne Neubauten genauso wie historisch wertvolle Kulturgüter.

Ob die steilste Standseilbahn der Welt, der höchste Aussenlift oder ein Juwel der technischen Ingenieurskunst – eine Fahrt in den folgenden 14 spektakulären Bahnen vergisst kein Gast so schnell wieder.

1. Der Schwindelerregende

152,81 Meter – so lange ist der Hammetschwand-Lift und damit ist er der längste Aussenlift Europas. Er führt entlang der steilen Flanke des Bürgenstocks hinauf auf den Berg. Die Fahrt dauert weniger als eine Minute, was immer noch lange genug ist für Menschen mit Höhenangst.

Aber das muss einem nicht peinlich sein, wenn man weiss, dass sogar Sean Connery, der für Dreharbeiten des James-Bond-Streifens «Goldfinger» 1964 auf dem Bürgenstock war, den Lift mit zittrigen Knie verlassen hat.

Hammetschwand-Lift.
Bild: Schweiz Tourismus

2. Die Rotierende

Die Rotair ist die erste drehbare Gondel der Welt. Während der fünfminütigen Fahrt dreht sie sich um 360 Grad und bietet so die perfekte Rundumsicht. Mit 3020 Meter über Meer ist der Titlis der höchste Ausflugsberg der Innerschweiz. Das Panorama über Dreiviertel der Schweiz ist atemberaubend. Während im Südwesten die markanten Viertausender der Berner und Walliser Alpen dominieren, sieht man im Norden an klaren Tagen bis zum Schwarzwald.

Rotair.
Bild: Schweiz Tourismus

3. Die Steilste

In der Stoosbahn, der steilsten Standseilbahn der Welt, steht man immer schön waagrecht, denn die Kabinen passen sich auch der extremsten Neigung an. Die Bergfahrt ist mit einer Steigung von bis zu 110 Grad wirklich steil. So steil, dass man bei der Talfahrt hingegen schon fast das Gefühl hat, jetzt fährt die Bahn gleich im freien Fall zu Tal.

Stoosbahn.
Bild: Schweiz Tourismus

4. Die Stotzigste

Mit einer Steigung von 106 Prozent ist die Gelmerbahn im Berner Haslital die steilste offene Standseilbahn Europas. Und tatsächlich ist es fast wie auf der Chilbi, wenn man im offenen Wagen fast senkrecht hinauf auf 1'860 Meter über Meer zum türkisblauen Gelmersee fährt.

Übrigens: Gebaut wurde die Gelmerbahn nicht als Touristenattraktion, sondern als Werkbahn für den Bau der Gelmer-Staumauer und der Wasserzuleitung zum Kraftwerk Handeck.

Gelmerbahn.
Bild: Schweiz Tourismus

5. Die Offene

Ursprünglich diente die Selunbahn im Toggenburg als einfache Transportbahn. Seit ihrer Sanierung werden auch Personen befördert. Was geblieben ist: Die Bahn ist sieht aus wie eine offene Transportkiste, Frischluft ist garantiert. Und: Die Bergstation ist der perfekte Ausgangspunkt für schöne Bergwanderungen.

Selunbahn.
Bild: Schweiz Tourismus

6. Die Glänzende

Keine Seilbahn geht höher hinauf als die Luftseilbahn Cristal Ryde in Zermatt, die vom Trockenen Steg zur in die Felswand gehauenen Station Matterhorn glacier paraise führt. Gerade mal 50 Meter unterhalb des Gipfels befindet man sich auf 3'821 Meter über Meer. Doch damit nicht genug: Vier Gondeln sind mit Swarovski Kristallen verziert, und dank einem Glasboden haben die Fahrgäste einen klaren Blick in die Tiefe.

Cristal Ryde.

7. Die Älteste

Die älteste Standseilbahn der Schweiz, die Giessbachbahn, aus dem Jahr 1879 startet unten am Brienzersee, führt an den Giessbach-Wasserfällen vorbei hinauf zum romantischen Grandhotel Giessbach. Die Giessbachbahn verfügte anfangs über ein ausgefallenes Antriebssystem, dem Wasserballast-System.

Ein eingebauter Wassertank wurde jeweils auf der Bergstation mit bis zu fünf Kubikmeter Wasser gefüllt. Der talwärts rollende Wagen konnte dadurch den bergwärts fahrenden durch sein höheres Gewicht nach oben ziehen. An der Talstation wurde das Wasser wieder abgelassen. Heute erfolgt der Antrieb mit einem Elektromotor.

Giessbachbahn.
Bild: Schweiz Tourismus

8. Das Juwel

Das Funiculaire gilt als Juwel der technischen Ingenieurskunst. Erbaut 1899 ist sie die letzte Wasserballastbahn der Schweiz. Sie wird also nicht mit einem Motor angetrieben, sondern mit Abwasser aus der Stadt Fribourg. Das ist nicht nur nachhaltig, es ist auch Grund, diese Bahn ins Inventar der nationalen Kulturgüter aufzunehmen.

Funiculaire.
Bild: Schweiz Tourismus

9. Die Luftige

2012 galt sie als Weltsensation, die Stanserhornbahn CabriO. Denn sie bietet eine einmalige Attraktion: Von der Kabine aus führt eine Wendeltreppe hinauf aufs luftige Oberdeck. Von da hat man eine sensationelle Sicht auf die Innerschweizer Bergkulisse sowie hinunter zum Vierwaldstättersee. Und wie in einem Cabrio weht einem ein frischer Wind um die Ohren.

Stanserhornbahn CabriO.
Bild: Schweiz Tourismus

10. Die Einzigartige

Die Standseilbahn Ritmo, die von Piotta zum Stausee Ritom im nördlichen Teil des Tessins in der Leventina führt, wurde einst ausschliesslich für den Kraftwerksbetrieb genutzt. Heute ist sie fürs Publikum zugänglich.

Sie gehört nicht nur zu den steilsten öffentlichen Standseilbahnen der Schweiz, auch ihr Antrieb ist etwas Besonderes: Die Winde ist an der Talstation installiert. Das Zugseil wird oben bei der Bergstation Piora umgelenkt und über spezielle Stützen zurück zur Talstation geleitet.

Standseilbahn Ritmo.
Bild: Schweiz Tourismus

11. Die Nostalgische

Ein bisschen fühlt man sich ins 19. Jahrhundert versetzt, wenn man sich in der originalgetreu nachgebauten Holzwagen der Reichenbachfallbahn ab Meiringen zum wild tosenden Reichenbachfall hinauffahren lässt. Von den Aussichtsterrassen aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf den 120 Meter hohen Wasserfall. Hier stiess Professor Moriaty den Detektiv Sherlock Holmes ins schäumende Wasser. Wer es detaillierter wissen will, besucht das Sherlock-Holmes-Museum in Meiringen.

Reichenbachfallbahn.
Bild: Schweiz Tourismus

12. Die Unentbehrliche

Ohne das Rasa Bähnli, eine Kleinseilbahn, könnte das autofreie Dörflein Rasa im Centovalli nicht überleben, denn sie ist eine wichtige Verbindung nach Verdasio und transportiert nebst Einheimischen und Touristen auch mal eine Kuh.

Rasa Bähnli.
Bild: Schweiz Tourismus

13. Die Längste

Seine fast perfekte Pyramidenform hat manch einen Maler wie zum Beispiel Ferdinand Hodler oder Paul Klee zum Pinsel greifen lassen: Der Thuner Hausberg Niesen thront majestätisch am Südufer des Thunersees.

Und er ist gleich zweifacher Rekordträger. Einerseits führt die längste Treppe der Welt in 11'674 Stufen entlang der Niesenbahn auf 2'362 Meter. Anderseits ist die Niesenbahn, die von Mülenen hinauf auf den Gipfel führt, die längste Standseilbahn Europas.

Niesenbahn.
Bild: Keystone

14. Die Unkomplizierte

Fahrplan hat dieses «Buiräbähnli» im hinteren Teil des Engelbergertals keinen. Wer hinauf zur Rugisbalm will, der ruft unten an der Station mit dem Telefon, das an der Wand angebracht ist, bei Familie Töngi an. Dann bekommt man alle nötigen Informationen, um mit der Mettlen-Rugisbalm-Bahn hochfahren zu können. Nebst einem Hof gibt es auf dem idyllischen Plateau einen kleinen See.

Mettlen-Rugisbalm-Bahn.
Bild: Schweiz Tourismus

Noch mehr aussergewöhnliche Bergbahnen finden sich auf der Internetseite von Schweiz Tourismus.

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