Die neuste Masche – trendige Strickmode im Oversize-Look

Andrea Abrell, dpa

16.11.2019 - 00:00

Strick hält warm und ist gerade sehr angesagt. Und dies möglichst oversized: Die Maschen sind gross und die Schnitte weit.

Die Strickmode für diesen Herbst und Winter sucht das Weite – und zwar im wörtlichen Sinn. Grosse Maschen und eine übergrosse Weite zeichnen die Pullover, Cardigans und Kleider aus.

«Das Besondere daran: Die Oversized-Strickmode kommt häufig ohne Bündchen aus, so dass ein Pulli oder eine Jacke besonders lässig wirkt», erklärt die Stilberaterin Inka Müller-Winkelmann.

Zu diesem Kontext gehört auch die Betonung der Arme und Schultern über weite Puffärmel etwa an Pullovern. Sie sind ideal für alle Frauen, die von Natur aus eher schmale Schultern haben.

Layering: schöner Kontrast zu engen Jeans

Im Grunde ein Unterthema des Oversized-Looks ist das sogenannte Layering – der Zwiebel- oder Lagenlook, bei dem mehrere Teile übereinander getragen werden. «Hier kommen vor allem sogenannte Sleeveless-Teile zum Einsatz – also ärmellose Westen oder Pullunder, die über einem Shirt oder einer Bluse getragen werden», erklärt Müller-Winkelmann. Auch das sorgt optisch für mehr Weite.



Neben Strick in Übergrösse ist laut Shopping-Beraterin Anette Helbig aber auch das komplette Gegenteil angesagt: Cropped Cardigans. «Cropped» bedeutet übersetzt «abgeschnitten» und wird im Mode-Kontext für bewusst kurze Teile benutzt, in diesem Fall Strickjacken. «Diese Cardigans passen perfekt zu Jeans, weil sie die Taille in den Mittelpunkt rücken», erläutert Helbig.

Auch wenn sie nicht lang sind, die Cropped Cardigans sind in den meisten Fällen weit – was etwa zur engen Jeans einen schönen Kontrast ergibt. Ein Tipp: Wer nicht die richtige Länge für sich findet, kann einen Cardigan oder Pullover auch in den Hosenbund stecken, um den Effekt zu erzielen.

Auch Strickröcke wieder in Mode

Den Löwenanteil an der Strickmode machen naturgemäss Pullis und Jacken aus. «Aber in diesem Winter kommen auch Strickröcke wieder in Mode», berichtet Helbig. Sie seien oftmals wadenlang und schmal geschnitten. «Diese Silhouette lässt sich immer wieder neu stylen und sieht mit derben Biker-Boots und einem Grobstrickpulli ganz anders aus als mit schmalen Stiefeletten und einer Seidenbluse plus Blazer.»

Die neue gestrickte Weite ist schwierig zu stylen – zumindest, wenn man nicht gross und modelgleich-schlank ist. «So sollte man vor allem bei voluminösen Strickteilen aufpassen: Sie helfen zwar dabei, Pölsterchen zu kaschieren, können aber auch auftragen», sagt die Shopping-Beraterin Lydia Maier. «Eher kräftige Frauen sollten daher zu dünnen Strickstoffen greifen.»

Ideal für kleine Frauen seien Pullover und Jacken aus Feinstrick, längsverlaufende feine Zopfmuster und V-Ausschnitte. Und die kürzeren Silhouetten wie sie die Cropped-Cardigans ermöglichen stehen ihnen gut.



Ihr Tipp konkret für eher kräftige Figuren mit breiteren Hüften und einem grossen Busen: «Pullover in A-Linie oder im Empire-Stil, dunkle Farben und unifarbenen Strick», erklärt Maier. «Vor allem bei grossem Busen ist ein weiter Rollkragen ideal.»

Und die Farben für die Saison?

Zwar gibt es wie inzwischen gängig eigentlich die ganze Bandbreite im Handel – wie die klassischen Töne Dunkelblau, Grau oder Beige. «Darüber hinaus liegen jetzt aber auch auffallende Farben im Trend. Dazu gehört Gelb in vielen Varianten, wie beispielsweise Senf», erklärt Helbig. «Auch Beerentöne in Rot- und Violett-Nuancen findet man jetzt häufig, ebenso Grün oder Petrol.»

Bei den Strickmustern scheinen vor allem die klassischen Zopfstrukturen in Mode zu kommen. Darüber hinaus «gibt es bei Pullis und Strickjacken jetzt auch viel Karo zu sehen», hat Helbig beobachtet. Das Muster ist seit einigen Jahren schon ein Modethema und sowieso Mode-Klassiker. Beim Strick kommen nun aber erst Pepita und Hahnentritt verstärkt zum Einsatz, berichtet Helbig.

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite