Kolumne Männer und Sommermode – mitunter schlimm!

Von Julia Wagner

28.6.2019

Der Grund, warum Flip Flops ein No-Go sind für das männliche Geschlecht: Weil fast kein Mann regelmässig zur Pediküre geht.
Der Grund, warum Flip Flops ein No-Go sind für das männliche Geschlecht: Weil fast kein Mann regelmässig zur Pediküre geht.
Bild: Getty Images

Männer-Modesünden im Sommer – davon gibt es reichlich. Aber keine sind schlimmer als diese.

Vor drei Jahren habe ich einem deutschen Radiosender ein Interview gegeben. Thema: Männer-Modesünden im Sommer. Ehrlich gesagt hätte ich damit eine ganze Sendereihe bestreiten können.

Es gibt so viele No-Gos, dass wir im Sommer 2019 jetzt bei Staffel drei wären. Geändert hat sich seither wenig. Ich sehe auf den Strassen noch immer dieselben Grausamkeiten wie im Sommer 2016.

Starten wir mit den Dreiviertelhosen, die im Sommer von Männern gerne in der Cargo-Version getragen werden. Ich werde nie verstehen, warum Menschen freiwillig Hosen tragen, die an der dicksten Stelle der Waden enden. Das ist kein vorteilhafter Schnitt – für niemanden.

Nackte Männerfüsse? Ein Grauen

Der Grund, warum Flip Flops ein No-Go sind, ist einfach. Ich kenne genau einen Mann auf dieser Welt, der regelmässig zur Pediküre geht. Alle anderen scheinen zu denken, Fusspflege wäre nur etwas für Frauen. Deswegen sieht man jeden Sommer nackte Männerfüsse, die jeden Podologen erschüttern.

Ebenso dramatisch: Männerdekolletés. Irgendwann kamen diese schrecklichen T-Shirts auf den Markt, die so tief ausgeschnitten sind, dass man den gesamten Brustansatz sieht. So einen Look tragen Männer, die ihren Lebensunterhalt als «Bachelor» bestreiten oder in der österreichischen Politik arbeiten und gern Urlaub auf Ibiza machen.

Genauso schlimm sind Muskelshirts, die ausserhalb des Sports getragen werden. Wenn mir morgens beim Brunch ein Mann gegenübersitzt, dem die halbe Brust und das Achselhaar raushängt, vergeht mir der Appetit – egal, wie durchtrainiert der Mann ist.

Uncoole Füsslinge

Vielen Männern ist leider auch nicht bewusst, wie uncool Füsslinge sind, also diese kurzen Socken, die man eigentlich gar nicht sehen sollte. Und genau das ist der springende Punkt. Die meisten Männer greifen nämlich gern zu Modellen, die bis zum Knöchel gehen, oft auch schwarze Söckchen zu weissen Turnschuhen. Schlimm!

Wären da noch die Badeshorts. Männer meinen, eine gute Badehose hält bis zu zwanzig Jahre. Nein, tut sie nicht. Trotzdem wird das ausgeleierte Teil getragen, bis es vom Körper fällt. Wir Frauen sehen in einem durchschnittlichen Sommer daher mehr Bauarbeiterdekolletés, als uns lieb ist.

So, ich muss mich an dieser Stelle wieder einkriegen. Ich könnte mich in Rage schreiben und noch seitenweise weiter aufzählen, aber das hebe ich mir für Staffel vier auf.

Hier gibt es an jedem Freitagmorgen eine Autoren-Kolumne – abwechselnd zu den Themen Mode, Essen, E-Mobility und Mutter. Heute: Mode.

Zur Autorin: Julia Wagner besuchte als Chefredaktorin von miss und später als Leiterin von Stylebook.de alle wichtigen Fashionweeks dieser Welt. Jetzt pendelt sie als Freelancerin ständig zwischen Berlin, Zürich und Wien – und trägt fast nur noch Hipster-Look: Sneaker, Jeans & Rucksack. Das liegt vor allem daran, dass die Haute Couture nicht ins Handgepäck passt.

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