Anhörung von Julian Assange verschoben

afp/twei

13.5.2020 - 20:33

Ob Julian Assange an die USA ausgeliefert wird, entscheidet sich nun erst im September. (Archivbild)
Bild: Keystone

Julian Assange muss sich weiter gedulden: Die Anhörung, in der über die Auslieferung des Whistleblowers an die USA entschieden wird, ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Der neue Termin ist im September.

Die in der kommenden Woche geplante Anhörung zur möglichen Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange von Grossbritannien an die USA ist wegen der Corona-Pandemie um mehrere Monate verschoben worden. Die Anhörung solle nun erst am 7. September stattfinden, teilte das Assange-Unterstützerkomitee am Mittwoch in London mit. Assange kämpft vor Gericht gegen eine Auslieferung in die USA, wo ihm lebenslange Haft droht.

Assange hatte sich ab 2012 sieben Jahre lang in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Im April 2019 wurde der Australier festgenommen, seitdem sitzt er im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Gegen ihn läuft ein Verfahren zur Auslieferung an die USA. Dort ist der 48-Jährige wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt.

Vergebliche Forderung nach Freilassung

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt, die ihr von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen.

Assanges Anwälte haben bereits mehrmals erfolglos versucht, wegen der Corona-Pandemie eine Freilassung ihres Mandanten auf Kaution zu erwirken. Unterstützer des Wikileaks-Gründers fürchten um die Gesundheit des 48-Jährigen, der in der Vergangenheit bereits unter Atemwegsinfektionen litt.

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