Bericht: Nordkorea treibt Raketenprogramm hinter Kulissen voran

dpa

12.11.2018

Atomare Abbrüstung? Damit scheint Kim Jong Un nicht viel am Hut zu haben.
Keystone

Nordkorea treibt nach Informationen der «New York Times» ungeachtet der Abrüstungsgespräche mit den USA sein Atomwaffenprogramm voran. Das Blatt beruft sich dabei am Montag auf eine Untersuchung des US-Think-Tanks CSIS.

Einer Untersuchung des Zentrum für strategische und internationale Studien zufolge sollen Satellitenbilder belegen, dass die nordkoreanische Führung an mehr als einem Dutzend verborgenen Standorten an dem Ausbau seines Atomwaffen- und Raketenarsenals arbeite, berichtet die «New York Times». Nordkorea habe dies nicht offengelegt und täusche die amerikanischen Verhandlungspartner, hiess es.

US-Präsident Donald Trump spricht regelmässig von grossen Fortschritten bei den Gesprächen mit Nordkorea. Im Juni hatte er sich in Singapur mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem historischen Gipfel getroffen. Kim hatte dort seinen Willen zur atomaren Abrüstung bekundet. Er hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wann und wie sein bestehendes Atomwaffen- und Raketenarsenal abgebaut werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. In den nächsten Monaten soll ein zweites Treffen Trumps mit Kim stattfinden.

Hält Kim Jong Un Donald Trump hin?

Ursprünglich hatte sich US-Aussenminister Mike Pompeo vor wenigen Tagen in New York mit Nordkoreas Chefunterhändler Kim Yong Chol treffen wollen, um den zweiten Gipfel vorzubereiten. Das Treffen war jedoch kurzfristig auf ein unbestimmtes Datum verschoben worden.

Trump verkauft seine Nordkorea-Politik seit Monaten als grossen Erfolg. Die «New York Times» schrieb unter Berufung auf die neuen Erkenntnisse, die nordkoreanische Führung speise die US-Regierung bewusst mit kleinen Entgegenkommen ab, während sie hinter den Kulissen einen Ausbau des eigenen Raketenarsenals forciere.

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