Coronavirus-Ticker Schweiz baut Test-Kapazitäten aus – Berset: «Wir sind vorbereitet»

dor/sda/dpa/AP/AFP/phi

26.2.2020

Vor einem möglichen Anstieg der Coronavirus-Infektionen in der Schweiz hat das BAG die Test-Möglichkeiten aufgestockt. Zudem soll eine Hygiene-Kampagne das Ansteckungsrisiko weiter minimieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind in der Schweiz mindestens 70 Coronavirus-Verdachtsfälle in Abklärung. Bestätigt ist bisher einzig, dass sich ein 70-jähriger Tessiner angesteckt hat.
  • Das BAG hat eine Hotline für Fragen aus der Bevölkerung eingerichtet: 058 463 00 00 (täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr).
  • Das Coronavirus hat mittlerweile auch Südamerika erreicht: In Brasilien wurde ein erster Verdachtsfall untersucht – der betroffene Mann habe sich davor in Italien aufgehalten.
  • In den beiden deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sind erste Infektionen nachgewiesen worden.
  • In China sind weitere Menschen an dem Virus gestorben: Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf über 2'700.


16.25 Uhr: Mehr Schweizer Tests

Die Schweizer Gesundheitsbehörden verstärken das Abwehrdispositiv gegen das Coronavirus. Nach Angaben von Gesundheitsminister Alain Berset sind die Kapazitäten für Tests stark erhöht worden.

Inzwischen könnten in zehn Labors insgesamt tausend Tests pro Tag durchgeführt werden, sagte Berset. Ärzte seien angewiesen worden, Verdachtsfälle vermehrt zu testen. In den Spitälern würden nun auch schwer erkrankte Personen mit respiratorischen Problemen auf das Coronavirus getestet.

Umlagert: Bundesrat Alain Berset.
Umlagert: Bundesrat Alain Berset.
Bild: Keystone

«Wir sind gut vorbereitet», erklärte Berset. Der Bundesrat beobachte die Situation sehr genau. Dazu stehe er in Kontakt mit den Kantonen, den EU-Ländern und der Weltgesundheitsorganisation. Wie es um die Kapazitäten der Spitäler steht, Erkrankte zu isolieren, konnte der Gesundheitsminister aber nicht sagen. Dafür seien die Kantone zuständig.

Vorwürfe, ungenügend über die Entwicklung zu informieren, wies Berset zurück. Er verwies auf die Infoline des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die 1'400 Anrufe pro Tag entgegennimmt. Informationen gebe es auch auf der Website des BAG. Ab Donnerstag werde die Bevölkerung zudem mit einer Kampagne auf Hygienemassnahmen aufmerksam gemacht.

Asiatische Touristen in Veytaux VD.
Asiatische Touristen in Veytaux VD.
Bild: Keystone

Geplant sind neben Plakaten und Flyern Informationen für Reisende an den Bahnhöfen und Grenzübergängen. Experten hatten den Gesundheitsbehörden auch vorgeworfen, die Mortalitätsrate zu tief anzusetzen. Diese sei aber erst am Ende einer Epidemie bekannt und nicht am Anfang.

16.15 Uhr: Neuerkrankungen unweit Schweizer Grenze

In Baden-Württemberg in Deutschland haben sich zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach dem ersten Fall im Kreis Göppingen seien zwei Infektionen am Uniklinikum in Tübingen bestätigt worden, teilte das Krankenhaus am Mittwoch mit. 

Kurz vor Bekanntwerden der beiden neuen Fälle hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) Einzelheiten zum deutschen «Patienten Null», einem 25-jährigen Mann aus Göppingen, bekannt gegeben. Der Fall war am Dienstagabend bekannt geworden.

Symbolbild: Keystone

Nach Angaben Luchas hatte der junge Mann gemeinsam mit einer Freundin Mailand besucht. Zwei Tage nach den ersten Symptomen meldete er sich beim Gesundheitsamt. Dem Patienten gehe es gut, sagte Stefan Brockmann, der Leiter des LGA-Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz.

16 Uhr: Sonderstab in Uri

Um auf ein Auftreten des Coronavirus gewappnet zu sein, hat der Urner Regierungsrat einen Sonderstab eingerichtet. Dieser ist Teil des kantonalen Führungsstabs. Der Regierungsrat hat die Aktivierung des Sonderstabs am Mittwoch, am Tag nach dem Bekanntwerden des ersten Coronafalls in der Schweiz, mitgeteilt.

Uri beteilige sich zusammen mit den anderen Kantonen und dem Bundesamt für Gesundheit an den Massnahmen, die eine Übertragung des Virus auf weitere Personen verhindern solle, heisst es in der Mitteilung. Federführend im Sonderstab ist die Gesundheitsdirektion. Dem Stab gehören Kantonsarzt, Kantonspolizei, das Amt für Bevölkerungsschutz, die Bildung- und Kulturdirektion sowie das Landammannamt an.

Das erste Schweizer Virusopfer wurde im Spital Moncucco in Lugano, behandelt.
Das erste Schweizer Virusopfer wurde im Spital Moncucco in Lugano, behandelt.
Bild: Keystone

Er habe den Sonderstab beauftragt, die notwendigen Vorbereitungsmassnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung von Erkrankungen im Kanton zu treffen und zu koordinieren, teilte der Regierungsrat mit. Der Stab habe auch die Information gegenüber Behörden, Bevölkerung und Medien sicherzustellen. Der Sonderstab könne ferner dem Regierungsrat auch Massnahmen vorschlagen.

Weiter betont der Regierungsrat, dass der Kanton auf das Virus «gut vorbereitet» sei. Die medizinischen Einrichtungen im Kanton Uri seien bereit, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen, abzuklären und Erkrankte zu versorgen.

15:45 Uhr: Gipfel in China erreicht?

Erstmals seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr neu gemeldete Fälle ausserhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst.

Der ungewöhnlich ruhige Markt in Guangzhou am 25. Februar.
Der ungewöhnlich ruhige Markt in Guangzhou am 25. Februar.
Bild: Keystone

Am Dienstag wurden aus China 411 neue Infektionen mit dem Virus gemeldet, ausserhalb Chinas waren es am selben Tag 427 neue Fälle, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf berichtete. Allein in China infizierten sich bislang rund 77'500 Menschen.

15.30 Uhr: Novartis friert Preise ein

Der Pharmakonzern Novartis friert wegen des Coronavirus-Ausbruchs die Preise für eine Reihe von Nachahmermedikamenten ein. Mit dem Schritt will die Generika-Tochter Sandoz nach eigenen Angaben Preisanstiegen angesichts drohender Lieferengpässe bei aktiven Wirkstoffsubstanzen, die oft in China hergestellt werden, vorbeugen.

«Ich bin sehr besorgt über Berichte, dass die Preise für Basismedikamente wie Schmerzmittel und Antibiotika wegen der verschärften Versorgungssituation bei pharmazeutischen Wirkstoffen aus China erheblich steigen», erklärte Sandoz-Chef Richard Saynor am Mittwoch. «Ich bin der festen Überzeugung, dass die Generika-Branche gerade jetzt eine besondere Verantwortung hat, um sicherzustellen, dass die Patienten die benötigten Medikamente bekommen können.»

Ein Sandoz-Sprecher sagte, der Preisstopp betreffe rund 20 antivirale Medikamente und Antibiotika. Die Regelung gelte ab sofort und bis auf Weiteres. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte jüngst bei den Herstellern von rund 20 Medikamenten, die Ingredienzien aus China beziehen oder Arzneien in dem Land produzieren, nachgefragt, ob es aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs zu Engpässen kommen könnte.

In Indien hatten Experten gewarnt, dass bei Nachahmermedikamenten eine Knappheit und Preiserhöhungen drohen, sollte die Epidemie in China die Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen über April hinaus beeinträchtigen. Indien ist einer der grössten Produzenten von Generika – günstigeren Versionen von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist.

14.30 Uhr: So reagieren Schweizer Unternehmen

Migros habe bereits vor Wochen einen Krisenstab eingesetzt. Zu den Hygienemassnahmen zählt regelmässiges und gründliches Händewaschen sowie das Husten in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch. Spezielle Vorkehrungen seien in den Filialen dagegen nicht geplant, hiess es weiter – die Angestellten müssten keine Masken oder Handschuhe tragen. Ähnlich tönt es bei Coop: «Wir haben unsere Mitarbeitenden aufgefordert, die grundlegenden Hygienemassnahmen konsequent einzuhalten.» Es gebe schon seit Jahren einen Pandemieplan.

International tätige Firmen greifen zu anderen Massnahmen. So hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé seine Mitarbeitenden dazu angewiesen, bis zum 15. März nicht mehr auf Geschäftsreisen zu gehen. Ein Reiseverbot nach China gibt es bereits seit Januar beim Vermögensverwalter EFG. Zudem verbiete man derzeit den Beratern im Institut, global «nicht-essenzielle» Reisen durchzuführen, sagte Firmenchef Giorgio Pradelli. Stattdessen greife die Bank vermehrt auf andere technische Möglichkeiten wie Videokonferenzen zurück, um etwa mit Kunden zu kommunizieren.

Auch Adecco hat Massnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter getroffen, wie Konzernchef Alain Dehaze im Interview mit AWP-Video erklärte. Vor allem in Asien würden grössere Meetings wenn möglich vermieden. Auf das Ergebnis wirke sich das Coronavirus nach Angaben von Adecco, das wie «Bluewin» zur Swisscom gehört, aber nicht aus.

Als «noch kaum abschätzbar» stuft Konzernchef Andreas Müller den Einfluss der Epidemie auf das Geschäft des Industrieunternehmens Georg Fischer ein. Das Virus beeinflusse aber natürlich die Aktivitäten in China. Georg Fischer beschäftigt dort in 20 Produktionsstätten und an weiteren Standorten rund 3'000 Mitarbeiter.

14.05 Uhr: Auch Schweizer Börse im Tief

Am Schweizer Markt purzeln die Kurse den fünften Handelstag in Folge. Und Besserung ist nicht in Sicht: Unklar ist, welche Produktions- und Lieferketten als Nächstes vom Coronavirus betroffen sein könnten. Vor diesem Hintergrund ist auch das konjunkturelle Ausmass kaum zu überblicken, sind sich Investoren einig.

«Das Virus droht die erhoffte Erholung der Weltwirtschaft im Keim zu ersticken,», kommentierte ein Händler. Und die Notenbanken, die als Feuerlöscher fungieren, verfügen auch nur noch über begrenzte Mittel. «Bei solchen Schlagzeilen will niemand in das fallende Messer greifen», beschreibt ein Banker das Anlegerverhalten. Investoren seien noch nicht bereit, an den Markt zurückzukommen.

Die asiatischen Börsen haben auch am Mittwoch im Minus geschlossen und auch für die Wall Street zeichnet sich am Mittwochmittag eine erneut schwächere Eröffnung ab – allerdings mit deutlich gemässigterem Tempo.

Hierzulande sind die zwischenzeitlichen Verluste ebenfalls eingedämmt. Gegen 13.30 Uhr fällt der SMI noch um 0,87 Prozent auf 10'387 Punkte. Zeitweise war er am Morgen noch bis auf 10'217 Punkte durchgereicht worden. Wie verunsichert Investoren sind, hat sich dabei auch beim Volatilitätsindex VSMI gezeigt, der zeitweise so hoch stand wie zuletzt Ende 2019.

Auch generell hält die Flucht in sichere Häfen an. Der Goldpreis und die Kurse an den Bondmärkten hätten nämlich schon die letzten Wochen deutlich zugelegt. Die zuvor heiss gelaufenen Aktienmärkte korrigieren dagegen erst seit wenigen Tagen, kommentiert ein Händler.

Vor allem die Nachfrage nach den als mündelsicher geltenden Pfandbriefanleihen, Obligationen der Eidgenossenschaft und anderer öffentlich rechtlicher Emittenten halte unverändert an, sagte ein Händler. Dagegen verbuchten Anleihen, die wenig investitionswürdig seien, erneut Kurseinbussen. Betroffen davon seien vor allem Anleihen vor Firmen mit einem Rating von schlechter als «BBB».

Ein ernüchterter Aktienhändler am 25. Februar an der New Yorker Wall Street.
Ein ernüchterter Aktienhändler am 25. Februar an der New Yorker Wall Street.
Bild: Keystone

In den USA hat dies zu rekordtiefen Renditen bei den zehnjährigen Staatsanleihen geführt. Und auch der Schweizer Franken ist seit Wochen unter Aufwertungsdruck. Erst am Dienstag war der Euro vorübergehend unter die Marke von 1,06 Franken gerutscht.

Gewinner gibt es bei den grossen Schweizer Aktien nur vereinzelt. Die ehemalige Novartis-Tochter Alcon etwa gewinnen gegen den Trend hinzu, nachdem der Konzern in der Nacht Zahlen vorgelegt hatte. Unter den grössten Verlieren sind einige Finanztitel zu finden.

Dazu zählen etwa Julius Bär, die CS oder auch die Swiss Life. Belastend für die Branche dürften Befürchtungen sein, dass die EZB ihre Zinsen senken könnte. Dies gehe derzeit aus den Bewegungen an den Geldmarkt-Futures hervor, kommentierte ein Börsianer. Überdurchschnittlich abwärts geht es auch bei Dufry und dem Flughafen Zürich. Ein Händler bezeichnet Luftfahrt- und Tourismusunternehmen als das «Epizentrum» des derzeitigen Verkaufsmomentums.

13.24 Uhr: Hotline gefragt

Nach dem ersten bestätigten Coronavirusfall in der Schweiz wird die Hotline für Fragen zum Virus mit Anrufen regelrecht überhäuft. Am häufigsten erkundigten sich die Anrufenden nach Reiseempfehlungen und Hygienemassnahmen.

Rund 690 Personen hätten am Mittwoch seit 8 Uhr bei der Hotline angerufen, teilte Medagte um die Mittagszeit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Am Montag waren es 1'500 und am Dienstag 1'370 Anrufe. Medgate betreibt die Hotline im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Bereits Ende der vergangenen Woche sei eine Zunahme bei den Anrufen festgestellt worden. So hatten am Samstag 170 Personen angerufen und am Sonntag, nachdem die Ausbreitung in Italien bekannt geworden war, gingen rund 270 Anrufe ein.

Gefragtes Angebot: Die Telefonberater von Medgate haben viel zu tun.
Gefragtes Angebot: Die Telefonberater von Medgate haben viel zu tun.
Bild: Keystone

Rund 30 Personen beantworten die Fragen der Anrufenden in den drei Nationalsprachen. Die meisten Anrufenden haben Fragen rund um das Reisen. Zunächst waren es Fragen für Reisen nach Asien, gegen Ende der Woche auch Fragen für Reisen nach Italien.

Die Behörden hätten keine Reiseeinschränkungen erlassen, erinnerte Medgate. Allerdings würden sie einen Aufenthalt in China nicht empfehlen. Andere Anruferinnen und Anrufer fragen zudem, welche Hygienemassnahmen sie ergreifen könnten, um sich vor einer Krankheit zu schützen.

Sie erreichen die Hotline täglich zwischen 8 und 18 Uhr. Die Nummer lautet 058 463 00 00.

13.15 Uhr: Sektenmitglieder im Fokus

Angesichts des sich rasch ausbreitenden Coronavirus in Südkorea untersuchen die Behörden des Landes mehr als 200'000 Mitglieder einer christlichen Sekte, von der der Ausbruch seinen Ausgang genommen hatte.

Die Religionsgemeinschaft Shincheonji Church of Jesus habe den Behörden eine Liste ihrer rund 212'00 Mitglieder übergeben, teilte die Regierung in Seoul am Mittwoch mit. Diese sollten nun auf Symptome wie Fieber oder Atemwegserkrankungen untersucht werden und im Zweifelsfall zu Hause unter Quarantäne gestellt werden.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in hält im TV eine Rede – darunter steht: «Massnahmen für Shincheonji-Gläubige».
Südkoreas Präsident Moon Jae-in hält im TV eine Rede – darunter steht: «Massnahmen für Shincheonji-Gläubige».
Bild: Keystone

Südkorea hat die höchste Zahl an Coronavirus-Infektionen ausserhalb Chinas. Am Mittwoch meldeten die Behörden 284 neue Fälle, die Gesamtzahl stieg damit auf 1'261, zwölf Menschen starben. Die meisten Fälle in Südkorea stehen im Zusammenhang mit der Shincheonji-Sekte.

Eine 61-jährige Anhängerin hatte trotz einer fiebrigen Erkrankung mindestens vier Gottesdienste der Glaubensgemeinschaft in der Millionenstadt Daegu besucht, bevor bei ihr das Coronavirus diagnostiziert worden war.

Am Mittwoch meldeten die US-Streitkräfte einen ersten Fall des neuartigen Virus bei einem auf einem Stützpunkt nördlich von Daegu stationierten US-Soldaten.

13 Uhr: Frankreich und Griechenland betroffen

In Frankreich starb in der Nacht auf Mittwoch ein zweiter mit Sars-CoV-2 infizierter Mensch. Der 60-jährige Franzose sei in Paris in einem sehr ernsten Zustand in ein Spital gebracht worden und dort gestorben, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon mit. Es handelt sich um den ersten Todesfall eines französischen Staatsbürgers in Frankreich. Mitte Februar war bereits ein 80 Jahre alter chinesischer Tourist in Frankreich gestorben.

Neben dem Todesfall gebe es zwei weitere bestätigte Fälle des Virus, sagte Salomon. In Amiens werde ein 55-jähriger Franzose auf der Intensivstation behandelt. In Strassburg sei das Virus bei einem 36-Jährigen bestätigt worden, der sich zuvor in der italienischen Region Lombardei aufgehalten habe, sagte Salomon. Der Gesundheitszustand des Mannes sei nicht besorgniserregend.

In Griechenland wurde am Mittwoch erstmals eine Infektion mit Sars-CoV-2 bestätigt. Betroffen sei eine 38-jährige Frau, die in einem Spital der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki isoliert worden sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Frau hatte in den vergangenen Tagen Norditalien besucht und war danach nach Griechenland zurückgereist, wie es hiess.

12.35 Uhr: Verdachtsfälle in Neuenburg

Im Kanton Neuenburg sind mehrere Coronavirus-Verdachtsfälle gemeldet worden. Mehrere Personen, die in die Gegend von Mailand gereist waren, hatten wegen Atemwegsproblemen die Notaufnahme des Neuenburger Spitalnetzes konsultiert.

Unter den Betroffenen sind auch drei Kinder. Diese gehören zu zwei verschiedenen Familien, wie der Kanton am Mittwoch mitteilte. Eines der Kinder besuchte eine Krippe, als es Symptome aufwies. Als Vorsichtsmassnahme wurden alle Kinder, die mit ihm in Kontakt standen, vorübergehend unter Quarantäne gestellt, bis morgen Donnerstag die erwarteten Ergebnisse des Bestätigungstests vorliegen sollen.

Auch ein Erwachsener, der nach der Rückkehr aus Italien wegen Husten und Fieber ärztliche Hilfe gesucht hatte, wurde dem Kantonsarzt gemeldet. Diese Verdachtsfälle werden zuhause isoliert, da ihr klinischer Zustand nicht beunruhigend ist.

11.40 Uhr: Auch Schweizer auf Teneriffa gestrandet

Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt. «Wir können zwar aus dem Gebäude, dürfen aber das Hotelgelände nicht verlassen», erzählte der deutsche Tourist Lars Winkler am Mittwoch. «Viele Leute bleiben aber im Zimmer.»

Ein Arzt aus Italien war am Dienstag positiv auf den Covid-19-Erreger bei getestet worden, was die Quarantäne ausgelöst hat. Neben seiner Frau wurden mittlerweile zwei weitere Italiener aus seiner Reisegruppe positiv getestet, wie die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln mitteilten. Sie werden im Spital behandelt.

Insgesamt sollen sich mehr als 1'000 Menschen in dem Hotel aufhalten – darunter auch mehrere Schweizer, wie das Aussendepartement EDA bestätigte. Sie seien wohlauf und befolgten die Anordnungen der verantwortlichen Behörden.

Feriengäste müssen im Costa Adeje Palace ausharren.
Feriengäste müssen im Costa Adeje Palace ausharren.
Bild: PR

«Um zwei Uhr morgens klopfte es plötzlich an unserer Tür, dann wurde Fieber gemessen», erzählte der deutsche Tourist Winkler. Menschen «in einer Art OP-Kleidung» seien von Tür zu Tür gegangen und hätten die Gäste geweckt. Ob es sich dabei um Ärzte gehandelt habe, sei nicht klar. «Zudem haben wir selbst Fieberthermometer und einen Mundschutz bekommen.»

Die Situation im Hotel sei ruhig, viele Gäste «harren der Dinge, die da kommen». Kritisch beurteilte der Deutsche die Informationspolitik des Hotelmanagements und der Behörden: «Alles, was wir zum Thema wissen, haben wir aus dem Netz.»

Insgesamt ist die Zahl der neuen bestätigten Fälle in Spanien seit Wochenbeginn auf acht gestiegen. Alle sollen mit Aufenthalten in Norditalien in Zusammenhang stehen. Am Dienstag hatte das Virus das Festland erreicht. Mittlerweile gibt es zwei Fälle in Madrid, einen in Barcelona, einen in Castellón in Ostspanien und vier auf Teneriffa. Zwei Patienten, die vor wenigen Wochen auf La Gomera und auf Mallorca positiv getestet wurden, sind bereits wieder gesund.

11.15 Uhr: Reiseveranstalter spüren die Angst

Schweizer Reisebüros und Reiseveranstalter beobachten die Entwicklung der Coronavirus-Epidemie sehr genau. Gewisse Kunden verschieben ihre Reisen oder wählen andere Reiseziele. Die Auswirkungen auf den Geschäftsgang sind derweil noch schwer zu quantifizieren.

«Bisher hat Hotelplan Schweiz aufgrund des Ausbruchs des neuen Coronavirus für die kommenden Monate einzelne Stornierungen oder Umbuchungen für Reisen nach Asien verzeichnet», sagte Bianca Gähweiler, Kommunikationsleiterin der Migros-Tochtergesellschaft, gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. «Reisen nach Asien werden derzeit vorsichtiger gebucht». Einige Kunden würden es vorziehen, in die USA oder die Vereinigten Arabischen Emirate zu reisen.

Bei Globetrotter Travel Service ist die Nachfrage nach Reisen nach Asien «sehr begrenzt» – es würden hingegen vermehrt Buchungen für Reisen nach Südafrika, Kanada, Südamerika und in die USA getätigt. Die Berner Agentur hat jedoch Reisen an die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer im Angebot, für die «das Interesse noch immer gross ist».

Amerikas einsamste Strasse – Unterwegs auf dem Highway 50

DER Touristik Schweiz hat «eine gewisse Zurückhaltung bei der Buchung von Auslandsreisen im Februar festgestellt», sagte Markus Flick, Sprecher der Schweizer Niederlassung des deutschen Reiseveranstalters. «Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis können jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden.»

Laut Olivier Emch, Geschäftsführer von Executive Travel, einer in Genf ansässigen Agentur für Geschäftsreisen, «dürfte ein Rückgang der Buchungen nach Asien um rund zehn Prozent seit Jahresbeginn der Realität entsprechen». Die Buchungen nach China, wo die Krankheit ihren Ursprung hat, seien in den letzten Wochen praktisch zum Erliegen gekommen.

«Für Reisen in den Rest der Welt sind die Auswirkungen geringer», doch auch dort würden zahlreiche Reisen verschoben. Was den jüngsten Ausbruch von Covid-19, wie das Coronavirus offiziell bezeichnet wird, in Norditalien betrifft, sei es noch zu früh, um Vorhersagen zu treffen, «aber es ist klar, dass dies auch Konsequenzen für Reisende haben wird», fügte Emch hinzu.

10.48 Uhr: UEFA im Warte-Modus

Nachdem um den italienischen Infektionsherd herum jede Menge Seria-A-Spiele abgesagt worden sind, sorgen sich die Fans um einen reibungslosen Ablauf der Fussball-EM 2020, die im Juni und Juli unter anderem in Rom gastiert. Dort gab es bisher zwar keine Erkrankungen, doch die sein Verband sondiere die Lage ganz genau, erläutert der nationale UEFA-Funktionär Michele Uva laut Eurosport.

Ein Vorbote? Das verwaiste Mailänder Stadion San Siro am 23. Februar nach der Absage des Seria-A-Duells Inter Mailand gegen Sampdoria Genua.
Ein Vorbote? Das verwaiste Mailänder Stadion San Siro am 23. Februar nach der Absage des Seria-A-Duells Inter Mailand gegen Sampdoria Genua.
Bild: Keystone

«Wir sind im Warte-Modus. Wir beobachten Land für Land, und der Fussball muss nun den Anordnungen dieser einzelnen Länder folgen», sagte Uva dem TV-Sender «Rai». «Der sportliche Weg wird nur dann verlassen, wenn die Situation noch schlimmer werden würde.» Aufgeschreckt hat Fussballfreunde die Absage der Fecht-WM, die vom 6. bis 8. März in Padova in der norditalienischen Region Veneto stattfinden sollte.

10.30 Uhr: Achtung, Tessiner Rekruten und Schüler!

Im Tessin sind seit gestern alle Rekruten mit einer Ausgangssperre belegt. Zudem muss die Regierung bis spätestens Freitag entscheiden, ob die Schulen nach den regulären Fasnachtsferien kommenden Montag den Unterricht wiederaufnehmen sollen. 

Die Ausgangssperre betreffe alle drei Standorte von Rekrutenschulen in Airolo, Monteceneri und Isone, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte. Den normalen Betrieb wieder aufgenommen hat indes die private Franklin University Switzerland in Sorengo. Nach einer vorübergehenden Schliessung am vergangenen Montag hätten einen Tag später wieder Vorlesungen stattgefunden, bestätigt die Medienstelle.

Ob die Volksschulen nach den regulären Fasnachtsferien am kommenden Montag den Unterricht wieder aufnehmen, ist derzeit noch offen. Dies werde bis spätestens Freitag entschieden, hielten Vertreter der Regierung an der gestrigen Pressekonferenz in Bellinzona fest. Eine solche drastische Massnahme solle nur ergriffen werden, falls sie wirklich nötig sei.

Völlig normal läuft derzeit der Betrieb an der Università della Svizzera Italiana (USI), wie die Presseverantwortliche auf Anfrage sagt. Man sei in Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und rufe die Studenten dazu auf, sich «verantwortungsvoll zu verhalten», falls sie von einem von Coronavirus-Fällen betroffenen Länder zurückkehrten.

10 Uhr: Virus bremst Swiss aus

Die Lufthansa will auf die Flugausfälle wegen des Coronavirus mit einem Sparpaket reagieren. «In den administrativen Bereichen kürzt die Kernmarke Lufthansa das Projektvolumen um 10 Prozent, das Sachkostenbudget um 20 Prozent», teilte der grösste Flugkonzern Europas mit, dessen Aktien in den vergangenen Tagen stark gesunken waren.

Die Ergebnisbelastung durch den Ausfall von Flügen nach China sei noch nicht absehbar. Die Lufthansa-Gruppe hat bis zum Ende des Winterflugplans Ende März alle Passagierflüge nach Festland-China ausgesetzt. Auch die Flüge nach Hongkong wurden reduziert.

Dies gilt auch für die Swiss. Die Schweizer Airline fliege vom 4. März bis zum 30. Mai nur noch fünf Mal pro Woche nach Hongkong, sagte Sprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Bislang flog die Swiss jeden Tag in die Metropole. Zudem verwendet die Swiss ein kleineres Flugzeug: Hongkong werde im Monat März mit einer A340 anstatt einer Boeing 777 bedient.

Die Swiss biete derzeit «nach Möglichkeit» kurzfristig umsetzbare Optionen zur Arbeitszeitreduktion für das fliegende Personal an wie beispielsweise unbezahlten Urlaub oder Teilzeitarbeit. «Weitere Massnahmen werden derzeit geprüft, sind jedoch abhängig von der weiteren Entwicklung der sehr dynamischen Situation», hiess es.

Die Besatzung habe die Möglichkeit, auf Flügen nach Hongkong und Italien Schutzmasken zu tragen. Der Crew und den Passagieren empfehle die Swiss bestimmte Hygienemassnahmen wie intensives Händewaschen.

8:50 Uhr: Wirtschaft wird ausgebremst

Nachbarstaaten von China droht wegen des Coronavirus die schlechteste wirtschaftliche Entwicklung seit Jahren. Darauf deutet zumindest eine Umfrage unter 77 Ökonomen hin, die die Nachrichtenagentur Reuters durchgeführt hat. Laut den am Mittwoch veröffentlichten Resultaten wird die Epidemie die Wirtschaft in asiatischen Ländern im ersten Quartal des Jahres spürbar bremsen oder sogar zum Schrumpfen bringen.

Die Experten sagen voraus, dass Australien, Südkorea, Taiwan, Singapur und Thailand auf die schlechteste Wirtschaftsentwicklung seit Jahren zusteuern. Demnach wird nur die indonesische Wirtschaft die Ansteckungswelle relativ unbeschadet überstehen.

8:30 Uhr: Deutsche Behörden beraten heute

Ein erster Coronavirus-Patient wird in Baden-Württemberg bestätigt, kurz darauf auch in Nordrhein-Westfalen (NRW): Auch in Deutschland gibt es zwei erste Coronavirus-Fälle. Die Behörden beraten nun über das weitere Vorgehen. Es seien heute Mittwoch Gespräche geplant.

Der Zustand des Patienten in NRW ist nach Angaben eines Behördensprechers unverändert kritisch. Er hatte sich am Montag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in Spitalpflege begeben. Bei der Ehefrau des Mannes, die ebenfalls mit Symptomen einer Viruserkrankung stationär behandelt wurde, handle es sich weiterhin um einen Verdachtsfall – ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Beim Patienten aus Baden-Württemberg handelt es sich nach Angaben des Landes-Gesundheitsministeriums um einen 25-Jährigen. Er habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt.

07:25 Uhr: Italien fürchtet Wirtschaftskrise

In Norditalien ist vor allem die Wirtschaftsregion rund um Mailand vom Coronavirus-Ausbruch betroffen. Ökonomen warnen vor Folgen für die ohnehin schon kränkelnde Wirtschaft in ganz Italien. «Uns geht es sowieso schon nicht sehr gut, und wir riskieren nun ernsthaft eine Rezession», sagte der Ökonom Andrea Giuricin von der Mailänder Bicocca-Universität.

Die Behörden kämpfen mit drastischen Massnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus. Mehrere Gemeinden in der Provinz Lodi rund 60 Kilometer von Mailand entfernt wurden isoliert.

06:50 Uhr: Die Ausgangslage am Morgen

Die Zahl der Länder, in denen das neuartige Coronavirus (Covid-19) nachgewiesen worden ist, nimmt weiter zu. Erstmals ist nun auch in Südamerika ein Verdachtsfall aufgetreten. Derweil steigt die Zahl der infizierten Personen und der Todesfälle in China weiter an.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind in der Schweiz gegenwärtig mindestens 70 Verdachtsfälle in Abklärung, schreibt der «Tages-Anzeiger» in seiner Ausgabe vom Mittwoch. Fünf oder sechs Fälle seien im Kanton Tessin registriert worden – dem Kanton, wo diese Woche der erste Schweizer Fall einer Infektion mit dem Coronavirus Covid-19 festgestellt wurde. Viele der restlichen Verdachtsfälle befänden sich in Basel und Bern, sagte der Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten im BAG, Daniel Koch, am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Die Anzahl der Verdachtsfälle im Kanton Zürich belief sich am Dienstag auf über 50 – und erhöhe sich stündlich, schreibt der «Tages-Anzeiger». Es gebe laut Zürcher Gesundheitsdirektion ausserdem Personen in Quarantäne. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes machen wir jedoch keine Angaben, wo sie sich aufhalten», zitiert die Zeitung den Mediensprecher Marcel Odermatt.

Der erste bestätigte Coronavirus-Fall in der Schweiz ist ein 70-jähriger Mann aus dem Tessin, teilte das BAG am Dienstag mit. Der Mann soll sich bei einer Veranstaltung in der Nähe von Mailand angesteckt haben. 

Basler Infektiologe fordert schnelle Tests

Nach dem ersten Coronavirus-Fall in der Schweiz braucht es hierzulande nun flächendeckende und schnelle Tests um die Verbreitung des Virus einzudämmen, fordert der Basler Infektiologe Andreas Widmer. 

Die Kantone müssten flächendeckend alle Personen mit Verdacht auf den Coronavirus testen und die Infizierten sofort separieren, sagte der stellvertretende Chefarzt und Leiter der Abteilung für Spitalhygiene am Universitätsspital Basel in einem Interview mit «20 Minuten». Gemäss den legalen Grundlagen stünden die Kantone hier in der Verantwortung. Und sie seien laut Gesetz auch dazu befugt, Massnahmen zu ergreifen, so Widmer.

Das werde einiges kosten. Die Tests, die derzeit zur Anwendung kämen, hätten nicht in der Tiefe wissenschaftlich geprüft werden können, wie dies bei anderen Viren der Fall sei. Daher könne es auch zu Fehltests kommen. «Es gibt viele Herausforderungen. Aber hier sind wir in der Schweiz sehr gut dran», sagte Widmer weiter. Zu Engpässen könne es bei den Spitälern kommen. Die Spitäler seien mit der saisonalen Grippe schon belastet. Nun kämen die Corona-Fälle noch obendrauf. Hinzu komme, dass die Symptome des neuen Virus sich nicht von einer normalen Grippe unterschieden und so eine Erkennung noch schwieriger sei.

Die Bevölkerung müsse sich bewusst sein, dass die Todesrate beim Coronavirus laut einer aktuellen Schätzung zehnmal höher sei als bei einer saisonalen Grippe. Die Schweiz müsse sich auf einschneidende Massnahmen vorbereiten, so etwa, dass Grossanlässe gemieden werden sollten. Grenzschliessungen und Kontrollen würden nichts bringen. Das Wichtigste seien die schnellen Tests. Die Kantone stünden in der Verantwortung. Und sie seien laut Gesetz auch dazu befugt, Massnahmen zu ergreifen.



Neue Tote in China – erster Fall in Südamerika

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen weitere 52 Menschen durch das Coronavirus ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2'715. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 406 auf über 78'000.

Sämtliche neuen Todesfälle und fast alle neuen Infektionen wurden aus der besonders betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. Auf den Rest des Landes entfielen nur noch fünf neue Infektionen.

Südkorea verzeichnet die meisten Virusfälle in Asien ausserhalb Chinas. Die Gesamtzahl der mit dem Virus infizierten Personen stieg auf 1'146. Die Zahl der Todesfälle nahm auf zehn zu. Von den neuen Fällen stammen 134 aus der Stadt Daegu, wo sich die Shincheonji-Kirche Jesu befindet, die mit Ausbrüchen in Verbindung gebracht wird.

In Brasilien ist am Dienstag vermutlich der erste Coronavirus-Fall registriert worden, wie das Gesundheitsministerium des Landes auf Twitter mitteilte. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln. In der offiziellen Mitteilung des Ministeriums hiess es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in Sao Paulo. Diesen Fall soll nach einem Bericht des Portals G1 das Albert-Einstein-Krankenhaus festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt haben. Er sei nun zu Hause isoliert.

El Salvador verhängt ein Einreiseverbot für Reisende aus Italien und Südkorea. Salvadorianische Staatsangehörige und Diplomaten, die aus diesen Ländern anreisen, müssen 30 Tage in Quarantäne verbringen, schreibt Präsident Nayib Bukele auf seinem Twitter-Account.

Erkrankter in Deutschland in kritischem Zustand

In zwei deutschen Bundesländern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (NRW), sind erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Der Zustand des Patienten in NRW war laut Behörden kritisch, er sollte am Dienstagabend von einem Krankenhaus in Erkelenz ins Uni-Klinikum Düsseldorf gebracht werden.

Der Patient in Baden-Württemberg, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Göppingen, war mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt. Er solle in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt werden. Nähere Informationen zu den jeweiligen Fällen wurden für Mittwoch angekündigt.

Der Erkrankte in Baden-Württemberg hat sich laut Behörden vermutlich in Mailand bei einer Italienreise angesteckt. In der Lombardei waren zuletzt zahlreiche Covid-19-Fälle bemerkt worden, Italien gilt aktuell als das Land mit den meisten nachgewiesenen Fällen in Europa.

Fluggesellschaften und Hotels reagieren

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf immer mehr Länder dehnen Fluggesellschaften und Hotelketten ihre kostenfreien Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten aus. Bei Delta Air Lines kommen Reservierungen bis zum 2. März auf Flügen nach Bologna, Mailand und Venedig in Norditalien für eine Umplanung infrage.

Air Canada hat auch Teile Italiens in ihre Liste aufgenommen. United Airlines und American Airlines Group haben ihre kostenfreien Umbuchungsmöglichkeiten noch nicht auf weitere Länder ausgedehnt, man beobachte die Entwicklungen in Italien noch.

Hyatt Hotels gibt Reisenden aus Südkorea, Japan und Italien die Möglichkeit, ihre Hotelbuchungen kostenlos zu stornieren oder zu ändern. Die Stornierungen oder Buchungsänderungen bei Hyatt gelten für Buchungen, die bis zum 31. März getätigt werden, teilt der US-Hotelbetreiber auf seinem offiziellen chinesischen Social-Media-Konto auf WeChat mit.

Notstand in San Francisco

Die US-Westküstenmetropole San Francisco hat wegen Befürchtungen einer Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Dies sei ein «proaktiver» Schritt, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. «Zwar gibt es unter den Einwohnern von San Francisco noch keine bestätigten Fälle, aber die globale Lage ändert sich rasch und wir müssen die Vorsorge verstärken», sagte Bürgermeisterin London Breed.

Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren.

Schulen in japanischer Provinz Hokkaido geschlossen

Das Schulamt in Japans nördlicher Präfektur Hokkaido wird der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge ab Donnerstag alle öffentlichen Grund- und Mittelschulen für einige Tage schliessen. In der Region sind bisher 35 mit dem Virus infizierte Personen bestätigt, darunter Schüler, Lehrer und Schulbusfahrer. Die japanische Regierung verspricht, ein Team von Spezialisten nach Hokkaido zu entsenden, um die grösste Anzahl an Erkrankungen ausserhalb Tokios einzudämmen.

Tokios Baseball-Team «Yomiuri Giants» wird zwei Vorsaisonspiele in einem leeren Stadion austragen. Der Schritt erfolgt, nachdem die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe Unternehmen aufgefordert hatte, ihren Mitarbeitern Telearbeit nahezulegen und Veranstalter aufforderte, ihre Event-Pläne zu überdenken.

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