Deutsches Schiff mit mehr als 800 Geretteten in Sizilien angelegt

SDA

7.11.2021 - 16:52

HANDOUT - Das Seenotrettungsschiffes «Sea-Eye 4» darf mit mehr als 800 geretteten Migranten in Sizilien anlegen. Foto: Hugo Le Beller/Sea Eye Org./dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
Keystone

Nach mehreren Tagen und Nächten im Mittelmeer haben die deutschen Hilfsorganisationen Sea-Eye und Mission Lifeline mehr als 800 gerettete Migranten in einen Hafen von Sizilien gebracht.

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7.11.2021 - 16:52

Das Schiff «Sea-Eye 4» legte am Sonntag in Trapani an, wo am Nachmittag die ersten Migranten an Land gingen. Einen Tag zuvor hatten die italienischen Behörden den Rettern nach etlichen Stunden Wartezeit die Stadt im Westen der Insel als sicheren Hafen zugewiesen.

«Wir sind erleichtert und überglücklich, dass die Menschen dann endlich in Italien in Sicherheit sind», sagte Gorden Isler, der Vorsitzende der Rettungsorganisation Sea-Eye. Der Regensburger Verein hatte nach eigenen Angaben bei sieben Einsätzen in den vergangenen Tagen mehr als 800 Menschen an Bord geholt – darunter mehr als 200 Minderjährige sowie fünf schwangere Frauen. Mehr als 400 Menschen wurden von einem Holzkahn gerettet, in den schon Wasser eindrang.

Bei den Helfern herrscht neben Erleichterung auch Ärger darüber, dass sie mehrere Tage auf See ausharren mussten, ehe sie einen sicheren Hafen bekamen. Isler warf dem Inselstaat Malta «unterlassene Hilfeleistung» vor. Dort habe man auf Notrufe unter der Woche einfach nicht geantwortet. Die EU müsse das Mitgliedsland drängen, auf Hilferufe wieder zu reagieren – «unabhängig von der Hautfarbe oder der Herkunft der Personen, die sich in Seenot befinden».

Neben der «Sea-Eye 4» war auch die «Ocean Viking» der europäischen Hilfsorganisation SOS Mediterranee im zentralen Mittelmeer zwischen Süditalien, Malta und Nordafrika im Einsatz. Das Schiff hat mehr als 300 gerettete Menschen an Bord und wartet ebenfalls auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Vor allem aus Afrika wagen viele Menschen die gefährliche Überfahrt von Libyen oder Tunesien Richtung Malta und Italien, weil sie in der EU auf ein besseres Leben hoffen.

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