Der Amazonas steht in Flammen

SDA/gbi

21.8.2019 - 14:08

Rauchschwaden verraten die Waldbrände im Amazonasgebiet auf dieser Satellitenaufnahme der Nasa.
Source: EPA NASA EARTH OBSERVATORY

In Brasilien gibt es deutlich mehr Waldbrände: Das staatliche Weltraum-Institut zählte heuer schon 72'843 Waldbrände. Das sind bereits deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr. 

Die Kritik an Brasiliens ultrarechtem Staatschef Jair Bolsonaro wegen dessen harter Linie bei der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes wird gerade lauter. Die Zahl der in diesem Jahr gezählten Waldbrände in Brasilien ist die höchste seit 2013.

Das nationale Weltraum-Forschungsinstitut INPE zählte 72'843 Waldbrände. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 waren es 39'759 Brände und damit deutlich weniger. Das INPE stützt sich bei diesen Zahlen auf Satellitenbilder.

Die Zunahme der Waldbrände sei eine Folge des «Anstiegs bei der Abholzung, die wir in jüngsten Statistiken sehen konnten», erklärte der WWF-Experte für das Amazonas-Gebiet, Ricardo Mello.

Abholzung nimmt deutlich zu

Aus dem INPE-Bericht geht hervor, dass sich die Waldbrände in den Bundesstaaten am Amazonas konzentrieren. Erst vor wenigen Wochen hatte das INPE Zahlen vorgelegt, wonach sich die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien zuletzt rasant beschleunigt hat.

Allein im Juli wurde in Brasilien demnach vier Mal so viel Wald abgeholzt wie im gleichen Monat des Vorjahres. Als Reaktion legten Deutschland und Norwegen die millionenschwere Förderung für Waldschutz- und Biodiversitätsprojekte in dem südamerikanischen Land auf Eis.

Bolsonaro hatte die Zahlen zur Abholzung als Lügen bezeichnet und den INPE-Direktor gefeuert. Der brasilianische Präsident zweifelt den menschengemachten Klimawandel an und ist ein Freund der Agrarindustrie. Umweltschützer werfen ihm vor, mit seinen Aussagen gegen den Umweltschutz Holzfäller, Bergleute und Bauern zum Raubbau am Amazonaswald zu ermutigen.

Bundesstaaten wehren sich

In einer gemeinsamen Mitteilung in der Nacht zu Montag (Ortstzeit) kritisierten die Regionalregierungen von neun Bundesstaaten die «illegale wirtschaftliche Betätigung» in der Amazonasregion und kündigten an, künftig direkt mit den Geberländern des Amazonas-Fonds verhandeln zu wollen.

So viele Waldbrände wie in Brasilien gab es in diesem Jahr nirgendwo sonst in der Region. Mehr als 26'000 Brände wüteten in Venezuela, rund 16'000 waren es in Bolivien.

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