Greta Thunberg zur «Person des Jahres» gewählt

11.12.2019 - 14:30, SDA/gbi

Für das «Time»-Magazin ist Greta Thunberg die «Person des Jahres».  Die Klimaaktivistin sorgt gerade am Weltklimagipfel in Madrid für Aufsehen, wo sie den Regierungen wohlhabender Staaten ins Gewissen redet.

Das britische «Time»-Magazin gab seine Wahl am Mittwochnachmittag bekannt: Greta Thunberg ist für die Redaktion die «Person des Jahres», wie auf Twitter mitgeteilt wurde. Das Titelbild der neuen Ausgabe zeigt die 16-jährige Schwedin an der Küste in Lissabon und ist kommentiert mit: «Die Kraft der Jugend.»

Das Mädchen, das mit seinem einsamen Schulstreik eine weltweite Protestbewegung losgetreten hat, spricht im Magazin auch für ihre Generation: «Wir können nicht so weitermachen, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es gibt ein Morgen», sagt sie. «Das ist alles, was wir sagen.»

Das «Time»-Magazin kürt jedes Jahr eine Persönlichkeit des Jahres. Im vergangenen Jahr wurde so der ermordete saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi posthum geehrt.

Derzeit hält sich Thunberg in Madrid auf, wo sie eine Rede am UNO-Klimagipfel hielt. Diese basierte auf wissenschaftlichen Daten zu CO2-Emissionen und der Erderwärmung – also eher trockene Materie. Doch Greta Thunberg warnte eindringlich vor den Folgen, sollten die Ziele des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad verfehlt werden. «Jeder Bruchteil eines Grades zählt», sagte Thunberg.

«Bis zum Jahr 2050 Treibhausgas-Neutralität zu erreichen, bedeutet gar nichts, wenn die Emissionen inzwischen noch für ein paar Jahre weitergehen wie bisher. Denn unser verbleibendes Budget wird dann aufgebraucht sein», erklärte die 16-jährige Schwedin unter dem Applaus der Anwesenden.

Thunberg fordert Massnahmen

Thunberg kritisierte scharf, dass die Verhandlungen in Madrid so schleppend vorankämen. «Es gibt überhaupt kein Gefühl der Dringlichkeit», warf sie den Politikern vor.



Die eigentliche Gefahr, so betonte Thunberg, sei nicht die Untätigkeit der für die Krise verantwortlichen Regierungen und Unternehmen, «sondern die Tatsache, dass Politiker und Konzernchefs es so aussehen lassen, als würden sie etwas tun».

Das Jahrzehnt, das in nur drei Wochen beginne, «wird unsere Zukunft definieren», warnte sie. Die Menschen bräuchten jetzt unbedingt ein Zeichen der Hoffnung. «Aber es gibt Hoffnung, ich habe es gesehen – aber sie kommt nicht von Regierungen und Konzernen, sondern vom Volk.»

Thunberg hatte bereits angekündigt, im Gegensatz zu ihrer aufsehenerregenden Rede bei den Vereinten Nationen im September in New York diesmal auf grosse Emotionen verzichten zu wollen. Vor dem im Kampf gegen die Erderwärmung wichtigen Jahr 2020 wolle sie die Emotionalität aus der Klimadebatte nehmen, «weil die Leute sich sonst nur daran und nicht an die Fakten erinnern».

Wie Greta Thunberg gehasst wird

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