Heftige Kritik am Präsidenten: Proben die Trump-Frauen den Aufstand?

dpa/sda/tsch

6.8.2018

Ivanka (links) und Melania Trump beziehen neuerdings überraschend deutlich Stellung gegen die Hau-drauf-Politik von US-Präsident Donald Trump. 
Keystone

In den letzten Tagen wurde US-Präsident Donald Trump sowohl von First Lady Melania als auch von seiner Tochter Ivanaka überraschend offen kritisiert. Was steckt dahinter?

Seine abfälligen Bemerkungen gegenüber LeBron James kamen zu Hause gar nicht gut an. Nur wenige Stunden, nachdem Donald Trump den afro-amerikansichen Basketballstar LeBron James in einem Tweet schwer beleidigt hatte, stellte sich First Lady Melania deutlich gegen ihren Mann. «Es sieht so aus, als ob der Sportler sich für die nächste Generation einsetze», und so wie bereits zuvor ermuntere Melania Trump alle dazu, einen offenen Dialog über die heutigen Herausforderungen für Kinder einzugehen, sagte ihre Sprecherin am Samstag.

Donald Trump hatte am Freitag getwittert, der CNN-Moderator Don Lemon habe den Sportler gerade in einem Interview «klug aussehen lassen, was nicht leicht ist». Den Moderator selbst bezeichnete Trump als dümmsten Mann im Fernsehen. Dem Angriff waren Aussagen des Basketballers vorausgegangen, in dem er unter anderem sagte, er würde niemals mit Trump zusammensitzen wollen. Der Superstar hat in seiner Heimatstadt Akron im US-Staat Ohio eine Schule eröffnet, in der benachteiligte Kinder kostenlos Unterricht, Essen, Uniform und sogar ein Fahrrad erhalten.

James hat Trump bereits in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Solange der Basketballer bei den Cleveland Cavaliers, einem NBA-Team aus dem für die Republikaner wichtigen Bundesstaat Ohio, spielte, hatte Trump die Kritik auffällig gleichgültig zur Kenntnis genommen. Nach James' Wechsel zu den L.A. Lakers nach Kalifornien hat sich die Rhetorik nun aber verschärft. Mit dem Westküsten-Staat steht Trump ohnehin auf Kriegsfuss.

Die Deutlichkeit, mit der sich Melania Trump offen gegen die verbalen Ausfälle ihres Mannes stellte, überraschte viele Amerikaner. Wenige Tage zuvor hatte auch Ivanka Trump ihrem Vater deutlich widersprochen. Auf einer Veranstaltung des Nachrichtenportals Axios sagte sie, dass sie die Ansicht ihres Vaters nicht teile, dass Nachrichtenmedien «der Feind des Volkes» seien. Sie sei selbst schon Subjekt von Berichten gewesen, von denen sie wisse, dass sie «nicht völlig akkurat» gewesen seien.

Sie könne daher die Verärgerung von Betroffenen verstehen. Sie sagte aber auch: «Nein, ich denke nicht, dass die Medien der Feind des Volkes sind.» Auch in einem weiteren Punkt distanzierte sich Ivanka Trump von der Politik ihres Vaters: Die Trennung von Migrantenkindern von ihren Eltern an der US-Grenze sei für sie ein «Tiefpunkt» der Regierung gewesen.

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