Johnson erwägt Verschärfung der Corona-Massnahmen in England

SDA

31.10.2020 - 10:12

ARCHIV – Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, geht von der Downing Street 10 zu einem Treffen mit seinen Ministern im Auswärtigen Amt. Johnson erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen strengen Teil-Lockdown in England. Foto: Matt Dunham/AP/dpa
Source: Keystone/AP/Matt Dunham

Der britische Premierminister Boris Johnson erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen strengen Teil-Lockdown in England. Die «Times» meldete, dass Johnson die neuen Corona-Massnahmen am Montag in einer Pressekonferenz ankündigen werde.

Demnach solle alles geschlossen werden – abgesehen von lebenswichtigen Geschäften und Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Universitäten. Die neuen Beschränkungen könnten ab Mittwoch bis 1. Dezember gelten. Die «Times» zitierte eine hochrangige Regierungsquelle, nach der die Massnahmen diskutiert, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei. Eine Regierungssprecherin wollte die Verschärfung am Samstag auf Nachfrage nicht kommentieren.

Jeder Landesteil in Grossbritannien mit seinen insgesamt fast 67 Millionen Einwohnern entscheidet über seine eigenen Massnahmen in der Corona-Krise. Bislang hatte Johnson sich Forderungen nach Wiedereinführung landesweit geltender Corona-Massnahmen widersetzt. Nun allerdings wachsen angesichts sprunghaft steigender Fallzahlen die Sorgen, dass die Krankenhäuser überlastet sein könnten.

Den aktuellen Daten zufolge infizierten sich bis Ende vergangener Woche rund 570 000 Menschen in England mit dem Coronavirus, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. In der letzten Woche habe die Zahl der Todesfälle bei durchschnittlich 230 pro Tag gelegen. Wissenschaftler zeigten sich überzeugt, dass nun täglich mehr als 50 000 Neu-Infektionen pro Tag in England registriert würden, in den kommenden Wochen müsse täglich mit bis zu 500 mit dem Coronavirus infizierten Toten gerechnet werden.

Johnson hatte Mitte Oktober für England ein dreistufiges System eingeführt, in dem je nach Stufe unterschiedlich scharfe Massnahmen gelten. In mehreren Regionen im Norden mussten Pubs und Bars teilweise schliessen, ausserdem sind Treffen zwischen verschiedenen Haushalten untersagt. Kritiker bezeichneten sein Vorgehen als unzureichend. Das wissenschaftliche Beratergremium Sage hatte der Regierung schon vor Wochen einen landesweiten Lockdown empfohlen.

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