Maduro lässt Grenzbrücke nach Kolumbien blockieren

AP/uri

7.2.2019

Im Machtkampf in Venezuela hat sich der Streit um humanitäre Hilfe zum Nebenschauplatz entwickelt. Das Militär blockiert einen Grenzübergang, über den Lieferungen kommen sollen.

Im Machtkampf in Venezuela droht der Streit um humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu eskalieren: Das venezolanische Militär blockierte eine Grenzbrücke zu Kolumbien, um Lieferungen zu unterbinden. Die Autobrücke Tienditas in der Nähe der Grenzstadt Cúcuta sei mit einem Tankwagen, zwei blauen Grosscontainern und behelfsmässigem Zäunen gesperrt worden, teilten kolumbianische Behördenvertreter am Mittwoch mit. US-Aussenminister Mike Pompeo rief die Regierung von Präsident Nicolás Maduro zur Aufhebung der Blockade auf.

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hat sich Ende Januar zum Interimsstaatschef erklärt. Den Machtanspruch begründete er mit dem Argument, dass Maduros Wiederwahl im vergangenen Jahr eine Farce und das höchste Staatsamt daher vakant sei. Fast 40 Staaten unterstützen Guaidó. Maduro lehnt einen Abgang vehement ab und betrachtet seinen Widersacher als Marionette der USA, die Venezuela unterwerfen und dessen Ölreichtum abgreifen wolle.

Nebenschauplatz im Machtkampf

Der Streit um die von Guaidó angeforderte humanitäre Hilfe für das Land ist zu einem Nebenschauplatz im Machtkampf geworden. Maduro stellt Unterstützung mit einer ausländischen Intervention gleich und beharrt darauf, dass Venezuela kein Land der «Bettler» sei.

Guaidó warf der Führung am Mittwoch hingegen vor, die Hilfe nur abzulehnen, weil importierte Lebensmittel und Medikamente von Beamten im Gegenzug für Bestechungsgelder verteilt würden. Die Blockade an der Grenzbrücke bezeichnete er in einer Rede vor Farmern als eine «absurde Reaktion einer Regierung, die nicht die Interessen und das Wohlergehen der Venezolaner» im Sinn habe.

Die US-Regierung hat 20 Millionen Dollar für Venezuela zugesagt, Kanada weitere 53 Millionen Dollar. An der blockierten Autobrücke Tienditas sollen Lieferungen gelagert werden.

«Test» für Streitkräfte

Der 22-jährige José Mendoza versuchte sich an der Brücke gegen das Militär aufzubäumen. Mit einem Schild mit der Aufschrift «Humanitäre Hilfe jetzt» in der Hand stellte er sich an den Eingang der kolumbianischen Seite. Er wolle die Venezolaner nicht länger an Nahrungs- und Medikamentenknappheit leiden sehen. Militärangehörige sollten an ihre eigenen Familien denken, wenn sie Hilfe aus den USA abwägen würden. Maduro hält sich vor allem mithilfe der mächtigen Generäle an der Macht.

Guaidó hat den Streit um Hilfslieferungen als einen «Test» für die Streitkräfte bezeichnet. Diese werden entscheiden müssen, ob sie die dringend benötigte Unterstützung ins Land liessen oder Befehle befolgen wollten.

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