WHO fürchtet zwei Millionen Corona-Tote – Weltweit Klima-Demos trotz Pandemie

Agenturen/red

25.9.2020 - 22:00

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag Grossbritannien, Portugal, Belgien und Teile von Italien neu auf die Risikoliste gesetzt.
  • Das BAG meldet 372 Coronavirus-Ansteckungen bei einer Positivitätsrate von 3 Prozent. 
  • Tausende Menschen sind dem ersten weltweiten Aufruf der Klimaschutzbewegung Fridays for Future zu «realen» Protestaktionen seit dem Beginn der Corona-Pandemie gefolgt.
  • Der Gouverneur von New York misstraut US-Präsident Donald Trump und will den versprochenen Impfstoff selbst testen lassen.
  • Der weltberühmte Karneval von Rio de Janeiro fällt im Februar aus. Das Spektakel wird für unbestimmte Zeit verschoben.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 51’864; davon gelten 42’600 als genesen. 2’064 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 32’365’450, die Zahl der Toten auf 984’906.

Die USA kriegen die Pandemie nicht unter Kontrolle. Pro Tag werden seit Wochen um die 40'000 Infektionen nachgewiesen. Mit mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Fällen, gefolgt von Indien mit mehr als 5,8 Millionen Fällen und Brasilien, wo mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen registriert wurden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ohne gemeinschaftliches internationales Handeln weiter dramatisch steigen könnte.

Um eine gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen in allen Ländern zu gewährleisten, haben sich Staaten im Juni 2020 weltweit zur Covax-Initiative (Covid-19 Vaccine Global Access Facility) zusammengeschlossen. Die Schweiz hat ihre Teilnahme an der globalen Covax-Initiative bestätigt – so will sich Bern dereinst einen Covid-19-Impfstoffe für 20 Prozent der Bevölkerung beschaffen können.

Ende August hatte der Bundesrat das Budget 2021 vorgelegt, das von einem Defizit von 1,1 Milliarden Franken ausging. Inzwischen ist klar, dass die Ausgaben höher ausfallen werden. Am Freitag verabschiedete der Bundesrat Nachmeldungen in Höhe von 1,4 Milliarden Franken, womit sich das Defizit mehr als verdoppelt.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.21 Uhr: USA – über sieben Millionen Corona-Infektionen 

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als sieben Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit mehr als 5,8 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen registriert wurden.

Die USA kriegen die Pandemie nicht unter Kontrolle. Pro Tag werden seit Wochen um die 40'000 Infektionen nachgewiesen. Vor allem in einigen Staaten des Mittleren Westens wie Wisconsin, Iowa, North und South Dakota steigen die Infektionszahlen rasch an. Dagegen hat sich die Lage an früheren Hotspots wie New York deutlich entspannt. Auch in Florida blieb die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Diese Woche hatte die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in den USA die Marke von 200'000 überschritten – in keinem anderen Land sind so viele Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Allerdings sind die USA ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern: Auf 100'000 Einwohner kommen rund 62 Tote, während es in Peru mehr als 99 und in Brasilien und Spanien mehr als 66 sind. In Deutschland wurden elf Tote pro 100'000 Einwohnern verzeichnet. Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 983'000 Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

20.29 Uhr: Rekordwert bei slowakischen Corona-Infektionen

Die Corona-Infektionszahlen der Slowakei haben drei Tage hintereinander jeweils Rekordwerte erreicht. Am Freitag gab das Gesundheitsministerium als neuen Höchstwert 419 Neuinfektionen (für Donnerstag) bekannt. Auch seien zwei Todesfälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Bratislava mit. Die nationale Pandemiekommission empfahl deshalb eine Verschärfung der bestehenden Schutzmassnahmen. Die neuen Regeln sollen am Montag vorgestellt werden. Es werde vor allem eine strengere Maskenpflicht und striktere Regeln bei Veranstaltungen und Feiern geben, erklärte der oberste Hygienebeauftragte Jan Mikas.

Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic warf seinen Mitbürgern Disziplinlosigkeit vor. Schon am Vormittag schrieb er in einer emotionalen Botschaft auf Facebook: «Leichtsinnigkeit und Egoismus haben gesiegt». Er selbst habe dafür gekämpft, den Menschen mehr Freiheiten zu lassen, anstatt nur rigorose Einschränkungen zu verfügen. Nun aber sei er enttäuscht über die Verantwortungslosigkeit eines Teils der Bürger. Er werde nicht dulden, dass «verantwortungslose Ignoranten weiterhin Unschuldige gefährden». Am Abend drohte er mehr Strenge an.

Medien kritisieren Matovic und seine Regierung seit Wochen wegen widersprüchlicher Botschaften und leichtfertigen Umgangs mit den selbst verkündeten Regeln. So musste der Ministerpräsident eingestehen, dass er im Sommer selbst ohne Mund-Nasen-Schutz an der Hochzeit eines Parteifreundes teilgenommen habe. Dabei erklärten seine Experten Hochzeiten und andere Familienfeiern zu einer der häufigsten Ansteckungssituationen.

20.05 Uhr: Niederlande weiten Corona-Massnahmen aus

Angesichts der stark zunehmenden Zahl von Corona-Infektionen sind die Schutzmassnahmen in den Niederlanden ausgeweitet worden. Sie gelten nun in 14 von insgesamt 25 sogenannten Sicherheitsregionen – acht mehr als bisher, wie die Regierung am Freitag bekanntgab.

Dazu gehörten bereits grosse Städte wie Amsterdam und Rotterdam. Nun gelten die Vorschriften unter anderem auch in den Regionen Groningen sowie in Gelderland-Zuid und Brabant-Noord. In allen betroffenen Regionen müssen Gaststätten spätestens um 01.00 Uhr schliessen, Zusammenkünfte von mehr als 50 Menschen sind verboten.

20.01 Uhr: Belgische Corona-Experten im Schweigestreik

Aus Protest gegen das Handeln der Politik in der Corona-Krise gehen in Belgien mehrere Wissenschaftler in einen «Schweigestreik». Der prominente Virologe Marc van Ranst und einige Kollegen wollten dieses Wochenende keine Interviews geben, berichtete der belgische Sender VRT am Freitag. Die Wissenschaftler beklagen demnach, dass die Politiker sich zu oft hinter ihnen versteckten und sich weigerten, Interviews zur Corona-Politik zu geben.

Van Ranst betonte laut VRT ausdrücklich, dass der Protest sich nicht gegen die Medien richte. Vielmehr sei es ein Signal an die Politik. Am Montag soll das Schweigen vorbei sein. Belgien ist verhältnismässig stark vom Coronavirus getroffen. In den vergangenen zwei Wochen wurden den Behörden zufolge rund 150 Infizierte pro 100'000 Einwohner gezählt. 

19.47 Uhr: WHO fürchtet zwei Millionen Corona-Tote

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ohne gemeinschaftliches internationales Handeln weiter dramatisch steigen könnte. Eine Ziffer von zwei Millionen Corona-Toten oder gar mehr sei «sehr wahrscheinlich», wenn die Weltgemeinschaft einer Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 nicht entschlossen entgegentrete, sagte der WHO-Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan, am Freitag bei einer virtuellen Pressekonferenz.

Derzeit nähert sich die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Todesfälle der Eine-Millionen-Marke. Um eine zweite Million Corona-Tote zu verhindern, müsse die Welt im Kampf gegen das Virus  zusammenstehen, betonte Ryan. Geschähe dies nicht, «werden wir diese Todesfallzahl oder leider eine noch viel höhere sehen».

Rund um den Globus sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage von Behördenangaben bereits 984'068 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Insgesamt haben sich fast 32,3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

Vergleichsweise glimpflich ist die Pandemie bisher in Afrika verlaufen. Dass der Kontinent einem exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen entgangen sei, sei vermutlich auf die klimatischen Bedingungen und die vielerorts niedrige Bevölkerungsdichte zurückzuführen, erklärte das WHO-Büro in Brazzaville in der Hauptstadt der Republik Kongo am Freitag. Auch das niedrige Durchschnittsalter der afrikanischen Bevölkerung spiele vermutlich eine Rolle, hiess es weiter.

Im subsaharischen Afrika seien 91 Prozent aller Corona-Fälle bei Menschen unter 60 Jahren aufgetreten, erklärte das WHO-Büro. Mehr als 80 Prozent dieser Fälle seien asymptomatisch verlaufen.

19.29 Uhr: Wales verhängt Ausgangssperren

Erstmals seit dem landesweiten Lockdown in Grossbritannien im Frühjahr sind in Wales am Freitag für mehrere Städte Ausgangssperren angeordnet worden. Der walisische Gesundheitsminister Vaughan Getting teilte mit, die Städte Cardiff und Swansea dürften nur für die Arbeit, den Schulbesuch und aus anderen triftigen Gründen betreten oder verlassen werden. Die Massnahme trete am Sonntagabend in Kraft. Für die Stadt Llanelli gelte sie bereits ab Samstag.

Untersagt ist demnach auch der Aufenthalt nicht zum Haushalt gehörender Besucher in Innenräumen. «Diese Massnahmen spiegeln den Ernst der Lage wider», sagte Getting. Von den Massnahmen sind damit insgesamt 1,5 Millionen Waliser betroffen – knapp die Hälfte der Bevölkerung in der britischen Provinz.

Die britische Hauptstadt London wurde am Freitag von der Regierung auf die Liste der unter strenger Beobachtung stehenden Gebiete gesetzt. Bürgermeister Sadiq Khan warnte, die Stadt stehe an einem «sehr beunruhigenden Kipppunkt». Der Mangel an Testkapazitäten sei «völlig inakzeptabel», kritisierte er.

19.24 Uhr: Irland – Appell Grenzen nicht zu überqueren

Die Chefs der Gesundheitsbehörden von Irland und der britischen Provinz Nordirland appellierten an die Menschen, Grenzüberquerungen möglichst zu vermeiden. Der Nordire Michael McBride und sein irischer Kollege Ronan Glynn forderten zudem die Arbeitgeber auf beiden Seiten der Grenze auf, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Für die Menschen in den Grenzgebieten seien dies «keine willkommenen Neuigkeiten, aber wir müssen eine weitere Ausbreitung dieses Virus verhindern und wir können das nur tun, indem wir zusammen arbeiten, um uns gegenseitig zu schützen».

Irland verzeichnete in den vergangenen Wochen einen gleichmässigen Anstieg der Corona-Neuinfektionen mit 324 neuen Fällen am Donnerstag. Nordirland registrierte hingegen eine der steilsten Kurven bei den Neuinfektionen in Grossbritannien.

19.13 Uhr: Weltweit Klima-Demos trotz Corona-Pandemie

Tausende Menschen auf der ganzen Welt sind am Freitag dem ersten weltweiten Aufruf der Klimaschutzbewegung Fridays for Future zu «realen» Protestaktionen seit dem Beginn der Corona-Pandemie gefolgt. Von Island bis Australien waren mehr als 3'000 Veranstaltungen und Demonstrationen geplant. «Wir müssen die Klimakrise wie eine Krise behandeln, so einfach ist das», sagte die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die die Proteste 2018 angestossen hatte, bei einer Aktion in Stockholm.

Thunberg demonstrierte zusammen mit einem Dutzend Mitstreitern vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. In Schweden waren rund 250 Veranstaltungen geplant, die jedoch wegen der Corona-Auflagen auf je 50 Teilnehmer begrenzt waren.

In Deutschland kamen tausende Demonstranten zu Kundgebungen in zahlreichen Städten. In Berlin versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 10'000 Menschen, die Veranstalter sprachen von mehr als 20'000. In Köln waren es laut Fridays for Future ebenfalls 10'000. Auch in Stuttgart hätten sich 9'000 Menschen versammelt. Die Organisatoren sprachen teilweise von deutlich mehr Teilnehmern als die Polizei.

In Wien kamen nach Angaben der Veranstalter trotz schlechten Wetters rund 6'000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 2'500. 

Fridays for Future hatte sich wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten überwiegend auf virtuelle Proteste beschränkt, um von Politik und Wirtschaft deutlich ehrgeizigere Massnahmen zum Klimaschutz einzufordern.

18.42 Uhr: Corona-Massnahmen in Marseille verteidigt

Angesichts der Proteste gegen die Schliessung von Restaurants und Bars in der Region von Marseille hat der französische Gesundheitsminister Olivier Véran den Kurs der Regierung verteidigt. Die neuen coronabedingten Massnahmen seien nötig, «auch wenn sie unpopulär sind», erklärte Véran am Freitag via Twitter anlässlich seines Besuches in der Hafenmetropole am Mittelmeer. «Leben hängen davon ab», warnte er.

Vor einem Gerichtsgebäude in den Innenstadt protestierten laut Medien mehrere Hundert Menschen gegen die Schliessung von Bars und Restaurants. Véran hatte Mitte der Woche angekündigt, dass für Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe die «maximale Alarmstufe» ausgerufen wurde. Das hat besondere Beschränkungen zur Folge.

Es bedeutet, dass neben Bars und Restaurants auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen schliessen müssen, sofern sie kein «strenges Gesundheitsprotokoll» haben. Theater und Kinos sind davon nicht betroffen. Die Schliessung der Lokale soll nach früheren Angaben zunächst auf 15 Tage befristet werden.

17.50 Uhr: Dänemark verlängert Corona-Beschränkungen

Dänemark hat einen neuen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erreicht und weitet seine gegen die Virusausbreitung ergriffenen Beschränkungen aus. Die landesweit ergriffenen Massnahmen werden nun um zwei Wochen bis zum 18. Oktober verlängert, wie der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Freitag in Kopenhagen bekanntgab.

Ab Samstagmittag werde das Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern auch für private Veranstaltungen gelten, die zum Beispiel in einem Restaurant stattfinden, kündigte Heunicke an. Das dürfte unter anderem Hochzeiten und Konfirmationen betreffen, sofern sie nicht in Privathaushalten abgehalten werden. Feste würden beschränkt, damit der Rest der Gesellschaft so weit wie möglich offen bleiben könne, sagte Heunicke.

17.20 Uhr: Britische Royals müssen sparen

Dem Haushalt von Königin Elizabeth II. und ihrer Familie könnten wegen der Coronavirus-Pandemie laut ihrem Finanzverwalter bis zu 41 Millionen Franken abhanden kommen. Die fehlenden Einnahmen durch Besucher der königlichen Gebäude würden wahrscheinlich zu einem Ausbleiben von Einkünften in Höhe von 15 Millionen Pfund (etwa 17,6 Millionen Franken) über drei Jahre führen, teilte der Aufseher der Privatschatulle mit.

Wegen der Pandemie werde das Renovierungsprogramm für den Buckingham-Palast wahrscheinlich mit 23,5 Millionen Franken weniger auskommen müssen. Bei dem Renovierungsprogramm sollten eine veraltete Heizung, Rohrleitungen und Stromleitungen im Londoner Anwesen der Queen ersetzt werden. Von offizieller Seite hiess es, die alternde Infrastruktur müsse ausgetauscht werden, sonst gebe es die Gefahr eines katastrophalen Ausfalls.

Britain's Prince Charles, looks at a Gloucestershire Old Spot pig with her piglets during a visit to Cotswold Farm Park in Guiting Power near Cheltenham, England, Wednesday, July 1, 2020. The visit to Cotswold Farm Park highlights the important work that these farm parks do in preserving British native breeds, encouraging visitors to return to them when they re-open and go back regularly throughout the year to watch the animals change and grow. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth, pool)
Die Pandemie trifft auch das britische Königshaus: Prince Charles besucht im Juli 2020 einen Bauernhof in Guiting Power nahe Cheltenham.
Bild: Keystone

Stevens sagte, der königliche Haushalt werde keine weiteren Staatsgelder anfordern. Man werde «versuchen, die Auswirkungen durch unsere eigenen Bemühungen» zu bewältigen. Laut Buchhaltung zahlten britische Steuerzahler in dem Jahr bis Ende März 81,5 Millionen Franken für die britische Monarchie. Das war ein Anstieg um 2,8 Millionen Franken im Vergleich zum vorherigen Finanzjahr.

Der Buckingham-Palast hat den Lohn von Mitarbeitern eingefroren. Zudem werden fürs Erste keine neuen Mitarbeiter eingestellt.

16.50 Uhr: Luzerner Fasnacht findet teilweise statt

Der Monstercorso, der traditionelle Nachtumzug zum Abschluss der Luzerner Fasnacht am Güdisdienstag, soll im kommenden Jahr trotz Corona stattfinden. Das haben die Organisatoren entschieden, allerdings steht die Bewilligung der Stadt Luzern noch aus. Auch die Fritschi-Tagwache ist geplant.

Fasnacht Luzern
Der grosse Abschluss soll bleiben: Die Organisatoren wollen den Monstercorso an der Luzerner Fasnacht trotz Corona durchführen. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Man ziehe für den Umzug vom 16. Februar 2021 zwei Varianten in Betracht, teilte die Guuggenmusik-Vertretung «die Vereinigte» am Donnerstagabend mit. Neben der normalen Umzugsroute, die in den vergangenen Jahren jeweils bis zu mehreren zehntausend Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in die Stadt lockte, sei auch eine verkürzte Route denkbar. Diese würde von der Töpferstrasse bis zur Spreuerbrücke führen. Angedacht ist eine TV-Übertragung vom Falkenplatz. Verhandlungen seien im Gange.

Die Fasnacht 2021 soll wie gehabt am Schmutzigen Donnerstag mit der Fritschi-Tagwache beginnen. Falls es die epidemiologische Lage zulasse, werde der Fritschi-Vater und der Bruder Fritschi mit Gefolge die närrische Zeit eröffnen, allerdings ohne Empfang auf dem Kapellplatz mit «Fötzeliräge und Orangengewitter», teilte die Zunft zu Safran mit. Auch auf die Abschiedsparade am Güdis-Dienstag auf der Reuss werde verzichtet.

Wegen des Coronavirus bereits abgesagt worden sind die beiden grossen Umzüge vom Schmutzigen Donnerstag und vom Güdismontag in der Stadt Luzern. Das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) hatte sich aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen für diesen Schritt entschieden. Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) hatte angekündigt, für eine allfällige Tagwache müsste ein Schutzkonzept vorgelegt werden.

16.10 Uhr: Corona-Protest in Argentinien

15.38 Uhr: BAG passt Empfehlungen für Kinder an

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht davon aus, dass Kinder sich zwar ebenfalls mit dem Coronavirus anstecken können, aber weniger häufig Symptome haben und das Virus seltener übertragen.

Gemäss den am Freitag veröffentlichten neuen Empfehlungen müssen Kinder mit Krankheitssymptomen zuhause bleiben, wenn sie zuvor zu einer Person mit Covid-19-Symptomen engen Kontakt hatten. Wird diese Kontaktperson positiv getestet, soll auch das Kind getestet werden; die Eltern sollen sich beim Kinderarzt melden.

Ist der Test der Kontaktperson negativ, muss das Kind ebenfalls daheim bleiben solange es Symptome hat. Erst 24 Stunden nach dem Abklingen des Fiebers oder wenn ein starker Husten besser geworden ist, darf es wieder in die Schule gehen.

Mit leichten Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Halsweh und/oder leichtem Husten dürfen Kinder weiterhin in die Schule oder in die Tagesstätte gehen. Voraussetzung ist, dass ihr Allgemeinzustand gut ist und sie keinen engen Kontakt zu einer Person mit Covid-19-Symptomen gehabt haben.

Bei Fieber und/oder starkem Husten muss das Kind hingegen daheim bleiben, auch wenn es keinen engen Kontakt mit einer Person mit Corona-Symptomen gehabt hat.



15.23 Uhr: Schweiz nimmt an Impfstoff-Verteilprogramm teil

Die Schweiz hat ihre Teilnahme an der globalen Covax-Initiative bestätigt – so will sich Bern dereinst einen Covid-19-Impfstoffe für 20 Prozent der Bevölkerung beschaffen können. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mit.

Um eine gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen in allen Ländern zu gewährleisten, haben sich Staaten im Juni 2020 weltweit zur Covax-Initiative (Covid-19 Vaccine Global Access Facility) zusammengeschlossen.

Ziel ist es, von verschiedenen Herstellern bis Ende 2021 rund zwei Milliarden Impfstoff-Dosen zu beschaffen. Im Moment sind neun Impfstoffkandidaten Teil der Initiative unter Führung der Impfstoffallianz Gavi, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi) und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Weitere neun Kandidaten werden gemäss Mitteilung geprüft.

Zum ersten Mal soll so ein globales Einkaufsprogramm für Covid-19-Impfstoffe entstehen, an dem alle Länder teilnehmen können.

Insgesamt hat der Bundesrat 300 Millionen Franken für die Beschaffung eines Impfstoffes gesprochen. Er evaluiert derzeit verschiedene Kandidaten. Einen ersten Schritt hat er mit einem Vertrag mit dem US-Biotech-Unternehmen Moderna gemacht, mit dem er sich den Bezug von 4,5 Millionen Impfdosen gesichert hat. Die Beteiligung an der Covax-Initiative ergänze diese Bemühungen, heisst es in der Mitteilung.

Die Verteilung eines allfälligen Coronavirus-Impfstoffs will rechtzeitig geregelt sein.
Symbolbild Keystone

15.01 Uhr: Solothurn verlängert Auflagen im Nachtleben 

Der Kanton Solothurn verlängert die Auflagen für Bars und Clubs im Kampf gegen das Coronavirus bis Ende Jahr. Bis dann dürfen weiterhin höchstens 100 Gäste anwesend sein, sofern die Konsumation nicht an einem fest zugewiesenen Platz erfolgt.

Bars und Clubs können jedoch mehrere, räumlich klar getrennte Gästebereiche mit je maximal 100 Personen betreiben, wie die Staatskanzlei Solothurn am Freitag mitteilte. Die Betriebe müssen zudem die Kontaktdaten der Gäste erheben.



14.33 Uhr: Grossbritannien neu auf Risikoliste

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag die Liste der Länder mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko aktualisiert. Neu aufgenommen hat es Grossbritannien, Portugal und Belgien. Quarantänepflicht herrscht damit für 59 Staaten und Staatenverbünde.

Die neue Liste tritt am Montag, 28. September, in Kraft, wie das BAG mitteilte. Wer aus einem der Risikoländer einreist, muss zehn Tage in Quarantäne. Am Freitag war das bei insgesamt 10'148 Heimgekehrten der Fall. 

Neu hat das Bundesamt neben Portugal, Belgien und Grossbritannien unter anderen auch Dänemark, Irland, Island, Slowenien, Ungern oder Marokko in die Liste aufgenommen. Im Nahen Osten gilt Oman wieder als Risikoland.

Die aktualisierte Liste enthält zudem neu die Gebiete der Bretagne in Frankreich, Ligurien in Italien sowie die Bundesländer Oberösterreich und Niederösterreich in Österreich. Gestrichen hat das BAG in Europa Kosovo und San Marino.

Ebenfalls gestrichen hat das Bundesamt Aruba, die Britischen Jungferninseln, Gibraltar, Sint Maarten, die Turks- und Caicos-Inseln, dies weil diese zu den Niederlanden respektive dem Vereinigten Königreich zählen und bisher darunter subsummiert worden sind. Bei den USA wurde die Klammerbemerkung «inklusive Puerto Rico, Amerikanische Jungferninseln und Guam» gestrichen.

14 Uhr: Dank Corona singen Spatzen schöner

Während das öffentliche Leben in San Francisco wegen der Corona-Pandemie weitgehend zum Erliegen kam, haben Sperlinge in der plötzlichen Ruhe ungeahnte Gesangsfähigkeiten bei sich entdeckt. Sie sind nach Angaben von Forschern zu Höchstform aufgelaufen.

Die männlichen Exemplare der zu den Sperlingen gehörenden Dachsammern (Zonotrichia leucophrys) tschilpten plötzlich sanfter, verbesserten die Bandbreite ihrer Stimme und wurden dadurch verführerischer für die Weibchen, wie aus einer am Donnerstag im Magazin «Science» veröffentlichten Studie hervorgeht.

«Als die Stadt laut war, riefen sie wirklich laut», sagte Hauptautorin Elizabeth Derryberry von der Universität Tennessee der Nachrichtenagentur AFP. Als dann im Frühling in Kalifornien weitgehende Ausgangsbeschränkungen erlassen wurden und der Verkehr deutlich nachliess, nahm der Lärm in San Francisco um rund 50 Prozent ab und fiel auf das Niveau des Jahres 1954.

Die Forscher verglichen Aufnahmen von Dachsammernrufen des vergangenen Jahres mit Aufnahmen an den gleichen Orten im April und Mai 2020 und fanden heraus, dass die Vögel jetzt deutlich leiser tschilpten und tiefere Töne trafen.

Spatzen trällern schöner, seit es um sie herum ruhiger geworden ist. (Symbolbild)
Bild: Keystone

13.15 Uhr: Swissôtel in Zürich schliesst

Das Swissôtel in Zürich beim Bahnhof Oerlikon ist Geschichte: Das Hotel im Hochhaus wird geschlossen. Der Hotelkonzern AccorHotels will nur noch das Restaurant weiterbetreiben. Der Beherbergungsbetrieb macht dicht.

Die Accor bestätigte am Freitag einen entsprechenden Artikel von «Blick». Die Coronakrise wirke sich in einem besonderen Ausmass auf die Hotel- und Tourismusbranche aus. Das zwinge Accor zu diesem Schritt, schreibt das Unternehmen.

Wie viele Personen ihre Stelle verlieren, gibt Accor derzeit nicht bekannt. Der Prozess sei gerade erst in die Wege geleitet worden. Das 4-Sterne-Hotel hat knapp 350 Zimmer und Suiten und beherbergte immer auch viele Passagiere vom Flughafen.

Das Swissôtel beim Bahnhof Oerlikon macht dicht. (Archiv)
Bild: Keystone

12.34 Uhr: 372 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

Aus der Schweiz und Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 372 Coronavirus-Ansteckungen bei 12'346 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von drei Prozent. Zudem registrierte das Amt zwei neue Todesfälle. Zehn Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Am Donnerstag hatte das BAG 391 neue Ansteckungen gemeldet. Am Mittwoch waren es 437 und am Dienstag 286. Am Montag hatte das Amt erstmals die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekannt gegeben. Insgesamt waren für die drei Tage 1095 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet worden.

12.30 Uhr: Island-Touristen für 100 Fälle verantwortlich

Rund 100 Covid-19-Fälle in Island sind auf zwei französische Touristen zurückzuführen, die gegen Isolationauflagen verstossen haben sollen, wie  die isländische Online-Zeitung Vísir berichtet.

Demnach sei das französische Paar Mitte August auf Island angekommen und sei nach einem positiven Corona-Test angewiesen worden, sich in die Selbstisolation zu begeben. «Ich habe Informationen, dass es schwer war, sie zum Befolgen der Anweisungen  zu bringen», erklärte der Chefepidemiologe das Landes der Online-Zeitung. «Mehr kann ich wirklich nicht sagen.»

Laut dem Experten habe das Paar einen «französischen Stamm» des Virus nach Island gebracht, der bei etwa 100 Infizierten festgestellt worden sei. Die Personen hätten sich in zwei Einrichtungen angesteckt – einem Pub und einem Restaurant in Reykjavík.

Auf Island ist bei rund 100 Personen ein Coronavirus-Stamm nachgewiesen worden, der offenbar von zwei franzöischen Touristen eingeschleppt wurde. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.10 Uhr: Defizit 2021 mehr als verdoppelt

Ende August hatte der Bundesrat das Budget 2021 vorgelegt, das von einem Defizit von 1,1 Milliarden Franken ausging. Inzwischen ist klar, dass die Ausgaben höher ausfallen werden. Am Freitag verabschiedete der Bundesrat Nachmeldungen in Höhe von 1,4 Milliarden Franken, womit sich das Defizit mehr als verdoppelt.

Hintergrund sind Entscheide, die das Parlament in der Herbstsession gefällt hat. Der grösste Posten sind die Unterstützungsmassnahmen für den regionalen Personenverkehr und den Schienengüterverkehr, die mit 514 Millionen Franken zu Buche schlagen.

Für Massnahmen zur Entschädigung des Erwerbsausfalls werden 490 Millionen Franken veranschlagt. Die Rekapitalisierung von Skyguide kostet 250 Millionen, die Finanzhilfen im Kulturbereich 130 Millionen Franken.

Die budgetierten Ausgaben liegen damit neu bei 78,3 Milliarden Franken, das veranschlagte Defizit bei 2,5 Milliarden Franken. Die Ausgaben dürften nächstes Jahr um 3,9 Prozent höher liegen als 2020, was nach Angaben des Bundesrats aber fast ausschliesslich auf die Corona-Krise zurückzuführen ist.

12.08 Uhr: Bundesrat ändert Kriterien zur Heroinabgabe

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung vom 25. September 2020 eine Änderung des Artikel 13 der Betäubungsmittelsuchtverordnung (BetmSV) beschlossen. Um die Risiken einer Infektion mit COVID-19 zu reduzieren, könnten Patientinnen und Patienten unter bestimmten Bedingungen nun bis zu sieben Tagesdosen medizinischen Heroins mitgegeben werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Bundesrats.

Die Änderung bleibe bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft. Bislang müssen entsprechende Patientinnen und Patienten mindestens einmal pro Tag die Behandlungszentren aufsuchen, um  heroin- bzw. diacetylmorphingestützte Behandlung zu erhalten.

11.55 Uhr: Keine Hausbesuche vom Samichlaus in Luzern

Am 6. Dezember werden in der Stadt Luzern die Samichläuse den Kinderstuben fernbleiben. Die 17 Chlausgruppen in der Stadt und Region hätten aufgrund der Corona-Pandemie ihre Aus- und Einzüge sowie Familienbesuche abgesagt, berichtet die «Luzerner Zeitung».

«Der Samichlaus und seine Begleiter können schlicht die vorgegebenen Schutzmassnahmen nicht oder nur bedingt einhalten. Wir nehmen nun unsere Verantwortung als Vorbild und Institution Samichlaus wahr», zitiert die Zeitung den Präsidenten der St. Nikolausgesellschaft Littau, Fredy Hefti.

Der Samichlaus wird dieses Jahr in Luzern keine Hausbesuche machen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.05 Uhr: Mehrheit für Maskenpflicht in Gebäuden

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich einheitliche Regeln für die ganze Schweiz – das zeigt eine neue Studie. Eine Impfung wird es dagegen schwer haben.

Die Mitte September im Auftrag des «Migros-Magazin» durchgeführte Studie ist am Freitag veröffentlicht worden. Demnach befürworten 68 Prozent der 1'031 repräsentativ befragten Personen eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen. 67 Prozent sind verwirrt über die unterschiedlichen Bestimmungen von Kanton zu Kanton – sie wünschen sich schweizweit gültige Regeln.

Auffällig ist der hohe Anteil an Impfskeptikern. Lediglich 41 Prozent gaben an, sich impfen zu lassen, sobald das Bundesamt für Gesundheit einen Impfstoff freigibt.

10.45 Uhr: Jerusalema – ein Coronatanz geht um

Ein Tanz aus dem südlichen Afrika hat sich im Internet zu einer internationalen Corona-Hymne entwickelt. Ein Tanz aus dem südlichen Afrika hat sich vor allem im Internet zu so etwas wie der Hymne der Coronavirus-Pandemie entwickelt. Tausende Menschen aus aller Welt haben inzwischen Videoclips veröffentlicht, in denen sie zu «Jerusalema» tanzen – «#JerusalmaChallenge». Allein bei Youtube wurde das Musikvideo bisher über 150 Millionen Mal angeklickt.

10 Uhr: Verschärfung der Massnahmen im Kanton St. Gallen

Wegen dem Anstieg der Fallzahlen – vor allem bei Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren – hat der Kanton St. Gallen weitere Massnahmen beschlossen, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung schreibt.

Clubs und Bars müssen demnach ab heute Freitag die Kontaktdaten ihrer Gäste konsequent kontrollieren. Dazu gehöre, dass sie den vollständigen Namen, die Wohnadresse, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer ihrer Gäste erfassen und auf ihre Korrektheit überprüfen. Zudem müssten sie «in ihrem Schutzkonzept aufzeigen, wie sie die Überprüfung der Korrektheit der erhobenen Daten sicherstellen.» Um das Contact Tracing zu entlasten, haben die Lokale bei einem bei ihnen nachgewiesenen Corona-Fall auf Anweisung des Kantonsarztamtes innerhalb von 48 Stunden die betroffenen Gäste direkt über den Vorfall zu informieren.

Weiter empfiehlt die Regierung Mittel- und Berufsfachschulen, «in den Verkehrsflächen der Schulen eine Maskenpflicht einzuführen.» Gelten solle das für die Zeit nach den Herbstferien und damit mit dem Beginn der Grippe- und Erkältungssaison, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die begrenzte Maskenpflicht solle dann etwa für die Eingangsbereiche, Korridore, Toiletten und Mensen gelten.

Nach den Herbstferien kommt auf Schüler in St. Gallen eine begrenzte Maskenpflicht zu. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.21 Uhr: Queen muss wegen Krise sparen

Auch die britische Königin bekommt die Folgen der Coronakrise am Geldbeutel zu spüren: Unter anderem wegen wegfallender Besichtigungen in den königlichen Schlössern muss der royale Haushalt in den kommenden drei Jahren mit 15 Millionen Pfund (17,8 Millionen Franken) Verlust rechnen, wie der Finanzchef des Königshauses, Michael Stevens, am Freitag berichtete. Ein spezieller Etat, der dem Erhalt des Buckingham-Palastes dient, muss mit Einbussen in Höhe von 20 Millionen Pfund rechnen.

Dennoch werde das Königshaus die Steuerzahler angesichts der Pandemie nicht um weitere Gelder bitten, betonte Stevens: «Wir werden versuchen, die Folgen durch eigene Anstrengungen und Effizienz zu managen», betonte er. Der königliche Haushalt hat bereits einen Einstellungsstopp verhängt und die Gehälter eingefroren. Daneben wird nach Palastangaben nach Möglichkeiten zu weiteren Ausgabenkürzungen gesucht.

Insgesamt standen dem königlichen Haushalt laut dem am Freitag vorgelegten Finanzbericht des im März zuende gegangenen Haushaltsjahrs 82,4 Millionen Pfund zur Verfügung. Damit wurde unter anderem ein 15'848 Pfund teurer Charterflug bezahlt, mit dem der inzwischen von seinen königlichen Verpflichtungen zurückgetretene Prinz Andrew im Juli 2019 zu einem Golfclub nach Nordirland jettete.

Queen Elizabeth II. nimmt wegen Corona weniger ein. (Archiv)
Bild: Keystone

8.50 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

7.29 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Israel auf Rekordwert

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel erstmals die Marke von 7'500 Fällen überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag unmittelbar vor Beginn eines verschärften landesweiten Lockdowns mitteilte, wurden am Vortag 7'527 neue Infektionen registriert. Der bisherige Rekordwert stammt mit 7'131 Fällen vom Mittwoch. Vor fast genau vier Monaten, am 23. Mai, waren in Israel lediglich fünf Neuinfektionen verzeichnet worden.

Am Freitagnachmittag sollte in Israel eine Verschärfung des seit einer Woche geltenden Lockdowns in Kraft treten. Die Bevölkerung muss sich dann mit weiteren Einschränkungen arrangieren. So ist es nur noch Menschen aus Berufen, die als systemrelevant gelten, erlaubt, ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. Der öffentliche Nahverkehr wird eingeschränkt. Nur in Ausnahmefällen dürfen sich die Menschen weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause bewegen. Die Regierung will mit dem Lockdown eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Ultraorthodoxe Juden beten am 24. September mit Gesichtsmasken in Netanya, Israel. 
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5.00 Uhr: New York nimmt Impfstoff-Test selbst in die Hand

Wegen vorgeblicher Sorge um die Sicherheit eines möglicherweise von der Trump-Regierung zugelassenen Impfstoffs plant der US-Bundesstaat New York seine eigene Untersuchung eines potenziellen Wirkstoffs.

Andrew Cuomo, Gouverneur des Bundesstaates New York, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Michael Brochstein/ZUMA Wire/dpa (Archivbild)
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«Wie die Bundesregierung mit dem Impfstoff umgegangen ist, gibt es jetzt ernsthafte Fragen, ob der Impfstoff politisiert worden ist oder nicht», sagte der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstag. Es gebe ein politisches Motiv des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump, so schnell wie möglich vor der Wahl ein Mittel anzukündigen.

Trump-Kritiker werfen dem Präsidenten vor, er wolle eine Zulassung für eine Impfung noch vor der Wahl am 3. November erzwingen – selbst wenn der Stoff noch nicht ausreichend erprobt sein sollte. Trump verspreche sich bei der Abstimmung dadurch Vorteile gegenüber seinem demokratischen Kontrahenten Joe Biden. In den vergangenen Wochen hatte Trump mit dem Vorwurf für Aufsehen gesorgt, Mitarbeiter der Arzneimittelbehörde würden Impfstoff-Tests absichtlich verzögern. Ihr Chef, Stephen Hahn, hatte daraufhin versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen erlauben werde.

«Ehrlich gesagt werde ich der Meinung der Bundesregierung nicht vertrauen», sagte Cuomo weiter im Hinblick auf eine mögliche Zulassung eines Stoffes. Das würde er auch New Yorkern nicht empfehlen. Deswegen würde ein potenziell freigegebener Impfstoff zunächst von einer unabhängigen New Yorker Expertenkommission geprüft, bevor er verteilt werden dürfte.

Das im April heftig von der Coronapandemie getroffene New York gilt als amerikanisches Musterbeispiel bei der Bekämpfung des Virus. Durch weitreichende und strikt durchgeführte Massnahmen konnten die Infektionszahlen auf ein Minimum gesenkt und dort gehalten werden.

4.30 Uhr: Rio begräbt Karneval auf unbestimmte Zeit

Der weltberühmte Karneval von Rio de Janeiro fällt im kommenden Februar wegen der Coronapandemie aus. Das Spektakel werde für unbestimmte Zeit verschoben, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit.

«Wir sind zu der Schlussfolgerung gelangt, dass das Ereignis verschoben werden muss», erklärte der Chef des Sambaschulen-Verbandes Liesa, Jorge Castanheira. Der Verband organisiert die aufwendigen und spektakulären Karnevalsparaden.

Die Sambaschulen hätten nicht ausreichend Zeit und genügend finanzielle wie organisatorische Ressourcen, um die Karnevalsparaden bis Februar vorzubereiten, sagte Castanheira. Beim Karneval von Rio feiern jedes Jahr Millionen von Menschen in den Strassen und an den Stränden.

Brasilien gehört zu dem am schlimmsten von der Coronapandemie heimgesuchten Ländern der Welt. Rio de Janeiro zählt zu den am stärksten betroffenen Grossstädten. Bislang wurden in Brasilien rund 139'000 Todesopfer durch die Pandemie gezählt, das ist nach den USA die zweithöchste Zahl der Welt.

Der Karneval in Rio de Janeiro ist nicht nur eine Touristenattraktion. Hunderttausende Brasilianerinnen und Brasilianer bereiten sich monatelang darauf vor, und für Millionen ist das Spektakel der Höhepunkt des Jahres. (Archivbild)
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3.27 Uhr: Vier Schüler in Visp positiv getestet

Vier Schüler der dritten Orientierungs-Klasse in Visp sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse stehen seit Mittwoch unter Quarantäne.

Das Bild der Stadt Visp im Oberwallis wird von den Gebäuden der Chemiefirma Lonza geprägt. (Symbolbild)
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Die Ansteckung dürften ausserhalb der Schule, also im privaten Rahmen erfolgt sein, zitiert der «Walliser Bote» den stellvertretenden Kantonsarzt Frank Bally. Es gebe Verbindungen zu einem Ausbruch in Visperterminen.

Der Kantonsarzt setze seine Untersuchungen und das Contact Tracing fort, teilte der Kanton Wallis seinerseits auf seinem Portal im Internet mit. Das Verfahren befolge die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Schüler aus Visperterminen seien wohl in dieser Klasse positiv getestet worden. Alle 18 Schülerinnen und Schüler werden nun auf das Coronavirus getestet. Die Lehrpersonen in Visp sind zunehmend besorgt. Sie fordern eine Maskenpflicht für alle Schüler.

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