Deutschland

Scholz vorerst nicht nach Kiew: Steinmeier-Affront «steht im Weg»

SDA

2.5.2022 - 20:12

«Das kann man nicht machen»: Bundeskanzler Olaf Scholz über die Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: David Young/dpa
Keystone

Bundeskanzler Olaf Scholz will wegen der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die ukrainische Seite vorerst nicht in die Hauptstadt Kiew reisen. Es sei «ein ganz bemerkenswerter Vorgang» gewesen, den gerade mit grosser Mehrheit wiedergewählten Bundespräsidenten auszuladen, sagte der SPD-Politiker am Montag in der ZDF-Sendung «Was nun?». Scholz stellte mit Blick auf eine eigene Reise klar: «Das steht der Sache im Weg.»

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2.5.2022 - 20:12

Auf die Frage, wie das aufgelöst werden könne, sagte der Kanzler: «Erstmal muss es für uns als Demokratinnen und Demokraten dazugehören, dass wir über diese Sache keinen Zweifel haben: Das kann man nicht machen.» Scholz fügte hinzu: «Es kann nicht funktionieren, dass man von einem Land, das so viel militärische Hilfe leistet, so viel finanzielle Hilfe leistet, das gebraucht wird, wenn es um die Sicherheitsgarantien geht, die für die Zeit der Ukraine in der Zukunft wichtig sind, dass man dann sagt: Der Präsident darf aber nicht kommen.»

Der geplante Besuch von Steinmeier war Mitte April geplatzt, weil die ukrainische Seite ihn auslud. Er wollte zusammen mit den Staatschefs von Polen, Lettland, Estland und Litauen nach Kiew fahren, die schliesslich ohne ihn aufbrachen. Steinmeier steht wegen seiner früherer Russland-Politik als Aussenminister in der Ukraine in der Kritik. Inzwischen hat er Fehler in der Bewertung von Kreml-Chef Wladimir Putin und in seiner Einschätzung beispielsweise der Pipeline Nord Stream 2 eingeräumt.

Zu der geplanten Kiew-Reise von CDU-Chef Friedrich Merz sagte Scholz, dieser habe ihn über seine Pläne informiert. «Ich habe da keine Einwendungen.» Er billige die Reise.

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