Ausserplanmässiger Check-Up Spekulationen über Spitalbesuch von Donald Trump

uri/afp

18.11.2019

Donald Trump am 15. November 2019 im Weissen Haus. Einen Tag später absolvierte er überraschenderweise medizinische Untersuchungen im Walter-Reed-Militärspital.  
Donald Trump am 15. November 2019 im Weissen Haus. Einen Tag später absolvierte er überraschenderweise medizinische Untersuchungen im Walter-Reed-Militärspital.  

Reine Routine und alles in bester Ordnung. So lautet die offizielle Nachricht aus dem Weissen Haus zum Spitalbesuch von Donald Trump am Wochenende. US-Medien zweifeln indes an der Darstellung.

Donald Trumps unerwarteter Besuch des Walter-Reed-Militärspitals bei Washington am Samstag bezeichnete seine Sprecherin Stephanie Grisham als «Routine-Check-Up». Bei dem 73-Jährigen seien nur «eine kurze Untersuchung und Labortests» vorgenommen worden. Trump habe lediglich «ein freies Wochenende hier in Washington» genutzt, um Teile seiner jährlichen Untersuchung in Erwartung eines «sehr arbeitsreichen Jahres 2020» abzuschliessen.

Allerdings wecken verschiedene US-Medien Zweifel an Grishams Erklärung, wonach es sich um einen reinen Routinevorgang handelt. CNN berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen, die um Monate vorgezogene Spital-Visite sei «höchst ungewöhnlich» gewesen. So sei nicht das gesamte Personal im Militärkrankenhaus über das Eintreffen des Präsidenten informiert worden, wie sonst üblich. Das könne ein Hinweis darauf sein, dass der Besuch in letzter Minute geplant worden sei.

Auch sei der Termin im Spital weder im öffentlichen Kalender des Präsidenten eingetragen gewesen, wie bei seinen vorherigen regulären Kontrolluntersuchungen, noch in seinem internen Kalender. Journalisten hätten zudem die Anweisung bekommen, nicht im Vorfeld über Trumps Fahrt im Konvoi zum Spital zu berichten.

Das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Maryland, am 16. November 2019.
Das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Maryland, am 16. November 2019.
Bild: Keystone

Trump-Sprecherin Grisham erklärte auf Anfrage von CNN: «Wir werden uns jetzt hier nicht mit Termin- und Sicherheitsfragen befassen.» Dem Präsidenten gehe es gut. Es habe sich lediglich um eine Routineuntersuchung als Teil seines jährlichen Check-ups gehandelt. Eine Antwort auf die Frage, warum Trump nicht sein gesamtes Untersuchungsprogramm absolvierte – dieses dauert typischerweise rund vier Stunden –, gab Grisham keine Antwort.

Trump selbst twitterte, er habe die grossartige Familie eines jungen Mannes besucht, der sich im Walter Reed Medical Center einer grösseren Operation habe unterziehen müssen. «Das sind wirklich einige der besten Ärzte auf der ganzen Welt», schrieb er und fügte lapidar hinzu: «Habe auch mit der Phase eins meiner jährlichen Gesundheitsuntersuchung begonnen. Alles sehr gut (super!). Wird nächstes Jahr abgeschlossen.»

Bei Trumps letztem offiziellen Check-up war ihm ein «sehr guter Gesundheitszustand» attestiert worden. Er leide allerdings an Übergewicht und einer Herzerkrankung, die medizinisch kontrolliert werden müsse, für Männer seines Alters aber durchaus üblich sei.

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