PolitikSri Lankas Präsident kündigt Rücktritt für kommenden Mittwoch an
SDA
9.7.2022 - 19:32
ARCHIV - Gotabaya Rajapaksa (M), Präsident von Sri Lanka, spricht neben Armeechef Shavendra Silva (l) und Sudarshana Pathirana (r), Chef der Luftwaffe, während der Feierlichkeiten zum 73. Unabhängigkeitstag Sri Lankas. Als Konsequenz aus den Massenprotesten in Sri Lanka hat Präsident, Gotabaya Rajapaksa, seinen Rücktritt zum 13. Juli angekündigt. Foto: Pradeep Dambarage/ZUMA Wire/dpa
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Als Konsequenz aus den Massenprotesten in Sri Lanka hat Präsident, Gotabaya Rajapaksa, seinen Rücktritt zum 13. Juli angekündigt. Das teilte Parlamentssprecher Mahinda Yapa Abeywardena am Samstag mit. Der Präsident benötige Zeit, um eine geordnete Machtübergabe zu sichern.
Keystone-SDA
09.07.2022, 19:32
SDA
Zuvor hatten Zehntausende Demonstranten am Samstag den Rücktritt des Präsidenten und des Premierministers, Ranil Wickremesinghe, gefordert. Sie machen beide für die schwere Wirtschaftskrise im Land verantwortlich.
Protestler stürmten am Samstag den Amtssitz des Präsidenten in Colombo. Der Staatschef war jedoch zuvor in Sicherheit gebracht worden, wie es aus dem Präsidentenbüro hiess. Demonstranten setzten am Abend auch die Privatresidenz des Premierministers in Brand.
Der Inselstaat südlich von Indien mit seinen etwa 22 Millionen Einwohnern erlebt derzeit seine schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Wut der Demonstranten richtet sich unter anderem gegen einen seit Monaten bestehenden Mangel an Treibstoff, Gas zum Kochen, aber auch an Medikamenten und Lebensmitteln sowie gegen die hohe Inflation und stundenlange Stromausfälle. Ein Grund dafür ist, dass Einnahmen aus dem für Sri Lanka wichtigen Tourismus im Zuge der Corona-Pandemie zusammengebrochen sind. Dem stark verschuldeten Land fehlt das Geld, um wichtige Güter zu importieren. Vor Tankstellen gibt es regelmässig lange Schlangen.
Wegen des Treibstoffmangels hatte die Regierung jüngst den Verkauf an Privatpersonen für zwei Wochen verboten, was zusätzlichen Unmut in der Bevölkerung auslöste. Bis zum 10. Juli darf Sprit demnach nur für unbedingt notwendige Dienste von Fahrzeugen etwa im Gesundheitsbereich, an Häfen und Flughäfen sowie zur Lebensmittel- Lieferung abgegeben werden. Am Freitag hatte die Regierung noch versprochen, die Versorgung mit Treibstoff zu verbessern, doch dies besänftigte die Demonstranten nicht.
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