DeutschlandSwift-Fan untröstlich, aber weise: Leben wichtiger als Show
SDA
8.8.2024 - 17:44
Taylor Swift-Fans versammeln sich und singen im Stadtzentrum von Wien. Foto: Heinz-Peter Bader/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
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Cameron Menesi ist 18 Jahre alt und ein Super-Swiftie – seit zehn Jahren glühender Fan des US-Superstars Taylor Swift, und untröstlich, dass die Konzerte in Wien abgesagt wurden.
Keystone-SDA
08.08.2024, 17:44
SDA
«Es war mein grösster Traum, auf ein Swift-Konzert zu gehen», berichtet sie der Deutschen Presse-Agentur mit tränenerstickter Stimme. «Vor genau einem Jahr haben wir die Karten bekommen, und ich habe mich jeden einzelnen Tag darauf gefreut.» Menesi lebt mit ihrer Familie in Kalifornien und war eigens wegen des Konzertes nach Wien gekommen.
Zu dritt wollte die Familie an diesem Freitag zu einem der drei Swift-Konzerte ins Ernst-Happel-Stadion in Wien gehen. Die Shows wurden alle drei nach Festnahmen von Islamisten, die dort ein Blutbad anrichten wollten, abgesagt.
Leben wichtiger als Konzert
Ihre Mutter Monique Menesi kann die Absage der Konzerte nachvollziehen. «Man mag sich gar nicht vorstellen, man wäre auf dem Konzert und es passiert etwas.» Tochter Cameron sagt auch: «Das Leben ist wichtiger als ein Konzert.» Aber die Begeisterung für den Superstar ist so gross, dass sie sofort zusagen würde, wenn sie ein Ticket für ein anderes Swift-Konzert bekommen könnte.
Die Familie hat nach eigenen Angaben Tausende Dollar investiert. «Wir wären sonst gar nicht nach Europa geflogen», sagt Monique Menesi. Die ganze Reise sei um das Konzert geplant gewesen. «Wir zahlen in Wien für ein einfaches Airbnb-Zimmer 350 Euro die Nacht, nur um hier zu sein.» Dabei waren die Tickets das geringste: Sie kosteten nur 150 Euro, im Vergleich zu mehreren Tausend Euro für Swift-Konzerte in den USA und Kanada, wie die Menesis sagen.
Keine Lust auf Swift-Parties
Monique und Cameron Menesi wollen in Wien nun nicht an Swift-Parties teilnehmen. «Wir werden die Stadt erkunden und sicher auf andere Swifties treffen», meinte Monique Menesi. «Aber nach Klubs und feiern ist uns nicht zumute.» Cameron Menesi hat gerade die Highschool beendet und gönnte sich vor der Universität ein Jahr Freizeit. Sie tritt in Kürze ein Praktikum in einem Ferienklub auf den Kanarischen Inseln an.
Klingbeil: Nach Rubio-Rede nicht zufrieden zurücklehnen
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München, 15.02.26: Freundlich im Ton, hart in der Sache: Nach drei Tagen mit Reden und Debatten auf der Münchner Sicherheitskonferenz fällt die Bilanz düster aus, aber immerhin nicht katastrophal.
Die wichtigsten Lehren aus einer Konferenz inmitten des grössten Umbruchs der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Entwicklung bereits in zwei Reden beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag im Januar beschrieben und den Schluss gezogen: Europa werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, «wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden». Daran wird Merz anknüpfen, wenn er am frühen Nachmittag die diesjährige Konferenz eröffnet.
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