Tokajew bleibt Präsident in Kasachstan

SDA

10.6.2019 - 09:31

Übergangspräsident Kassym-Schomart Tokajew hat in Kasachstan die Wahl zum Staatsoberhaupt wie erwartet gewonnen.
Source: Keystone/AP Kazakhstan's Presidential Pre

Übergangspräsident Kassym-Schomart Tokajew bleibt Präsident von Kasachstan. Die Wahlkommission in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik an der Grenze zu China sprach dem 66-Jährigen am Montag 70,76 Prozent der Stimmen zu.

In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan an der Grenze zu China hat Übergangspräsident Kassym-Schomart Tokajew die Wahl zum Staatsoberhaupt wie erwartet gewonnen. Die Wahlkommission sprach dem 66-Jährigen am Montag 70,76 Prozent der Stimmen zu.

Die Abstimmung am Sonntag war von Protesten überschattet worden. Die Opposition galt als chancenlos. Rund 500 Regierungsgegner wurden festgenommen bei nicht genehmigten Kundgebungen, wie das Innenministerium der Agentur Tengrinews zufolge mitteilte.

Hunderte Menschen hätten sich in der Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana) und in Almaty zu Protesten versammelt. Es waren die grössten Demonstrationen seit Jahren. Viele Menschen in dem ölreichen Steppenstaat klagen über Korruption und soziale Missstände.

Präsident Tokajew hatte das Amt im März von Nursultan Nasarbajew übernommen, der sich nach rund 30 Jahren an der Macht zurückgezogen hatte. Nasarbajew hält allerdings weiter mehrere einflussreiche Ämter und gilt noch immer als mächtigster Mann des Landes.

Von Wählern legitimieren lassen

Tokajew hatte die Abstimmung angesetzt, um sich von den Wählern legitimieren zu lassen. Insgesamt waren rund zwölf Millionen Wahlberechtigte zur Präsidentenwahl aufgerufen. Sieben Kandidaten waren angetreten.

An zweiter Stelle landete nach Angaben der Wahlkommission der Oppositionskandidat Amirschan Kossanow mit 16,2 Prozent der Stimmen. Tokajew konnte damit nicht annähernd so viele Stimmen holen wie Nasarbajew bei der Abstimmung 2015. Damals stimmten rund 97 Prozent der Kasachen für ihn. Auch die Wahlbeteiligung lag mit nach offiziellen Angaben 77,4 Prozent deutlich niedriger als damals.

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