Wo steckt die Schlüsselfigur der Russland-Affäre?

tsch

11.9.2018

Joseph Mifsud soll die Verbindung von Trumps Wahlkampfteam in den Kreml sein. Nun ist er verschwunden.
Youtube / Valdai Club

Diese Meldung gibt Anlass zu Spekulationen: Der Mann, der pikante Informationen über Hillary Clinton in den USA angeboten hat, ist plötzlich spurlos verschwunden.

Er soll Trumps Wahlkampfteam schmutzige Details über Hillary Clinton aus russischen Regierungskreisen angeboten haben. Nun ist Joseph Mifsud spurlos verschwunden.

In den Gerichtsdokumenten im Fall die Vereinigten Staaten gegen George Papadopoulos wird er schlicht «The Professor» genannt. Dass es sich bei dem Mann, der Donald Trumps vormaligem Aussenpolitikvberater «Schmutz» über Hillary Clinton in Form von «tausenden Emails» aus dem Kreml angeboten haben soll, um Josph Mifsud handelt, fand die «Washington Post» jedoch binnen weniger Tage heraus.

Nun ist der Mann, der eine Schlüsselfigur in der Russlandaffäre sein könnte, offenbar spurlos verschwunden. In Akten zu einer Klage, die das Democratic National Committee gegen Russland, Trumps Wahlkampfteam und Wikileaks wegen Einmischung in den Wahlkampf von 2016 in New York einreichte, wird Josph Mifsud als «vermisst und möglicherweise verschieden» aufgeführt, wie «Bloomberg» berichtet. Der britische «Independent» führt aus, dass Mifsuds ukrainische Verlobte seit Monaten nichts von dem 58-Jährigen gehört habe.

Papadopoulos verplapperte sich bei Sauftour

Erst vor wenigen Tagen wurde Trumps früherer Berater George Papadopoulos zu 14 Tagen Haft verurteilt, weil er gegenüber Ermittlern über seine Kontakte zu Joseph Mifsud gelogen hatte.

George Papadopoulos wurde zu 14 Tagen Haft verurteilt, weil er gegenüber dem FBI gelogen hatte - auch über Mifsud.
Keystone

Der Staatsanwaltschaft zufolge habe Papadopoulos seine Kontakte zu Mifsud genutzt, um seine Position in Trumps Wahlkampfteam zu verbessern und versucht, ein Treffen zwischen Trump und Putin zu arrangieren. Das FBI wurde auf Papadopoulos aufmerksam, nachdem er einem australischen Diplomaten in einer durchzechten Nacht erzählt hatte, Russland habe belastendes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton.

Schon einmal abgetaucht

Joseph Mifsud war 2017 untergetaucht, nachdem Sonderermittler Robert Mueller die ersten Anklagen in der Russlandaffäre erhoben hatte. Reporter der italienischen Zeitung «La Repubblica» spürten ihn im November in Rom auf. Der Professor für Diplomatie und internationales Recht räumte ein, Papadopoulos «drei oder vier Mal» getroffen zu haben, tat die Vorwürfe der Wahleinmischung allerdings als «Nonsens» ab.

«Ich weise mit Nachdruck zurück, Geheimnisse über Hillary Clinton diskutiert zu haben. Ich kenne niemanden, der der russischen Regierung angehört», zitiert ihn der britische «Independent». Seither habe man den früheren maltesischen Regierungsbeamten nicht mehr gesehen.

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