«Die Impf-Geschwindigkeit hat zugenommen»

lmy/uri/sda

12.10.2021

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG, aeussert sich an einem Point de Presse zur Covid 19 Situation, am Dienstag, 12. Oktober 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Patrick Mathys vom BAG konnte noch keine Entwarnung geben.
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Die Fallzahlen stabilisieren sich auf hohem Niveau, und die Impfgeschwindigkeit hat wieder zugenommen. Insgesamt bleibt die epidemische Situation laut den Experten von Bund und Kantonen aber ungünstig.

lmy/uri/sda

12.10.2021

Einige Wochen lang gingen die Fallzahlen zurück – bald dürften sie sich auf «relativ hohem Niveau» stabilisieren, wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien in Bern sagte. Die Situation sei insgesamt zwar relativ gut. In einigen Kantonen steigen die Zahlen bereits wieder, doch noch sei unklar, ob das bereits eine Trendwende sei.

«Die epidemische Lage ist weiterhin ungünstig», betonte Mathys. Eine weitere deutliche Entlastung der Gesundheitseinrichtungen erwartet das BAG nicht, zumal die Temperaturen kälter werden und die Herbstferien bald wieder vorbei sind.

Geringes Interesse an Johnson & Johnson

Dann könnte das Virus vor allem bei Jungen noch stärker zirkulieren – bereits jetzt ist die Verbreitung bei der Gruppe der 10- bis 19-Jährigen am höchsten. Auch die Belastung der Intensivstationen bleibe hoch, immer noch 17 Prozent der verfügbaren Plätze werden von Covid-Patienten belegt.

Die Impfgeschwindigkeit habe zwar zugenommen, pro Tag werden rund 30'000 Impfungen verabreicht. Die Nachfrage nach dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson sei dabei gering, erklärte die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Warum das so sei, könne sie sich nicht erklären. Man werde das Angebot aber weiterhin aufrechterhalten.

Kantone sollen Testzentren regeln

Das BAG will, dass die Vorgaben für Testzentren weiterhin aus kantonaler Hand kommen und keine landesweite Regelung erlassen. Es mache Sinn, dass die Kantone gewisse Spielräume haben, sagte Mathys. Die Betreiber von Testzentren müssten aber verstehen, dass es Fachpersonal braucht, also etwa Laborleiter, Apotheker oder Ärztinnen, welche die Test überwachen.



Dabei spiele es noch keine Rolle, ob im Testzentrum Nasen-Abstriche oder Nasen-Rachen-Abstriche angeboten würden. Mathys betonte jedoch, dass Nasen-Rachen-Abstriche grundsätzlich besser seien als Nasen-Abstriche. Letztere seien weniger zuverlässig. Im Moment seien aber noch beide Vorgehensweisen sinnvoll hinsichtlich eines Zertifikats.

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  • 14.37 Uhr
    Geringe Nachfrage nach Johnson & Johnson

    Warum ist die Nachfrage nach dem Impfstoff von Johnson & Johnson so gering? Die Kantone hätten momentan keine Erklärungsansätze dafür, sagt Nartey. Man wolle das Angebot aufrechterhalten und den Leuten die Wahlmöglichkeiten offenhalten. Möglicherweise seien einige Leute aber doch grundsätzlich skeptisch gegenüber allen Impfstoffen, anders als in einigen Umfragen angegeben.

  • 14.35 Uhr 
    Wie viele Testzentren mussten geschlossen werden?

    Nartey sagt, im Kanton Bern habe man jetzt die konkretisierten Vorgaben publiziert. Nun müssten sich die Testzentren melden und könnten dann überprüft werden. Bislang seien Testzentren im Kanton Bern stichprobenartig überprüft worden. Sie könne aber nicht sagen, ob eines wegen ungenügender Tests habe geschlossen werden müssen.

  • 14.35 Uhr
    Trend und absolute Zahlen

    In einigen Teilen der Schweiz gebe es nach wie vor eine Abnahme mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, sagt Patrick Mathys auf eine entsprechende Frage. Das sage aber nichts über die jeweilige Inzidenz aus – man müsse Trend und tatsächliche Zahlen auseinanderhalten.

  • 14.32 Uhr
    Zertifikat und Maske

    Die Journalisten im Pressezentrum müssten ein Zertifikat vorzeigen und die Maske tragen. Warum beides? Man gehe über die Mindestanforderungen hinaus, um alle bestmöglich zu schützen, antwortet Moderator Andreas Ledergerber.

  • 14.31 Uhr 
    Zulässigkeit von Online-Tests?

    Mathys sagt, man sei noch am Prüfen, ob die Online-Tests, die ja nicht von Fachpersonen durchgeführt würden, zulässig sein könnten. Eine Entscheidung dazu stehe aber noch aus. 

  • 14.28 Uhr 
    Müssen die Anforderungen für Testcenter neu definiert werden?

    Mathys sagt, es sei bereits klar definiert, wer und wie ein Testzentrum betreiben dürfe. Nartey ergänzt, die Anforderungen würden noch deutlicher ausformuliert, damit die Betreiber der Testcenter verstehen würden, dass es dafür auch Fachleute wie Ärzte und Apotheker brauche.

  • 14.26 Uhr
    Zulassung von Booster-Impfung

    Was muss bei der Booster-Impfung überhaupt zugelassen werden? Materiell ist es derselbe Impfstoff wie bei den ersten beiden Dosen. Es werde eben nicht nur der Impfstoff zugelassen, sondern die Anwendung, erklärt Mathys. Man müsse schauen, ob dieser Impfstoff auch so angewendet werden könne. In Europa würden ganz verschiedene Impfstoffe angewendet, darum müsse die Schweiz selber schauen, wie das genau geregelt werde.

  • 14.23 Uhr 
    Bekommen Genesene ein länger gültiges Zertifikat?

    Mathys sagt, immer mehr Studien würden darauf hinweisen, dass auch Genesene einen längeren Schutz genössen. Allerdings sei man in der Schweiz nicht frei, das zu entscheiden und müsse sich hier mit der EU abstimmen. Das sei unabdingbar, um das Zertifikat einheitlich zu halten.

  • 14.21 Uhr
    Booster-Impfung wird geprüft

    Die Schweiz prüfe eine Booster-Impfung, sagt Patrick Mathys auf eine entsprechende Frage. Man werde dabei aber nicht einfach den Empfehlungen der EU-Stelle folgen, es brauche dafür auch Zulassungen in der Schweiz und Empfehlungen. Man werde dann kommunizieren, wenn diese vorliegen.

  • 14.19 Uhr
    Lässt die Impfwirkung nach?

    Die Fragerunde ist eröffnet. Lässt die Impfwirkung nach, will ein Journalist wissen. Auch bei den Geimpften gelte, dass vor allem ältere Personen und Risikopatienten hospitalisiert würden, so Mathys. Ob die Impfwirkung nachlasse, sei schwierig zu sagen. Der Impfschutz sei hoch, aber nicht vollständig.

  • 14.17 Uhr
    Nachfrage nach Johnson & Johnson begrenzt

    Mit den Impfungen erreiche man etwa dank der mobilen Teams auch Personen, die das Gesundheitssystem nicht erreiche. Mittlerweile verimpften alle Kantone auch den Impfstoff von Johnson & Johnson/Janssen – es zeige sich aber, dass die Nachfrage danach eher begrenzt sei.

  • 14.13 Uhr
    Kantone kontrollieren Test-Anbieter

    Linda Nartey schildert die Situation aus Sicht der Kantone. Sie betont, dass alle Test-Anbieter die Anforderungen des Bundes und des jeweiligen Kantons erfüllen müssten. Man intensiviere die Kontrollen und stelle damit die Qualität der Tests und zuverlässige Resultate sicher. Die nicht-geimpfte Bevölkerung soll weiterhin Zugang zu guten Tests haben.

  • 14.11 Uhr
    Epidemische Situation weiter ungünstig

    «Das Infektionsgeschehen scheint sich zu plafonieren», fasst Mathys zusammen. Ob die zunehmenden Zahlen in einigen Kantonen bereits auf eine Trendwende hindeuten, sei noch unklar. Mit dem Schulbeginn nach den Herbstferien und den sinkenden Temperaturen müsse man damit rechnen, dass gerade in der jungen Bevölkerung das Virus wieder stärker zirkuliere.

    Man müsse in Bezug auf die Durchimpfung der Bevölkerung einen guten Schritt weiterkommen. Nur so könne man weitere Massnahmen aufheben und eine Überlastung der Spitäler verhindern. Das Risiko bestehe, dass die Zahlen bald wieder steigen, die epidemische Situation sei weiterhin ungünstig.

  • 14.09 Uhr
    «Impfgeschwindigkeit hat zugenommen» 

    65 Prozent der Bevölkerung wurden mindestens einmal geimpft, bei den Personen ab 12 Jahren sind 69 Prozent vollständig geimpft. «Die Impfgeschwindigkeit hat wieder zugenommen», sagt Mathys. Weiterhin zeige sich, dass die Impfung sehr gut vor einer Ansteckung und auch vor einer schweren Erkrankung schütze.

    Auch ihr Effekt auf das Infektionsgeschehen sei gross. In Kantonen mit hoher Impfquote zirkuliere das Virus deutlich weniger.

  • 14.06 Uhr
    Situation auf Intensivstationen bleibt angespannt

    Etwas mehr als 70 Prozent der verfügbaren Intensivplätze seien belegt, 17 Prozent davon durch Covid-Patienten – es sind noch 130 bis 140. Die Situation auf den Intensivstationen bleibe weiterhin angespannt, und eine rasche Besserung sei nicht zu erwarten.

    Bei den Todesfällen bewege man sich weiterhin unter dem Niveau der vorangegangenen Wellen, erklärt Mathys.

  • 14.04 Uhr
    Auch Hospitalisationen stabilisieren sich

    Die 14-Tage-Inzidenz liegt bei 151 Fällen pro 100'000 Einwohnern, am höchsten seien die Inzidenzen bei der jungen und mobilen Bevölkerung. Am stärksten zirkuliere das Virus momentan bei den 10- bis 19-Jährigen.

    Auch bei den Hospitalisationen sei ein Rückgang feststellbar, aber auch hier stabilisierten sich die Zahlen. Der Median der hospitalisierten Personen liegt bei 55 Jahren, so Mathys.

  • 14.02 Uhr
    Mehrere «Aber»

    Die Situation sei noch relativ gut, sagt Patrick Mathys vom BAG. Die Fallzahlen nehmen ab, es gebe aber mehrere «Aber». So habe sich die Abnahmegeschwindigkeit verringert und die Zahlen stabilisieren sich auf hohem Niveau. In den Bergregionen seien die Zahlen sogar wieder steigend.

Seit gestern sind Corona-Tests für Ungeimpfte ohne Symptome nicht mehr gratis. Und der Wahlkampf um die Abstimmung über das Referendum gegen die Revision des Covid-Gesetzes nimmt Fahrt auf. Gleichzeitig geht die Impfkampagne weiter, mittlerweile sind 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung vollständig geimpft.

Wie schätzen die Experten von Bund und Kantonen die Lage ein? Wie sieht es mit der Impfoffensive des Bundesrates aus? Wirkt sich die Kostenpflicht für Tests bereits aus? Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Berner Kantonsärztin Linda Nartey geben Auskunft.

Linda Nartey, Kantonsaerztin Bern, Vizepraesidentin der Vereinigung der Kantonsaerztinnen und Kantonsaerzte VKS, spricht an einem Point de Presse zur Covid 19 Situation, am Mittwoch, 29. September 2021, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Die Berner Kantonsärztin Linda Nartey spricht regelmässig an den Medienkonferenzen des BAG.
Bild: Keystone

An der Medienkonferenz nehmen teil:

  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS)