Bäche können nochmals über die Ufer treten, danach kommt der Sommer

lmy

8.6.2021

Der starke Regen hat in der Nordostschweiz zu Hochwasser und Erdrutschen geführt. Entspannung gibt es vorerst nicht – am Wochenende soll es aber richtig sommerlich werden.

lmy

8.6.2021

Der starke Regen hat in der Nacht auf Dienstag in der Nordostschweiz Strassen und Keller überflutet. Die Pegelstände der Flüsse stiegen, in den Kantonen Thurgau, Zürich und Glarus hatten die Einsatzkräfte einiges zu tun mit der Beseitigung von Schlamm, Wasser und Geröll. Die Lage hat sich seit dem Vormittag entspannt, da es nicht mehr geregnet hat.

Das Wetter soll allerdings wieder schlechter werden. Am Dienstagabend und am Mittwoch kann es immer wieder zu kräftigen Platzregen und Gewittern kommen, wobei der Niederschlag sehr ungleichmässig verteilt sein dürfte. «Lokal sind so wieder grössere Regenmengen mit dabei, kleinräumige Überschwemmungen und hochgehende Bäche sind möglich», schreibt Meteonews in einer Mitteilung. Zudem könne bei der hohen Niederschlagsintensität die Sicht eingeschränkt und die Gefahr von Aquaplaning auf gewissen Abschnitten erhöht sein.

Auch SRF Meteo sieht die Gefahr gefluteter Keller. Welche Orte betroffen sein könnten, lasse sich allerdings nicht vorhersagen. Bis Donnerstag um 10 Uhr gilt in der Nordost- und Zentralschweiz gemäss der Naturgefahrenkarte des Bundesamts für Umwelt (Bafu) mässige Hochwassergefahr für kleine und mittelgrosse Flüsse. Zudem hat der Bund eine Gewitterwarnung der Stufe 3 (erhebliche Gefahr) für das Deutschschweizer Mittelland bis an den nördlichen Alpenrand in der Inner- und der Ostschweiz ausgegeben.

Überflutete Keller und Kantonsstrassen

Im Thurgau gingen in der Nacht auf Dienstag zwischen 20 und 7 Uhr rund 60 Schadensmeldungen ein, wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung schreibt. Die Feuerwehren seien vor allem im Mittelthurgau im Einsatz gestanden, in den meisten Fällen mussten sie Keller auspumpen. Vereinzelt wurden Strassen überflutet und Bäche traten über die Ufer. Personen wurden keine verletzt, zu grösseren Schäden ist es auch nicht gekommen.

Im Kanton Zürich kam es zu über 160 Einsätzen der Feuerwehr. Erdrutsche sorgten für Probleme, so zwischen Kempthal und Illnau-Effretikon sowie bei Wila. Die Kantonsstrasse war daher vorübergehend in beiden Richtungen gesperrt. In Bassersdorf stand die Unterführung beim Bahnhof unter Wasser.

Zwei Autos blieben in der überschwemmten Unterführung in Bilten GL mit Motorschaden liegen.
Zwei Autos blieben in der überschwemmten Unterführung in Bilten GL mit Motorschaden liegen.
Kapo GL

Auch im Kanton Glarus gingen heftige Regenfälle nieder. In Bilten wurden am späten Montagnachmittag ein Dutzend Keller in Wohnhäusern überschwemmt. Andere Kantonsteile waren vom Unwetter nicht betroffen. Starke Regenfälle seien nur in der nördlichsten Ecke des Kantons um Bilten niedergegangen, so die Kantonspolizei.

Laut SRF Meteo sind in der Deutschschweiz in den letzten 48 Stunden bis zu 100 Millimeter Niederschlag gefallen, vor allem in der Ostschweiz kam viel zusammen. In Urnäsch etwa verzeichneten die Messstationen in dieser Zeit bereits fast so viel Niederschlag, wie sonst im ganzen Juni anfällt.

Das erste echte Sommer-Wochenende

Ab Donnerstag wird es aber besser: Laut Meteonews dürfen wir uns auf das erste echte Sommer-Wochenende dieses Jahres freuen. So soll es viel Sonnenschein bei wenig Wolken und 26 bis 28 Grad geben. Einzig die Gewässer seien noch etwas frisch, und eine kleine Bise sorge für weitere Abkühlung.

Bereits am Mittwoch soll die Sonne wieder stärker sein, und am Donnerstag wird es endgültig trockener. Der Freitag ist ebenfalls recht schön, und dann soll sich das schöne und sommerliche Wetter gemäss Meteonews bis Mitte der nächsten Woche halten.

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