Paxlovid

BAG verhandelt über Medikament für Covid-19-Erkrankte

dor

27.12.2021

epa09643290 An undated handout photo made available by Pfizer Inc. shows Paxlovid, a Pfizer's coronavirus disease (COVID-19) pill, being manufactured in Freiburg, Germany (issued 15 December 2021). US pharmaceutical company Pfizer Inc. announced on 14 December 2021, final results from an analysis on high-risk patients of its phase 2/3 EPIC-HR study of its novel COVID-19 oral antiviral candidate Paxlovid (nirmatrelvir [PF-07321332] tablets and ritonavir tablets) confirming the drug's efficacy. According to a news release, the pill, which showed close to 90 percent efficacy in preventing hospitalisation or death compared to placebo, is said to retain robust antiviral activity against variants of concern (VoC) as well as other coronaviruses. EPA/PFIZER INC. HANDOUT -- MANDATORY CREDIT-- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
In einem von Pfizer zur Verfügung gestellten undatierten Bild ist die Herstellung von Paxlovid im deutschen Freiburg zu sehen.
Bild: Keystone/EPA/Pfizer Inc. Handout

Zwei Corona-Mittel versprechen schwere Krankheitsverläufe zu reduzieren. Das Bundesamt für Gesundheit steht im Gespräch mit dem Hersteller eines dieser Medikamente.

dor

27.12.2021

Neue Corona-Medikamente wie Paxlovid von Pfizer sollen schwere Verläufe bei Covid-Patienten verhindern. Der US-Pharmakonzern präsentierte im November vielversprechende Zwischenergebnisse zu dem Mittel, das Covid-19-Erkrankten entscheidend helfen könnte.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verhandelt offenbar derzeit mit Pfizer über das Mittel. Das BAG stehe «im Gespräch mit Pfizer bezüglich einer möglichen Anwendung von Paxlovid in der Pandemiebekämpfung in der Schweiz», zitiert «20 Minuten» eine BAG-Sprecherin. Details wollte sie dem Bericht zufolge aber keine nennen.

Paxlovid muss erst noch von Swissmedic zugelassen werden. Bisher sei kein entsprechendes Gesuch eingegangen, habe es auf Anfrage bei der Schweizerischen Heilmittelbehörde geheissen.

Sowohl Infektiologen als auch Politiker fordern laut «20 Minuten» den Einsatz von Paxlovid in der Schweiz. Manuel Battegay vom Universitätsspital Basel schreibe von einer «berechtigten Therapiehoffnung», seinem Kollegen Andreas Widmer zufolge stelle Paxlovid einen «Durchbruch bei medikamentösen Corona-Therapien dar.» Widmer rechne allerdings damit, dass die ersten Lieferungen frühestens zu Ostern in der Schweiz eintreffen.



Bereits Notfallzulassung in USA

Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber, SVP-Gesundheitspolitikerin Verena Herzog und FDP-Nationalrat Marcel Dobler würden für den Einsatz von Paxlovid und anderen Covid-19-Medikamenten plädieren – und für ein rasches Handeln.

Die USA-Arzneimittelbehörde FDA hatte Paxlovid vergangene Woche eine Notfallzulassung erteilt. Israel wiederum soll diese Woche eine erste Lieferung von 100'000 Paxlovid-Pillen erhalten. Die EU-Arzneimittelagentur EMA empfiehlt die Anwendung des Medikaments bei Risikopatienten und -patientinnen.

Paxlovid hat in einer Studie zwischen acht und neun von zehn Personen vor einem Spitalaufenthalt bewahrt. Das zumindest geht aus einer von Pfizer veröffentlichten Pressemitteilung hervor.

Bund unterzeichnet Vertrag über Molnupiravir-Kauf

Zwar stehen Impfungen gegen Corona im Vordergrund, aber weltweit wird an Hunderten Medikamenten gegen das Virus gearbeitet, die allerdings kein Ersatz für Impfungen sind. Derzeit weckt neben Paxlovid das antivirale Mittel Molnupiravir vom Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme grosse Hoffnungen. Im November gab der Bund bekannt, dass er einen Vertrag über den geplanten Kauf der Pille unterzeichnet hat. Das Medikament soll spätestens im Januar 2022 verfügbar sein.

Molnupiravir erhielt vor kurzem die US-Notfallzulassung. Das in Europa unter dem Namen Lagevrio bekannte Medikament ist zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen mit leichten bis mittelschweren Symptomen gedacht und soll einen schweren Krankheitsverlauf verhindern.