Beschuldigter FCZ-Fan wehrt sich gegen Durchsuchung von Handys

sda/tafu

29.6.2020 - 12:31

Weil auf seinem Handy Aktbilder gespeichert seien, hatte ein beschuldigter Fan des FCZ die Herausgabe des Geräts verhindern wollen. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde abgewiesen.
Bild: Keystone

Ein Fan des FC Zürich, der 2018 an einem Angriff auf GC-Fans beteiligt gewesen sein soll, muss der Staatsanwaltschaft die Daten auf seinen Handys für die Ermittlungen zur Verfügung stellen.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Fans des FC Zürich abgewiesen. Die Zürcher Staatsanwaltschaft kann nun die Daten von zwei Handys sichten, die bei einer Hausdurchsuchung beim 25-Jährigen sichergestellt wurden.

Der Mann hat zugegeben, bei einem Angriff von FCZ-Fans auf GC-Fans im Februar 2018 beteiligt gewesen zu sein. Er war im Zuge der Hausdurchsuchung Mitte September 2019 verhaftet worden. Der junge Mann verlangte die Siegelung der beiden Mobiltelefone. Das Zwangsmassnahmengericht gab diese auf Antrag der Staatsanwaltschaft jedoch frei.



Wie bereits die Vorinstanz hat das Bundesgericht in einem am Montag veröffentlichten Urteil die Beschwerde des Mannes abgewiesen. Das Bundesgericht führt in seinen Erwägungen aus, die Daten der Handys könnten für die Untersuchung erheblich sein.

Aufgrund des Tatablaufs sei anzunehmen, dass der Angriff der FCZ-Fans auf die GC-Fans geplant gewesen sei. Dazu könnten sich weitere Angaben auf den Geräten finden.

Aktbilder gespeichert

Der Beschuldigte versuchte, die Entsiegelung unter anderem mit dem Argument zu verhindern, dass sich auf den Handys zahlreiche persönliche und private Daten und Bilder befänden. Darunter seien auch Aktbilder von ihm und einer weiblichen Bekannten.

Das Bundesgericht wertet das Interesse an der Strafverfolgung höher als das geltend gemachte Geheimhaltungsinteresse. Einzig bei den Aktbildern sei es fraglich, ob diese verwendet werden dürfen.

Weil der Betroffene vor Gericht jedoch nicht klar genug ausgeführt habe, wo diese gespeichert seien, könne diese Frage offen gelassen werden. Es sei nicht Sache eines Einzelrichters, in einer Menge von Daten nach einzelnen Fotos zu suchen.



Die Stadtpolizei Zürich hatte nach der Auseinandersetzung der Fussballfans im Februar 2018 ein Video veröffentlicht, auf dem brutale Szenen zu sehen sind.

So wurde bereits bewegungslos auf dem Boden liegenden Personen gegen den Kopf getreten. Bei einem der Täter soll es sich um den Beschuldigten handeln. Die Staatsanwaltschaft führt deshalb insbesondere eine Untersuchung wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

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