Interne Befragung

Das «C» kann weg – die CVP sucht einen neuen Namen

tafi/sda

29.4.2020

Bundesrätin Viola Amherd und Präsident Gerhard Pfister sollen bald einer gründlich erneuerten Partei angehören.
Keystone/Georgios Kefalas, Screenshot Twitter/@CrameriReto

Bei der CVP steht alles zur Debatte: Programm, Inhalte, Strukturen – sogar der Name. Beim selbstverordneten Reformprozess können Mitglieder nun mitentscheiden, wie sich die Partei künftig nennt.

Nach den Verlusten bei den eidgenössischen Wahlen im vergangenen Jahr hat sich die CVP einen Reformprozess verordnet. Als sichtbares Zeichen des Wandels soll auch ein neuer Name her. Das «C» gilt dabei als verzichtbar. Ein neuer Parteiname ist eines der zentralen Themen einer Mitgliederbefragung, die von der Partei jüngst lanciert wurde.

Etwa 20 Namen werden dabei zur Auswahl gestellt, zum Beispiel «Allianz der Mitte», «Demokratische Volkspartei», «Mitte Schweiz» oder «Freiheit und Solidarität». Das belegt ein Screenshot der Umfrage, den der Bündner Grossrat Reto Crameri auf Twitter geteilt hat.

Die Diskussion um das «C» im Namen beschäftigt die Christlichdemokratische Volkspartei schon länger. In der Reihe von Alternativen, die die Parteileitung nur zur Diskussion stellt, kommt es noch einmal vor – im Namensvorschlag «CVP. Die Mitte».

Parteiname ist Teil des Reformprozesses

Dabei handle es sich um Vorschläge, um die Stimmung der Basis zu spüren, sagte CVP-Sprecherin Salomé Steinle auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA-Keystone. Sie betonte, dass noch nichts entschieden sei. Der Parteiname sei ohnehin nur ein Teil des Reformprozesses.

«Wir hören immer wieder, dass Menschen sich zwar mit den Werten der CVP identifizieren können, sich aber dann doch nicht für uns entscheiden», sagte die CVP-Sprecherin. «Wir wollen herausfinden, woran das liegt.»



Die interne Befragung soll bis zum 11. Mai dauern, wird Steinle auf Nau.ch zitiert. «Die Analyse der Aussenwahrnehmung, also auch des Namens, ist lediglich ein Teil dieser Basis-Befragung.» Nach der internen Umfrage solle es eine weitere Befragung mit einer breiteren Basis geben. 

«Jahr der Reformen»

An der Delegiertenversammlung im Februar hatte Parteipräsident Gerhard Pfister 2020 zum «Jahr der Reformen» erklärt. Sie seien nötig, wenn die CVP als Partei zulegen wolle. Dazu gehört gemäss dem Präsidenten eben auch die Diskussion um den Namen. Die Konfession habe heute die Relevanz für das gesellschaftliche Leben weitestgehend verloren, sagte er.

Mit der Befragung bei CVP-Mitgliedern und Sympathisanten soll auch eruiert werden, welches Potenzial die Politik der Mitte habe. Details wollte Steinle nicht bekanntgeben, da die Befragung vorläufig intern ist. Es gehe aber vor allem um Strukturen und Prozesse, sagte sie.

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