Erst Koks, jetzt Falschgeld: SVP-Nationalrat sorgt wieder für Skandal

tsha/SDA

8.3.2019

Die ganze Schweiz spricht über Luzi Stamm: Der SVP-Politiker hatte Koks ins Bundeshaus mitgebracht.
Bild: Keystone

Erst vor wenigen Tagen sorgte SVP-Nationalrat Luzi Stamm für einen Skandal, als bekannt wurde, dass er Kokain ins Berner Bundeshaus mitgebracht hatte. Im Dezember soll er sogar mit einem Koffer Falschgeld unterwegs gewesen sein.

Die Skandale um SVP-Nationalrat Luzi Stamm nehmen kein Ende. Am Mittwoch hatten mehrere Medien berichtet, der Aargauer habe ein Päckchen Kokain im Bundeshaus verstecken wollen. Jetzt heisst es in einem Beitrag des TV-Senders Tele M1, Stamm habe auch noch Falschgeld bei sich gehabt.

Demnach soll der 66-Jährige schon im Dezember in der Wintersession im Bundeshaus seinen Kollegen mehrere Bündel mit den gefälschten Scheinen gezeigt haben. In Beitrag von Tele M1 bestätigt Stamm die Vorwürfe: Er habe insgesamt eine Million Euro Falschgeld in einem Koffer mit sich herumgetragen. Die Blüten habe er von einem Spezialisten untersuchen lassen wollen. Woher das Geld stammt, sagt Stamm nicht.

«Ich habe achtenswerte Gründe»

Nach dem Koks-Skandal klärt die Berner Kantonspolizei derzeit ab, wie der Nationalrat in den Besitz von Kokain gekommen ist und woher die Droge stammt. Ein Drogen-Schnelltest hatte ergeben, dass es sich bei der von Stamm der Polizei übergebenen Substanz um Kokain handelte.

Stamm hatte das Pulver nach eigenen Angaben am Dienstagabend einem Strassenmusiker abgekauft, der ihm Drogen angeboten hatte. Er sei erschüttert gewesen, dass man mitten in Bern so einfach zu Drogen komme, sagte Stamm in Interviews mit verschiedenen Medien. Mit seiner Aktion wolle er die Politik aufrütteln.

Die Behörden sollten «aufräumen» und die Dealer stärker ins Visier nehmen. Ob er nun selber wegen illegalen Drogenbesitz gebüsst werden könnte, sei ihm «egal«». Laut Medienberichten kaufte der SVP-Politiker ein Säckchen für etwas mehr als 45 Franken, wobei er bezweifelte, dass es sich dabei tatsächlich um Drogen handelte.

«Würde man mehr Lockvögel einsetzen, wären die Missstände sofort weg», glaubt Stamm. «Mehr als 100 Franken Strafbefehl können sie mir nicht geben, da ich achtenswerte Gründe habe.»

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