40'000 Gastro-Betriebe in Spanien schliessen wegen Corona

Agenturen/red.

21.7.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick

  • Das BAG meldet 108 Neuinfektionen, nachdem es am Vortag noch 43 Ansteckungen waren.
  • Die Coronakrise reisst ein Loch von geschätzten 35 Milliarden Franken in die Bundeskasse. Finanzminister Ueli Maurer rechnet mit etwa 15 Jahren, um es wieder zu stopfen.
  • Brasilien erlaubt Test für deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff. Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art.
  • Nach einer neuerlichen Zunahme der Ansteckungen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus.
  • Die 27 EU-Staaten haben sich im Kampf gegen die Coronawirtschaftskrise auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 33’742; davon gelten 30’300 Personen als genesen. 1’972 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 14’774’887, die Zahl der Toten auf 611’599.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb eines Tages 108 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – mehr als doppelt so viele wie am Vortag.

Die Schweizer Corona-Warn-App registrierte am Montag wieder leicht mehr Nutzerinnen und Nutzer, nämlich 8'572 Personen zusätzlich. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben damit 945'693 Personen die Anwendung auf dem Handy aktiviert.

Im Kanton Graubünden sind die Fallzahlen von Ansteckungen mit dem Coronavirus im Steigen. Das Gesundheitsamt warnte am Dienstag vor einschneidenden Massnahmen und empfahl dringend das Tragen von Schutzmasken.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

21.27 Uhr: Brasilien erlaubt Test für deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen – diesmal mit deutscher Beteiligung. Wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt «Diário Oficial» am Dienstag hervorging, erlaubte die Anvisa dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, Tests für eine Impfung gegen Covid-19 in Brasilien vorzunehmen.

Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art der Behörde, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen. Anfang der Woche hatte der chinesische Pharmakonzern Sinovac in Brasilien die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs gestartet. Ein Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der Universität Oxford, wird in dem grössten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon seit Juni getestet.

In Brasilien mit rund 210 Millionen Einwohnern breitet sich das Virus immer noch rasant aus. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich mit Corona infiziert, mehr als 80'000 Menschen sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Biontech und Pfizer hatten in den Forschungen an einem Impfstoff am Dienstag ein weiteres positives Teilergebnis bekanntgegeben. Ob die genannten Impfstoffe ausreichend wirken, müssen noch grössere Versuche an Probanden zeigen.

19.52 Uhr: EU-Kompromiss zu Corona-Paket – Deutschland zahlt mehr

Deutschland muss nach dem Kompromisspaket beim EU-Sondergipfel jährlich rund zehn Milliarden Euro mehr in den europäischen Haushalt zahlen. Die jährliche Überweisung nach Brüssel liegt damit künftig bei etwa 40 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr.

Beim Treffen der 27 EU-Staaten war nach viertägigen Verhandlungen und massivem Streit ein Haushalts- und Finanzpaket in der historischen Grössenordnung von 1,8 Billionen Euro vereinbart worden. Damit will sich die EU gegen die Corona-Wirtschaftskrise stemmen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), der französische Präsident Emmanuel Macron und viele andere EU-Staats- und Regierungschefs feierten die Einigung als Erfolg.

Sie ernteten aber auch deutliche Kritik, weil die Ergebnisse im Hinblick auf Umweltschutz, Digitalisierung und Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit zu wenig ambitioniert seien. Rechtspopulisten stellten die Hilfen generell in Frage. Die Augen richten sich nun auf das Europaparlament, das dem Kompromiss zustimmen muss.

19.27 Uhr: New York weitet Reisebeschränkungen auf 31 US-Bundesstaaten aus

Angesichts der Angst vor einem neuen Corona-Ausbruch in New York hat der Bundesstaat seine Beschränkungen für inländische Reisen weiter ausgeweitet. Gouverneur Andrew Cuomo teilte am Dienstag mit, zehn weitere Bundesstaaten auf die Liste der Regionen zu setzen, aus denen Einreisende eine zweiwöchige Quarantäne machen müssen.

Mit den dazu gekommenen Staaten Alaska, Delaware, Indiana, Maryland, Missouri, Montana, North Dakota, Nebraska, Virginia und Washington seien damit nun 31 Bundesstaaten auf der Liste, berichteten mehrere lokale Medien übereinstimmend. Vor allem Staaten im Nordosten der USA sind bislang von den Regeln ausgenommen.

New York, noch im April ein weltweites Zentrum der Pandemie, hat die Zahl der Corona-Fälle drastisch gesenkt und gilt in den USA als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Da aber etwa 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Grossstadt eine zweite Welle. Deshalb hat der Bundesstaat auch die Öffnung von Museen und Schankräumen von Restaurants und Bars vorsichtshalber verschoben.

18.56 Uhr: 15 Jahre für Abbau der virusbedingten Schulden

Der Bundesrat hat noch nicht entschieden, wie genau das Loch von geschätzten 35 Milliarden Franken gestopft werden soll, das die Corona-Krise in die Bundeskasse reisst. Finanzminister Ueli Maurer rechnet aber mit etwa 15 Jahren, die dazu nötig sein werden.

«Es gibt noch viele Unsicherheitsfaktoren, wir wollen die Fakten präziser kennen», sagte Maurer in einem Online-Interview von «Finanz und Wirtschaft» vom Dienstag. «Der Zeithorizont dürfte sich mittelfristig in der Grössenordnung von etwa fünfzehn Jahren bewegen. Bei einer Neuverschuldung von ca. 30 Milliarden Franken wären das pro Jahr 2 Milliarden», sagte der SVP-Bundesrat.

Im laufenden Jahr dürfte wegen der Corona-Krise im ordentlichen Budget statt eines geringen Überschusses von 400 Millionen Franken ein Defizit im Umfang von etwa 3 Milliarden Franken anfallen, wie «Finanz und Wirtschaft» schreibt. Gemäss einer ersten Schätzung von Maurers Finanzdepartement dürften die Einnahmen rund 5 Milliarden Franken niedriger ausfallen als budgetiert.

Maurer ist dagegen, die Nationalbank einzuspannen. «Es gibt keinen Grund, zusätzliche Mittel der Nationalbank zu beanspruchen. Sie hat eine andere Aufgabe, die im Moment unterschätzt wird. Sie muss den Franken-Kurs stützen. Wenn sie in diesem Bereich nichts täte, hätten wir zum Euro wohl eine Parität, was für die Exportindustrie eine Katastrophe wäre», sagte er. Die Nationalbank dürfe nicht die Schulden des Staates bezahlen.

18.47 Uhr: Israel hebt Pläne für Restaurantschliessungen auf

Die angesichts der Corona-Pandemie geplante Schliessung von Restaurants in Israel ist vom Tisch: Das Parlament hob einen entsprechenden Regierungserlass am Dienstag auf. Die Beschränkungen seien nicht durch wissenschaftliche Daten gestützt, erklärte ein Mitglied der Knesset. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium hatten am Freitag unter anderem die Schliessung von Restaurants angekündigt, um die Ausbreitung des Coronavirus im Land einzudämmen.

Restaurants sollten laut Regierungsplan nur noch Lieferservice und Ausser-Haus-Verkäufe anbieten. Nachdem sich viele Gastronomen über die Corona-Beschränkungen verärgert zeigten, hatte die Regierung die geplante Schliessung bereits auf Dienstag verschoben. Diesen Beschluss hob die Knesset nun auf.

Am Montag hatte das Parlament bereits jegliche Zugangsbeschränkungen für Strände und Schwimmbäder in Israel wieder aufgehoben. Ob auch Sportstudios und Schulen demnächst wieder öffnen dürfen, will die damit betraute Kommission noch innerhalb dieser Woche entscheiden.

Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern hat bisher 52'000 Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. 422 Menschen starben. In den vergangenen Wochen wurden täglich mehr als tausend Neuinfektionen gemeldet, was die Regierung zu den neuen Beschränkungen veranlasste.

18.33 Uhr: 40'000 Gastro-Betriebe in Spanien schliessen

Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes vom Dienstag mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40'000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schliessen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65'000 ansteigt.

Auf den Balearen-Inseln, darunter das bei Deutschen beliebte Urlaubsziel Mallorca, habe auch nach dem Ende der Grenzschliessungen in der Europäischen Union weniger als die Hälfte der Bars und Restaurants wieder geöffnet, erklärte der Verband. In den Grossstädten des Landes leidet die Branche demnach auch unter ausbleibenden einheimischen Gästen, die sich stattdessen wegen des verbreiteten Homeoffice daheim versorgen. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

16.40 Uhr: Wieder mehr Nutzer bei SwissCovid-App 

Die Schweizer Corona-Warn-App registrierte am Montag wieder leicht mehr Nutzerinnen und Nutzer, nämlich 8'572 Personen zusätzlich. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Dienstag hatten 945'693 Personen die Anwendung auf dem Handy aktiviert, gegenüber 937'121 am Vortag. Von Mittwoch bis Donnerstag hatte die App rund 26'000 zusätzliche Nutzer vermerkt.

Seit der Lancierung der App Ende Juni ist die Zahl der Aktivierungen bis Anfang Juli zuerst kontinuierlich gestiegen. Danach war die Zahl der Benutzer jedoch zeitweise rückläufig.

15:55 Uhr: Masken sind in Österreich wieder breiter Pflicht

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien.

Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündete, dass in Österreich wieder an mehr Orten Maskenpflicht herrscht.
Bild: Keystone/AP/Ronald Zak

Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1400 Menschen mit dem Virus infiziert. «Es beginnt wieder ein bisschen zu brodeln», sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

15.30 Uhr: Maskenpflicht nach Party-Alarm in Süditalien

Nach ausgelassenen Feiern von zumeist jungen Leuten auf der italienischen Urlaubsinsel Capri hat der Bürgermeister eine Maskenpflicht für Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seiner Insel im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden. Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nächsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Strassen und Plätzen.

Capri hatte bisher kaum Corona-Fälle zu vermelden. Mit dem Beginn der Urlaubssaison möchte Lembo, wie er in Medieninterviews sagte, dass die Lage so ruhig bleibt. Nach Bildern von ausgelassenen Menschen, die ohne Corona-Schutz und ohne Abstände im Freien stehen und trinken, war er alarmiert. Der Erlass gilt, als Warnung, zunächst bis Ende Juli - Verlängerung möglich.

13.40 Uhr: Spanien – 4'581 neue Fälle an einem Wochenende

Nach den Lockdown-Lockerungen hat sich in Spanien die Zahl der Neuinfektionen wieder verdreifacht: Alleine am vergangenen Wochenende sind dort 4'581 neue Fälle hinzugekommen, berichtet die Nachrichtenagentur «Reuters». Die neuen Hotspots liegen demnach bei Barcelona in Katalonien und Lleida in Aragon.

Insgesamt zählte das Land bisher 264'836 Fälle, was mehr als 28'000 Patienten nicht überlebt haben. «Wo Regeln gelockert wurden, sind diese neuen Cluster aufgetreten», sagte Gesundheitsministerin Salvador Illa. Die Rede ist von Treffen der erweiterten Familie und Orte, die mit dem Nachtleben verknüpft sind.» Inzwischen sei das Maskentragen in den meisten Regionen vorgeschrieben, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

13 Uhr: Usbekistan zahlt Touristen bei Infektion 3'000 Dollar

Haben Sie sich überlegt, in Usbekistan Ferien zu machen, doch die Pandemie hat Sie bisher davon abgehalten? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie: Sollten Sie sich dort tatsächlich SARS-CoV-2 einfangen, werden Sie vom Staat mit 3'000 Dollar entschädigt. Und das Ganze gibt es sogar schriftlich.

«Wir wollen Touristen versichern, dass sie nach Usbekistan kommen können», wird die Tourismus-Verantwortliche Sophie Ibbotson zitiert. «Die Regierung hat so viel Vertrauen, dass die neuen Sicherheits- und Hygienemassnahmen im Tourismussektor die Gäste schützen, dass der Präsident bereit ist, seinen Worten auch Gelder folgen zu lassen. Wenn Sie in den Ferien [SARS-CoV-2] bekommen, werden sie entschädigt.»

Die Moschee von Bukhara.
Bild: WikiCommons/Jean-Pierre Dalbéra

Die Bedingung: Antragsteller müssen mit einem lokalen Touristenführer unterwegs gewesen sein, der ein entsprechendes Zertifikat hat. 2019 war Usbekistan der am viertschnellsten wachsende Tourismusmarkt, weiss «Vice».

12.15 Uhr: 108 neue Corona-Ansteckungen registriert

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb eines Tages 108 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden – mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Am Montag waren 43 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Sonntag 99 und am Samstag 110. Insgesamt gab es bisher 33'742 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Dienstag mitteilte.

Das BAG meldete am Dienstag auch drei weitere Todesfälle. Bisher starben damit 1'691 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,7 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt haben.

Insgesamt mussten seit Beginn der Pandemie 4'134 Personen hospitalisiert werden, im Vergleich zum Vortag sind das acht mehr. Die Zahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 732'835. Bei 5,5 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

10.45 Uhr: Passagierdaten werden von Hand erfasst

Seit Anfang Juni müssen alle in die Schweiz einreisenden Flugpassagiere handschriftlich eine sogenannte Kontaktkarte ausfüllen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft, ob in Zukunft eine elektronische Erfassung möglich sein wird. Tamedia-Zeitungen berichteten am Dienstag darüber, dass das BAG seit Anfang Juni verlange, dass Airlines Tausende von Zetteln mit Angaben zur Person, Reiseroute, Sitznummer und Wohnsitz von in die Schweiz einreisenden Personen sammeln.

Diese handschriftlich ausgefüllten Kontaktkarten würden in Kisten 14 Tage lang aufbewahrt und danach vernichtet. Die Swiss bestätigt auf Anfrage, dass in Absprache mit dem BAG auf jedem Flug nach Zürich und Genf diese Kontaktkarten und dreisprachige Infoblätter zur Quarantäne-Pflicht verteilt werden. Das bringe einen gewissen Aufwand mit sich, die Swiss versuche im engen und guten Austausch mit den Behörden diese bestmöglich zu unterstützen, um die Coronapandemie zu bewältigen.

Flugzeuge – mit ihnen kann man in die Luft gehen.
Symbolbild: Keystone

Zahlen zur Menge der Formulare habe man nicht zur Hand, heisst es bei der Swiss. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, warum diese Formulare nicht online ausgefüllt werden können. BAG-Sprecherin Katrin Holenstein bestätigt auf Anfrage, dass die Daten der Kontaktkarten handschriftlich ausgefüllt werden müssen. Das BAG prüfe, ob in Zukunft eine elektronische Erfassung möglich sei, dabei müssten aber juristische und datenschutzrechtliche Fragen berücksichtigt werden.

Die Erfassung der handschriftlichen Daten stellt, wie es auf Anfrage heisst, weder für das BAG noch für die Swiss ein Problem dar. Das BAG kann die Angaben der Passagiere zusätzlich mit den Passagierlisten gegenchecken. Die Fluggesellschaften sind laut BAG aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Angaben korrekt und vollständig sind. Das BAG fordere von den Airlines jede Woche die Kontaktdaten von rund 20 bis 30 zufällig ausgewählten Flügen.

«Spätestens ab nächster Woche sollen auch Kontaktkarten aus Busverbindungen den Kantonen zur Verfügung gestellt werden», sagt die BAG-Sprecherin. Die Kontaktdaten von quarantänepflichtigen Personen (aus Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko) werden vom BAG an die Kantone weitergeleitet, diese sind gebeten, die Einhaltung der Meldepflicht bzw. Quarantänepflicht zu überprüfen. Das BAG wertet das Echo der Kantone aus und wird, wie es auf Anfrage heisst, in ein bis zwei Wochen über das weitere Vorgehen entscheiden.

10 Uhr: Erst leugnen und dann auch noch falsch behandeln

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat das neue Coronavirus nie wirklich ernst genommen – und war zuletzt selbst an der «kleinen Grippe» erkrankt. Im Folgenden erwischte es auch drei weitere Regierungsmitglieder. Und nun sind innert 24 Stunden zwei weitere Minister hinzugekommen: Erst machte Onyx Lorenzoni seine Erkrankung bekannt, dann der Bildungsminister Milton Ribeiro.

Zumindest war es nicht der Bildungsminister, sondern, der Minister für Staatsbürgerschaften, der dann auf Twitter noch Werbung für die falsche Behandlung machte. «Ich habe seit Freitag das Protokoll mit [dem Antibiotikum] Azithromyci, [dem Anti-Parasiten-Mittel] Ivermectin und [dem Malaria-Medikament] Chloroquin befolgt und fühle bereits die positiven Effekte», schrieb Lorenzi laut «CNN» auf Twitter.

Doof nur, dass am selben Freitag erst die brasilianische Gesellschaft für Infektionskrankheiten einen Bericht herausgegeben hat, der Mediziner auffordert, Chloroquin nicht mehr zu verschreiben, weil es erwiesenermassen nutzlos gegen SARS-CoV-2 ist – und wegen der Nebenwirkungen sogar gefährlich werden kann. Donald Trump hatte ebenfalls die Werbetrommel für das Medikament gerührt («Was haben Sie zu verlieren?»).

9.40 Uhr: Steigende Fallzahlen in Graubünden

Im Kanton Graubünden sind die Fallzahlen von Ansteckungen mit dem Coronavirus im Steigen. Das Gesundheitsamt warnte am Dienstag vor einschneidenden Massnahmen und empfahl dringend das Tragen von Schutzmasken. Die Anzahl Personen, die sich neu mit dem Coronavirus infiziert hätten, sei tendenziell zunehmend, teilte das kantonale Gesundheitsamt am Dienstag mit (mehr hier).

9.13 Uhr: Aniston warnt vor Coronavirus

Hollywoodstar Jennifer Aniston (51) warnt mit einem Foto, das einen Freund im Spital zeigt, vor den Gefahren des Coronavirus. Auf Instagram teilte die Schauspielerin ein Bild, das ihren Bekannten in einem Spitalbett liegend zeigt – an ein Beatmungsgerät angeschlossen. «Das ist unser Freund Kevin. Völlig gesund, kein einziges grundlegendes Gesundheitsproblem. Das ist Covid. Das ist echt», schrieb sie dazu.

Aniston ruft zu Vorsichtsmassnahmen auf: «Wir dürfen nicht so naiv sein, zu glauben, dass wir dem entkommen können. Wenn wir wollen, dass es endet – und das wollen wir doch, oder? – ist der eine Schritt, den wir gehen können: Tragt bitte eine Maske», schrieb sie. «Denkt an diejenigen, die bereits unter diesem schrecklichen Virus gelitten haben. Tut es für eure Familie. Und vor allem für euch selbst. Covid befällt alle Altersgruppen.»

Nach Angaben der Schauspielerin wurde das Foto Anfang April aufgenommen, ihr Freund habe sich glücklicherweise «jetzt fast erholt». Aniston hat in den sozialen Netzwerken bereits mehrfach dazu aufgerufen, Masken zu tragen.

8.30 Uhr: Clubbetreiber wurde bedroht

Seit einige sogenannte «Superspreader-Events» – also Fälle, in denen ein Coronavirus-Infizierter ungewöhnlich viele andere Personen ansteckte – für Schlagzeilen sorgten, stehen die Clubs unter besonderer Beobachtung. «Die Leute haben sich auf die Clubs eingeschossen, wir sind die Bösen, die Gefährlichen», klagt ein Clubbetreiber aus Aarau dem Newsportal «Watson». Michael Ganz hat seinen Boiler-Club nun vorübergehend sogar geschlossen.

Das habe auch damit zu tun, dass die im Aargau wieder gesenkte Maximalzahl von 100 Besuchern keinen rentablen Betrieb mehr ermögliche – aber nicht nur: «Ich bin in anonymen Briefen als ‹verantwortungslos› beschimpft worden», sagt Ganz.

Er wehrt sich gegen solche Anschuldigungen gegenüber den Clubs: So hätten sich im Aargau seit Mitte Mai deutlich weniger Leute im Ausgang mit dem Coronavirus infiziert als etwa zu Hause. «Wer nun mit dem Finger auf uns zeigt, vergisst, dass man überall, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, mit einer Infektion rechnen muss.»

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08.07.2020

8.15 Uhr: Schweizer Exporte ziehen wieder an

Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im Juni zwar deutlich vom Coronaschock erholt –, verdaut ist dieser aber noch längst nicht. Nach dem Rekordeinbruch vom April und einem leichten Rückgang im Mai stiegen die Ausfuhren im Juni zum Vormonat saisonbereinigt wieder um 6,9 Prozent auf 17,5 Milliarden Franken an. Real – also preisbereinigt – gab es sogar einen Anstieg um 7,9 Prozent.

Die Einfuhren haben sich ebenfalls weiter erholt. Sie stiegen um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Franken (real: +5,5 Prozent). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,8 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Dienstag zu entnehmen ist.

Trotz dieser Erholung sind die aktuellen Werte noch meilenweit von jenen der Vor-Coronazeit entfernt. So hatte die Schweizer Exportwirtschaft davor zum Teil pro Monat Waren im Wert von über 20 Milliarden Franken ins Ausland abgesetzt, und die Importe beliefen sich jeweils auf rund 17 Milliarden pro Monat.



8.03 Uhr: Kontaktloses Bezahlen hat sich etabliert

Der Lockdown hat dem Schweizer Kleingewerbe einen Digitalisierungsschub aufgezwungen. Und auch in Zukunft möchten viele Kunden auf Onlinekäufe, kontaktloses Bezahlen und Hauslieferdienste nicht mehr verzichten – das zumindest ergab eine Befragung des Unternehmens Localsearch bei 705 Personen in der Deutsch- und Westschweiz.

Ein Drittel der Befragten möchte demzufolge auf Hauslieferdienste, die viele kleine Läden und Gewerbler während des Lockdowns erstmals angeboten haben, nicht mehr verzichten.

Einen wahren Höhenflug habe das kontaktlose Bezahlen erlebt, das fast überall auch für Kleinstbeträge möglich wurde. 59 Prozent der Umfrageteilnehmer wünschen sich, in kleinen Geschäften auch weiterhin kontaktlos bezahlen zu können. Überdurchschnittlich beliebt sei diese Bezahlform bei den 16- bis 29-Jährigen. Eine Mehrheit der Befragten (52 Prozent) nutze die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens seit dem Lockdown häufiger als zuvor.



7.30 Uhr: Schweizer Konzerne mit weniger Gewinn 

Die Coronakrise schlägt sich auch auf die Ergebnisse der Schweizer Konzerne nieder. So vermelden heute sowohl die UBS wie auch Novartis einen Gewinnrückgang für das zweite Quartal. 

Noch härter wurde jedoch der Industriekonzern Georg Fischer (GF) getroffen: Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang brachen zweistellig ein, was entsprechend den Gewinn stark schmälerte. Im ersten Halbjahr 2020 erreichte GF 1,53 Milliarden Franken Umsatz, ein Minus von 20 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Der operative Gewinn (EBIT) brach um beinahe 60 Prozent auf 57 Millionen Franken ein. Der Reingewinn nach Minderheiten fiel gar um zwei Drittel auf 34 Millionen Franken zurück.



6.20 Uhr: EU lässt Schweiz bei Tracing-App auflaufen

Die SwissCovid-App, mit der Coronavirus-Infektionsketten gestoppt werden soll, nützt im Ausland kaum etwas. Das liege nicht an der Technik, sondern an den politischen Beziehungen zu der EU, heisst es in einem Bericht von «SRF». Die SwissCovid-App zur Nachverfolgung der Infektionsketten arbeitet nicht mit Corona-Warn-Apps von EU-Staaten zusammen, obwohl das technisch möglich wäre. Das erschwert eine schnelle, wirksame Rückverfolgung von Kontakten über Grenzen hinweg. Das Problem: Die EU will die Daten nicht austauschen. Während Tracing-Apps aus EU-Ländern wie Deutschland, Italien oder Österreich schon in einigen Wochen zusammenarbeiten sollen, wird die Schweizer App nicht kompatibel sein.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sei diplomatisch aktiv, um beim Austausch von Tracing-Daten eine Lösung zu finden, sagte Sang-Il Kim, Leiter Digitale Transformation des BAG, vergangene Woche gegenüber Journalisten. Doch diese Verhandlungen dürften einen schweren Stand haben, denn laut Kim fehle dazu ein institutionelles Abkommen mit der EU.

Davon geht laut «SRF» auch das Aussendepartement (EDA) aus. Weil ein Gesundheitsabkommen mit der EU fehle, bestehe aus Sicht der EU keine Rechtsgrundlage, damit die Schweiz bei der App-Kontaktverfolgung der EU mitmachen könne. «Die EU macht den Abschluss eines Gesundheitsabkommens von signifikanten Fortschritten beim institutionellen Abkommen abhängig», habe das EDA mitgeteilt.

Aber genau diese Verhandlungen zum institutionellen Abkommen, welches die Beziehungen der Schweiz zur EU neu regeln soll, liegen derzeit auf Eis. Es sei praktisch ausgeschlossen, dass die Schweiz auch ohne Gesundheitsabkommen mit der EU Tracing-App-Daten austauschen kann, heisst es in dem Bericht. Diese Sichtweise bestätigte offenbar auch ein Sprecher der EU-Kommission auf Anfrage von SRF.

Mit der SwissCovid-App, so die Hoffnung des BAG, sollen die Coronavirus-Ansteckungsketten nachverfolgt werden können.
Bild: Keystone/Jean-Christophe

Für Damian Müller, Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats sei der Fall mit der Corona-Warn-App exemplarisch. Die Beziehungen zur EU seien «fragil». Die Schweiz müsse ein Gesundheitsabkommen mit der EU anstreben, um solche Situationen zu verhindern, fordert der FDP-Ständerat.

Eine Sonderlösung mit der EU für den Datenaustausch der Tracing-Apps scheint dem Bericht derzeit unrealistisch. Reisende aus der Schweiz, die die Kontaktverfolgung per App auch im Ausland sicherstellen wollen, müssten wohl oder übel die Tracing-App des Ziellandes herunterzuladen.

5.37 Uhr: EU-Gipfel: Einigung auf historisches Coronapaket steht

Die EU-Staaten haben sich im Kampf gegen die Coronawirtschaftskrise auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie es aus Verhandlungskreisen hiess.

Im Kampf gegen die Coronawirtschaftskrise haben sich die EU-Staaten auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte geeinigt. Der Kompromiss wurde nach mehr als viertägigen Verhandlungen am frühen Dienstagmorgen bei einem Sondergipfel in Brüssel von den 27 Mitgliedsstaaten angenommen, wie Ratschef Charles Michel auf Twitter mitteilte. Zusammen umfasst das Paket 1,8 Billionen Euro – davon 1074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise.

Mit dem Finanzpaket will sich die Europäische Union gemeinsam gegen den historischen Wirtschaftseinbruch stemmen und den EU-Binnenmarkt zusammenhalten. Gleichzeitig soll in den Umbau in eine digitalere und klimafreundlichere Wirtschaft investiert werden. Dafür werden erstmals im grossen Stil im Namen der EU Schulden aufgenommen, das Geld umverteilt und gemeinsam über Jahrzehnte getilgt.

Am Montag waren zwei der umstrittensten Einzelpunkte gelöst und damit der Weg zum Gesamtdeal freigemacht worden. Zum einen fand man nach tagelangem Streit einen Kompromiss zum Kern des Coronaprogramms: Die sogenannten sparsamen Staaten akzeptierten, dass gemeinsame Schulden aufgenommen werden und das Geld als Zuschuss an EU-Staaten geht. Im Gegenzug willigten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ein, die Summe dieser Zuschüsse aus dem Coronaprogramm von 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden zu verringern. Dazu kommen 360 Milliarden Euro, die als Kredit vergeben werden.

Der zweite Knackpunkt wurde dann am Montagabend geklärt: Man fand eine Formel zur Koppelung von EU-Geldern an die Rechtsstaatlichkeit, die alle 27 Staaten annahmen. Zuvor hatten sich Polen und Ungarn strikt gegen einen solchen Rechtsstaatsmechanismus gewehrt, zumal gegen beide Staaten Verfahren wegen Verletzung von EU-Grundwerten laufen. Mehrere andere EU-Staaten beharrten jedoch darauf, dass EU-Gelder gebremst werden, wenn gemeinsame Werte missachtet werden. Die Kompromissformel wurde von mehreren Staaten erarbeitet und in der Runde der 27 vom lettischen Regierungschef Krisjanis Karins vorgetragen.

Die Interpretation der Klausel war unterschiedlich. Während EU-Vertreter sie als wirksame Koppelung bezeichneten, zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP polnische Regierungsquellen mit der Einschätzung, die Koppelung sei gestrichen worden. Ungarische Medien feierten die Einigung als Sieg für Ministerpräsident Viktor Orban.

4.41 Uhr: Kontaktkarten stapeln sich in Schweizer Flughäfen

Auf allen Flügen in die Schweiz müssen die Passagiere von Hand ein Formular, Kontaktkarte genannt, mit persönlichen Angaben ausfüllen – offenbar auf Geheiss des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), schreibt der «Tages-Anzeiger». Auf der Karte müssten mit Kugelschreiber Reiseroute, Sitznummer, Wohnsitz und weitere Angaben notiert werden. Kurz vor der Landung sammle das Kabinenpersonal die Zettel ein und lege sie in ein Körbchen. Die Schweiz sei mit dieser Methode technologisch im Rückstand, heisst es in dem Bericht. An den Schweizer Flughäfen stapeln sich inzwischen offenbar die Zettel. «Wir haben in unserem Büro eine grosse Kiste. Da kommen sie hin», erzählt ein Mitarbeiter einer Fluggesellschaft der Zeitung. Werde ein Passagier positiv getestet, könne das Bundesamt für Gesundheit die Zettel seines Fluges anfordern. Die Fluggesellschaften würden sie dann einscannen.

Wer nach Spanien fliege, kann den dortigen Behörden vorab seine Reisepläne via App melden. Griechenland oder Costa Rica setzen im Kampf gegen importierte Coronafälle immerhin auf ein Onlineformular.

In vielen Fällen wird den Passagieren nach dem Ausfüllen ein QR- Code übermittelt, den sie beim Grenzübertritt auf dem Handy vorweisen können. Handschriftlich ausgefüllte Formulare entziffern muss in diesen Ländern niemand mehr.

Das BAG prüft nach eigenen Angaben eine solche Lösung. Dabei müsse aber auch der Datenschutz berücksichtigt werden. Wann von analog auf digital umgestellt werden könnte, wollte das BAG laut «Tages-Anzeiger» nicht sagen.

3.20 Uhr: Studie: Antikörper sorgen vermutlich für Immunität

Coronapatienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

2.59 Uhr: New Yorker Frick Collection erst 2021 wieder offen

Die New Yorker Frick Collection, die Werke von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert zeigt, will in der Coronavirus-Pandemie erst Anfang 2021 wieder öffnen – und dann gleich vorübergehend in einem neuen Gebäude. Teile der Sammlung sollen dann wie geplant im «Frick Madison» gezeigt werden, teilte das Museum in der Nacht zum Dienstag mit.

Die Frick Collection hatte aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus Mitte März geschlossen und ist – wie so gut wie alle anderen Museen der Stadt auch – immer noch zu. Einige Museen haben provisorische Öffnungsdaten für die kommenden Wochen angekündigt, einige haben noch keine Details mitgeteilt. Andere Kultureinrichtungen wie beispielsweise die Metropolitan Oper oder die Theater des Broadway haben bereits alle Veranstaltungen bis Ende des Jahres abgesagt.

Beim «Frick Madison» handelt es sich um ein 1966 fertiggestelltes brutalistisches Gebäude des Architekten Marcel Breuer an der noblen Upper East Side von Manhattan. Bis 2014 war dort das Whitney Museum für amerikanische Kunst beheimatet. Als das in den Süden Manhattans umgezogen war, übernahm 2016 das Metropolitan Museum das Gebäude, um im «Met Breuer» zeitgenössische Kunst zu zeigen. Aufgrund zu hoher Betriebskosten zog sich das Met jedoch früher als geplant daraus zurück.

Weil die ebenfalls auf der Upper East Side gelegene Frick Collection renovieren und umbauen will, meldeten die Betreiber Interesse an dem Gebäude an. Nach den rund 160 Millionen Dollar teuren Umbauarbeiten will die Frick Collection 2023 wieder in ihrem Originalgebäude am Central Park öffnen.

2.15 Uhr: Trump wirbt jetzt für Schutzmasken

Monatelang distanzierte sich der amerikanische Präsident von Masken als Mittel gegen die Coronapandemie. Nun ist für Donald Trump das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sogar irgendwie «patriotisch».

Trump hat in der Coronavirus-Pandemie für das Tragen von Masken in bestimmten Situationen geworben. «Wir sind vereint in unseren Bemühungen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen», schrieb Trump am Montag auf Twitter.

US-Präsident Donald Trump trägt bei einem Besuch im Walter-Reed-Militärspital in Bethesda (Maryland) am 11. Juli 2020 ausnahmsweise eine Gesichtsmaske.
Bild: Keystone/AP Photo/Patrick Semansky

«Und viele Menschen sagen, dass es patriotisch ist, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man keine soziale Distanz wahren kann. Niemand ist patriotischer als ich, Euer Lieblings-Präsident!» Dazu twitterte Trump ein Foto, wie er eine Maske mit dem Präsidenten-Siegel trägt.

Mit dem Tweet revidierte Trump frühere Aussagen, in denen er Masken eher als Symbole der Schwäche abtat. Seine Ansage blieb jedoch weit davon entfernt, die zunehmenden Forderungen in den USA nach einer landesweiten Pflicht zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit zu unterstützen.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der «Washington Post» und des Senders ABC gaben 79 Prozent an, sie würden in Gegenwart anderer Menschen ausserhalb ihres Zuhauses immer oder meistens eine Schutzmaske tragen. 15 Prozent sagten, sie würden nie oder selten eine Maske anziehen. Der Umfrage zufolge hat auch die Kritik an Trumps Krisenmanagement zugenommen. 60 Prozent bewerteten Trumps Vorgehen in der Pandemie als negativ, nur noch 38 Prozent befürworteten es. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheissen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

1.31 Uhr: Mehr als 80'000 Coronatote in Brasilien

In Brasilien sind bereits mehr als 80’000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Coronatoten auf 80’120. Zuletzt waren täglich rund 1’000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Todesfälle in der Coronapandemie verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so gross wie Deutschland.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte das Coronavirus zu Beginn der Pandemie als «kleine Grippe» verharmlost und damit in der Bevölkerung Verwirrung über die Ernsthaftigkeit der Krankheit gestiftet. Auch wollte er aus wirtschaftlichen Gründen keine Massnahmen zur Eindämmung treffen. Die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie hat Bolsonaro – der selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurde – an Gouverneure der Bundesstaaten und Bürgermeister delegiert.

Nach Bolsonaro sind nach eigenen Aussagen auch Sozialminister Onyx Lorenzoni und Bildungsminister Milton Ribeiro positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit haben sich – nach General Augusto Heleno, Chef des Kabinetts für institutionelle Sicherheit, und Energieminister Bento Albuquerque – vier Minister in der Regierung des rechten Präsidenten mit Corona infiziert.

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