Corona-Überblick

Bund erklärt Impfkampagne für die Schweiz – Deutschland verlängert und verschärft Lockdown

Agenturen/red

5.1.2021

Das Wichtigste im Überblick

  • Bisher sind in der Schweiz 28 Fälle des mutierten Coronavirus in sieben verschiedenen Kantonen registriert worden.
  • Das BAG meldet 4020 Neuansteckungen, die Positivitätsrate beträgt 15,8 Prozent. Die Reproduktionszahl R liegt laut Taskforce in der Schweiz deutlich über dem angestrebten Wert von 0,8.
  • An Corona erkrankte Personen könnten beim Abschluss einer Zusatzversicherung Probleme bekommen: Einige Krankenkassen wollen schwere Verläufe genau prüfen. 
  • De WHO hält es in Ausnahmefällen für vertretbar, die Verabreichung der zweiten Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer um etwa zwei Wochen hinauszuschieben.
  • Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer beraten heute eine Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns bis zum 31. Januar beschlossen.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 465’981 Personen; davon gelten 317’600 als genesen. 8014 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 in der Schweiz verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 86'165'772, die Zahl der Toten auf 1'863'065.

Über die ganze Schweiz zeigt die Covid-19-Pandemie einen stabilen bis leicht rückläufigen Verlauf. Das schreibt die Covid-19-Taskforce in ihrem neuesten Lagebericht. Die effektive Reproduktionszahl R sei jedoch höher, als der vom Bundesrat angestrebte Wert von 0,8.

Im Wallis steigen die Covid-Fallzahlen jedoch nach den Festtagen wieder an: In den letzten fünf Tagen sind im Bergkanton 620 neue Corona-Fälle registriert worden, im Durchschnitt also 125 Fällen pro Tag. Damit steigt die Kurve der Neuinfektionen wieder: Noch am 26. Dezember hatte der Wert bei 51 Fällen gelegen.

Expertinnen und Experten des Bundes klärten am Dienstag in ihrer ersten Medienkonferenz des neuen Jahres unter anderem über Fragen zur Impfkampagne auf. Ziel des Bundes sei es, bis Sommer all jene impfen zu können, die das wünschten. Bisher habe die Schweiz 233'000 Impfdosen erhalten – rund die Hälfte dessen, was für den gesamten Monat erwartet werde. Im Februar sollten dann insgesamt eine Million Impfdosen in der Schweiz verfügbar sein.

Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit warnte in der Medienkonferenz vor den möglichen Folgen, wenn sich die aus Grossbritannien und Südafrika bekannten mutierten Coronaviren in der Schweiz verbreiten: Dann könne erneut eine Überlastung des Gesundheitswesens drohen. Bisher seien insgesamt 28 Fälle in sieben Kantonen festgestellt worden.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

21.42 Uhr: Israels Regierung beschliesst härteren Lockdown

Israels Regierung will mit einem härteren Corona-Lockdown die Infektionsdynamik bremsen. Nach einer erneuten Zunahme der Fälle beschloss das Kabinett am Dienstagabend eine Verschärfung der geltenden Restriktionen. Diese soll nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an Donnerstag um Mitternacht in Kraft treten und zwei Wochen andauern. Details werden demnach noch abgestimmt. Medienberichten zufolge umfasst die Verschärfung unter anderem die Schliessung von Schulen und Kindergärten. Das Parlament muss den Massnahmen noch zustimmen.

In Israel hatten die Infektionszahlen nach einem vergleichsweise milden Pandemiebeginn im Sommer massiv zugenommen. Als Grund gelten unter anderem verfrühte Lockerungen. Mitte September verhängte die Regierung einen zweiten Lockdown, der die Zahlen deutlich senkte. Ab Mitte Oktober setzte die Regierung schrittweise Lockerungen um, seither nahmen die Infektionszahlen wieder zu.

21.28 Uhr: Lockdown in England könnte bis März andauern

Der erneute harte Lockdown in England wegen der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen könnte möglicherweise noch bis März andauern. Vor dem Land lägen «sehr, sehr schwierige Wochen», sagte der britische Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Dienstag dem Sender Sky News. Es sei nicht «mit Sicherheit» vorherzusagen, ob die Einschränkungen, die bisher für sechs Wochen angeordnet sind, dann auch aufgehoben werden könnten. Mitte Februar sollen die Massnahmen überprüft werden.

21.02 Uhr: Biontech-Chef Sahin – «Bis Sommer ausreichend Impfstoff» für Deutschland

Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, Ugur Sahin.
Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Biontech, Ugur Sahin.
Bild: dpa

Bis zum Sommer will Biontech so viel Impfstoff produzieren, dass alle in Deutschland geimpft werden können, die dies wünschen. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin mit und spricht von einer «Verpflichtung» für sein Unternehmen.

20.42 Uhr: Spanien verschärft Massnahmen 

Wegen der anziehenden Zahlen kündigten erneut mehrere der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften des Landes am Dienstag eine Verschärfung der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie an. Valencia verlängerte zum Beispiel die Abriegelung der Region bis zum 31. Januar. Die knapp fünf Millionen Einwohner dürfen die Region nur mit triftigem Grund verlassen, etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Auswärtige dürfen ebenfalls nur ein Ausnahmefällen einreisen. Zudem wird der Beginn der nächtlichen Ausgehsperre ab Donnerstag um zwei Stunden auf 22 Uhr vorgezogen. Restaurants, Bars und andere Gastronomielokale müssen dann schon um 17 Uhr schliessen.

Verschärfungen der Einschränkungen gaben ausserdem auch Extremadura an der Grenze zu Portugal (die mit 638 die höchste sogenannte 14-Tage-Inzidenz ganz Spaniens aufweist) sowie La Rioja bekannt. Bereits am Montag hatte die Regionalregierung von Katalonien mitgeteilt, dass alle Gemeinden der «Comunidad Autónoma», darunter die Metropole Barcelona, ab Donnerstag zehn Tage lang abgeriegelt werden. Während dieses Zeitraumes müssen unter anderem alle Einkaufs- und Fitnesszentren sowie alle Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern geschlossen bleiben.

20.16 Uhr: Regelverstösse untergraben Vertrauen in die schwedische Regierung

Verstösse gegen die eigenen Empfehlungen in der Covid-19-Krise haben dazu geführt, dass das Vertrauen der Schweden in ihre Regierung spürbar nachgelassen hat. Das Boulevard-Blatt «Aftonbladet» veröffentlichte am Dienstag eine Umfrage, wonach inzwischen 42 Prozent der Schweden «sehr wenig» Vertrauen zu Ministerpräsident Stefan Löfven haben – eine Zunahme um zehn Prozentpunkten gegenüber Dezember.

An den Feiertagen über Weihnachten und zum Jahresende war publik geworden, dass sich mehrere Regierungsmitglieder nicht an ihre eigenen Empfehlungen zur Eindämmung der Pandemie gehalten hatten. So wurde Löfven mehrfach bei einem Einkaufsbummel beobachtet.

Missfallen erregte insbesondere der Leiter des schwedischen Zivilschutzes, Dan Eliasson. Er war auf die Kanarischen Inseln geflogen, um mit seiner dort lebenden Tochter Weihnachten zu feiern. Die Regierung hatte die Parole ausgegeben, solche Reisen sollten unterbleiben, sofern sie nicht «notwendig» seien. Eliasson erklärte jedoch, dass er wegen der Pandemie schon auf viele Reisen verzichtet habe und dass gerade diese notwendig gewesen sei.

20.08 Uhr: WHO kritisiert China – Verzögerung bei Einreise von Wissenschaftlern

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich enttäuscht über die chinesische Verzögerung bei der geplanten Einreise eines Wissenschaftsteams zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus gezeigt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte auf einer Pressekonferenz in Genf, die Information über die seitens China nicht finalisierten Einreiseformalien habe er am Dienstag von chinesischen Regierungsvertretern mitgeteilt bekommen. «Ich bin sehr enttäuscht über die Nachricht, angesichts dessen, dass zwei Mitglieder ihre Reisen bereits begonnen haben und andere nicht in letzter Minute abreisen konnten, aber in Kontakt mit hochrangigen chinesischen Beamten standen», sagte der WHO-Chef.

Er habe Peking klar gemacht gehabt, dass die Mission für die Weltgesundheitsorganisation hohe Priorität habe. Ihm sei versichert worden, dass «China die internen Verfahren für die frühestmögliche Stationierung beschleunigt». Die WHO wolle nach wie vor die Mission so bald wie möglich beginnen. Es wir erwartet, dass das Team mit Wissenschaftlern aus aller Welt die Grossstadt Wuhan besucht, in der die Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr begann.

19.44 Uhr: Merkel will mit Regel zu Bewegungsradius Ausflüge verringern

05.01.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt zur Pressekonferenz nach den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen. In der Ministerpräsidentenkonferenz wurden weitere Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Michael Kappeler)
In der Ministerpräsidentenkonferenz wurden weitere Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. 
Bild: KEYSTONE/Michael Kappeler

Mit der Einschränkung des Bewegungsradius in Corona-Hotspots sollen nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel vor allem touristische Ausflüge verringert werden – die zu grossen Menschenansammlungen führen könnten. Bei der Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort sei nicht die genaue Adresse etwa in einer Grossstadt wie Berlin gemeint, machte Merkel am Dienstag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder deutlich. Man fange nicht an, den Weg von Mitte nach Spandau oder Marzahn abzumessen, dies sei nicht praktikabel.

Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind Merkel zufolge entsprechende Regeln in Sachsen. Bund und Länder hatten beschlossen, dass in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern weitere lokale Massnahmen ergriffen werden, insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort – sofern kein triftiger Grund vorliegt. «Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar», heisst es im Beschlusspapier. Mehrere deutsche Bergregionen hatten am Wochenende einen Ansturm von Ausflüglern erlebt.

19.14 Uhr: WHO – Verschiebung der 2. Impfdosis um zwei Wochen vertretbar

Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten es in Ausnahmefällen für vertretbar, die Verabreichung der zweiten Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer um etwa zwei Wochen hinauszuschieben. Idealerweise sollten die beiden für den Impfschutz nötigen Dosen aber im Abstand von 21 bis 28 Tagen gegeben werden, sagte Alejandro Cravioto, der Vorsitzende des Strategischen Beirats für Immunisierungsfragen (SAGE), der die WHO in Impffragen berät, am Dienstag in Genf. Ob das für Länder in Frage komme, hänge auch davon ab, wann sie wie viel Nachschub des Impfstoffs erhielten.

Ähnlich haben sich andere Wissenschaftsgremien bereits geäussert. Die britischen Behörden hatten angesichts der hohen Infektionszahlen und der Lieferengpässe mit dem Impfstoff einen noch grösseren Abstand von bis zu zwölf Wochen empfohlen. Der Beirat gibt lediglich Empfehlungen heraus. Behörden steht es frei, ihre eigenen Richtlinien anzuwenden.

19.04 Uhr: Deutschland verlängert Lockdown

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar verlängert. Darauf haben sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer bei ihren Beratungen am Dienstag in Berlin verständigt, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht.

Auf Menschen in Landkreisen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen kommt eine drastische Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zu. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen die Länder lokale Massnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen, sofern kein triftiger Grund vorliegt.

Die Kontaktbeschränkungen werden wegen der weiter hohen Infektionszahlen verschärft. Künftig sind private Zusammenkünfte nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

Auch der Lockdown an Schulen und Kitas wird bis Ende Januar verlängert.

18.56 Uhr: 1,3 Millionen Menschen in Grossbritannien sind gegen Corona geimpft

In Grossbritannien sind nach Angaben von Premierminister Boris Johnson mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Besonders hob Johnson hervor, dass rund die Hälfte der Geimpften aus der besonders bedrohten Altersgruppe der über 80-Jährigen stamme. «In zwei bis drei Wochen werden wir hier ein hohes Mass an Immunität haben», sagte der Regierungschef am Dienstag in London vor Journalisten.

Mit mehr als 60'000 neuen Corona-Infektionen meldete Grossbritannien am Dienstag erneut einen Tagesrekord. «Mehr als zwei Prozent der Bevölkerung sind infiziert», sagte Johnson. In Kliniken würden derzeit 40 Prozent mehr Menschen behandelt als zum Höhepunkt im April 2020. Die Menschen verstünden, dass der Regierung deshalb keine andere Wahl bleibe als einen neuen Lockdown mit weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Schulschliessungen zu verhängen. Das Parlament soll den Massnahmen an diesem Mittwoch zustimmen.

Johnson kündigte an, bis Mitte Februar sollten insgesamt 13,2 Millionen Menschen aus den am meisten gefährdeten Gruppen geimpft werden - Ältere und Pflegeheimbewohner, medizinisches Personal, das dem Virus besonders stark ausgesetzt ist, sowie Risikopatienten. Landesweit stünden bald 1000 Impfzentren in Praxen und Kliniken bereit, sagte Johnson.

18.14 Uhr: 60 Prozent der Schwyzer Heimbewohner wollen sich impfen lassen

In Schwyzer Heimen wollen sich gemäss Voranmeldung rund 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner impfen lassen.
In Schwyzer Heimen wollen sich gemäss Voranmeldung rund 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner impfen lassen. (Symbolbild)
Bild:Keystone

Im Kanton Schwyz wollen sich rund 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das geht aus den Voranmeldungen hervor. Sie alle sollen noch im Januar die erste Impfung erhalten.

Auch ein grosser Teil der Zweitimpfungen in den Pflegeheimen sollte bis dann verabreicht sein, teilte das Schwyzer Departement des Innern am Dienstag mit. Seit dem 23. Dezember werden in Schwyzer Pflegeheimen durch mobile Impfequipen der Rettungsdienste Covid-19-Impfungen durchgeführt.

Die regionalen Impfzentren an den drei Spitalstandorten Schwyz, Einsiedeln und Lachen werden ihren Betrieb aufnehmen, sobald die IT-Lösung des Bundes für die Anmeldung einsatzbereit ist. Das dürfte Mitte Januar der Fall sein. Erst ab dann werde man sich auch anmelden können.

In erster Priorität würden über 75-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen geimpft. Der Rest der Bevölkerung dürfte im zweiten Quartal 2021 geimpft werden.

17.50 Uhr: Touristin bei Verstoss gegen Isolation ertappt

Nach Hinweisen von Walliser Behörden hat die Kantonspolizei Zürich am Dienstag am Flughafen eine niederländische Touristin ertappt. Diese wollte sich trotz eines positiven Coronatests und angeordneter Isolation ins Ausland absetzen.

Die 17-Jährige war im Wallis positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Kantonspolizei mitteilte. Sie wollte nach Amsterdam fliegen, wurde aber am Gate von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Bei der Befragung gab die Jugendliche zu, das negative Covid-19-Testergebnis, mit welchen sie ans Gate gelangt war, gefälscht zu haben. Sie wurde mit einem Ambulanzfahrzeug zurück ins Wallis transportiert.

Die junge Frau erwarten nun Strafverfahren bei der Jugendanwaltschaft wegen des Verstosses gegen das Epidemiegesetz sowie wegen Urkundenfälschung.

Wenn die Fluggäste ausbleiben, hat auch das Autogrill-Restaurant am Flughafen Zürich fast nichts mehr zu tun. Nun will die Gastrokette Stellen abbauen. (Themenbild)
Eine jugendliche Touristin wurde am Flughafen Zürich beim Verstoss gegen die angeordnete Isolation erwischt (Symbolbild).
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17.30 Uhr: Bald wird in allen Kantonen geimpft – Bern fehlt

Drei weitere Kantone haben am Dienstag mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen, ein zusätzlicher folgt am Mittwoch. Damit wird nunmehr in 25 Kantonen geimpft. Als letzter Kanton hat Bern den Impfstart für den 11. Januar angekündigt.

Im Kanton Aargau gingen die Impfzentren am Dienstag in den Kantonsspitälern Aarau und Baden in Betrieb. Alle verfügbaren Impftermine für die besonders gefährdeten und über 75 Jahre alten Personen sind bis auf Weiteres ausgebucht

Im Kanton Thurgau sind seit Dienstag mobile Equipen unterwegs, um Risikopersonen in Alters- und Pflegezentren zu impfen. Bis und mit Februar stehen im Thurgau rund 20'000 Impfdosen zur Verfügung.

Auch der Kanton Glarus startete am Dienstag sein Impfprogramm. Im Alterszentrum Salem in Ennenda wurden die ersten Bewohnerinnen und Bewohner gegen Covid-19 geimpft. Mobile Equipen impfen fortan in den Glarner Alters- und Pflegezentren.

Am Mittwoch startet im Kanton St. Gallen die Impfaktion. Die ersten Impfungen werden in zwei Alters- und Pflegeheimen im Toggenburg durchgeführt. Bis Ende Februar soll in allen 120 Heimen eine Erstimpfung gemacht werden.

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten 13 Kantone ihre Impfprogramme gestartet, nämlich Luzern, Waadt, Basel-Stadt, Basel-Land, Genf, Freiburg, Neuenburg, Wallis, Solothurn, Zug, Schwyz, Nidwalden und Appenzell Innerrhoden

Am Montag hatten die Kantone Zürich, Uri, Obwalden, Tessin, Jura, Graubünden und Appenzell-Ausserrhoden mit ersten Impfungen begonnen. Im Kanton Bern soll der Impfstart am nächsten Montag erfolgen.

Impfstart im Kanton Zürich: Als erstes wurde das Ehepaar Stüssi auch Wetzikon gegen Covid-19 geimpft.
Impfstart im Kanton Zürich: Als erstes wurde das Ehepaar Stüssi gegen Covid-19 geimpft.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

17 Uhr: US-Behörde mahnt zur Einhaltung der Impf-Vorgaben

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat davor gewarnt, bei den bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen von der vorgeschriebenen Verabreichung der zwei Dosen abzuweichen.

«Die verfügbaren Daten unterstützen weiterhin die Verwendung von zwei festgelegten Dosen jedes zugelassenen Impfstoffs in festgelegten Intervallen», hiess es in einer Mitteilung der FDA. Mögliche Veränderungen in diesem Vorgehen wie die Reduzierung der Dosen oder die Verlängerung der Intervalle könnten eine Gefahr für das öffentliche Gesundheitswesen darstellen.

Hintergrund seien Diskussion über Massnahmen, die knappen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna mehr Personen zur Verfügung zu stellen. Die Fragen, die gestellt würden, seien zwar vernünftig, so die FDA. Änderungen bei der vorgegebenen Verabreichung könnten aber erst dann erwogen werden, wenn es dazu wissenschaftlich fundierte Daten gebe.

Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge wurden in den USA bereits gut 4,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis von einem der Stoffe geimpft. Die Kampagne läuft jedoch langsamer an als zuvor versprochen. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

ILLUSTRATION – Die Logos der US-Arzneimittelbehörde FDA sowie des Pharma-Unternehmens Pfizer. Foto: Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa – ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
Die US-Arzneimittelbehörde hat zur Einhaltung der Impf-Regeln gemahnt (Symbolbild).
Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

16.35 Uhr: Liechtenstein will Massnahmen verlängern

Im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie will das Fürstentum Liechtenstein seine Massnahmen um 14 Tage bis zum 24. Januar verlängern. Schulbeginn ist indessen wie vorgesehen am 11. Januar. Der Regierungsentscheid fällt Ende Woche.

Grund sind die rekordhohen Fallzahlen, wie das Ministerium für Gesellschaft am Dienstag in Vaduz mitteilte. Demnach bleiben die seit dem 20. Dezember geschlossenen Kultur-, Unterhaltungs-, Freizeit- und Sportbetriebe in Innenräumen geschlossen – ebenso wie die Gastgewerbebetriebe.

Liechtenstein verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen und über Weihnachten so hohe Fallzahlen wie noch nie. So gab es innert Wochenfrist durchschnittlich 43 neue Fälle pro Tag. In den beiden Wochen vor Weihnachten erkrankten auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet über 1300 Personen, in der letzten Woche vor Weihnachten fast 800.

Die Zahlen sanken seither zwar, blieben im internationalen Vergleich aber hoch, wie es weiter heisst. Die verfügte «Winterruhe» soll darum über den 10. Januar hinaus verlängert werden. Die plangemässe Aufnahme des Schulunterrichts nach den verlängerten Winterferien soll unter strengem Schutzkonzept erfolgen.

16.15 Uhr: Über eine Million Corona-Impfungen in Russland

In Russland sind nach offiziellen Angaben bereits mehr als eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Jeden Tag würden etwa 100'000 Impfdosen des Vakzins «Sputnik V» ausgeliefert, sagte der Chef des Gamaleja-Forschungszentrums für Epidemiologie und Mikrobiologie, Alexander Ginzburg, am Dienstag der Staatsagentur Ria Nowosti.

Sein Institut hatte das weltweit erste freigegebene Vakzin entwickelt. In dem flächenmässig grössten Land der Erde wird seit Anfang Dezember geimpft. Kremlchef Wladimir Putin hatte zuletzt Druck bei der flächendeckenden Impfung gemacht. Bis November sollen früheren Angaben zufolge 70 Prozent der Bevölkerung einen Wirkstoff gegen das Virus erhalten haben.

Das Land mit seinen 146 Millionen Menschen will in diesem Jahr eine halbe Milliarde Impfdosen produzieren lassen – vor allem für den Export. Bei einer Impfung mit «Sputnik V» sind zwei Injektionen nötig. Die Immunität soll sich erst innerhalb von 42 Tagen bilden.

Eine medizinische Mitarbeiterin verabreicht einem Mann den Corona-Impfstoff Sputnik V. Foto: Sergey Kiselev/Moscow News Agency/AP/dpa
Eine medizinische Mitarbeiterin verabreicht einem Mann den Corona-Impfstoff Sputnik V.
Sergey Kiselev/Moscow News Agency/AP/dpa

15.50 Uhr: Schleppender Corona-Impfstart empört Spanien

Der langsame Start der Corona-Impfkampagne sorgt in Spanien für grosse Empörung. Es herrsche ein «inakzeptables Chaos», hiess es am Dienstag in einem Leitartikel der Zeitung «El Mundo».

Der Gesundheitsminister der linken Zentralregierung, Salvador Illa, müsse dem Parlament in Madrid dringend Rede und Antwort stehen, forderte auf Twitter die Vizesekretärin für Sozialpolitik der oppositionellen Volkspartei (PP), die Ärztin, ehemalige Gesundheitsministerin und Ex-Parlamentspräsidentin Ana Pastor. «Wir sind immer noch mittendrin in der Pandemie, und er (Illa) ist dafür verantwortlich», twitterte Pastor. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagabend waren in Spanien nur gut elf Prozent der erhaltenen Impfdosen verabreicht worden – rund 83'000 von insgesamt knapp 720'000 Einheiten. Minister Illa beteuerte, die Impfkampagne verlaufe nach Plan. Man werde bald die angestrebte «Fahrtgeschwindigkeit» erreichen, versicherte er.

Illa und Ministerpräsident Pedro Sánchez hatten erklärt, man wolle «bis Ende des Sommers» 70 Prozent der rund 47 Millionen Bürger des Landes geimpft haben. «Bei dem derzeitigem Tempo wird das aber unmöglich sein», schrieb «El Mundo».

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa spricht im Parlament in Madrid. Foto: Europa Press/R.Rubio.Pool/EUROPA PRESS/dpa
Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa steht in der Kritik.
Keystone/EUROPA PRESS/Europa Press/R.Rubio.Pool

15.21 Uhr: Graubünden informiert über Impfstart

Der Kanton Graubünden hat heute – wie angekündigt – über den gestern ohne Medienrummel vorgenommenen Impfstart informiert. Die erste Impfung wurde einer Bewohnerin in einem Alters- und Pflegeheim in Chur verabreicht. Insgesamt wurden am Montagnachmittag 25 Bewohnerinnen und Bewohner der Institution sowie fünf Gesundheitsfachpersonen geimpft, wie es in einer Medienmitteilung heisst. 

Weil der Impfstoff nur in limitierter Menge vorhanden ist, werden vorerst besonders gefährdete Personen über 75 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal und Betreuungspersonal geimpft. Zwei mobile Impfequipen seien nun im gesamten Kanton unterwegs, um weitere Impfwillige zu impfen. 

Derzeit stehe in Graubünden Impfstoff für 1300 Personen bereit. Bis Ende März sind dem Kanton vom Bund insgesamt rund 27'000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zugesagt. Bis Ende Februar sollten zudem rund 23'000 Dosen des Impfstoffs von Moderna durch den Bund ausgeliefert werden.



15.10 Uhr: Geduld ist gefragt

Ob es aus fachlicher Sicht Sinn ergebe, bereits jetzt die Schliessung der Restaurants bis Ende Februar zu verlängern, fragt ein Medienvertreter. Virginie Masserey will bei der Frage dem Entscheid des Bundesrats nicht vorgreifen. Kronig ruft erneut zu Geduld auf: Sie könne nachvollziehen, dass man der Massnahmen müde sei, doch müssten diese weiterhin eingehalten werden, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

Damit endet die heutige Medienkonferenz der Fachexperten des Bundes. Wir danken für die Aufmerksamkeit. Morgen Mittwoch wird der Bundesrat über eine mögliche Verlängerung der geltenden und allfällige neue Massnahmen befinden. Im Anschluss dürften Regierungsvertreter die neusten Beschlüsse an einer Medienkonferenz erläutern.

15.08 Uhr: Steigende Fallzahlen reduzieren Impferfolg

Berger meint, am Anfang impfe man die gefährdeten Personen. Damit erreiche man die Entlastung der Spitäler. Das habe aber keinen grossen Effekt auf die Fallzahlen in der Bevölkerung. Wenn die Zahlen hier wieder hochgehen würden, verschwinde dahinter auch der Effekt der Impfungen. Die Fallzahlen dürften deshalb nicht mehr steigen.

15 Uhr: Verteilung des Impfstoffs

Ein Journalist will wissen, wie der Impfstoff auf die Kantone verteilt wird. Masserey erklärt dazu, der Verteilungsschlüssel richte sich nach der Grösse der Bevölkerung, aber auch der Zahl der besonders gefährdeten Personen in den Kantonen.

14.55 Uhr: Contact Tracing beim mutierten Virus

Kann man das vertiefte Contact-Tracing beim mutierten Virus überhaupt anwenden? Masserey meint, das sei möglich. Dafür müsse man aber regelmässig Stichproben nehmen und diese sequenzieren. Zudem müsse zuverlässig erfasst werden, wenn Personen Kontakt zu Menschen aus England hatten.

14.53 Uhr: Noch keine neuen Massnahmen wegen Mutation

Sie sei durchaus beunruhigt ob der Erkrankungen am mutierten Virus, auch wenn bisher erst wenige Fälle festgestellt wurden, antwortet Masserey auf die entsprechende Frage eines Journalisten. Aus ihrer Sicht könne man aber noch zuwarten, neue Massnahmen seien nicht unmittelbar angezeigt.

14.49 Uhr: Impfzentren und mobile Einheiten

Ein Journalist will wissen, ob es Sinn mache, wenn einige Kantone in grossen Impfzentren impfen würden und andere mobile Einheiten losschicken würden. 

Hauri meint dazu: «Ein klares Ja». Zürich habe etwa eine andere Infrastruktur zur Verfügung als andere Kantone. Es gebe auch sonst noch weitere regionale Unterschiede, etwa der Bevölkerung. Es mache also Sinn, die unterschiedlichen Varianten aus der Situation heraus zu sehen. Man werde dann aus der Rückschau evaluieren.

14.48 Uhr: Prioritäten für gewisse Berufe sind schwierig

Sobald die besonders gefährdeten Personen und das Gesundheitspersonal geimpft worden sei, werde man die breite Bevölkerung impfen, sagt Masserey. Wann genau es so weit sei, lasse sich aber bisher nicht genau sagen. Gewisse Berufsgruppen ziehe man dabei vor, antwortet sie auf die Frage eines Journalisten. Lehrpersonen zählten bisher aber nicht dazu. Kronig ergänzt, dass es schwierig sei, gewisse Berufsgruppen vorzuziehen, da sich das nicht mit medizinischen Argumenten begründen lasse.

14.43 Uhr: Sind die derzeitigen Zahlen belastbar?

Masserey sagt dazu, die aktuellen Zahlen würden ihr aufgrund der Anzahl der Tests und auch der Weitergabe zuverlässig erscheinen. Sie würden gut miteinander korrelieren. Auch würden sie zu den derzeit stagnierenden Zahlen passen.

14.42 Uhr: Unterschiede bei der Erfassung der Todesfälle

Die nächste Frage dreht sich um die Todesfallstatistik: Der Kanton Zürich zähle Todesfälle von an Covid-19 erkrankten Personen nicht zu den Pandemie-Toten, wenn sich der Zusammenhang zur Todesursache nicht belegen lassen. Beim Bund sei dies nicht geplant, erläutert Virginie Masserey – die Todesursache lasse sich nicht immer zweifelsfrei erfassen, begründet sie.

14.38 Uhr: Kann man den Impfstoff effektiver nutzen? 

Auf die Frage eines Journalisten, ob man den Impfstoff etwa zeitlich strecken oder mehrere Dosen aus einer Flasche ziehen könne, sagt Berger, man gebe grundsätzlich zwei Dosen nach zwei Wochen. Bei zeitlichen Abweichungen um einige Wochen, bestehe aber eine Toleranz. Ansonsten werde man sich daran halten, wie die Impfstoffe zugelassen seien. Man werde sie also nicht etwa strecken.

14.37 Uhr: Zeitplan für Moderna-Impfstoff ist noch unklar

Derzeit wird erst mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft, da nur dieser zugelassen ist. Ein Journalist will wissen, wie viele Impfdosen des Impfstoffs von Moderna verfügbar seien, sobald dieser ebenfalls zugelassen sei. Kronig antwortet, sie könne sich zum genauen Zeitplan nicht äussern, da dieser auch von der Zulassung und der weltweiten Verteilung abhänge.

14.34 Uhr: Schulschliessungen derzeit nicht nötig

Die Kinder in den obligatorischen Schulen seien weiterhin nicht die Treiber der Pandemie, Schliessungen in diesem Bereich seien nach dem heutigen Erkenntnisstand darum nicht nötig, sagen Hauri und Berger unisono.

14.32 Uhr: Concact-Tracing ausgebaut wegen Mutation

Neue Massnahmen sind nach Einschätzung von Rudolf Hauri derzeit nicht angezeigt wegen der mutierten Virus-Variante. Man habe bisher bereits das Contact-Tracing ausgebaut. Sollte sich die neue Variante aber weiter verbreiten, seien weitere Einschränkungen bald angezeigt.

14.31 Uhr: Englische Impf-Strategie für die Schweiz? 

Ein Journalist fragt, ob die Impfstrategie Grossbritanniens auch in der Schweiz Anwendung finden könnte, wonach die zweite Impfdosis bedeutend später gegeben wird, um möglichst viele Menschen zu impfen.

Berger meint, die Zulassung für die Immpfstoffe sei gegeben worden, unter der Voraussetzung, dass die zweite Impfdosis zwei Wochen nach der ersten gegeben würde. «Vorläufig machen wir das nicht», hält er fest.

14.26 Uhr: Impfungen sind anspruchsvoll in der Ausführung

Wie die einzelnen Impfungen genau ablaufen, erklärt nun der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri. Die Details des komplexen Vorgangs ersparen wir Ihnen an dieser Stelle, können aber sagen: Auftauen, Mischen und Spritzen des Impfstoffs sind überaus anspruchsvoll.

Derzeit würde vor allem in Impfzentren geimpft, aber auch mobile Einheiten seien schon unterwegs. Die bisher verfügbaren Daten zeigten, dass die Impfung gegen Covid-19 allgemein gut vertragen werde. Auch Hauri mahnt: Die Immunisierung sei kein Ersatz für die heute geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Diese müssten weiterhin eingehalten werden.

Nun geht es in die Fragerunde.

14.21 Uhr: Nicht jeder kann der erste sein

Auch Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen betont, dass die geringe Zahl der derzeit verfügbaren Impfdosen viel Geduld brauche. Und er bittet um Nachsicht: Nicht jeder könne der erste sein, aber es kämen alle dran.

Die Impfung könnten alle machen, die älter als 16 Jahre sind. Unter den Erwachsenen seien Schwangere ausgeschlossen, da für diese Gruppe noch nicht genug Daten aus klinischen Studien vorlägen. Auch wer bereits Covid-19 gehabt habe, könne sich impfen lassen, sobald er oder sie keine Symptome mehr zeigt. Allerdings seien Erkrankte für die ersten drei Monate nach ihrer Gesundung nach derzeitigen Erkenntnissen durch die körpereigene Immunabwehr geschützt.

14.15 Uhr: Eine halbe Million Impfdosen im Januar

Nun übernimmt Nora Kronig vom BAG, um über den Verlauf der Impfkampagne zu berichten. Die Hoffnung sei wegen der angelaufenen Impfkampagne riesig. Ziel des Bundes sei es, bis Sommer all jene impfen zu können, die das wünschten. Bisher habe die Schweiz 233'000 Impfdosen erhalten – rund die Hälfte dessen, was für den gesamten Monat erwartet werde. Im Februar sollten dann insgesamt eine Million Impfdosen in der Schweiz verfügbar sein.

In der ersten Phase rechne man aber weiterhin mit Knappheit. Darum habe der Bund klare Prioritäten ausgearbeitet, welche Personengruppen wann geimpft werden sollen.

14.10 Uhr: Die Geimpften zeigen sich dankbar

Masserey warnt vor den möglichen Folgen, wenn sich die aus Grossbritannien und Südafrika bekannten mutierten Corona-Viren in der Schweiz verbreiten: Dann könne erneut eine Überlastung des Gesundheitswesens drohen. Bisher seien insgesamt 28 Fälle in sieben Kantonen festgestellt worden.

Die BAG-Vertreterin nimmt auch Stellung zum Start der Impf-Kampagne. Die bereits Geimpften hätten sich sehr dankbar gezeigt. Masserey wiederholt noch einmal, wer zu Beginn der Impf-Kampagne im Fokus steht: Es gehe darum, allem voran Menschen über 75 Jahren und solche mit Vorerkrankungen zu impfen. 

Wer sich habe impfen lassen, könne dies entweder auf seinem bisherigen Impfausweis eintragen oder einen elektronischen Impfnachweis anlegen. Zudem lasse sich dank dem entsprechenden System des Bundes auch eine Bestätigung ausdrucken für jene, die bereits immunisiert seien.

Masserey betont, dass die RNA-Impftechnik bereits zehn Jahre alt sei und man sie an das Coronavirus angepasst habe. Millionen Dosen seien weltweit bereits verimpft worden und bislang seien keine schweren Nebenwirkungen bekannt geworden.

14.05 Uhr: Nach wie vor kein breiter Rückgang

«Das Virus stagniert immer noch auf hohem Niveau», sagt Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit. Nun nehme die Zahl der Tests nach den Feiertagen langsam wieder zu. Derzeit liege der R-Wert schweizweit bei 0,89 Prozent, also immer noch deutlich über dem angestrebten Wert von 0,8. In acht Kantonen liege er sogar über 1, so die Expertin.

Derzeit betragen die Reserven an Intensivplätzen 29 Prozent, wie Masserey weiter ausführt. In den meisten Gebieten der Schweiz sei die Pandemie leicht rückläufig, einzig im Genferseegebiet sei in den vergangenen Tagen wieder eine Zunahme der Fälle zu beobachten gewesen.

Die Experten des Bundes informieren zur aktuellen Lage.
Screenshot

14 Uhr: Nun informieren wieder die Experten des Bundes

Erstmals nach den Feiertagen un dem Beginn der Impfkampagne treten die Fachexperten des Bundes vor die Medien. Mit dabei sind bei der heutigen Medienkonferenz Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit, Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte sowie Nora Kronig vom BAG. 

Zum Beginn der Medienkonferenz gibt's erst noch gute Wünsche zum neuen Jahr, anschliessend werden die Anwesenden vorgestellt.

13.40 Uhr: BAG meldet 4020 neue Coronavirus-Fälle 

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 4020 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 98 neue Todesfälle und 208 Spitaleinweisungen. Die Positivitätsrate liegt bei 15,8 Prozent.

13.25 Uhr: Vatikan sagt traditionelle Taufe ab

Angesichts der aktuellen Corona-Lage hat der Vatikan die für kommenden Sonntag geplanten traditionellen Taufen von Kindern abgesagt. Der Vatikan begründete die Absage am Dienstag mit der «Gesundheitslage» und sprach von einer «Vorsichtsmassnahme». Papst Franziskus hätte das Ritual in der Sixtinischen Kapelle zum Festtag der Taufe des Herrn abgehalten, erklärte der Heilige Stuhl weiter. Die Kinder würden stattdessen in den jeweiligen Gemeinden getauft, zu denen sie gehören.

Im vergangenen Jahr hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch 32 Kinder getauft. Die Taufe gehört zu den wichtigsten Ritualen in der christlichen Kirche. Mit ihr werden Menschen in die Glaubensgemeinde aufgenommen.

13 Uhr: Arbeitslose in Spanien – stärkster Anstieg seit 2009

Die Corona-Krise hat dem langjährigen Aufwärtstrend am spanischen Arbeitsmarkt ein jähes Ende bereitet. Die Zahl der Erwerbslosen erhöhte sich 2020 erstmals, nachdem sie zuvor sieben Jahre in Folge zurückgegangen war.

Wie das Arbeitsministerium am Dienstag weiter mitteilte, stieg die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Spanier im Dezember auf 3,89 Millionen – eine Zunahme um 724'532 gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies entspricht einem Zuwachs um 22 Prozent. Derart stark hat die Arbeitslosigkeit seit den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 nicht mehr zugelegt.

Im Zuge der Konjunkturerholung hatte sich die Lage an dem auch von hoher Jugendarbeitslosigkeit gekennzeichneten Arbeitsmarkt seit 2013 kontinuierlich verbessert, bevor die Corona-Krise mit den Lockdown-Massnahmen die Wirtschaft auf Talfahrt schickte. Sie schrumpfte 2020 laut Ministerpräsident Pedro Sanchez voraussichtlich um mehr als zehn Prozent.

ARCHIV - 08.12.2020, Spanien, Madrid: Zahlreiche Menschen mit Mund-Nasen-Schutz gehen eine Einkaufsstraße in der Innenstadt von Madrid entlang. Spanien als Corona-Hotspot Europas, das war einmal. Während Deutschland in einen harten Lockdown geht, sind Geschäfte und Bars in Madrid oder Barcelona gut besucht, Weihnachtsmärkte offen. (zu dpa «Spanien geht mit nur mildem Lockdown in die Weihnachtstage») Foto: Indira/DAX via ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist im Zuge der Coronakrise so stark gestiegen wie seit 2009 nicht mehr (Symbolbild).
Indira/DAX via ZUMA Wire/dpa

12.20 Uhr: Taskforce bestätigt R-Wert von deutlich über 0,8

Über die ganze Schweiz zeigt die Covid-19-Epidemie einen stabilen bis leicht rückläufigen Verlauf. Das schreibt die Covid-19-Taskforce in ihrem neuesten Lagebericht. Die effektive Reproduktionszahl R sei jedoch höher, als der vom Bundesrat angestrebte Wert von 0,8.

Mit den Massnahmen vom 18. Dezember wollte der Bundesrat sicherstellen, dass die Reproduktionszahl unter den Wert von 0,8 sinkt. Mit diesem Wert wäre es möglich, die Fallzahlen in der Schweiz alle zwei Wochen zu halbieren.

Laut dem jüngsten Lagebericht der Covid-19-Taskforce liegt der R-Wert aufgrund der bestätigten Fälle bei 0,89 - also deutlich über dem vom Bundesrat angestrebten Ziel. Der R-Wert aufgrund der Hospitalisationen liegt laut der Taskforce bei 0,88 und aufgrund der Todesfälle bei 0,85. Diese Werte seien jedoch ungenau, da über die Festtage wenig getestet worden sei. Zudem sei es zu Meldeverzögerungen gekommen und die Positivitätsrate sei weiterhin hoch.

Durch die nationalen Massnahmen des Bundesrats habe sich der Verlauf der Epidemie in den unterschiedlichen Regionen der Schweiz angeglichen. Für die weitere Entwicklung im Januar weist die Taskforce auf zwei Faktoren hin. Einerseits werde die Zahl der Fälle steigen, falls der Wintersport und die Festtage zu vermehrten Ansteckungen geführt haben.

Und zweitens verweist die Taskforce auf die britische Variante des Virus, das in der Schweiz bereits nachgewiesen worden sei. Es sei deshalb mit mit einem Anstieg der Fallzahlen in den nächsten Wochen zu rechnen.

Abstrich für einen Corona-Test in einer Teststelle.
Die Reproduktionszahl R liegt in der Schweiz über dem angestrebten Wert von 0,8 (Symbolbild).
Tom Weller/dpa

11.40 Uhr: Frankreichs Regierung gerät unter Druck

Wegen des extrem schleppenden Impfstarts in Frankreich gerät die Regierung unter Druck. Man werde die Corona-Impfstrategie jetzt beschleunigen, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag an.

In Frankreich herrschte am Dienstagmorgen noch immer Unklarheit über die konkrete Zahl der geimpften Menschen. Am Montag seien 2000 Impfungen überschritten worden, sagte Véran. Frankreich liegt im Vergleich mit vielen anderen Staaten hinten. 

11.20 Uhr: Belgien beginnt mit Massenimpfungen

Nach einwöchigem Testlauf beginnt Belgien heute mit einer grossflächigen Impfaktion gegen das Coronavirus. Vom heutigen Dienstag an sollen jede Woche rund 87'000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer die Bevölkerung verabreicht werden, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Zuerst sollen Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden. Insgesamt könnten bis Ende Januar/Anfang Februar 150'000 bis 200'000 Personen Impfschutz erhalten. Anschliessend sollen Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an der Reihe sein.

Bislang sind in Belgien während der einwöchigen Testphase nur rund 700 Freiwillige in einigen Pflegeheimen geimpft worden. Das 11,5-Millionen-Einwohner-Land hatte im Herbst zeitweise die höchsten Corona-Infektionszahlen pro Kopf in ganz Europa. Täglich wurden 15'000 neue Fälle oder mehr verzeichnet. Strikte Beschränkungen haben die Ausbreitung gebremst.

Frozen vials of the COVID-19 vaccine are taken to be defrosted and ready to be usable, at the MontLegia CHC hospital in Liege, Belgium, Monday, Jan. 4, 2020. The European Commission defended its coronavirus vaccination strategy Monday amid growing criticism in member states about the slow rollout of COVID-19 shots across the region of 450 million inhabitants. (AP Photo/Francisco Seco)
Tiefgefrorene Covid-19-Impfdosen werden in einem Spital im belgischen Liege für den Einsatz vorbereitet. 
Bild: AP Photo/Francisco Seco

11.15 Uhr: Experten des Bundes informieren heute

Heute um 14 Uhr werden in Bern die Expertinnen und Experten des Bundes erstmals im neuen Jahr zur Coronakrise informieren. Dass es dabei wohl auch Klärungsbedarf zu Impffragen gibt, zeigt sich daran, dass Christoph Berger vor die Medien treten wird: Er ist Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. Ausserdem sind Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit und Rudolf Hauri, Zuger Kantonsart und Präsident der Kantonsärzte-Vereinigung, angekündigt. 

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, nimmt seinem Schutzmaske auf, nach einer Point de Presse zum Coronavirus mit Fachexperten des Bundes, am Freitag, 20. November 2020 im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Virginie Masserey leitet die Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit – hier an einer Medienkonferenz vom November 2020. 
Bild: Keystone/Anthony Anex

10.50 Uhr: Mehraufwand für Berghilfe

Die Corona-Krise hat auch die Schweizer Berghilfe tangiert – für diese stieg 2020 der Kontrollaufwand merklich an. Die ehrenamtlichen Prüfer arbeiteten rund 150 Arbeitstage mehr als üblich, um die korrekte Verwendung der Spendengelder sicherzustellen, wie die Berghilfe am Dienstag mitteilte.

Wegen der Coronavirus-Pandemie unterstützte die Berghilfe im vergangenen Jahr im Rahmen einer Soforthilfe über 100 Projekte mit insgesamt zwei Millionen Franken. Das Geld ging an besonders hart betroffene Kleinunternehmen. Deswegen waren die Ehrenamtlichen besonders gefordert.

Neben den üblichen 8500 Stunden fielen 1200 Zusatzstunden an. Die Überprüfungen nehmen 30 freiwillige Experten vor. Der vierköpfige Projektausschuss entscheidet einmal monatlich über die Auszahlungen.

9.44 Uhr: Lockerung auf Mallorca kein Thema

Die Bewohner der Balearen – zu denen auch die Ferieninsel Mallorca zählt – werden wegen anhaltend hoher Corona-Zahlen auch in den nächsten Wochen mit strengen Einschränkungen leben müssen. Eine nennenswerte Lockerung der Auflagen sei bis Februar nicht zu erwarten, erklärte die Sprecherin der Regierung der spanischen Region, Pilar Costa, am Montag in Palma. «Vor allem auf Mallorca ist die Lage sehr negativ», betonte sie. Auf der Hauptinsel der Balearen sei die Pandemie «ausser Kontrolle», titelte die Zeitung «Diario de Mallorca» am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe.

Die Balearen hatten seit Dezember die höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Mit zuletzt knapp 530 Ansteckungen pro 100'000 Einwohner binnen zwei Wochen wurde die Region nun aber von Extremadura (604 Ansteckungen) überholt, wie das spanische Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte. Diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz betrug auf Mallorca derweil sogar 608.

epa08593915 People enjoy a warm day at the Arenal beach in Palma de Mallorca, Balearic Islands, Spain, 09 August 2020. EPA/CATI CLADERA
Feriensommer 2020: Mit Schutzmaske an den Strand in Palma de Mallorca.
Bild: Keystone/EPA

9.22 Uhr: Italien beschliesst Corona-Zwischenlösung

Die italienische Regierung hat vor ihrer Entscheidung über ein weiteres Corona-Dekret eine Zwischenlösung bis zum 15. Januar beschlossen. Demnach soll es vom 7. bis 15. Januar grundsätzlich verboten sein, sich zwischen den Regionen in Italien zu bewegen, wie die Regierung am Dienstagmorgen nach ihrer Sitzung mitteilte. Ausnahmen sind nur vorgesehen, um zu seiner Meldeadresse zu reisen, zur Arbeit zu fahren, oder weil ein Notfall vorliegt.

Medienberichten zufolge sollen am 7. und 8. Januar in den Regionen jedoch Bars und Restaurants öffnen dürfen. Am 9. und 10. Januar tritt dann laut Regierungsmitteilung bereits die erste Verschärfung ein: Die Gastronomie soll dann geschlossen werden, Geschäfte können jedoch offen bleiben. Etwas mehr Bewegungsfreiheit in einem Umkreis von 30 Kilometern bleibt dann für Menschen in Kommunen mit bis zu 5000 Einwohnern erlaubt.

Laut der Zeitung «Corriere della Sera» sollen nach dem für Freitag erwarteten Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums die Regionen des Landes ab dem 11. Januar in unterschiedliche Zonen eingeteilt werden. Bis zum 15. Januar gelten in Regionen, die zur Roten Zone erklärt werden, weiter strenge Ausgangsbeschränkungen.

epa08918754 Medical personnel administer vaccine against Covid-19 inside of Spedali Civili hospital, in Brescia, Italy, 04 January 2021. EPA/Filippo Venezia
Auch in Italien – wie hier in Brescia – wird bereits gegen das Coronavirus geimpft. 
Bild: EPA/Filippo Venezia

8.18 Uhr: Über 8000 neue Fälle in Israel 

Die Anzahl der Neuinfektionen in Israel ist erstmals seit Ende September wieder über 8000 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 8308 Fälle verzeichnet. Seit dem Ausbruch der Pandemie ist dies der dritthöchste registrierte Wert in dem Land.

Um eine weitere Virus-Ausbreitung zu verhindern, war Ende Dezember ein neuer Teil-Lockdown verhängt worden. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will bis zur Wochenmitte über weitere Verschärfungen entscheiden. Ausserdem läuft in Israel eine massive Impfkampagne: Mehr als eine Million Menschen wurden bereits geimpft, bei einer Bevölkerung von 9,3 Millionen.



7.44 Uhr: Fallzahlen im Wallis steigen wieder an

Im Wallis steigen die Covid-Fallzahlen nach den Festtagen wieder an: In den letzten fünf Tagen sind im Bergkanton 620 neue Corona-Fälle registriert worden, im Durchschnitt also 125 Fällen pro Tag. Damit steigt die Kurve der Neuinfektionen wieder: Noch am 26. Dezember hatte der Wert bei 51 Fällen gelegen, was laut einem Bericht des «Walliser Boten» der tiefste Wert in der zweiten Welle war.

Die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber Kalbermatten sieht als Grund für diese Entwicklung, dass sich die Leute über die Festtage wieder mehr getroffen hätten und mobiler gewesen seien, wie sie im Bericht zitiert wird: «Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass wieder mehr Personen mit Covid-Erkrankungen in den Spitälern des Wallis aufgenommen werden mussten.» Konkret seien aktuell 84 Personen wegen einer Corona-Erkrankung hospitalisiert. 

Dass die Skisaison zu einem Anstieg der Fallzahlen beigetragen habe, glaubt Waeber Kalbermatten dagegen nicht: «Die Gäste im Wallis sind mehrheitlich wieder abgereist», sagte sie im «Walliser Bote». Ausserdem würden Touristen, die das Wallis für einen Skitag besuchten und sich anschliessend in ihrem Heimatkanton testen liessen, nicht in der Statistik des Kantons Wallis auftauchen.

The Matterhorn (left) and the Hotel Omnia (right, building with the bay), pictured in Zermatt, Canton of Valais, Switzerland, on February 13, 2019. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Blick auf Zermatt, mit dem Matterhorn im Hintergrund. 
Bild: Keystone/Christian Beutler

7.36 Uhr: Viel weniger Besucher auf dem Jungfraujoch

Die Jungfraubahn-Gruppe hat im vergangenen Jahr stark unter der Corona-Krise gelitten. So wurden lediglich 362'800 Besucher auf das Jungfraujoch befördert. Das sind knapp zwei Drittel weniger als noch 2019.

Das Bahnunternehmen spricht nach den Rekordzahlen in den Vorjahren mit jeweils über einer Million Besuchern von einem historischen Einbruch: Letztmals seien in den 1980er-Jahren weniger Touristen auf das Jungfraujoch gekommen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Ausflugsverkehr war durch den Lockdown ab Mitte März für 83 Tage zum Erliegen gekommen.

Die höhere Nachfrage von heimischen Gästen habe den Wegfall der internationalen Touristen nicht kompensieren können, heisst es weiter. Wegen des veränderten Besucheraufkommens hätten die Zahlen wetterbedingt stark geschwankt und der Einsatz von Personal und Rollmaterial sei jeweils kurzfristig den Wetterbedingungen angepasst worden.

Stefanie looks the Mountains in the train on the way to the Jungfraujoch in the Bernese Alps on the boundary between the Cantons of Berne and Valais, Switzerland, this Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Für Besucherinnen und Besucher des Jungfraujochs gab es 2020 weniger Gedränge. 
Bild: Keystone/Anthony Anex

7.01 Uhr: Bäumle für Massenimpfungen

Der Zürcher GLP-Nationalrat Martin Bäumle kritisiert die Corona-Impfstrategie der Schweiz. In einem Interview mit den Zeitungen von CH Media bemängelt er etwa, Bern habe den Impfstoff von Biontech/Pfizer erst am 9. Dezember und damit viel zu spät bestellt. Auch bei der Logistik seien Fehler gemacht worden. Für Bäumle ist klar: Es brauche jetzt «generalstabsmässige Massenimpfungen». Mehr zum Thema lesen Sie hier



6 Uhr: Keine Zusatzversicherung wegen Corona-Erkrankung?

An Corona erkrankte Personen könnten beim Abschluss einer Zusatzversicherung Probleme bekommen. Einige Schweizer Krankenkassen machen wegen der nicht abschätzbaren Kosten der Langzeitfolgen den Abschluss von der Dauer und Schwere einer Covid-19-Erkrankung abhängig, schreibt der «Tages-Anzeiger». Eine Umfrage bei den Anbietern habe ergeben, dass mehrere Versicherer «besonders schwere Corona-Fälle sehr genau prüfen», bevor sie einer Aufnahme in die Zusatzversicherung zustimmen, heisst es in dem Bericht. Sie behielten sich auch eine Ablehnung vor. Medizinische Zusatzleistungen sind für die betroffenen Versicherten dann nicht mehr gedeckt. Die Grundversicherung ist davon nicht betroffen. Andere Krankenversicherer unterscheiden hingegen nicht, ob Personen bereits an Corona erkrankt sind oder nicht, heisst es weiter.

Santésuisse bestätigte auf Anfrage von «20 Minuten», dass Krankenkassen Zusatzversicherungen wegen Corona-Spätfolgen verweigern können. Dem Krankenkassenverband sei noch kein solcher Fall bekannt, es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis das passiere, zitierte «20 Minuten» den Krankenkassen-Experten Felix Schneuwly von Comparis.

ARCHIV - 11.11.2020, Berlin: Intensivpfleger Sebastian betreut hinter einer Schleuse in einer Schutzausrüstung mit Mund-Nasenbedeckung, Gesichtsschutz, Kittel und Haube auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel einen Corona-Patienten. Der Patient liegt im künstlichen Koma und wird beatmet. Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist in Deutschland sprunghaft gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen (16.12.2020) hervorgeht. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Kay Nietfeld)
Corona-Patient im Bethel-Spital in Berlin. (Archivbild)
Bild: Keystone/dpa/Kay Nietfeld

5.24 Uhr: Mexiko lässt Astrazeneca-Impfstoff zu

Auch Mexiko hat den Coronavirus-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford zugelassen. Die staatliche Kommission zum Schutz vor Gesundheitsrisiken (Cofepris) erteilte am Montag nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung des Vakzins. Grossbritannien, das das Mittel als erstes Land zugelassen hatte, begann am Montag, Menschen damit zu impfen. In Lateinamerika hatten vor Mexiko bereits Argentinien und El Salvador das Präparat zugelassen.

Mexiko hatte an Heiligabend als erstes Land Lateinamerikas begonnen, seine Bürger gegen das Coronavirus impfen zu lassen – mit dem Mittel des deutschen Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer. Inzwischen wurden in dem nordamerikanischen Land nach Regierungsangaben knapp 44’000 Menschen damit geimpft.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca und der Universität Oxford wies in Studien eine geringere Wirksamkeit auf als das Biontech-Präparat, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger. Er wird derzeit von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft. Im August hatten die Regierungen Argentiniens und Mexikos mit Astrazeneca vereinbart, dass der Impfstoff im Falle einer Zulassung in den zwei Ländern für ganz Lateinamerika ausser Brasilien hergestellt werden solle.

3.36 Uhr: Neue Virusvariante auch in Brasilien nachgewiesen

In Brasilien sind die nach offiziellen Angaben ersten beiden Fälle der in Grossbritannien entdeckten und besonders ansteckenden Variante des Coronavirus in dem Land aufgetreten. Dies teilte das Gesundheitssekretariat des Bundesstaates São Paulo in einer Erklärung am Montag mit. Demnach hatte das «Instituto Adolfo Lutz» in São Paulo, ein nationales Referenzlabor, die Fälle bestätigt. Bei einem der bestätigten Fälle handelt es sich laut der Erklärung um eine 25 Jahre alte Frau, die in São Paulo lebt und Kontakt zu Reisenden hatte, die in Europa waren. Der andere Betroffene sei ein 34-Jähriger, dessen Hintergrund und Wohnort die Behörde noch überprüft. Zwei weitere verdächtige Fälle bestätigten sich nicht, wie das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf den Gesundheitssekretär des Bundesstaates São Paulo berichtete.

Brasilien ist einer der Brennpunkte der Pandemie. Mehr als 7,75 Millionen Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, über 196’500 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. São Paulo ist mit mehr als 40 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste und mit über 1,47 Millionen Infizierten und 46’800 Toten einer der am meisten betroffenen Bundesstaaten des Landes. Dort ist die Belegungsquote der Intensivbetten für Covid-19-Patienten so hoch wie seit August nicht mehr.

2.51 Uhr: Hypothekarzinsen trotz zweiter Welle stabil

Die Hypothekarzinsen in der Schweiz sind im vierten Quartal 2020 stabil geblieben. In den kommenden Monaten dürfte laut dem Vergleichsdienst Comparis wieder mehr Dynamik in den Hypothekarmarkt kommen, zum Vorteil der Immobilienkäufer und -besitzer. Die mit Abstand beliebteste Hypotheken bleibt jene mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Deren Zins schwankte in den letzten drei Monaten zwischen 1,04 und 1,07 Prozent und lag damit knapp über der Marke von 1 Prozent, wie Comparis am Dienstagmorgen mitteilte. Stabil blieben die Festhypotheken mit einer Laufzeit von fünf und zwei Jahren. Sie verharrten im vierten Quartal zwischen 0,90 respektive 0,86 Prozent. «Die zweite Corona-Welle lässt den Hypothekarmarkt bislang kalt», so Comparis-Experte Frédéric Papp.

1 Uhr: Deutschland berät über Verlängerung des Lockdowns

Bei ihrer ersten Videokonferenz des neuen Jahres beraten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer heute (13:00 Uhr) über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie. In den letzten Tagen deutete sich an, dass das öffentliche Leben wegen hoher Infektionszahlen erst Ende Januar wieder hochgefahren wird. Die Runde muss auch klären, ob einige Bundesländer ihre Grundschulen kommende Woche wieder öffnen dürfen. Merkel und die Ministerpräsidenten wollen auch die Impfkampagne besprechen. Zuletzt hatte es nach einem harzigen Start Kritik gehagelt.

0.41 Uhr: Wachstumsprognose für 2021 deutlich gesenkt

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat wegen der Pandemie seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr deutlich abgesenkt. Das Institut geht inzwischen nur noch von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,5 Prozent aus, wie sein Präsident Marcel Fratzscher der deutschen Wirtschaftszeitung «Handelsblatt» in einem am Montagabend veröffentlichten Interview sagte. Zuvor hatte das DIW noch ein Wachstum von 5,2 Prozent erwartet. Die deutsche Wirtschaft befinde sich bereits in einer erneuten Rezession, sagte Fratzscher. Nach einem schrumpfenden vierten Quartal 2020 erwarte sein Institut einen wirtschaftlichen Einbruch von mehr als zwei Prozent im ersten Quartal 2021.

Die Hoffnung eines wirtschaftlichen Neustarts liege dann auf dem zweiten Quartal. Dies werde aber nur dann gelingen, wenn die Infektionswelle bis Februar abebbe und die Einschränkungen dann zum grössten Teil aufgehoben werden könnten. «Wenn dies nicht gelingt, dann könnte die Wirtschaft in Deutschland noch länger leiden und die Gefahr von Unternehmensinsolvenzen und Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen», warnte der DIW-Präsident. Die inzwischen revidierte Prognose des DIW war allerdings deutlich optimistischer gewesen als jene des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Das Gremium hatte im November – also noch vor dem derzeitigen harten Lockdown – ein Wachstum von 3,7 Prozent im Jahr 2021 vorhergesagt. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Lars Feld, sagte allerdings am Sonntag im Internetprogramm der «Bild»-Zeitung, die 3,7-Prozent-Prognose sei inzwischen nicht mehr haltbar.

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