Hoteldirektor Chris Franzen So benahmen sich die Staatsgäste auf dem Bürgenstock

tgab

21.6.2024

Chris Franzen über das Wohlbetragen der Weltelite, die er während des Ukraine-Friedensgipfels in seinem Haus begrüsste: «Politiker wollen nicht negativ auffallen.»
Chris Franzen über das Wohlbetragen der Weltelite, die er während des Ukraine-Friedensgipfels in seinem Haus begrüsste: «Politiker wollen nicht negativ auffallen.»
Urs Flueeler/Keystone

Am vergangenen Wochenende trafen sich globale Spitzenpolitiker*innen zur Ukraine-Konferenz im Bürgenstock Resort in Luzern. Hoteldirektor Chris Franzen berichtet, was abseits des Rampenlichts geschah. 

tgab

21.6.2024

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Auf dem Bürgenstock traf sich kürzlich die Weltelite zur Ukraine-Friedenskonferenz.
  • Übernachtet wurde im Bürgenstock Resort in Luzern.
  • Hoteldirektor Chris Franzen erzählt, was abseits der Kameras geschah.

Letztes Wochenende hatte er die Weltelite im Haus. Rückblickend kann der Direktor des Bürgenstock-Ressort, Chris Franzen, sagen: Es lief alles nach Plan, nichts wurde vergessen, alles war an seinem Platz – Kleenex, Eiswürfel und Adapter in den Zimmern, und vom Apéro bis zum Abendessen wurden ausschliesslich Schweizer Weine serviert.

In den letzten dreissig Jahren habe er als Hoteldirektor nie Probleme mit Politikern gehabt, sagt Franzen im Interview mit «20 Minuten». «Keiner war arrogant, alle sehr nett – ohne Ausnahme.»

Ein paar Anekdoten weiss er aber schon zu erzählen von den Teilnehmenden der Ukraine-Friedenskonferenz letztes Wochenende. US-Vizepräsidentin Kamala Harris war dabei, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron.

«Einige stoppten die Limousine für ein Foto von Kühen»

So habe der britische Premierminister Rishi Sunak die Eingangshalle des Bürgenstock-Ressorts betreten, sei an die Fensterfront getreten, und habe mit Blick auf den Vierwaldstättersee gesagt: «This is Switzerland!»

Und der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa habe Selfies mit einigen seiner Mitarbeitenden machen wollen, nachdem ihm die portugiesischen Namen auf den Täfelchen am Revers aufgefallen seien.

An eine Begebenheit erinnert sich Franzen besonders gern: «Nahe dem Hotel sind die Staatsgäste mit dem Helikopter gelandet. Eine kurze Strecke wurden sie mit der Limousine gefahren – einige stoppten während der kurzen Fahrt, weil sie Kühe gesehen haben und ein Foto machen wollten.»

Aufgetischt wurde bodenständige Schweizer Küche: Saibling mit grünem Spargel, Kalbsbäckchen im Blätterteig, Merengues mit Vanille-Doppelrahm. «Kaviar gab es keinen», sagt Franzen. Diese Zeiten seien schon lange vorbei.


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