Soll man wegen Omikron auf einen angepassten Impfstoff warten?

lmy

30.11.2021

Omikron: Soll ich mit dem Booster auf den angepassten Impfstoff warten?

Omikron: Soll ich mit dem Booster auf den angepassten Impfstoff warten?

Während erste Impfstoffentwickler bereits angekündigt haben, ihre Vakzine an die neue Omikron-Variante des Coronavirus anzupassen, stellt sich die Frage: Jetzt bosstern lassen oder doch lieber auf den neuen Impfstoff warten? Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit BAG und Tanja Stadler, Präsidentin der National COVID-19 Science Task Force, geben an der Medienkonferenz vom Montagnachmittag eine klare Antwort.

29.11.2021

Biontech und Moderna arbeiten bereits an einer Anpassung ihrer Impfstoffe für die Omikron-Variante. Das BAG ruft dazu auf, sich jetzt schon boostern zu lassen, um die herrschende Delta-Welle zu brechen.

lmy

30.11.2021

Omikron trübt die Aussichten auf die kommenden Wochen und Monate. Das sagten Vertreter des Bundesamts für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien. Die neue Variante des Coronavirus beherrscht seit einigen Tagen weltweit die Schlagzeilen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte sie als besorgniserregend ein und rechnet mit steigenden Zahlen.

Über Omikron ist noch sehr wenig bekannt – man geht aber davon aus, dass die Variante die Immunantwort besser umgehen kann und auch der Impfschutz schwächer ist. Omikron hat viermal so viele Mutationen auf dem Spike-Protein, auf das die Corona-Impfstoffe abzielen. Es könnte sich dabei also um eine sogenannte Escape-Variante handeln, die sich der Wirkung der Impfstoffe mindestens teilweise entzieht.



Die Pharma-Unternehmen Moderna und Pfizer/Biontech haben bereits reagiert und überarbeiten ihre mRNA-Impfstoffe, um sie auf die neue Variante anzupassen. Bei solchen Impfstoffen muss nur der Bauplan produziert werden, nicht aber das Antigen selbst.

Biontech, Moderna, AstraZeneca und Co. – Das sollten Sie über Impfstoffe wissen

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Momentan sind in der Schweiz mit Biontech/Pfizer und Moderna nur zwei Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen. In den nächsten Wochen könnten aber noch andere hinzukommen. Der Impfstoff-Überblick im Video.

04.04.2021

«mRNA-Impfstoffe sind die flexibelsten, die es gibt», sagte Immunologe Steve Pascolo vom Universitätsspital Zürich der «Neuen Zürcher Zeitung». Eine Anpassung könnte man in wenigen Wochen entwickeln, und zwar genau an den Stellen, die bei den Virusvarianten anders sind.

Anpassung innert sechs Wochen

Das deutsche Unternehmen Biontech erklärte, dass es schon vor Monaten mit dem US-Partner Pfizer Vorbereitungen getroffen habe, um den Impfstoff anpassen zu können. Dies soll innert sechs Wochen geschehen, die ersten Dosen sollen innert 100 Tagen ausgeliefert werden.

Konkurrent Moderna geht davon aus, dass es noch einige Wochen dauert, bis man gesicherte Erkenntnisse habe. Offen sei etwa, wie sehr sich die neue Mutante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse.

Arbeit an einem früheren mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus bei Biontech.
Arbeit an einem früheren mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus bei Biontech.
KEYSTONE/EPA/BIONTECH

Die Pharma-Unternehmen erhoffen sich, dass für eine Zulassung nicht mehr das komplette Programm notwendig ist. Sowohl US-amerikanische wie auch deutsche Behörden liessen durchblicken, dass ein reduziertes Anforderungsprogramm genügen könnte. So könnten die angepassten Impfstoffe schon bald nach der Entwicklung zur Verfügung stehen.

Nicht abwarten

Soll man nun diesen angepassten Impfstoff abwarten? Nein, sagt das BAG.  Momentan bekämpfe man noch die Delta-Variante und wolle die 5. Welle brechen, so Direktorin Anne Lévy. Je besser man damit umgehen könne, desto besser könne man auch auf Omikron reagieren. Darum solle man sich unbedingt jetzt boostern.

Man gehe davon aus, dass die vorhandenen Impfstoffe auch gegen Omikron wirke, wenn auch möglicherweise schwächer, sagte auch Taskforce-Präsidentin Tanja Stadler. Mit einer Booster-Impfung habe man mehr Antikörper, was auch bei einer Ansteckung mit Omikron grundsätzlich helfen würde.



Die Auffrischimpfung mit Pfizer/Biontech und Moderna ist ab sofort für alle ab 16 Jahren erhältlich, wobei die Eidgenössische Impfkomission für Personen unter 30 Jahren den Impfstoff von Pfizer/Biontech empfiehlt. 

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