Berset-T-Shirt wird zum Moderenner – Tessiner Altersheime als Corona-Hotspot

Agenturen/uri/phi

24.4.2020 - 21:52

Derzeit liegen Kurzarbeitsgesuche für mehr als einen Drittel aller Schweizer Arbeitnehmer vor. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit mahnt, sich weiterhin an die Schutzmassnahmen zu halten. In Tessin sind vor allem Altersheimen von Corona-Infektionen betroffen. Die Übersicht des Tages.

Die Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen in der Schweiz ist auch am Freitag weiterhin gesunken. Zuletzt waren es 181 Fälle innerhalb eines Tages sowie 41 weitere Todesfälle. Von einer Entwarnung kann trotzdem noch nicht die Rede sein, weshalb Daniel Koch vom BAG an die Disziplin der Schweizer appellierte. Auf einer Medienkonferenz sagte er, eine Grillparty sei «im Moment nicht angesagt». Vorsicht sei nach wie vor das höchste Gebot. Bislang sind in den Kantonen 22,6 Millionen Schutzmasken verteilt worden, weitere 90 Millionen Masken werden in den kommenden Tagen eingeflogen.

In Bezug auf die geplanten Schulöffnungen in zwei Wochen versicherte Daniel Koch, die Eltern bräuchten keine Angst zu haben, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dagegen riet Koch vom Tragen selbstgebastelter Masken wegen des geringen Schutzes ab. Wie bald das Contact-Tracing einsetzt, ist derweil noch unklar. Als Corona-Hotspot in Tessin kristallisieren sich immer deutlicher die Altenheime heraus. 136 von 299 offiziell durch die Lungenkrankheit Covid-19 verursachte Todesfälle sind im Tessin in Altersheimen passiert, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien erklärte.

Wirtschaftlich hat der Lockdown für die Schweiz empfindliche Folgen. Bislang sind von 180’000 Unternehmen Kurzarbeitsgesuche eingegangen – deutlich mehr als erwartet. Ausserdem berechneten KOF-Ökonomen, dass sich die direkten Kosten der sechswöchigen Massnahmen auf 18 Milliarden Franken belaufen. Die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten der Coronakrise summieren sich alleine in den Monaten März bis Juni sogar auf 32 Milliarden Franken, teilte die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Freitag mit.



Wirtschaftlich schwer getroffen ist auch Italien, wo man von einem Haushaltsdefizit von über zehn Prozent ausgeht. In den USA schnürte Präsident Donald Trump ein weiteres milliardenschweres Konjunkturpaket. Im Gegensatz zu den gravierenden wirtschaftlichen Einbussen stimmen die Infektionszahlen immerhin vorsichtig optimistisch. In den USA und in vielen europäischen Ländern sanken die Zahlen weiter, und die Kurve flacht weiter ab.

Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • In den USA sind mittlerweile 50'000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.
  • Die Zahl der Coronavirus-Neuansteckungen in der Schweiz sinkt weiterhin. Zuletzt waren es 181 Fälle innerhalb eines Tages sowie 41 weitere Todesfälle.
  • Trotzdem mahnt Daniel Koch vom BAG zu Disziplin: Eine Grillparty im Park sei «im Moment nicht angesagt».
  • Bisher wurden schon 1,85 Millionen Angestellte für Kurzarbeit angemeldet, das sind über einem Drittel aller Arbeitnehmenden.
  • Die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten der Coronakrise belaufen sich von März bis Juni auf 32 Milliarden Franken, schätzt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.

21.06 Uhr: UN-Chef sieht Corona-Impfung als öffentliches Gut

Im medizinischen Wettlauf im Kampf gegen das Coronavirus hat UN-Generalsekretär António Guterres für ein gemeinsames Vorgehen plädiert. «Eine Covid-19-Impfung muss als globales öffentliches Gut betrachtet werden», twitterte Guterres am Freitag.

Ein solcher Stoff dürfe nicht nur für ein Land oder eine Region hergestellt werden, sondern müsse für jeden Menschen erhältlich sein. In einer Botschaft am Freitag sagte der UN-Chef zudem, dass Forschungsdaten international geteilt und die Politik beiseitegelegt werden müssten.

21.03 Uhr: Schrumpft US-Wirtschaft um zwölf Prozent?

Die US-Wirtschaft könnte wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Quartal um zwölf Prozent schrumpfen. Das Haushaltsbüro des US-Kongresses prognostizierte am Freitag zudem einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 14 Prozent. Vor der Corona-Krise hatte die Quote bei 3,5 Prozent gelegen. Das Haushaltsdefizit könnte den Experten zufolge in diesem Jahr auf 3,7 Billionen Dollar anwachsen – das ist mehr als drei Mal so viel wie bei der letzten Schätzung.

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie sind in den USA verheerend: Das Virus und die Massnahmen zu dessen Eindämmung haben die Wirtschaftsaktivität in vielen Branchen weitgehend zum Erliegen kommen lassen. In fünf Wochen verloren mehr als 26 Millionen Menschen in den USA ihren Job.

20.49 Uhr: Über 22'000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind binnen 24 Stunden 389 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Gesamtzahl der Corona-Toten liege nun bei 22'245, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Donnerstagabend in Paris mit.

Dagegen sinkt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser weiter. Am Freitag waren laut den Behörden noch 4'870 Infizierte in intensivmedizinischer Behandlung, 183 weniger als am Vortag. Erstmals seit dem 29. März unterschritt die Zahl damit die Marke von 5'000. Auch die Gesamtzahl der in Krankenhäusern behandelten Corona-Patienten nimmt weiter kontinuierlich ab.

Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh, sagte der Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon. Frankreich habe immer noch mit einer «massiven und schweren Epidemie» zu kämpfen und dürfe in seiner Wachsamkeit nicht nachlassen. Inzwischen stünden mehr als 40'000 Tests pro Tag zur Verfügung. Wegen der Pandemie gilt zudem bis zum 11. Mai eine strikte Ausgangssperre.

20.30 Uhr: Niedrigste Opferzahl in New York seit drei Wochen

Die Zahlen von Toten und Infizierten in New York gehen nach der ersten Corona-Infektionswelle weiter zurück. Am fünften Tag in Folge lag die Zahl der Gestorbenen am Freitag bei unter 500 – mit 422 Todesopfern sank die Zahl im US-Bundesstaat auf den tiefsten Wert seit drei Wochen. Das teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Insgesamt sind mehr als 16'000 Menschen in New York gestorben. In den Hochzeiten vor noch wenigen Tagen gab es täglich knapp 800 Opfer.

Cuomo warnte dabei vor einer zweiten Infektionswelle, wenn die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen gelockert würden. Der Gouverneur ist vorsichtig, was die Wiedereröffnung von Gesellschaft und Wirtschaft angeht. Dies könne nur graduell geschehen. Die Beschränkungen gelten nach derzeitigem Stand noch bis zum 15. Mai.

20.15 Uhr: Trump rudert nach umstrittener Aussage zurück

US-Präsident Donald Trump will seine umstrittenen Äusserungen zu möglichen Therapieansätzen gegen das Coronavirus nach viel öffentlicher Kritik als Sarkasmus verstanden wissen. Er habe keineswegs Amerikaner dazu aufrufen wollen, Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen.

«Ich habe Reportern (...) sarkastisch eine Frage gestellt, nur um zu sehen, was passieren würde», sagte Trump am Freitag im Weissen Haus in Washington. «Ich dachte, das wäre klar.» Trump gab an, er habe keineswegs Amerikaner dazu aufrufen wollen, Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen. Er habe lediglich eine «sehr sarkastische» Frage an eine «feindliche Gruppe» von Reportern gestellt.



Trump hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus Forscher unter anderem dazu ermuntert, im Kampf gegen das Coronavirus Möglichkeiten zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen.

19.54 Uhr: Spanien: Entscheidung über Wiederaufbaufonds wohl erst ab Juli

Spaniens Aussenministerin María Aránzazu González Laya geht davon aus, dass eine Entscheidung über die Details des EU-Wiederaufbaufonds für die von der Corona-Krise schwer erschütterte europäische Wirtschaft erst ab Juli fällt. Dies werde voraussichtlich erst möglich werden, wenn Deutschland für die zweite Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen werde, sagte sie am Freitag nach einer Videokonferenz mit ihrem deutschen Kollegen Heiko Maas, wie die Nachrichtenagentur Europa Press meldete.

Bei dem Gespräch habe sie die Forderung Spaniens bekräftigt, dass Hilfen für besonders von der Covid-19-Pandemie getroffene Länder wie Spanien, Italien und Frankreich als nicht rückzahlbare Transferleistungen erfolgen sollten, betonte González Laya. Würden hingegen wie von Deutschland und anderen nördlichen Ländern bevorzugt Zuwendungen aus dem Wiederaufbaufonds als zurückzuzahlende Kredite gewährt, führe dies zu einer Überschuldung der Empfängerländer und gefährde den Binnenmarkt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs hatten am Donnerstag ein bereits verabredetes erstes Paket mit Kredithilfen im Umfang von bis zu 540 Milliarden Euro gebilligt und zusätzlich die Gründung des Wiederaufbaufonds vereinbart, über den noch einmal 1000 Milliarden Euro oder mehr verteilt werden sollen. Alle Details dieses Fonds sind aber umstritten, darunter Umfang, Finanzierung und Verwendung des Geldes.

19.41 Uhr: Trump unterzeichnet weiteres Konjunkturpaket

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag ein weiteres Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise unterzeichnet. Das Paket, auf das sich Republikaner und Demokraten im Kongress nach tagelangen Verhandlungen geeinigt hatten, sieht Hilfen in Höhe von 484 Milliarden US-Dollar vor. Der Kongress hatte im März bereits ein Konjunkturprogramm in Höhe von rund 2,2 Billionen Dollar beschlossen, um die schwer geplagte US-Wirtschaft zu stützen. In fünf Wochen haben mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren.

Mit dem neuen Paket soll ein bestehendes Kreditprogramm für kleine und mittlere Unternehmen um rund 320 Milliarden Dollar aufgestockt werden. Mit den Krediten, die später erlassen werden können, soll der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA begrenzt werden. Für ein weiteres Kreditprogramm sollen rund 60 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden, zudem 75 Milliarden Dollar für das Gesundheitswesen und weitere 25 Milliarden Dollar für Coronavirus-Tests und weitere Forschung zu dem Thema.

Die Mittel des Kreditprogramms für Arbeitgeber aus dem vorigen Konjunkturpaket in Höhe von 350 Milliarden Dollar waren vergangene Woche bereits ausgeschöpft. Die Republikaner hatten daher auf eine Erhöhung gedrängt. Die Demokraten wollten dem aber nur zustimmen, wenn es auch zusätzliche Mittel für das Gesundheitswesen und Corona-Tests, an denen es immer noch mangelt, geben würde.

19.28 Uhr: Fast die Hälfte aller Corona-Todesfälle im Tessin in Altersheimen

Die Tessiner Altersheime sind aussergewöhnlich stark betroffen von der Cornavirus-Pandemie. 136 von 299 offiziell durch die Lungenkrankheit Covid-19 verursachte Todesfälle sind im Tessin in Altersheimen passiert, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien erklärte.

Von den insgesamt 68 Institutionen im Kanton hätten 29 Häuser an Covid-19 erkrankte Bewohner beherbergt. Weshalb die Infektionsrate in den Altersheimen so hoch ist, war zunächst unklar. Dies gelte es nun herauszufinden, sagte der Tessiner Gesundheitsdirektor Raffaele De Rosa. Zu diesem Zweck untersuche das Büro des Kantonsarztes fünf Heime im Kanton genauer.

Giorgio Merlani informierte am Freitag über die Corona-Lage in Tessiner Altersheimen. (Archivbild)
Bild: Keystone

Merlani erklärte, dass man auf dem Höhepunkt der Pandemie erwogen habe, Altersheimbewohner umzusiedeln und in "Covid-Heimen" und "Nicht-Covid-Heimen" unterzubringen. Diese Idee habe man aber wieder verworfen, da der Virus jederzeit in einer der Institutionen neu auftauchen könne, erklärte Merlani. Innerhalb der betroffenen Heime seien jedoch Covid-Abteilungen eingerichtet worden, um die Kranken von den Gesunden zu trennen.

Merlani präsentierte noch weitere Zahlen: 441 aller Altersheimbewohner seien positiv getestet worden, 361 negativ. 29 Altersheimbewohner seien ins Spital transferiert worden. Auch einen Teil des Personals habe man testen lassen. Von den insgesamt knapp 5000 Personen seien 535 getestet worden, hielt Merlani fest. 163 von ihnen seien positiv getestet worden. Für die Forschung sei das Coronavirus noch neu, fuhr Merlani fort. Allmählich zeige sich aber, dass die Wohnräume wohl als Hauptübertragungsort des Coronavirus fungierten

19.20 Uhr: Island ohne neue Corona-Infektionen

Auf Island sind erstmals seit Ende Februar innerhalb von 24 Stunden keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das ging am Freitag aus den aktuellen Corona-Zahlen der isländischen Behörden hervor. Im Laufe der vergangenen fünf Tage gab es demnach nur 14 Neuinfektionen. Insgesamt sind auf Island 1'789 Corona-Fälle erfasst worden, 1'542 der Erkrankten sind mittlerweile wieder gesund. Zehn Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bislang auf der Nordatlantik-Insel gestorben.

18.56 Uhr: Mehr als 19'000 Corona-Tote in Grossbritannien

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 684 Menschen im Krankenhaus am Coronavirus gestorben. Damit steigt die Zahl der offiziellen Todesfälle auf 19'506, wie das britische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Die Regierung hatte vor kurzem erklärt, die Epidemie im Land habe ihren Höhepunkt erreicht. Allerdings liegen die Zahlen von Freitag erneut höher als jene vom Vortag, als 616 Menschen starben.

Kritiker bemängeln, dass die Todesfallzahlen in Großbritannien unvollständig sind. In der offiziellen Statistik werden nur die Toten in Krankenhäusern erfasst, nicht aber die Menschen, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben.

18.32 Uhr: Corona-Ausbruch auf weiterem US-Marineschiff

Die US-Marine kämpft mit einem weiteren Coronavirus-Ausbruch auf einem Schiff. Mindestens 18 Besatzungsmitglieder der «USS Kidd» wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Marine am Freitag mitteilte. Zuvor hatte ein Soldat Symptome gezeigt und war am Donnerstag zur Behandlung nach San Antonio im US-Bundesstaat Texas gebracht worden.

Mittlerweile sei ein Ärzteteam an Bord des Schiffs, um Tests durchzuführen und zurückzuverfolgen, mit wem die infizierte Person Kontakt hatte, erklärte Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman am Freitag bei einer Pressekonferenz. «Die Tests werden fortgesetzt und wir rechnen mit weiteren Fällen», erklärte die Marine.



Die Marine bereitet Hoffman zufolge die Rückkehr des Schiffes in einen Hafen vor. Ein Teil der Besatzung werde das Schiff dann verlassen. Der Sprecher machte keine Angaben zur Grösse der Crew. Der Zerstörer «USS Kidd» ist nach Angaben des Südlichen Kommandos der Vereinigten Staaten (Southcom) in der Karibik und im Ostpazifik zur Bekämpfung des illegalen Drogenhandels im Einsatz.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus liegt der US-Flugzeugträger «USS Theodore Roosevelt» seit Wochen vor der Pazifikinsel Guam vor Anker. Mittlerweile wurden alle der rund 5'000 Besatzungsmitglieder auf das Virus getestet. Die Gesamtzahl der festgestellten Infektionen liegt bei 840. Ein Matrose des Flugzeugträgers war an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben.

18.20 Uhr: Berset-T-Shirt tausendfach verkauft

Ein T-Shirt mit einer Aussage von Bundesrat Berset zur Corona-Krise ist bereits 20'000-mal verkauft worden. Darüber freuen kann sich die Glückskette: Sie erhält 179'000 Franken von den Verkäufern des Kleidungsstücks.

Auf dem T-Shirt steht die Aussage «Il faut agir aussi vite que possible, mais aussi lentement que nécessaire». Alain Berset drückte damit am 16. April an einer Medienkonferenz aus, wie sich der Bundesrat den Ausstieg aus dem Corona-Krisenmodus vorstellt: «So schnell wie möglich und so langsam wie nötig.»

18.00 Uhr: Mehr als 50'000 Coronavirus-Tote in den USA

In den USA sind mehr als 50 000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das ging am Freitagvormittag (Ortszeit) aus Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervor. Die Daten der US-Forscher zeigen in der Regel höhere Stände als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmässiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden Infektions- und Todeszahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Den Angaben zufolge wurden in den Vereinigten Staaten bislang bereits mehr als 870'000 Infektionen mit dem Coronavirus erfasst. Die USA, ein Land mit 330 Millionen Einwohnern, sind gemessen an den absoluten Zahlen weltweit am stärksten von der Epidemie betroffen.



Die Fallzahlen in einzelnen Ländern lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen. Ausserdem ergibt sich umgerechnet auf die jeweilige Bevölkerungsgrösse eines Landes eine andere Abfolge: Beim Vergleich von Infektionsfällen pro 100'000 Einwohner liegt Belgien international an erster Stelle.

17.23 Uhr: Italien plant Haushaltsdefizit über 10 Prozent

Die italienische Regierung plant zur Finanzierung der Coronavirus-Folgen das Haushaltsdefizit auf mehr als zehn Prozent anzuheben - und damit auf eine seit Jahrzehnten nicht da gewesene Höhe.

Das Kabinett in Rom verabschiedete am Freitag einen Beschluss, in dem ein zusätzliches Defizit von rund 55 Milliarden Euro vorgesehen ist. Das gab der Sekretär des Ministerrats, Riccardo Fraccaro, auf Facebook bekannt. Der Vorschlag bringe das Defizit 2020 insgesamt auf 10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), schrieb er.

In dieser Grössenordnung hatte die Defizitquote lange nicht gelegen. Zuletzt war ein solches Niveau Anfang der 1990er Jahre in Italien verzeichnet worden. Die Regierung in Rom will mit dem Geld den Wiederaufbau in dem besonders hart vom Virus getroffenen Land finanzieren. Tourismus und Gastronomie liegen seit März am Boden, auch andere Wirtschaftssektoren sind angeschlagen. Das Parlament muss den Plänen noch zustimmen.

17.10 Uhr: Ausflügler machen Bauern Ärger

Im Zuge der Corona-Einschränkungen zieht es immer Menschen ins Grüne – sehr zum Leidwesen der Landwirte. Da viele Parks und Seewiesen derzeit nicht zugänglich seien, würden nämlich verstärkt landwirtschaftliche Flächen wie Wiesen und Weiden als Ersatz genutzt.

Dabei käme es zu Schäden und Konflikten mit Bauern, teilt der landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) mit.  So werde etwa Gras niedergetrampelt oder landwirtschaftliche Flächen mit Müll verschmutzt, wobei der Abfall für Tiere auch sehr gefährlich sei. 

16.57 Uhr: Lufthansa-Chef rechnet mit 10'000 Mitarbeitern weniger nach Krise

Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet mit einem Abbau von 10'000 Jobs in der Corona-Krise. Die Flotte werde um etwa 100 Flugzeuge schrumpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende am Freitag in einer internen Botschaft an die Mitarbeiter. Vor Ausbruch der Pandemie hatte der grösste Luftverkehrskonzern Europas weltweit rund 130'000 Mitarbeiter und 760 Flugzeuge.

Spohr rechnet erst für das Jahr 2023 wieder mit einem Gleichgewicht für das Unternehmen, das dann ein anderes sein werde. «Wir waren als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen und die Luftfahrt wird mit die letzte sein, die sie verlassen wird», sagte der Lufthansa-Chef.

Auf dem Gelände des noch nicht eröffneten Grossflughafens Berlin-Brandenburg BER werden nicht benötigte Maschinen der Lufthansa geparkt. 
Bild: Keystone

16.25 Uhr: Australien hebt Lockerungen wieder auf

Dass zu starke Lockerungen von Anti-Corona-Massnahmen zu abnehmender Disziplin führen können, ist nicht in vielen Ländern ein Thema. Ein Beispiel aus Australien zeigt, dass das Rad auch wieder zurückgedreht werden kann. 

Es war einen Versuch wert: In Randwick, einem Vorort der australischen Küstenmetropole Sydney, wurden erst am Montag drei Strände wieder geöffnet. Wenige Tage später sind sie wegen fehlender Disziplin der Besucher wieder dicht. Die Stadtverwaltung hatte nur Sport am Strand erlaubt und verboten, dass sich mehr als zwei Menschen versammeln. Aber das klappte nicht. «Wir wollen sie für Sport offenhalten, aber das geht nicht, wenn die Leute herkommen, um einen spassigen Tag zu haben», sagte ein Sprecher der Stadt der australischen Nachrichtenagentur AAP.

Rettungsschwimmer und Ranger waren demnach am Wasser unterwegs, um die Leute zu vertreiben. Am Wochenende sollen die Strände wieder öffnen, aber genau beobachtet werden. Der Bürgermeister von Randwick, Danny Said, warnte, die Strände würden wieder geschlossen, falls die Abstandsregeln nicht eingehalten würden. Den Besuchern ist nur kurzes Schwimmen, Surfen oder Laufen gestattet, dann sollen sie wieder nach Hause.

16.22 Uhr: Katastrophenschutzbehörde in den USA wart vor Trumps Behandlungsideen

Auf umstrittene Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Therapieansätzen gegen das Coronavirus ist eine eindringliche Warnung durch die Katastrophenschutzbehörde des US-Bundesstaats Washington erfolgt. Die Behörde warnte Bürger auf Twitter vor der Einnahme von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln: «Machen Sie eine schlechte Situation nicht schlimmer.»  Auch der britische Konsumgüterkonzern Reckit Benckiser, zu dessen Marken Sagrotan gehört, erklärte am Freitag, dass Desinfektionsmittel «unter keinen Umständen» verabreicht werden sollten.

Trump hatte Forscher bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus unter dazu ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen.

16.00 Uhr: Waadt und Wallis annullieren Prüfungen

Die Kantone Waadt und Wallis annullieren wegen der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie die Prüfungen am Ende der obligatorischen Schule. Das Wallis will auch auf die Maturitätsprüfungen verzichten.

Wegen der gesundheitlichen Krise werden im Wallis in diesem Jahr keine Diplome ausgehändigt werden, wie der Walliser Bildungsdirektor Christophe Darbellay (CVP) am Freitag an einer Medienkonferenz bekannt gab.

15.49 Uhr: Rückholaktion bald abgeschlossen  – zehn Millionen Franken Kosten 

Die Repatriierungen wegen des Coronavirus werden in Kürze abgeschlossen sein. Von insgesamt 35 Flügen stehen noch zwei aus. Die Kosten der grössten Rückholaktion der Schweizer Geschichte belaufen sich auf zehn Millionen Franken.

Sämtliche Kosten, die in den Ländern selber entstanden seien und die Arbeitsstunden des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seien darin aber nicht enthalten, sagte Hans-Peter Lenz, Leiter des EDA-Krisenmanagementzentrums, am Freitag vor den Bundeshausmedien. Man werde später eine Vollkostenrechnung machen.

Laut Lenz werden die Kosten nicht nur Schweizern verrechnet, sondern allen Zurückgeführten. "Wir haben eine Einverständniserklärung aller Personen." Auch Schweizer, die mit einem ausländischen Flugzeug zurückgebracht worden seien, erhielten eine Rechnung aus dem Ausland.

Das EDA hat sich für einen Pauschalbetrag entschieden, der sich nach der Länge der Flugstrecke berechnet. Auch andere europäische Staaten hätten diesen Ansatz gewählt. Für Kurzstrecken (bis 1500 Kilometer) wird die Kostenbeteiligung 400 Franken betragen, für Mittelstrecken (bis 3500 km) 600 Franken und für Langstrecken (über 3500 km) 1100 Franken. Flüge über 12'000 km werden die Passagiere 1700 Franken kosten.

Dieser Verteilschlüssel erlaube es, rund 80 Prozent der Kosten für die Rückholaktion zu decken. Das EDA beteiligt sich zu rund 20 Prozent an den entstandenen Flugkosten.

15.22 Uhr: Pressekonferenz beendet

Damit ist die heutige Medienkonferenz der Behörden beendet. Vielen Dank für das Interesse. 

15.17 Uhr: Contact-Tracing ebnet Weg zur Normalität

Mit dem Contact-Tracing will das Bundesamt für Gesundheit so gut als möglich einen Rückweg zur Normalität bieten: Wenn man bei einer Fallzahl angelangt sei, bei der das Tracing konsequent möglich werde, könne man die Empfehlungen zum Kontaktverbot zurückfahren, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit.

15.15 Uhr: Keine selbstgebastelten Masken

Auf eine entsprechende Frage erklärt Koch: Er rate nach wie vor davon ab, selber Masken herzustellen, da dadurch keinerlei Schutz gewährleistet werde. Im Gegenteil könnten sich Tröpfchen auf den Masken sammeln, und wenn man diese abziehe, könne man sich trotz allem anstecken. Der Bund sei aktuell aber daran, zu testen, welche Materialien sich überhaupt dafür eignen würden.



15.10 Uhr: Wieso gibt es weniger Tests?

Die Anzahl der Tests nehme ab – wie sei das zu erklären? Daniel Koch erwidert, dass die Testkriterien angepasst worden seien. Neu werde jede Person mit Coronavirus-typischen Symptomen getestet. Es gebe aktuell aber schlicht weniger Leute mit entsprechenden Symptomen. Das liege auch daran, dass die Saison der typischen Winterkrankheiten, deren Symptome jenen des Coronavirus ähnelten, jetzt vorbei sei.

15 Uhr: «Eltern brauchen keine Angst zu haben»

Mehr und mehr Eltern würden mit Angst auf die Schulöffnungen in zwei Wochen schauen – was können Sie diesen Eltern sagen, Herr Koch? Die Kinder würden sich vor allem durch Erwachsene mit dem Coronavirus anstecken, nicht durch andere Kinder, sagt Koch. Die Eltern bräuchten daher keine Angst zu haben, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Aus Sicht von Daniel Koch spricht zudem im Grunde nichts dagegen, dass Grosseltern auf ihre Enkelkinder aufpassen, da das Ansteckungsrisiko hierbei gering sei. Allerdings müsse dabei sichergestellt werden, dass die Eltern keinen Kontakt mit den Grosseltern hätten, da von diesen Kontakten weiterhin ein erhebliches Risiko ausgehe. Es müsse weiterhin verhindert werden, dass sich Familien über Generationen und Haushalte hinweg miteinander vermischten.

14.55 Uhr: Haben Sie ein mulmiges Gefühl, Herr Koch?

Angesichts der ersten Lockerungen am kommenden Montag will ein Journalist von Daniel Koch wissen, ob er mit Besorgnis auf die Öffnung von Coiffeursalons, Baumärkten und Gartencenter blicke? 

«Nein, ich habe kein mulmiges Gefühl», sagt Koch. Er habe vollstes Vertrauen in Unternehmen und Bevölkerung, dass man sich an die Massnahmen halten werde.

Wann werden in der Schweiz wieder Gottesdienste stattfinden, will ein Journalist wissen. Koch hat darauf keine Antwort, auch dieses Thema müsse der Bundesrat noch prüfen.

14.50 Uhr: Armeeangehörige für Contact Tracing?

Könnten Armeeangehörige künftig auch beim Contact Tracing eingesetzt werden, um Kontaktpersonen von Infizierten zu kontaktieren? Das wäre denkbar, antwortet Brigadier Droz, doch bisher sei noch keine entsprechende Anfrage eingetroffen. 

14.40 Uhr: «Wir haben uns grauenhaft verschätzt»

Weshalb musste das Seco die Konjunkturaussichten zwischen der letzten Prognose und der jetzigen deutlich ins Negative korrigieren? «Wir haben uns grauenhaft verschätzt», räumt Boris Zürcher ein. Man sei ursprünglich davon ausgegangen, dass für 15 Prozent der Arbeitnehmer Kurzarbeitsgesuche eingereicht würden – nun sei man bei 36 Prozent. «Das war schlicht nicht vorhersehbar.» Er führt dies darauf zurück, dass wir es mit einem historisch einmaligen Ereignis zu tun hätten. 

Wurde vom Ausmass der Kurzarbeitsgesuche überrascht: Boris Zürcher, Leiter des Seco.
Bild: Keystone

14.37 Uhr: Einsatz der Tracing-App noch unklar

Die Fragerunde für die Journalisten ist eröffnet. Wie bald das Contact-Tracing einsetzt, ist noch unklar. Was genau die dazu geplante App bringt, muss sich ebenfalls noch weisen. Sie sei ein Hilfsmittel, dessen Einsatz geprüft werden müsse, sagt Daniel Koch von Daniel Koch.

Derzeit sind rund zehn bis fünfzehn Prozent der Getesteten tatsächlich mit dem Virus infiziert, wie der BAG-Experte weiter sagt.

14.30 Uhr: Droz hat das Wort

Brigadier Raynald Droz spricht nun über den Assistenzdienst der Armeeangehörigen. Da die Infektionswelle sich abschwäche, könne die Armee den Einsatz zurückfahren. Noch immer seien rund 4000 Armeeangehörige im Einsatz. Die Demobilisierung ist aber in vollem Gang. 1'000 Armeeangehörige wurden bereits nach Hause entlassen.

117 Armeeangehörige befänden sich derzeit wegen des Coronavirus in der Quarantäne, es gebe 41 Infektionsfälle. 

14.25 Uhr: Passagiere zahlen bis zu 1'700 Franken

Das Aussendepartement konnte in mittlerweile 33 Repatriierungsflügen fast 7'000 Schweizerinnen und Schweizer aus dem Ausland zurückgeholt, erklärt Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum beim EDA. Zwei weitere Flüge nach Kalkutta in Indien und nach Ghana würden in den nächsten Tagen gestartet, danach sei die Rückholaktion des EDA vorerst beendet. 

Zu den Kosten sagt Lenz, man habe sich für Pauschalbeträge entschieden, die man den Passagieren in Rechnung stelle. Diese reichen von 400 Franken für Mittelstreckenflügen bis zu 1'700 Franken für Langstreckenflüge in entlegenen Regionen etwa in Ozeanien. So könnten bis zu 80 Prozent der Kosten durch die Passagiere refinanziert werden. 

14.22 Uhr: 22,6 Millionen Masken an Kantone verteilt

Die Armee unterstütze auch den Aufbau von Produktionsinfrastrukturen in der Schweiz. Dabei gehe es etwa um die Herstellung von mehrfach benutzbaren Schutzmasken. 

Der Auftrag des BAG sah vor, dass bis Ende April 75 Millionen Gesichtsmasken beschafft werden müssten. «Wir haben dieses Ziel übertroffen», hält Näf fest. Bereits seien 22,6 Millionen Masken an die Kantone verteilt worden. In den nächsten Tagen werden 90 Millionen weitere Masken eingeflogen. Insgesamt erwartet er in den nächsten Tagen 17 Linienflieger voller Schutz- und ähnlicher Artikel.

14.20 Uhr: Armee kauft nur in Grossmengen

Brigadier Markus Näf, Brigadier, zuständiger Koordinator beim Verteidigungsdepartement VBS, informiert über die Beschaffungen der Armeeapotheke. Die Armeeapotheke sei damit beauftragt worden, bis Ende August medizinische Güter für maximal 2,1 Milliarden Franken zu besorgen. Von diesem Betrag sei Stand heute eine erste Tranche von 700 Millionen Franken bewilligt worden. 

Die Armee kaufe nur zertifizierte Produkte ein, und nur in Grossmengen, hält Näf fest. Will heissen: Masken werden erst ab 10 Millionen Stück bezogen. Und: Eine Qualitätsprüfung müsse möglich sein, von den Rohstoffen bis zum Endprodukt. 

14.10 Uhr: Schutzkonzepte

Zürcher hält fest, dass der Bund nicht das Sicherheitskonzept für jeden Betrieb, der nun wieder öffnen kann, bewillige. Man gebe aber zwingende Vorgaben vor, an denen sich die einzelnen Unternehmen orientieren können. Der Arbeitgeber habe aber dafür zu sorgen, dass die Gesundheit seiner Mitarbeiter geschützt werde. Ein Schutzkonzept zu haben, sei aber für jeden Betrieb Pflicht. 

Die Kontrollen, ob die Vorgaben eingehalten werden, sei Sache der kantonalen Arbeitsinspektoraten, diese auch weitere kantonale Stellen um Unterstützung bitten könnten. 

14.05 Uhr: Kurzarbeit für jeden dritten Angestellten

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit Seco, hat das Wort. Bisher hätten 180'000 Unternehmen um Kurzarbeit für 1,85 Millionen Mitarbeiter angefragt, was 36 Prozent der Angestellten entspreche – wobei Gesuche nicht mit einer Bewilligung zu verwechseln seien. Zuletzt wurden 153'000 Arbeitslose gezählt. 

Seit 1. Januar seien 525 Millionen Franken Kurzarbeitsentschädigung ausbezahlt worden, wobei fast alles davon seit Mitte März geflossen sei. Diese Summe werde «noch deutlich steigen». 

14 Uhr: Koch bittet weiterhin um Disziplin

Die Pressekonferenz ist eröffnet. Daniel Koch vom BAG bestätigt, dass die Tendenz der Neuansteckungen weiterhin sinkend sei, was gut sei. Auch sei die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinkend, aktuell seien dies rund 200 Personen.

Die Abstands- und Hygieneregeln gelten auch weiterhin, ruft Koch in Erinnerung: «Es gilt weiterhin, sehr vorsichtig zu sein.» Grillpartys in einem Park mit 20 Personen seien weiterhin nicht angezeigt. Das Ziel müsse sein, die Fallzahlen weiter zu senken, damit man im Sommer zur Normalität zurückkehren könne. 

13.45 Uhr: Bund informiert um 14 Uhr

In wenigen Minuten informieren die Bundesbehörden über die neuesten Entwicklungen in der Coronakrise. Auf «Bluewin» können Sie die Medienkonferenz live im Video sowie hier im Ticker mitverfolgen.

Unter anderem werden Daniel Koch, Coronavirus-Beauftragter des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit (Seco), Auskunft geben. 

13.25 Uhr: 18 Milliarden Franken Schaden

Am kommenden Montag beginnt die schrittweise Aufhebung des Lockdown in der Schweiz. Die direkten Kosten der sechswöchigen Massnahmen belaufen sich gemäss Berechnungen der KOF-Ökonomen auf 18 Milliarden Franken. Die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten der Coronakrise belaufen sich alleine in den Monaten März bis Juni sogar auf 32 Milliarden Franken, teilte die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Freitag mit.

Damit befinde sich die KOF mit ihrer Schätzung etwa gleichauf mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Diese hatte tags zuvor einen BIP-Rückgang um 6,7 Prozent im laufenden Jahr vorausgesagt. Das entspricht nach den Berechnungen des KOF einem Wertschöpfungsverlust von 33 Milliarden Franken. Die Massnahmen des Bundesrates wie Betriebsschliessungen und Mobilitätseinschränkungen verursachen gemäss KOF während des sechswöchigen Lockdown nur rund ein Drittel der direkten Kosten.

Knapp zwei Drittel der 18 Milliarden Franken würden auf die internationale Entwicklung zurückgehen – also den Einbruch der Weltwirtschaft. Und der Anteil der Kosten wegen krankheitsbedingter Arbeitsausfälle und Quarantänemassnahmen liegt laut den KOF-Ökonomen bei weniger als fünf Prozent. Eine ausführliche Konjunkturprognose wollen die KOF-Experten gemäss der Mitteilung Mitte Mai vorlegen. Bei den nun vorgelegten Zahlen handelt es sich lediglich um eine Aktualisierung der vor gut zweieinhalb Wochen präsentierten Szenarien.

12.53 Uhr: Good News aus China

Den neunten Tag in Folge hat es in China offiziellen Angaben zufolge keine neuen Todesopfer durch das Coronavirus gegeben. Es gebe auch nur sechs neue Infektionen, berichtete Peking am Freitag.

In Krankenhäusern werden noch 915 Fälle behandelt, von denen 57 als ernst gelten. 999 Menschen seien isoliert worden und werden entweder als Verdachtsfälle überwacht oder wurden positiv getestet ohne Symptome zu zeigen. Von den offiziellen insgesamt 82'804 Infizierten in China sind 4'632 gestorben. Das Virus wurde zuerst in der zentralchinesischen Stadt Wuhan entdeckt.

12.45 Uhr: Wirbel um Ebola-Medikament

Frühe Studiendaten zur Therapie der Lungenkrankheit Covid-19 mit dem Medikament Remdesivir haben für Wirbel gesorgt. Die Wirkung des ursprünglich gegen Ebola entwickelten US-Präparats wird derzeit weltweit untersucht. Kurzzeitig führten Medienberichte zu Aufruhr, nach denen das Mittel keinen Erfolg brachte.

Hersteller wie Mediziner warnen nun vor voreiligen Schlüssen. Das Medikament habe bei Patienten in der München Klinik Schwabing erste Erfolge gebracht, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie. Nach zurückhaltenden Schätzungen habe die Hälfte seiner Patienten profitiert, sagte Wendtner. Es sehe danach aus, dass schwer Erkrankte früher von den Beatmungsmaschinen genommen werden könnten.

Am Donnerstag kam es zu einer überraschenden Veröffentlichung, nach der eine chinesische Studie mit Remdesivir enttäuschende Ergebnisse gebracht haben soll. Medien beriefen sich auf ein auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichtes Dokument - das aber rasch wieder entfernt wurde. Die US-Herstellerfirma Gilead Sciences wies die Berichte zurück. Es habe keine Genehmigung zur Veröffentlichung gegeben.

Die Studie sei aufgrund geringer Beteiligung vorzeitig abgebrochen worden, daher seien keine statistisch aussagekräftigen Schlussfolgerungen möglich. "Insofern sind die Studienergebnisse nicht schlüssig, obwohl Trends in den Daten einen potenziellen Nutzen für Remdesivir nahe legen, insbesondere bei Patienten, die früh in der Krankheit behandelt werden." Ergebnisse weltweiter Studien erwarte man Ende Mai.

12.35 Uhr: Bergregionen werden Rezession stärker spüren

Die durch die Covid-19-Pandemie erwartete Rezession dürfte die Schweizer Regionen in unterschiedlichem Masse treffen. Besonders belastet sei die Wirtschaft im Jurabogen, der Ostschweiz und in den Bergregionen, schreiben die Ökonomen der UBS in einer Studie. Die UBS-Volkswirte gehen wie andere Experten davon aus, dass der grösste Einbruch der Bruttowertschöpfung in den tourismusbezogenen Branchen zu erwarten sei.

Hier wird ein Minus zum Vorjahr von bis zu 35 Prozent erwartet. Relativ stark betroffen seien auch die Uhrenindustrie, die Unterhaltungsbranche und die Anbieter persönlicher Dienstleistungen. Die Auswirkungen auf Dienstleister und Industriebetriebe werden etwa gleich gross erwartet, wobei bei der Industrie aber eine grössere Widerstandsfähigkeit angenommen wird.

Das regionale Bild ergebe sich anhand der unterschiedlich stark vertretenen Branchen. So verfüge der Jurabogen über ein Cluster in der stark tangierten Uhrenindustrie. In der Ostschweiz sei mit einem Rückgang vor allem dort zu rechnen, wo es einen hohen Beschäftigungsanteil in Industriebranchen gebe. Der Einbruch in der Tourismusbranche dürfte vor allem in den Bergregionen in den Kantonen Graubünden und Wallis zu spüren sein.

In den Grosszentren Zürich, Bern und Basel-Stadt sei der Beschäftigungsanteil in den stark exponierten Branchen geringer. Mit immerhin noch jeweils rund einem Drittel der Beschäftigten werde die Rezession aber auch hier zu spüren sein. Der Zenit der Corona-Pandemie dürfte in der Schweiz jedoch überschritten sein, heisst es in der Studie des UBS Investment Research weiter.

Das habe den Bundesrat zu der schrittweisen Lockerungen der Massnahmen veranlasst und in den kommenden zwei Monaten wird ein schrittweiser Abbau der Restriktionen erwartet. Über den Sommer rechnen die Autoren mit einer Stabilisierung, aber noch nicht mit einer Normalisierung der Lage. Erst ab dem vierten Quartal 2020 und im Jahr 2021 dürfte sich die Wirtschaft nachhaltig erholen.

12.25 Uhr: «Nur» ein neuer Toter im Tessin

Im Kanton Tessin ist in den letzten 24 Stunden erneut eine Person an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 15 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt wurden bis Freitagmorgen im Kanton Tessin 3'121 Personen positiv auf das Virus getestet. 299 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben. 682 Personen konnten bisher aus den Tessiner Spitälern entlassen werden.

12.10 Uhr: Individuell – Italien will Velos und Roller fördern 

Überfüllte öffentliche Verkehrsmittel in Corona-Zeiten? Zu grosse Ansteckungsgefahr. Italien will den Kauf von Velos und Tretrollern fördern, um volle U-Bahnen und Busse zu verhindern. In der anstehenden Gesetzesverordnung werde es entsprechende Anreize geben, sagte Verkehrsministerin Paola De Micheli der Zeitung «Corriere della Sera».

Wie hoch die Förderung sein wird, war unklar. Italien will vom 4. Mai an die strengen Ausgangsbeschränkungen ein wenig lockern. Erwartet wird, dass einige Fabriken und Firmen die Arbeit wieder aufnehmen dürfen. Seit etwa sieben Wochen dürfen die Menschen nicht einmal für einen Spaziergang nach draussen.

Stosszeiten müssten unbedingt verhindert werden, es gebe dazu aber nicht genug Busse und Bahnen, sagte De Micheli. Öffentliche Verkehrsmittel dürften nur zur Hälfte besetzt sein, um soziale Distanz zu wahren. Wenn alle auf Autos umstiegen, würden die Städte verstopft. Daher sollten auch die Strassenverkehrsordnungen geändert werden, um mehr Fahrradwege zu öffnen.

11.55 Uhr: 181 neue Fälle in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein haben sich innerhalb eines Tages 181 Personen neu mit dem Coronavirus angesteckt. Damit bleibt die Zahl der Neuansteckungen seit mehreren Tagen tief. Am Donnerstag waren 228 Neuansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) 28'677 laborbestätigte Fälle. Die Todesfälle in allen Kantonen zusammen nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Freitagmittag auf 1'556 zu.

Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten und aktualisiert sie zweimal täglich, mittags und abends. Obwalden und Appenzell-Innerrhoden sind gemäss dieser Zählung die einzigen Kantone ohne Todesopfer.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die Zahl der Todesopfer am Freitagmittag mit 1'309 an. Das Amt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Freitagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG

11.30 Uhr: Versicherer sollen Gastro-Ausfälle zahlen

Der Branchenverband Gastrosuisse sieht die Epidemie-Versicherer in der Pflicht für die Schäden der Gastgewerbe-Betriebe durch das Coronavirus aufzukommen. Das habe eine unabhängige Rechtsabklärung bei einer renommierten Anwaltskanzlei ergeben, teilte Gastrosuisse mit. Der Verband habe die Versicherungsunterlagen von zwanzig Mitgliedsbetrieben durch die Anwälte überprüfen lassen.

Das Ergebnis sei, dass die Versicherungen Leistungen wegen des Coronavirus ausschütten müssten, sofern der Betrieb eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat, so der Verband. Er greift damit namentlich die Versicherer AXA, Helvetia und Generali an. Diese weigerten sich oftmals, Leistungen zu erbringen. Sie verwiesen dabei auf das Kleingedruckte und versuchten, die Versicherungsbestimmungen zulasten ihrer Kunden zu interpretieren, so Gastrosuisse.

Gastrosuisse werde diese Gesellschaften jetzt zu Verhandlungen auffordern, um eine Lösung für die Branche zu finden, heisst es. Bis auf weiteres rate der Verband seinen Mitgliedern, keine neuen Versicherungen bei diesen drei Instituten abzuschliessen und erwäge sogar, den Mitgliedern den Abzug ihrer Portfolios bei den genannten Versicherern zu empfehlen. Um eine derzeit laufende Abklärung des Ombudsmannes für Versicherungen nicht zu beeinträchtigen, werde Gastrosuisse seine Rechtsabklärung erst nach Vorliegen von dessen Bericht publizieren.

11 Uhr: Königliche Corona-Ironie

Der britische Prinz William (37) hat zusammen mit dem Schauspieler Stephen Fry (62) ein Video gedreht, um seine Landsleute in der Corona-Krise aufzumuntern. In einer fiktiven Unterhaltung per Videokonferenz schlüpft Fry in die Rolle des selbstverliebten Weltkriegs-Generals Lord Melchett aus der Historien-Comedy-Serie Blackadder. William spielt sich selbst – und beweist dabei beachtlich viel Selbstironie.

Das Video beginnt mit einem ungeduldigen Lord Melchett, der vor dem Computer sitzt und flucht: «Kommt schon Leute, ich dachte, ihr Deutschen müsstet pünktlich sein.» Eine Anspielung auf die teilweise deutsche Abstammung der britischen Königsfamilie, die spätestens seit dem Ersten Weltkrieg als Hypothek gilt und allenfalls zur Sprache kommt, wenn es darum geht, sich über die Royals lustig zu machen.

Da räuspert sich ein scheinbar irritierter William, der offenbar alles mitgehört hat: «Ich bin hier, Melchett.» Die Unterhaltung endet mit dem Eingeständnis Williams, dass er bei dem Gespräch weder Socken, noch Schuhe oder eine Hose getragen hat.

10.40 Uhr: Zürich lockert Seniorenheim-Besuchsverbot

Die Stadt Zürich lockert das strikte Besuchsverbot in den Alterszentren. Ab kommender Woche ermöglichen «Besuchszelte» Kontakte zwischen Bewohnern und Angehörigen unter Einhaltung der strengen Hygienevorschriften, wie die Stadt am Freitag mitteilte.

Die ersten Alterszentren haben an ihren Gebäudefassaden bereits wetterfeste Besuchszelte oder -boxen installiert. Die Bewohnerin sitze im Haus, der Besucher betrete von Aussen das Zelt oder die Box, schreibt die Stadt. So bestehe zwar Sichtkontakt, ein direkter Kontakt werde jedoch durch ein Fenster oder eine Plexiglasscheibe verhindert. Gespräche finden übers Telefon statt.

Die Maximaldauer eines Besuchs beträgt laut Mitteilung 30 Minuten. So soll sichergestellt werden, dass möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner Besuch empfangen können. «Das Besuchsverbot muss leider bestehen bleiben. Mit den Zelten schaffen wir jetzt eine Möglichkeit, dass die Menschen sich wieder begegnen können. Das ist ein enorm wichtiger Schritt», wird Stadtrat Andreas Hauri (GLP), Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartementes, in der Mitteilung zitiert.

10.20 Uhr: Auch Ersatz-Tests wegen Mängel retourniert

Spanien hatte bei einer Firma aus Shenzen Covid-19-Test bestellt. Von den 640'000 Exemplaren musste die Regierung Ende März aber 58'000 zurückschicken, weil sie nicht genau genug waren und die Krankheit potenziell nicht angezeigt haben. Wie die «Daily Mail» berichtet, hat Bioeasy aber auch beim Ersatz geschlampt – und erneut fehlerhafte Tests geliefert. Die Behörden wollen nun die Gesamtlieferung zurückgeben und sich die Kosten erstatten lassen.

9.50 Uhr: Firmenkonkurse im März noch rückläufig

Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm. Weil Firmen während einiger Wochen nicht betrieben werden durften, sank die Zahl der Firmenpleiten im März 2020 deutlich. Danach dürfte die Zahl der Insolvenzen aber massiv steigen.

Schuldnerinnen und Schuldner in der Schweiz durften auf Anordnung des Bundesrates zwischen dem 19. März und dem 19. April nicht betrieben werden. Daher verwundert es nicht, dass die Zahl der Firmenkonkurse im März um 13 Prozent gesunken ist. Über 412 Betriebe wurde der Konkurs eröffnet, teilte der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Freitag mit.

Für die Zeit danach erwartet Bisnode eine massive Zunahme der Insolvenzen. Einerseits aus Nachholbedarf – vor allem aber aufgrund der schwerwiegenden Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf die Wirtschaft. Auch die Zahl der neu gegründeten Firmen werde voraussichtlich abnehmen. Laut Bisnode liessen Unternehmer im März 3'743 neue Firmen im Handelsregister eintragen. Das sind 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

9.43 Uhr: Pensionskassen mit miserablem ersten Quartal

Die Schweizer Pensionskassen haben unter dem Einbruch an den Finanzmärkten gelitten und büssen die im Vorjahr erzielten Fortschritte wieder ein. Das erste Quartal 2020 sei für die erfassten Vorsorgeeinrichtungen mit einer geschätzten vermögensgewichteten Rendite von -7,77 Prozent eines der schlechtesten seit der Finanzkrise gewesen, schreibt Swisscanto in seinem Pensionskassen-Monitor vom Freitag.

Das habe sich auch negativ auf die Deckungsgrade und die Reserven ausgewirkt. Die im Vorjahr gebildeten Reserven seien in den ersten drei Monaten 2020 aufgrund des simultanen Einbruchs der meisten Anlagekategorien während der Coronakrise aufgebraucht worden.

Die Reserven bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen sanken im ersten Quartal im Durchschnitt um rund zehn Prozentpunkte auf 8,9 Prozent, heisst es weiter. Der Deckungsgrad wird der Erhebung zufolge per Ende März auf 108,9 Prozent geschätzt, nach noch 118,7 Prozent per Ende 2019. Das entspreche annähernd wieder dem Stand von Ende 2018.

Dennoch wiesen demnach 91,3 Prozent der privatrechtlichen Einrichtungen eine Deckung von über 100 Prozent aus, ebenso wie rund 74,5 Prozent der öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung. Einen Deckungsgrad von über 115 Prozent wiesen rund 28 Prozent der privatrechtlichen aus. Vor drei Monaten lag dieser Wert noch bei knapp 70 Prozent. In Unterdeckung hätten sich bei den öffentlich-rechtlichen mit Vollkapitalisierung 25,6 Prozent befunden, also nahezu doppelt so viele wie Ende 2019.

9.30 Uhr: Corona-Krise holt Brasilien ein

Brasilien hat erstmals mehr als 400 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert. Nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der Gestorbenen zwischen Mittwoch und Donnerstag bei 407. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie.

Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 3313 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Fast 50 000 Infizierte wurden in dem grössten Land Lateinamerikas inzwischen registriert; die tatsächlichen Zahlen dürften unter anderem aufgrund fehlender Tests weitaus höher liegen.

Am 26. Februar war in Brasilien als erstem Land Lateinamerikas ein Mensch positiv auf den Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst, getestet worden. Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus verharmlost, hält nichts von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fordert eine Rückkehr zur Normalität. Im Streit über den richtigen Umgang mit dem Virus entliess der Rechtspopulist in der vergangenen Woche Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, der eine strikte Linie vertreten hatte.

Bolsonaro missachtete die Empfehlungen zur sozialen Distanzierung immer wieder, etwa am Sonntag, als er vor Anhängern sprach, die eine Rückkehr zur Militärdiktatur forderten. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und von Misswirtschaft sind Krankenhäuser in verschiedenen Städten und Bundesstaaten an ihre Grenzen geraten.

9.15 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus in ausgewählten Ländern

Entwicklung der Fallzahlen nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land: Da in den Ländern nicht im gleichen Umfang getestet wird, kann die Zahl der tatsächlich Infizierten unterschiedlich stark von den dargestellten Zahlen der Länder abweichen. 
Grafik: dpa

8.42 Uhr: Südkorea führt elektronische Armbänder zur Quarantäne-Überwachung ein

In Südkorea müssen Personen, die gegen eine angeordnete häusliche Quarantäne verstossen, ab kommender Woche elektronische Armbänder mit Tracking-Technologie tragen. Der stellvertretende Gesundheitsminister Kim Gang Lip sagte am Freitag, wer sich weigere, diese Armbänder zu tragen, werde in Unterkünfte eingewiesen. Für die Unterbringung dort müssten diese Personen bezahlen.

Nach amtlichen Angaben befinden sich derzeit rund 46'300 Personen wegen der Coronavirus-Pandemie in häuslicher Quarantäne. Seit dem 1. April müssen alle, die von Reisen aus dem Ausland zurückkehren, in 14-tägige Selbstisolation. Diesen Personen wurde bereits auferlegt, eine Tracking-App auf ihrem Smartphone zu installieren, die Behörden alarmiert, wenn jemand seine Wohnung verlässt. Mehrere Personen wurden erwischt, die ausgegangen waren und ihre Handys einfach zuhause gelassen hatten.

6.42 Uhr: Ex-Swiss Re-Chef Stefan Lippe gestorben 

Das Coronavirus hat den ehemaligen Swiss Re-Chef Stefan Lippe aus dem Leben gerissen. Er starb im 65. Altersjahr, wie aus den Todesanzeigen in der «NZZ» vom Freitag hervorgeht.

Lippe war von 2009 bis 2012 Konzernchef der Swiss Re. Unter seiner Leitung gelang es dem zweitgrössten Rückversicherer der Welt, aus der globalen Finanzkrise herauszufinden, die seit 2008 tobte. Das Amt des CEO hatte Stefan Lippe im Februar 2009 von Jacques Aigrain übernommen, als sich aufgrund einer verfehlten Investment-Strategie Milliardenverluste angehäuft hatten und die Kapitaldecke immer dünner und dünner wurde.

Mit dem Motto «Back to Basics» legte Lippe mit Erfolg den Fokus auf das Kerngeschäft Rückversicherung. Im Dezember 2011 kündigte Lippe überraschend seinen Rücktritt an, um nach knapp 30 Jahren bei der Swiss Re in den Ruhestand zu treten. Nachdem der Turnaround nun geschafft sei, beginne für den Rückversicherer mit ihrer neuen Struktur und überarbeiteten Strategie auch eine neue Ära, erklärte Lippe damals. Den Zeitpunkt seiner Rücktrittsankündigung habe er so gewählt, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Nach seiner Laufbahn bei der Swiss Re wurde Lippe in den Verwaltungsrat des französischen Versicherungskonzerns Axa gewählt. Dem Aufsichtsgremium gehörte er bis zuletzt an.

Stefan Lippe bei der Bilanzmedienkonferenz der Swiss Re im Februar 2011. (Archiv)
Bild: Keystone

5.18 Uhr: Brasilien vermeldet über 400 Tote in 24 Stunden

Brasilien hat erstmals mehr als 400 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert. Nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der Gestorbenen zwischen Mittwoch und Donnerstag bei 407.

Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 3'313 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Fast 50'000 Infizierte wurden in dem grössten Land Lateinamerikas inzwischen registriert; die tatsächlichen Zahlen dürften unter anderem aufgrund fehlender Tests weitaus höher liegen. Am 26. Februar war in Brasilien als erstem Land Lateinamerikas ein Mensch positiv auf den Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst, getestet worden.

Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus verharmlost, hält nichts von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fordert eine Rückkehr zur Normalität. Im Streit über den richtigen Umgang mit dem Virus entliess der Rechtspopulist in der vergangenen Woche Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta, der eine strikte Linie vertreten hatte. Bolsonaro missachtete die Empfehlungen zur sozialen Distanzierung immer wieder, etwa am Sonntag, als er vor Anhängern sprach, die eine Rückkehr zur Militärdiktatur forderten.

5.08 Uhr: Levrat will Reiche zahlen lassen

Der Parteipräsident der SP Christian Levrat (FR) beabsichtigt, die Reichen für die Coronavirus-Auswirkungen zur Kasse zu bitten. «Bezahlen soll die Krise, wer in der Krise Gewinne gemacht hat», sagte der Politiker den Zeitungen von «Tamedia» vom Freitag.

«Wir wollen einen Fonds schaffen, der durch eine Solidaritätssteuer geäufnet wird», erklärte Levrat weiter. Es sollten nur Leute belastet werden, die ein steuerbares Einkommen von über 300'000 Franken haben, betonte er. Die Besserverdienenden sollen für eine gewisse Zeit einen Aufschlag von zehn Prozent auf die Bundessteuer zahlen, hiess es. «Die meisten sind solidarisch genug, um damit einverstanden zu sein», gibt sich der Politiker überzeugt.

Seine Partei wolle obendrein die Steuer auf Erbschaften über zehn Millionen Franken wieder auf den Tisch bringen, betonte Levrat. Alle Massnahmen sollen aber zeitlich limitiert erhoben werden, führte er weiter aus. Dabei sei die Erhöhung «der Beiträge für die Sozialversicherungen, die EO, die ALV oder die Krankenkassen» für die SP ein «No-go», mahnte der Politiker. Ein Abwandern der Reichen ins Ausland befürchtet Levrat nicht. «Dort wird die Situation nicht besser sein», sagte der amtierende SP-Parteipräsident.

Steuerpläne der Sozialdemokraten: Der amtierende SP-Parteipräsident Christian Levrat will die Besserverdienenden und die Vermögenden zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise in die Pflicht nehmen. (Archivbild)
Bild: Keystone

4.30 Uhr: Trump verblüfft wieder mit eigenwilligen Behandlungs-Ideen

Auf seiner täglichen Suche nach Möglichkeiten, das Coronavirus zu stoppen, hat US-Präsident zwei neu Ansätze ausgemacht: Sonnenstrahlen und für Frühjahr und Sommer typische Luftfeuchtigkeit. Die Ideen wurden auf seiner Pressekonferenz am Donnerstag zunächst von einem Beamten des Heimatschutzministeriums, William Bryan, präsentiert.

Bisher haben keine Studien die Annahme bestätigt, dass wärmere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit im Frühjahr und Sommer die Verbreitung von Sars-CoV-2 bremsen könnten. Bryan bezog sich nun auf «entstehende Ergebnisse» eines Forschungslabors, dass Sonnenlicht das Virus auf Oberflächen und in der Luft abtöten könne. Die Wissenschaftler des Labors in Maryland hätten einen ähnlichen Effekt auch bei höheren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit beobachtet. «Das Virus stirbt schneller nur von dem Kontakt mit höheren Temperaturen und Luftfeuchtigkeit», sagte Bryan.

Trump erklärte sein lautes Nachdenken über Behandlungsstrategien so: «Ich bin hier, um Ideen zu präsentieren, weil wir diese Sache loswerden wollen. Und wenn Hitze gut ist, und wenn Sonnenlicht gut ist, ist das eine grossartige Sache, was mich betrifft.» Eine weitere Idee Trumps: Forscher prüften, ob Desinfektionsmittel das Virus abtöten könnten. Davon ausgehend dachte er laut darüber nach, ob man das den Leuten dann nicht injizieren könnte – «wäre interessant, das zu prüfen». Bryan winkte ab: Das werde nicht erwogen.

In den USA bereitet eine Krankenschwester eine Plasma-Transfusion für eine Covid-19-Patientin vor. Donald Trump hat nun weitere – und wohl wenig zielführende Behandlungsmethoden ins Spiel gebracht. 
Bild: Keystone

2.46 Uhr: Über 1000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf über 1'000 gestiegen. Bislang seien 1'069 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. 11'633 Menschen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der erste Fall in dem lateinamerikanischen Land war Ende Februar registriert worden. Der Höhepunkt der Pandemie in Mexiko wird für die zweite Maiwoche erwartet.

0.23 Uhr: Johnson kehrt ans Regierungsruder zurück

Der britische Premier Boris Johnson kehrt nach einem Medienbericht nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung schon Anfang kommender Woche an die Regierungsspitze zurück. Johnson übernehme zu einer kritischen Zeit wieder das Ruder, da sein Kabinett von ihm frische Impulse zur allmählichen Beendigung des landesweiten Stillstands erwarte, berichtete der «Daily Telegraph» (Freitag). Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die britische Regierung war zuletzt wegen ihrer Handhabung der Pandemie zunehmend in die Kritik geraten.

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