Jugendliche ab 16 dürfen auf Mitsprache hoffen

SDA

2.2.2021

Mitglieder der Jusos und der Jungen Gruenen werben vor dem Zuercher Ratshaus fuer das Stimmrechtsalter 16 am Montag, 18. Juni 2007. Das Zuercher Kantonsparlament hat am Montag eine Einzeliniative zum Stimmrechtsalter 16 klar abgelehnt. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Abstimmen soll schon ab 16 möglich werden – 2007 wurde diese Forderung im Kanton Zürich noch klar verworfen, nun hat sie gute Chancen, auf Bundesebene durchzukommen.
Bild: Keystone/Walter Bieri

Noch vor vier Jahren war das Stimmrechtsalter 16 chancenlos. Das dürfte sich nun ändern: Nach ihrer Schwester-Kommission des Nationalrats spricht sich auch die zuständige Kommission des Ständerats dafür aus. 

Die Staatspolitische Kommission des Ständerats sagt Ja zur Einführung des Stimmrechtsalters 16 auf Bundesebene. Damit hat die parlamentarische Initiative von Sibel Arslan (Grüne/BS) die nächste Hürde geschafft. Der Nationalrat hatte der Einführung des Stimmrechtsalters 16 im vergangenen Herbst mit 98 zu 85 Stimmen zugestimmt.

Arslan hatte zuvor den Rat aufgefordert, die Gelegenheit zu nutzen, «Schweizer Geschichte zu schreiben». Das Abstimmungsresultat wurde im Saal mit Applaus quittiert. 2017 mit dem «alten» Parlament war das Anliegen im Nationalrat noch chancenlos gewesen.

Glarus als Vorreiterkanton

Die Gegner der Idee wollen die Entwicklung in den Kantonen abwarten. Heute dürfen nur im Kanton Glarus junge Leute ab 16 abstimmen. Selbst wählen lassen können sie sich aber erst mit 18 Jahren. In Neuenburg wurde das Stimmrechtsalter 16 dagegen im vergangenen Februar deutlich abgelehnt. Diskussionen zum Thema laufen aber auch in anderen Kantonen, etwa Bern, Luzern, Uri, Zürich oder Zug.



Die Nationalratskommission kann nun einen Entwurf ausarbeiten, Artikel 136 der Bundesverfassung zu ändern. Konkret soll im Absatz drei neu stehen: «Alle Schweizerinnen und Schweizer, die das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und die nicht entmündigt sind, haben das aktive Wahl- und Stimmrecht.» Mit 16 Jahren könnte man dann zwar über Initiativen und Referenden abstimmen, diese aber nicht unterschreiben.

Bei einer Verfassungsänderung bräuchte es neben dem Ja des Parlaments zwingend eine Volksabstimmung. Für die definitive Einführung des Stimmrechtsalter 16 auf nationaler Ebene wäre das Volks- und das Ständemehr notwendig.

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