«Wir könnten die Epidemie in acht Wochen beenden, wenn wir uns alle impfen lassen»

red

3.8.2021

Taskforce-Präsident Martin Ackermann machte eine klare Ansage.
Screenshot Youtube/BAG

Eine Einschätzung der Corona-Lage sei momentan schwierig, finden die Experten des Bundes. Sie rufen weiterhin zum Impfen und – besonders bei der Rückkehr aus den Ferien – zum Testen auf.

red

3.8.2021

«Wir könnten die Epidemie in acht Wochen beenden, wenn wir uns alle impfen lassen», sagte Taskforce-Präsident Martin Ackermann am Point de Presse des Bundesamts fürs Gesundheit (BAG). Die Schweiz habe die besten Impfstoffe und wir hätten es in der Hand. «Lassen Sie sich impfen, sobald wie möglich», so seine Ansage.

Momentan seien drei Millionen Menschen aber noch nicht geimpft. Früher oder später würden aber alle mit dem Virus in Kontakt kommen. Die meisten davon würden in nächster Zeit immunisiert werden, die Frage sei nur, in welcher Form. Eine Impfung sei hier der sicherere Weg als eine Ansteckung, sagte Virginie Masserey vom BAG.

Die Auffrischungsimpfung war ein wichtiges Thema an der Pressekonferenz. Momentan sei noch völlig unklar, wann und für wen man eine dritte Impfung empfehlen würde. Man verfolge die Studien und Daten genau, aber es gebe noch keine Grundlage für eine Entscheidung.

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  • 15 Uhr
    Die Konferenz ist vorbei

    Es gibt keine weiteren Fragen mehr, die Medienkonferenz wird hier beschlossen. Wir beenden hier unseren Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit.

  • 14.58 Uhr
    Geimpfte übertragen Virus viel seltener

    Wie gross ist das Risiko, sich bei einer geimpften Person anzustecken? Bei den Massnahmen sei es sehr schwierig, Geimpfte und Ungeimpfte zu unterscheiden in der Öffentlichkeit, etwa in Läden oder im öV. Der Anteil der Geimpften, die die Krankheit übertragen können, sei viel kleiner als bei Ungeimpften.

    Die jüngsten Studien aus den USA hätten gezeigt, dass Geimpfte, die sich mit der Delta-Variante anstecken, genauso ansteckend seien wie Ungeimpfte. Es sei aber immer noch seltener als eine Übertragung durch eine ungeimpfte Person. Wenn man sich infiziert, kann man die Krankheit übertragen – deshalb soll man sich auf jeden Fall bei Symptomen sofort testen lassen.

  • 14.55 Uhr 
    Gibt es genug Testkapazitäten für Ferienrückkehrer? 

    Ein Journalist will wissen, ob die Kapazitäten überhaupt für die Ferienrückkehrer ausreichen, die sich alle testen lassen sollen. Nartey sagt, die zusätzlichen Empfehlungen für Tests würden sicher einen Druck auf bestehende Kapazitäten ausüben, aber man werde entsprechend reagieren und gegebenenfalls etwa die Öffnungszeiten anpassen. Man werde schauen, wo die Kapazitäten erhöht werden müssten. Wichtig sei, dass sich jene Personen testen lassen würden, die das auch sollten. 

  • 14.51 Uhr
    Möglichst viele Leute impfen

    Ist es wichtiger, Risikogruppen für eine dritte Impfung vorzubereiten oder alle noch nicht Geimpften zu impfen? Martin Ackermann sagt, die Taskforce habe das nicht analysiert. Spontan würde er sagen, dass es am wichtigsten sei, jetzt möglichst viele Leute zu impfen.

  • 14.48 Uhr 
    Sind Selbsttests ein Flop? 

    Masserey sagt, es sei ein gutes Angebot gewesen und habe etwas gebracht. Die Leute wüssten inzwischen aber wohl, dass die Antigen-Tests genauer seien und würden diese verstärkt wählen. Man habe damit eben mehr Freiheiten. Nartey ergänzt, sie habe nicht damit gerechnet, dass die Selbsttests sich durchsetzen würden, sie seien aber für eine bestimmte Zeit wichtig gewesen.

  • 14.46 Uhr
    Unentschlossene ansprechen

    Die Kantone müssten genau prüfen, wie sie die Unentschlossenen erreichen wollen und die Kampagnen entsprechend anpassen, sagt Linda Nartey. Vielleicht brauche es auch eine direkte Ansprache mit Telefonkampagnen, das sei aber noch unklar. «Das sind dann nochmals andere Efforts, die gemacht werden müssen.»

    «Es liegt in erster Linie an den Kantonen zu schauen, wie die Bewohner kontaktiert werden können», sagt auch Virginie Masserey. Im Kanton Waadt hätten etwa alle über 75-Jährigen einen Brief bekommen. Man müsse sämtliche Alternativen anschauen.

  • 14.43 Uhr
    Wie realistisch ist es, dass sich genug Leute impfen lassen? 

    Ein Journalist zitiert aus einer Umfrage, wonach es einen harten Sockel von 24 oder 25 Prozent der Bevölkerung gibt, die sich nicht impfen lassen wollen. 7 Prozent seien noch unentschieden. Er will wissen, wie realistisch es damit ist, dass man auf eine genug hohe Impfquote von 70 Prozent kommt. 

    Ackermann sagt: «Es ist klar, je mehr Menschen sich impfen lassen, umso besser bekommen wir die Situation im Herbst unter Kontrolle.» Es sei aber zu respektieren, wenn sich Leute nicht impfen lassen würden. Aber man müsse versuchen, die Unentschlossenen zu überzeugen. Vor allem aber sei wichtig, dass wenn die über 50-Jährigen geimpft seien, die Risiken für eine Überlastung des Gesundheitssystems gesenkt würden.

  • 14.39 Uhr
    Wann geht man in die Normalisierungsphase?

    Kann man bald in die Normalisierungsphase übergehen? Man könnte diesen Punkt bald erreicht haben, es gebe allerdings immer noch Personen, die sich impfen lassen wollen. Diesen müsse man jetzt unbedingt einen Zugang geben und ihnen helfen. Wann man dann in die Normalisierungsphase übergehe und was die Konsequenzen seien, sei eine Entscheidung des Bundesrates.

  • 14.36 Uhr
    Wenn Daten da sind, könnte Empfehlung schnell kommen

    Nochmals zur Auffrisch-Impfung: Wer wird darüber entscheiden und in welchem Zeithorizont, will ein Journalist wissen. Dafür müsse eine Firma erst mal einen Antrag bei Swissmedic stellen. Die Eidgenössische Impfkommission werde sich das ebenfalls anschauen. Sobald es evidenzbasierte Daten gebe, könne relativ schnell eine Empfehlung herausgegeben werden.

  • 14.34 Uhr 
    Wie steht es um Infektionen nach Impfungen?

    Masserey sagt, es gebe einmal in der Woche vom BAG Daten zu Infektionen, auch nach Impfungen. Diese Daten ergänze man durch Informationen aus den Kantonen. Man habe deshalb ein gutes Bild, wie es um die Infektionen nach Impfungen stehe. Man sehe daraus: «Dass man sich wieder ansteckt, wenn man geimpft ist, ist eine Ausnahme.»

  • 14.32 Uhr
    Sind Spucktests eine Alternative?

    Im Kanton Freiburg gibt es die Option, sich mittels Spucktests und Videotelefonie testen lassen. Ein Journalist will wissen, wie der Stand hierzu sei. Masserey meint, dazu könne sie sich noch nicht äussern, man prüfe beim BAG aber auch solche Möglichkeiten.

  • 14.30 Uhr
    Impfstoffe werden aufbewahrt

    Wie lange können die Impfstoffe aufbewahrt werden? Vier bis sechs Monate, sagt Masserey. Fortwerfen müsse man vorerst sicher nichts, man könne die momentan bestellten Impfstoffe auch für Zweit- und vielleicht sogar für Auffrischungsimpfungen verwenden. Man habe die Haltbarkeit der Impfstoffe auf jeden Fall im Griff.

  • 14.26 Uhr
    Booster-Impfungen vor allem bei Älteren

    Die Frage nach Booster-Impfungen stelle sich vor allem bei älteren Menschen, bei denen die Impfung auch schon länger her sei, sagt Martin Ackermann auf eine weitere Frage nach Booster-Impfungen.

  • 14.23 
    Braucht es Booster-Impfungen?

    Nun beginnt die Fragerunde. Eine Journalistin will wissen, ob es eine dritte Impfung brauche. «Wir haben nicht genügend Evidenzen, dass es eine dritte Impfung geben soll», sagt Masserey. Die Daten, über die man verfüge, zeigten, dass der Impfschutz nach sechs Monaten nachlasse, aber vor schweren Infektionen schütze, so Masserey. Für Leute mit einem unterdrückten Immunsystem etwa gebe es bereits die Möglichkeit, sich auf Antikörper testen zu lassen und dann gegebenenfalls auch eine Dritte Impfung zu bekommen.

  • 14.20 Uhr
    «In acht Wochen wäre die Epidemie vorbei»

    Vieles wisse man noch nicht, so Ackermann. Aber die meisten würden in nächster Zeit immunisiert werden – die Frage sei nur, in welcher Form.

    «Wir hätten es in der Hand, die Epidemie in der Schweiz in acht Wochen zu beenden, wenn wir uns alle impfen lassen», sagt Ackermann – und schliesst seine Ausführungen mit einem Aufruf: «Lassen Sie sich impfen, so bald wie möglich.»

  • 14.19 Uhr
    Impfkampagne stockt seit einem Monat

    Die Schweiz hat die besten Impfstoffe und sie hat genug davon, betont Ackermann. Auch habe man eine Infrastruktur aufgebaut, um diese zu verabreichen. Nach einem Zwischenhoch im Mai und Juni sei man im Vergleich zu anderen Ländern aber wieder zurückgefallen, seit Juli stockt die Kampagne.

  • 14.16 Uhr
    Drei Millionen sind noch nicht immun

    Etwa drei Millionen Menschen seien noch nicht immun gegen Corona, sagt Martin Ackermann von der Taskforce. Mit der Ausbreitung von Delta sei das Risiko grösser geworden, dass einer von ihnen mit einem schweren Verlauf im Spital lande. Bei Geimpften sei das Risiko für einen schweren Verlauf bei Delta doppelt so hoch wie bei den im letzten Jahr dominierenden Varianten.

  • 14.14 Uhr
    Impfkampagnen laufen weiter

    Die Zahl der Hospitalisationen und Todesfälle bleibe auf tiefem Niveau, sagt die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Darum könne die Lage entspannt bleiben. Die kantonalen Impfkampagnen und niederschwellige Angebote würden aber weiterentwickelt. Den gesellschaftlichen Nutzen der Impfung erreiche man erst, wenn deutlich mehr Personen geimpft seien als momentan.

    Ausserdem bleibe das Contact Tracing, das Testen und das Monitoren weiterhin wichtig. Auch das Ausbruchsmanagement sei ein wichtiger Pfeiler der Pandemiebekämpfung.

  • 14.11 Uhr
    Bei Rückkehr aus Ferien testen lassen

    Masserey ruft alle Ferienrückkehrer dazu auf, sich bei der Ankunft in der Schweiz testen zu lassen. Das gelte natürlich nicht für Geimpfte und Genesene. So soll verhindert werden, dass das Virus eingeschleppt wird.

    Dazu gibt es auch eine neue Kampagne, mit der Reisende unter anderem auf Instagram – wo man seine Ferienbilder poste – zu Tests aufgefordert werden. Auch Plakate gibt es dazu in verschiedenen Sprachen.

  • 14.08 Uhr
    Entscheid über Auffrischung noch offen

    «Die Entscheidung über die Auffrischungsimpfung muss evidenzbasisert getroffen werden», betont Masserey. Die Experten der Impfkommission verfolgten die Studien dazu, bisher gebe es aber noch zu wenig Grundlagen, um zu sagen, ob und für wen dies nötig wäre.

  • 14.06 Uhr
    Viele sind noch nicht geimpft

    Da die Delta-Variante sehr ansteckend sei, rechnet Masserey damit, dass die Impfbereitschaft wieder steigt. Es seien immer noch viele Leute nicht geimpft, eine Überlastung der Spitäler könne schnell drohen.

  • 14.04
    Impfrate stagniert bei Jüngeren

    Der Anstieg habe sich bereits wieder etwas abgebremst. Das habe wohl mit dem Wetter zu tun und auch mit der Impfung. Es seien schon über 9 Millionen Dosen verabreicht worden, 54,4 Prozent seien mindestens einmal geimpft, 48,3 Prozent vollständig. Das Impftempo verlangsame sich aber, vor allem bei den Jüngeren stagniere die Impfrate.

    Es seien aber noch nicht alle geimpft, die das wünschten, es kämen auch weiter neue Impfdosen rein. Wenn die Nachfrage nicht wieder steige, fahre man die Bestellungen aber zurück.

  • 14 Uhr
    Eröffnung des Point de Presse

    Die Lage sei unsicher und eine Einschätzung schwierig, sagt Virginie Masserey zu Beginn. Die Fallzahlen stiegen an, ebenso die Spitaleinweisungen. Letztere blieben aber auf tiefem Niveau. Die Lockerungen im Juni hätten zu mehr Bewegung geführt, die EM zu mehr Treffen, und die Delta-Variante trage ihren Teil zum Anstieg bei. 

In den vergangenen Wochen sind die Zahlen gestiegen – heute wurden zum ersten Mal seit Ende Mai über 1000 neue Fälle gemeldet.  Der Bundesrat hat bereits vergangene Woche entscheiden, mit weiteren Lockerungen zuzuwarten. Er will an seiner nächsten Sitzung in einer Woche über weitere Massnahmen diskutieren.

Die Impfkampagne in der Schweiz läuft noch immer,  rund die Hälfte der Bevölkerung ist mittlerweile gegen Corona geimpft. Einige Länder fangen derweil bereits an mit einer Auffrischungsimpfung für Risikopatienten.

Die Experten des BAG geben am momentan alle zwei Wochen stattfindenden Point de Presse Auskunft über die aktuelle Lage.

Am Point de Presse nehmen teil:

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS)
  • Martin Ackermann, Präsident, National COVID-19 Science Task Force