Reproduktionszahl steigt wieder auf über 1 – 108-Jährige übersteht Corona-Infektion

Agenturen/tsha

6.6.2020 - 18:00

In der Schweiz fielen heute viele Beschränkungen, die Menschen strömen wieder ins Freie. Ende Mai stieg die Reproduktionszahl R wieder auf über 1. Die Ereignisse des Tages.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 20 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Gleichzeitig wurde erstmals wieder ein Anstieg der Reproduktionszahl R auf über 1 registriert – das bedeutet, dass ein Inifizierter mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Insgesamt gab es 30'956 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagmittag mitteilte. Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1'661 an, einem mehr als am Vortag.

Derweil lockerte die Schweiz am Samstag viele Beschränkungen. Neu dürfen Campingplätze, Bergbahnen, Sportanlagen, Rodelbahnen, Seilparks, Bäder, Zoos, Parks und Kulturlokale wieder öffnen. Auch Kinos und Casinos sowie Freizeitparks öffneten wieder ihre Türen. Veranstaltungen sind erlaubt, sofern die Besucherzahl die Marke von 300 Menschen nicht überschreitet. Spontane Versammlungen sind bis zu 30 Teilnehmern wieder gestattet. In Bern kamen dennoch rund 5'000 Menschen zu einer nicht bewilligten Kundgebung zusammen.

Weltweit stieg die Gesamtzahl der bislang Infizierten laut Johns-Hopkins-Universität Stand Samstagabend auf 6'777'896. In Zusammenhang mit Covid-19 verstarben 395'812 Menschen.

Gute Nachrichten gab es aus Italien: Eine 108-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims im Norden des Landes hat eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden.

In Grossbritannien warnen Experten unterdessen vor einer zweiter Infektionswelle. Das Land müsse auf eine mögliche zweite Ausbreitung des Coronavirus im Winter vorbereitet werden. Grossbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im «Guardian» veröffentlichten Schreiben.

18.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Live-Ticker

17.25 Uhr Niederländische Nerze wegen Corona-Infektionen getötet

Nach dem Ausbruch von Corona bei Nerzen werden alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen in den Niederlanden getötet. Als erster wurde am Samstag ein Betrieb in Deurne im Osten des Landes mit etwa 1'500 Nerzen und ihren Jungen geräumt, sagte eine Sprecherin der zuständigen Behörde. Mindestens acht Farmen sind betroffen. Sie befinden sich in der südöstlichen Provinz Brabant unweit der deutschen Grenze. Das Landwirtschaftsministerium hatte die Räumung beschlossen, nachdem mindestens zwei Menschen durch Nerze mit dem Virus infiziert worden waren.

Tierschützer hatten versucht, die Räumung mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Ein Gericht hatte jedoch am Freitagabend grünes Licht gegeben. Das Ministerium befürchtet, dass die Pelztier-Farmen ein bleibender Infektionsherd sein könnten. Die Tiere werden mit einem Gas getötet und die Kadaver dann von einem Spezialbetrieb vernichtet. Anschliessen sollten die Ställe desinfiziert werden. Im Laufe der kommenden Tage sollten alle acht betroffenen Betriebe geräumt werden.

In den Niederlanden gibt es noch rund 150 Pelztierfarmen. Ab 2024 ist die Zucht von Nerzen nach einem Gerichtsurteil verboten.

15.58 Uhr: 108-Jährige übersteht Corona-Infektion

Die 108 Jahre alte Fatima Negrini hat eine Coronavirus-Infektion überstanden. Die Norditalienerin wohnt seit vielen Jahren in einem Pflegeheim in Mailand. «Gott hat mich vergessen», zitierte die Zeitung «Corriere della Sera» Negrini am Samstag.

Die 108-Jährige ist seit vielen Jahren Bewohnerin des Pflegeheim Anni Azzurri San Faustino in Mailand, sagte ein Sprecher der Einrichtung der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe sich im April mit dem Coronavirus infiziert, sei aber asymptomatisch gewesen und Mitte Mai negativ getestet worden. In Negrinis Pflegeheim starben laut «Corriere della Sera» mehrere Bewohner. «Fatima hat noch nicht begriffen, wer nicht mehr da ist», sagte eine Pflegerin der Zeitung.

Erst am Mittwoch feierte die Italienerin ihren Geburtstag mit einer Schokoladentorte - verziert mit der Aufschrift «108 herzlichen Glückwunsch Fatima». Laut Bericht hat Negrini drei Söhne im Alter von 89, 88 und 78 Jahren, vier Enkelkinder und zwei Urenkel.

Italien ist von der Corona-Pandemie in Europa früh und mit voller Wucht getroffen worden. Bisher starben seit Februar rund 33'700 Menschen an oder mit der Covid-19-Krankheit. Die Pflegeheime in der Lombardei, zu der Mailand gehört, sind von der Pandemie besonders stark betroffen gewesen.

15.45 Uhr: Madrider Prado wieder geöffnet

Das weltberühmte Prado-Museum in Madrid hat nach fast dreimonatiger Corona-Zwangspause am Samstag seine Türen mit einer Sonderausstellung «Reencuentro» (Wiederbegegnung) wieder geöffnet. Zugänglich ist zunächst nur ein Drittel der Ausstellungsfläche, und es dürfen nur 1'800 Besucher zugleich und unter strengen Sicherheitsauflagen in den Kunsttempel der spanischen Hauptstadt. Zusammen mit dem Thyssen-Bornemisza und dem Reina Sofía, die ebenfalls wiedereröffnet wurden, bildet der Prado das «Triángulo de Oro», das «Goldene Kunstdreieck» im Zentrum Madrids.

Der Prado war wegen der Pandemie am 12. März geschlossen worden. In der Zeit der Zwangsschliessung hatte der Online-Auftritt des Museums grossen Zulauf. Auf der Webseite wurden viele Meisterwerke des Museums gezeigt und erklärt, darunter Bilder von Velázquez, Goya, Raffael und Hieronymus Bosch. Mit mehr als 8'600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und bis zu 700 Skulpturen ist der Prado eines der grössten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

13.50 Uhr: Experten warnen vor zweiter Infektionswelle in Grossbritannien

Führende Ärzte und Wissenschaftler haben die britische Regierung eindringlich dazu aufgerufen, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. Grossbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im «Guardian» veröffentlichten Schreiben. «Besonders schlimm sind die Armen und bestimmte ethnische Minderheiten betroffen.» Zu den 27 Unterzeichnern gehört auch der Mediziner Anthony Costello, der früher Spitzenbeamter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums sind bereits mehr als 40'000 Corona-Infizierte gestorben - kein anderes Land in Europa verzeichnet so viele Opfer. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Angesichts der Lage im Land halten viele von ihnen die Lockerung von Massnahmen gegen die Pandemie für verfrüht. So wurde am Samstag wieder die Öffnung von Schulen für einige Jahrgangsstufen kritisiert.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es mangelt an Ärzten, Pflegepersonal, Schutzausrüstungen und Tests. Jeder Landesteil - England, Schottland, Wales und Nordirland - hat eigene Massnahmen gegen die Corona-Krise.

13.19 Uhr: Weitere Lockerungen trotz Anstiegs der Corona-Infektionszahlen im Iran

Trotz ansteigender Infektionszahlen im Iran will Präsident Hassan Ruhani weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen vornehmen. «Es bleibt uns nichts anderes übrig, als gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Pandemie den Menschen auch die Aufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen», sagte Ruhani am Samstag.

Daher sollen ab Mitte Juni auch Kitas und Kinos wieder öffnen, eingeschränkt und unter Beachtung von Hygieneauflagen. Konzerte sollen ebenfalls wieder möglich sein. Auch die Moscheen sollten aufmachen, Freitagsgebete wieder veranstaltet werden, kündigte Ruhani auf seiner Webseite an.

12.22 Uhr: 20 neue Covid-19-Ansteckungen in 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 20 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Gleichzeitig wurde erstmals wieder ein Anstieg der Reproduktionszahl R auf über 1 registriert.

Insgesamt gab es 30'956 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagmittag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Am Vortag waren es 23 neue Fälle gewesen, am Donnerstag 20 und am Mittwoch 19. Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1'661 an, einem mehr als am Vortag. Das entspreche 19 Todesfällen pro 100'000 Einwohner.

Nach Angaben der Swiss National Covid-10 Science Task Force stieg die Reproduktionszahl, also die Anzahl Personen, die ein mit dem Coronavirus Infizierter im Durchschnitt ansteckt, am 25. Mai wieder auf über eins. Auch am folgenden Tag lag R konstant bei 1,02, nachdem sie Anfang Mai noch rund 0,6 betragen hatte. Wegen der kleinen Fallzahlen sei diese Entwicklung momentan jedoch nicht beunruhigend, schreibt die Task Force auf ihrer Internetseite. In den letzten zwei Wochen stiegen die täglich bestätigten Fälle nämlich nur noch einmal auf über 30.

12.12 Uhr: Art Basel wegen Coronakrise abgesagt

Die vom Juni auf September verschobene Kunstmesse Art Basel 2020 wird nicht stattfinden. Als Grund für die Absage gibt die Messebetreiberin MCH Group die wegen der Corona-Pandemie unsicheren globalen Rahmenbedingungen an.

Der Entscheid zur Absage sei nach Rücksprachen mit Galeristen, Sammlern, Partnern und externen Experten getroffen worden, teilte die MCH Group am Samstag mit. Ausschlaggebend seien neben Gesundheitsrisiken und finanzielle Risiken für die Aussteller die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs gewesen. Auch dass in der Schweiz noch keine Regeln für Grossveranstaltungen existieren, hat laut Mitteilung der MCH Group eine Rolle gespielt.

«Wir hatten gehofft, die Erholung des Kunstmarktes mit einer erfolgreichen Messe im September unterstützen zu können», wird Marc Spiegler, Global Director der Art Basel in der Medienmitteilung zitiert. Leider seien dafür die Unsicherheiten aber nach wie vor zu gross. Man werde nun die digitalen Plattformen für den Kunstmarkt weiterentwickeln. Diese Plattformen wurden nach der Absage der Art-Ausgabe in Hongkong im März aufgebaut.

12.04 Uhr: Die Schweiz macht sich locker

Seit dem heutigen Samstag sind viele Beschränkungen, die im Zuge der Corona-Krise eingeführt wurden, nicht mehr gültig. So dürfen Campingplätze, Bergbahnen, Sportanlagen, Rodelbahnen, Seilparks, Bäder, Zoos, Parks und Kulturlokale wieder öffnen. Auch Kinos und Casinos sowie Freizeitparks öffnen wieder ihre Türen.



Veranstaltungen sind erlaubt, sofern die Besucherzahl die Marke von 300 Menschen nicht überschreitet. Spontane Versammlungen sind bis zu 30 Teilnehmern wieder gestattet. Ebenfalls erlaubt ist der Prostitutionsbetrieb. In Restaurants dürfen wieder mehr als vier Menschen gemeinsam essen.

Überall gelten allerdings strenge Hygiene-Bestimmungen. So müssen die Hände regelmässig gewaschen beziehungsweise desinfiziert werden. Absperrungen und Wegweiser sollen die Besucherströme lenken. Dort, wo das nicht möglich ist, kommt es weiterhin mitunter zu Schliessungen.

Weiterhin untersagt sind Wettkämpfe in Sportarten mit engem Körperkontakt. Dazu zählen etwa Schwingen, Judo, Boxen und Paartanz. Der Trainingsbetrieb ist hingegen gestattet.

An einigen Orten, wie etwa am Zürcher Zoo, standen die Menschen bereits am frühen Morgen Schlange.

Der Zürcher Zoo lockte am Samstag viele Besucher an.
Bild: Keystone

10.46 Uhr: Frankreichs Corona-Warn-App knackt Millionen-Marke

Frankreichs Coronavirus-Warn-App «StopCovid» hat nach Angaben der Regierung die erste Millionen-Marke übertroffen. Innerhalb von drei Tagen sei die App eine Million Mal aktiviert worden, schrieb der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, am Samstag auf Twitter. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen auf das Handy bereit. Die Regierungs hatte zuvor erklärt, damit die App aber wirksam sei, müsste sie von mehreren Millionen Französinnen und Franzosen genutzt werden.

«StopCovid» soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen dann gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

Experten hatten bereits kritisiert, dass die französische App nicht von den Schnittstellen Gebrauch macht, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für ihre Betriebssysteme iOS und Android bereitstellten. Das kann zu Problemen wie höheren Stromverbrauch und einer weniger zuverlässigen Bluetooth-Erkennung führen.

Frankreich wurde von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Bisher starben mehr als 29'000 Menschen.

10.28 Uhr: Macron und Xi sprechen über Kampf gegen Corona

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping haben sich über die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ausgetauscht. Macron habe in einem Telefongespräch am Freitag seine Entschlossenheit für eine starke internationale Reaktion auf die Pandemie mit drei Prioritäten zum Ausdruck gebracht, teilte der Élyséepalast mit. Dabei betonte er demnach die Bedeutung der Wissenschaft und die zentrale und unumgängliche Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ebenfalls relevant sei die Solidarität mit Afrika in der Krise und der Zusammenhang zwischen Gesundheitsfragen und Umweltschutz.

Dem Präsidentenpalast nach haben beide die strategische Partnerschaft der beiden Länder hervorgehoben. Macron betonte ebenfalls die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Europa und China. Ein für Mitte September in Leipzig geplanter EU-China-Gipfel war zuletzt wegen der Corona-Krise verschoben worden.

9.39 Uhr: Nato bereitet sich auf mögliche zweite Welle vor

Die Nato wappnet sich nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg mit konkreten Planungen für eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie. «Die Nato bereitet sich auf eine zweite mögliche Corona-Welle vor», sagte Stoltenberg der «Welt am Sonntag». Das Ziel sei, im Kampf gegen das Coronavirus in «koordinierter Weise» vorzugehen.

«Wir müssen unsere Planungen so abstimmen, dass den Nato-Mitgliedern und den Partnerländern, die eng mit dem Bündnis verbunden sind, bei der Bekämpfung des Coronavirus noch besser und schneller geholfen werden kann», sagte der frühere norwegische Ministerpräsident. Die Pläne sollen seinen Angaben zufolge schon bald fertiggestellt und den Verteidigungsministern des Bündnisses Mitte Juni bei einem virtuellen Treffen zur Beratung vorgelegt werden.

Zu konkreten Vorhaben sagte Stoltenberg, die Nato plane beispielsweise «ausreichend Transportkapazitäten für medizinisches Material bereitzustellen und Vorratslager anzulegen, die einen schnellen Zugriff auf medizinische Ausrüstung ermöglichen».

8.55 Uhr: USA erlauben begrenzte Landungen chinesischer Airlines

Die USA wollen von einem totalen Landeverbot für Passagiermaschinen chinesischer Airlines abrücken und eine begrenzte Zahl von Flügen zulassen. Den Fluggesellschaften der Volksrepublik sollen insgesamt zwei Hin- und Rückflüge pro Woche zwischen beiden Ländern erlaubt werden, wie das US-Verkehrsministerium am Freitag mitteilte. Dies komme der Zahl der Flüge mit Ziel China gleich, die die Pekinger Luftfahrtbehörde amerikanischen Airlines zugestanden habe.

Die US-Entscheidung fiel, nachdem China den US-Gesellschaften United Airlines und Delta Air Lines diese Woche in Aussicht zu stellen schien, jeweils einen Flug pro Woche in die Volksrepublik ausführen zu dürfen. Das US-Verkehrsministerium sprach von möglichen weiteren Lockerungen der Auflagen, sollte China ebenso verfahren. Noch vor der Pandemie hatte es mehr als 300 Passagierflüge pro Woche zwischen den USA und China gegeben.

8.20 Uhr: WHO befürwortet nun Tragen von Gesichtsmasken

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: «Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.»

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.



Tedros sagte, Masken könnten Händehygiene, Abstandhalten und das Aufspüren von Patienten mitsamt ihrer sozialen Kontakte nicht ersetzen. Masken alleine könnten nicht vor Covid-19 schützen. Regierungen sollten dort zum Maskentragen ermutigen, wo die Virusübertragung weit verbreitet sei und wo es schwierig sei, Abstand zu anderen Menschen zu halten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in engen oder überfüllten Gegenden. Die WHO stellte auch fest, dass das Nähen von Masken die Menschen in die Lage versetze, etwas gegen das Virus zu tun und gleichzeitig eine mögliche Einkommensquelle darstelle.

8.08 Uhr: Kalifornien will Film- und Fernsehdrehs ab Mitte Juni erlauben

Rund drei Monate nach dem plötzlichen Drehstopp wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Film- und Fernsehbetrieb in Hollywood wieder anlaufen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom gab am Freitagabend (Ortszeit) grünes Licht für einen Produktionsbeginn ab dem 12. Juni.

Laut Mitteilung der Gesundheitsbehörde des Westküstenstaates müssen an den Drehorten aber zahlreiche Auflagen erfüllt werden. Etwa darf eine kritische Schwelle von Covid-19-Fallzahlen in den Bezirken nicht überschritten werden, es muss ausreichende Testkapazitäten geben und die Produktionsteams müssen strikte Hygieneregeln befolgen.

Eine Task Force der Unterhaltungsindustrie mit Vertretern von Filmstudios und Gewerkschaften hatte am Montag einen detaillierten Entwurf für die Rückkehr an die Drehsets vorgelegt. Darin werden unter anderem häufige Covid-19-Tests für Schauspieler und andere Mitarbeiter, Abstandsregeln und das Tragen von Schutzmasken empfohlen. Statt der typischen Essenbuffets sollen es abgepackte Lebensmittel geben, ein Kontrollbeamter am Set müsse die Einhaltung der Regeln prüfen.

In den letzten Monaten lag der Unterhaltungsbetrieb an US-Standorten quasi lahm. Film- und TV-Produktionen wurden gestoppt, Kinostarts weltweit abgesagt, Messen und Festivals gecancelt. Um Begegnungen und mögliche Ansteckungen am Set zu vermeiden, wurden die Dreharbeiten eingestellt. Davon betroffen waren unter anderem Grossprojekte wie «Mission: Impossible 7», «The Little Mermaid», «Nightmare Alley» und «The Last Duel».

7.59 Uhr: Gardasee wartet auf Touristen

Der Tourismusbetrieb am Gardasee in Italien hofft in diesem Jahr trotz Corona auf zahlreiche Urlauber. «Die Besucher können sich hier absolut sicher fühlen. Wir hatten hier nur einen einzigen Corona-Fall», sagte der Bürgermeister der Kommune Limone sul Garda, Antonio Martinelli, der Deutschen Presse-Agentur. «Unser Ort ist immun.»

Hotels, Attraktionen und Fähren würden nun nach und nach den Betrieb aufnehmen. Urlauber müssten auch nicht mit Atemschutzmasken am Strand liegen oder im Restaurant sitzen, dafür gelte aber auch beim Urlauben ein Sicherheitsabstand. Limone sul Garda ist vor allem bei ausländischen Touristen beliebt, etwa 70 Prozent kämen aus Deutschland, sagte Martinelli. Letztes Jahr habe der kleine Ort insgesamt 1,3 Millionen Übernachtungen gezählt - mehr habe in der Region Lombardei nur die Metropole Mailand.

Die Saison geht üblicherweise von März bis Oktober, bis jetzt sei sie wegen Corona komplett ins Wasser gefallen, sagt Martinelli. «Wir hoffen aber, nun wieder etwas reinzuholen.»

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