Mönche verkaufen ihr Bier jetzt online – wegen Schwarzmarkt

gbi

18.6.2019

Das Trappistenbier Westvleteren ist bei Bierliebhabern heiss begehrt.
Bild: Getty Images/Justin Sullivan

Die Mönche der belgischen Abtei Sankt Sixtus brauen ein preisgekröntes Trappistenbier. Weil aber andere daraus Profit schlagen, setzen sie jetzt auf einen Online-Shop.

Das Westvleteren-Bier wird ausschliesslich dort verkauft, wo es auch gebraut wird: im Trappistenkloster Sankt Sixtus in der belgischen Gemeinde Vleteren. Die Mönche nehmen Bestellungen vorab per Telefon entgegen, verkaufen nur kleine Mengen auf einmal und trichtern den Käufern ein, sie sollten das edle Gebräu bitte nicht weiterverkaufen. So soll verhindert werden, dass das klösterliche Bier der Profitgier dient.

Entsprechend überrascht waren die Mönche, als sie erfuhren, dass ein Supermarkt in den Niederlande ihr Bier zum Kauf feilbot. Ganze 7’200 Flaschen habe der Laden im Angebot gehabt und zu einem überhöhten Preis von neun Euro pro Stück feilgeboten, berichtet die BBC. Die Mönche verlangen nur 1,80 Euro pro Flasche. 

«Das hat uns die Augen geöffnet», sagte Bruder Godfrey, einer der Mönche, zur BBC, «und uns richtig gestört.» Doch die Trappisten wissen sich zu helfen: Sie wollen laut Bericht ein neues Online-Reservierungssystem einführen. Weil Interessenten persönliche Angaben eingeben müssen, erhoffen sie sich eine bessere Kontrolle darüber, wer wie viel Bier kauft. Bruder Manu van Hecke hofft, dass mit dieser Lösung «die Bedürfnisse vieler Westvleteren-Enthusiasten» befriedigt werden können.

Der Erlös aus dem Bierverkauf reicht den Trappistenmönchen, um ihre Lebenshaltenskosten zu decken. Und weil das Westvleteren so beliebt ist, können sie sogar ungeplante Ausgaben stemmen: Als im Kloster 2012 etwa dringend Geld für Renovationsarbeiten am Dach gebraucht wurde, gaben sie erstmalig eine limitierte Anzahl Packungen für den Export frei.

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