Buruli-Ulkus: «Fleischfressendes Geschwür» grassiert in Australien

16.4.2018 - 13:14, tsch

Wie die Erreger von Buruli-Ulkus, Mycobacterium ulcerans,  auf den Menschen übertragen werden,ist derzeit noch nicht bekannt.
WHO

Die Gesundheitsbehörden in Australien stehen vor einem Rätsel. Im Bundesstaat Viktoria im Süden des Landes grassiert die aggressive Infektionskranheit Buruli-Ulkus. Die alarmierten Mediziner wollen schnellstmöglich herausfinden warum sich das «fleischfressende Geschwür» epidemisch ausbreitet.

Die Anzahl der betroffenen Patieten sei in den vergangenen vier Jahren um 400 Prozent gestiegen, berichten lokale Gesundheitsexperten laut BBC. Die Infektionen würden zudem heftiger verlaufen und in immer neuen Gebieten auftreten.

Buruli-Ulkus ist eine Infektionskrankheit der Haut, die durch das Mykobakterium (MOTT) Mycobacterium ulcerans, eienm Verwandten des Lepra-Bazillus, hervorgerufen wird. Sie kommt typischerweise in tropischen Regionen vor. Inbesondere afrikanische Länder waren bislang betroffen.

Das Bakterium befällt vor allem Gliedmassen. Es scheidet Giftstoffe aus, durch die Hautzellen, Blutgefässe und das Unterhautfett zerstört werden. Die Folgen sind zum Teil grossflächige Geschwüre, die bei verschleppter Behandlung zu dauerhaften Verstümmelungen und Behinderungen führen können.

Buruli-Ulkus tritt  vor allem an Extremitäten auf und führt zu grossflächigen Geschwüren. (Symbolbild)
Public Domain

Wie die Krankheit auf den Menschen übertragen wird und warum sie sich gerade jetzt in Australien so heftig ausbreitet, wissen die Ärzte nicht. Im Fachblatt «Medical Journal of Australia» haben Wissenschaftler jetzt aber einen dringenden Appel an die Regierung gerichtet, finanzielle Mittel zur Erforschung bereitzsutellen.

Dr. Daniel O'Brien, Co-Autor der Studie, sagte der BBC: «Wir wissen nicht, was hier genau vorgeht. Aber wir haben auch keine Zeit, lange darüber zu philosphieren.» Es sei höchste Zeit, die Krankheit näher zu erforschen: «Die Ausmasse der Buruli-Ulkus-Epidemie sind beängstigend.»

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