Schulen geschlossen Coronavirus-Ausbruch in Norditalien: Bereits 14 Infektionen

dpa / tmxh

21.2.2020

Bereits bei 14 Patienten in Italien wurde der Coronavirus nachgewiesen. 
Bereits bei 14 Patienten in Italien wurde der Coronavirus nachgewiesen. 
Foto: Francois Mori/AP/dpa

Coronavirus-Ausbruch in der norditalienischen Lombardei: Die Zahl der Infektionen erhöhte sich auf 14. Schulen bleiben geschlossen.

Tückisch am neuartigen Coronavirus ist, dass die oft milden Verläufe selbst grosse Ausbrüche erst verzögert erkennbar machen können. Eben noch war kein einziger Fall bekannt, plötzlich – sobald getestet wird – sind es etliche. So ist es nun auch in Italien.



Die Zahl nachgewiesener Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in der norditalienischen Lombardei hat sich am Freitagabend um weitere 8 auf 14 erhöht. Das teilte der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Giulio Gallera, mit. Betroffen sind demnach auch fünf Angestellte des Krankenhauses der Kleinstadt Codogno, die sich ansteckten, als das Virus noch nicht als Ursache einer Erkrankung entdeckt war. Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses.

Zu den bis zum Abend positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in der Lombardei gehört auch die schwangere Frau des Schwerkranken. Bei dem 38-Jährigen war das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden. In der Klinik war er seit Mittwoch – da es anfangs keine ersichtliche Verbindung zu China gab, wurde er zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet.

Dies geschah den Angaben zufolge erst, als sich sein Zustand verschlechterte und seine Frau erklärte, der 38-Jährige habe sich kürzlich mit einem aus China zurückgekehrten Freund getroffen. Ob dieser Mann tatsächlich der Ursprung des Ausbruchs ist, war am Abend noch unklar: Das Virus konnte bei dem bereits im Januar zurückgekehrten Mann zunächst nicht nachgewiesen werden. Auch habe er zu keiner Zeit Symptome gehabt, hiess es.

Hunderte Tests veranlasst

Nach dem postiven Test bei dem 38-Jährigen wurden Hunderte weitere beim Krankenhauspersonal sowie im Familien- und Bekanntenkreis des Mannes veranlasst. Nachgewiesen wurde Sars-CoV-2 bis zum Abend dann auch bei der Frau und einem Laufpartner des Erkrankten, fünf Ärzten und Krankenflegerinnen sowie drei Patienten der Klinik und drei älteren Männern, die Kunden eines Cafés waren, das der Vater des 38-Jährigen führt.

Für rund 250 Menschen sei vorsorglich eine Quarantäne angewiesen worden, um weitere Ansteckungen zu verhindern, hiess es von den Behörden. Dazu zählten 70 Klinikangestellte sowie 160 Kollegen des an Covid-19 erkrankten 38-Jährigen. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge arbeitet er bei einem italienischen Zweig von Unilever.

Zudem wurden tausende Menschen in Codogno und zwei weiteren Orten – Castiglione d'Adda und Casalpusterlengo – aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben. Der Bürgermeister von Codogno, wo rund 16'000 Menschen leben, ordnete die Schliessung von Schulen, Bars und anderen öffentlichen Einrichtungen an - zunächst bis vermutlich Sonntag, wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb.

Der 38-jährige Covid-19-Patient wird den Angaben nach isoliert im Hospital von Codogno in der Provinz Lodi behandelt. Mindestens ein Mensch sei in Mailand im Hospital, hiess es. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte in Brüssel, dass Italien nach den Nachweisen eine neue Verordnung zur Isolation von Kontaktpersonen erlassen habe. Alle Personen mit Kontakt zu Infizierten müssen demnach obligatorisch in Quarantäne. Zugleich warnte er vor Alarmismus.

Mit drei zuvor in Rom erfassten Fällen gibt es nun insgesamt 17 Nachweise in Italien.

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite