Swiss setzt Flüge nach China länger aus – Entwarnung nach Verdachtsfall

tsha/SDA

3.2.2020 - 16:40

Die Swiss fliegt China vorerst nicht mehr an.
Bild: Keystone/Archiv

Der Verdacht auf das Coronavirus in einem Swiss-Flug hat sich nicht erhärtet. Unterdessen kündigte die Airline an, China bis auf Weiteres nicht mehr anzufliegen.

Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss und Austrian Airlines setzen die Flüge zum chinesischen Festland wegen dem sich ausbreitenden Coronavirus länger als ursprünglich geplant aus. Neu gilt die Einstellung der Flugverbindungen der Swiss nach Peking und Schanghai bis am 28. Februar.

Die Swiss werde gemeinsam mit der Lufthansa-Gruppe die Situation rund um das Coronavirus laufend beobachten und stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt, teilte die Schweizer Fluggesellschaft am Montagnachmittag mit. Zunächst hatte die Swiss die Verbindungen nach China bis am 9. Februar ausgesetzt.



Die Flüge nach Nanjing, Shenyang und Qingdao der Lufthansa-Gruppe sollen sogar bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März wegfallen. Flüge von und nach Hongkong werden hingegen unverändert wie geplant durchgeführt.

Verdacht auf Corona an Bord einer Swiss-Maschine

Am Montagvormittag sorgte ein Verdachtsfall auf einem Swiss-Flug, der aus New York kommend in Zürich gelandet war, für Aufregung. An Bord der Maschine befand sich ein Crewmitglied, das Symptome gezeigt hatte, die eine Infektion mit dem Coronavirus vermuten liessen.

Kurz vor 14 Uhr gab es jedoch Entwarnung: «Bei der Person, die heute mit Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus aus New York am Flughafen Zürich ankam, wurde soeben eine (saisonale) Grippe nachgewiesen; die Person ist nun auf dem Weg nach Hause», teilte das Bundesamt für Gesundheit auf Twitter mit.

Beim betroffenen Flugzeug handelte es sich um einen A330, der um 10:17 Uhr in Zürich gelandet war, wie Swiss-Sprecher Florian Flämig sagte. An Bord befanden sich laut einer Mitteilung der Swiss 121 Passagiere und 13 Besatzungsmitglieder.

Der Verdacht auf die Infektion betraf ein Kabinenbesatzungsmitglied, das aber nicht im Dienst gewesen war, sondern als Passagier mitgeflogen sei. Die besagte Person wurde von den restlichen Passagieren und Crewmitgliedern isoliert und nach der Landung für medizinische Untersuchungen in ein Spital überführt. Einige Passagiere, die in unmittelbarer Umgebung sassen, wurden ebenfalls ärztlich untersucht.

Der Flughafen hatte nach der Landung den Pandemieplan aktiviert und das betroffene Flugzeug für weitere Untersuchungen auf einem dafür vorgesehenen Standplatz abgestellt. 

Rund tausend Anrufe bei Hotline

Das Interesse der Bevölkerung am Coronavirus ist nach Einschätzung der Medgate, die im Auftrag des BAG eine Hotline betreibt, mässig. Es gab zwar seit der Inbetriebnahme am vergangenen Donnerstagnachmittag bis am Montagmittag knapp über tausend Anrufe. Dies entspreche aber nur etwa einem Drittel der Anrufe, die im Fall der Hotline zur Schweinegrippe im Jahr 2009 in den ersten Tagen eingegangen seien.



«Die Anrufer wollen sich grundsätzlich informieren, sind aber nicht beunruhigt», wie der Kommunikationsverantwortliche von Medgate, Cedric Berset, mitteilte. Am meisten Informationsbedarf bestehe bezüglich Reisen in betroffene Länder, hauptsächlich nach Asien.

Ein weiterer Schwerpunkt bildeten Fragen zum Ansteckungsrisiko in der Schweiz. Weiter interessierten sich die Anrufenden für Massnahmen, wie man sich vor Ansteckungen schützen könne, sowie für den Umgang mit dem Virus im Ausland, insbesondere in China selber.

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