Einst gefürchtet: US-Kriegsschiffe tauchen aus der Versenkung auf

Silvana Guanziroli

25.3.2018

Sie wälzten sich durch die Weltmeere und waren Teil der schwersten Seeschlachten im Zweiten Weltkrieg. Diese Kriegsschiffe gehörten zu den gefürchtetsten ihrer Zeit und wurden dann doch versenkt. Microsoft Co-Gründer Paul Allen lässt die US-Schiffe jetzt aus der Versenkung auftauchen. 

Er steckt Millionen in die Suche nach den verschollenen Schiffen der amerikanischen Marine. US-Unternehmer Paul Allen hat dafür extra die Firma «Vulcan» gegründet. Doch für den 65-jährigen Microsoft Co-Gründer ist es weniger ein Geschäft, eher Leidenschaft, ein Abenteuer auf den Meeren dieser Welt. 

Und Allen hat Erfolg mit seinen Suchexpeditionen. Am Dienstag präsentierte er der Welt seinen neusten Fund: 76 Jahre nach ihrer Versenkung zeigte das Team die ersten Bilder der «USS Juneau». Der 165 Meter lange US-Kreuzer sank am 13. Mai 1942 vor den Salomonen auf den Grund des Pazifiks. Zwei von einem japanischen Kriegsschiff abgefeuerte Torpedos hatten den Rumpf auseinandergerissen. Fast alle der knapp 700 Besatzungsmitglieder kamen beim Untergang ums Leben.

Untergang riss 700 Menschen mit in den Tod

Die jetzt veröffentlichten Bilder zeigen das Wrack in 4000 Metern Tiefe. Zu sehen sind die Schiffsschraube, ein Geschütz, die aufgerissene Aussenwand. Doch was hier zum Vorschein kommt ist viel mehr als nur ein gesunkenes Schiff. Mit der Wiederentdeckung der «USS Juneau» tauchen auch die Geschichten, die das Schiff und seine Besatzung schrieb, im Gedächtnis der Menschen auf. Darunter auch jene der fünf Sullivan-Brüder. 

Vier von ihnen - Frank, Joe, Matt und Al - kamen direkt beim Untergang des Kreuzers ums Leben. George, der fünfte Bruder, konnte sich zunächst auf ein Floss retten, starb jedoch wenige Tage später - vermutlich entweder an Erschöpfung oder an den Folgen seiner Verletzungen oder aufgrund eines Haiangriffs.

Das US-Kriegsministerium reagierte auf den Tod von fünf Söhnen aus einer Familie und führte die sogenannte «Sole Survivor Policy» ein. Dieser Regelung zufolge sollen etwa Soldaten, die bereits Angehörige bei Kämpfen verloren haben, und somit letzter Überlebender einer Familie sind, aus Kriegsgebieten abgezogen werden. Die Sullivan-Tragödie war mitunter Vorlage für den Hollywood-Kinofilm «Der Soldat James Ryan».

Diese drei Weltkriegs-Wracks wurden bereits entdeckt

Vor dem neusten Erfolg lokalisierte Allens Suchexpedition bereits das legendäre Kriegsschiff «USS Indianapolis», das mutmasslich die Atombombe für Hiroshima transportiert hatte, den Kreuzer «USS Ward» sowie den Flugzeugträger «USS Lexington». Dieses Wrack entdeckte sein Tauchteam auf dem Forschungsschiff «Petrel» im März etwa 800 Kilometer vor der Ostküste Australiens in einem Korallenriff.

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