Niederlande

Erschreckende Details aus dem «Horror-Haus»

twei

29.11.2019

Auf diesem Bauernhof im niederländischen Ruinerwold quälte Gerrit Jan van D. jahrelang seine Kinder und andere Gefangene (Archivbild).
Bild: Keystone

Mitte Oktober ging die schreckliche Geschichte einer sektenähnlichen Bewegung in den Niederlanden um die Welt. Ermittlungsakten der Polizei zeichnen nun ein grauenhaftes Bild.

Sie waren jahrelang im Keller eingepfercht und wurden gedemütigt: Die Menschen in einem Bauernhof im niederländischen Ruinerwold. Wenige Wochen, nachdem die Polizei die Opfer aus ihren Martyrium befreien konnte, gelangten nun erste Details aus dem Ermittlungsbericht an die Öffentlichkeit.

Wie «Blick» berichtet, hat der Sektenvater Gerrit Jan van D. seine eigenen Kinder und andere Gefangene nicht nur mit Schlägen gequält. Bei Ungehorsam hat der 67-Jährige sie zudem unter tagelangen Nahrungsentzug gestellt. Auch sexueller Missbrauch wird dem selbsternannten «Urvater» zur Last gelegt.

Doch damit nicht genug: Offenbar glaubte van D. auch an übernatürliche Kräfte. Mit einem Ritualschwert, so berichten es Behörden, habe er den Geist seiner verstorbenen Frau in die Körper seiner Kinder transferiert. Anschliessend nächtigte der Holländer mit seinen Kindern im gleichen Bett.

Weiterhin legen erschütternde Zeugenberichte ein Zeugnis des Grauens ab. Über einen Österreicher namens Herrmann, den Gerrit Jan van D. ebenfalls über eine lange Zeit in seiner Gewalt hatte, berichtete ein Zeuge der Polizei: «Er hing an einem Seil, das nicht am Hals befestigt war. Ich denke, er hing länger als einen Tag.» Die körperliche Folter war offenbar eine Strafe für geäusserten Widerspruch. Das Opfer soll ausserdem Verbindungen zu dem österreichischen Hofpächter Josef B. gehabt haben.

Trotz der schockierenden Enthüllungen, die der polizeiliche Ermittlungsbericht nun zutage gefördert hat, zeigten sich vier der Kinder von van D. noch immer solidarisch mit ihrem Peiniger – wohl wegen der jahrelangen Gehirnwäsche. In einer öffentlichen Stellungnahme äusserten sie: «Wir sind nicht einverstanden mit der Anklage gegen unseren Vater. Wir haben von unserem Vater gelernt, Glück in der Beziehung mit Gott zu suchen und die Lehre in unsere eigenen Hände zu nehmen. Daran glauben wir immer noch.»

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