Pferd rettet Artgenossen vor verheerenden Buschbränden

phi/SDA

1.11.2019

Ein Pferd wird zum Helden: Ein Vollblut flieht vor dem Flammen der Buschbrände in Kalifornien – doch plötzlich dreht das Tier und läuft zurück in Richtung des Feuers, um zwei Artgenossen abzuholen.

Alle Jahre wieder bricht in Kalifornien die Buschbrand-Saison aus: Zuletzt hatten zeitweise 180'000 Anwohner die bedrohten Gebiete verlassen müssen. Die Flammen breiteten sich auf einer Fläche von mehr als 310 Quadratkilometern aus. Das sogenannte «Kincade-Feuer» nördlich von San Francisco im Bezirk Sonoma hat nach Behördenangaben seit voriger Woche 141 Wohnhäuser zerstört.

Auch in dem 100’00 Einwohner zählenden Bezirk Ventura loderte die Natur: Hier wurde der Brand, der Mittwoch ausbrach, «Easy Fire» getauft. Bis Donnerstag breitete er sich auf eine Fläche von rund 650 Hektar aus und bedrohte auch viele Pferde auf den örtlichen Weiden, die vor den Flammen flohen oder von ihren Besitzern evakuiert wurden. Rund 100 Huftiere fanden vorübergehend auf dem Gelände der Landmesse Ventura einen sicheren Platz, berichtet der «Washington Examiner».

Von Bränden bedrohte Pferde nahe Riverside, Kalifornien, am 31. Oktober.
Bild: Keystone

Ob unter ihnen auch das heldische Pferd ist, das ein Lokalsender gefilmt hat, ist nicht überliefert. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie ein dunkles Vollblut das Areal über eine Strasse verlassen will, dann jedoch umdreht und zurückgaloppiert. Es läuft neben der Strasse zurück, bis es auf ein anderes Pferd und ein Fohlen trifft – vereint macht sich das Trio dann auf den Weg aus dem Gefahrengebiet.

«Vom #EasyFire in [der Stadt] Simi Valley – dieses Vollblut läuft zurück in die Flammen, um seine Familie zu holen», staunt Twitter-User Rex Chapman und ergänzt mit Blick auf Comic-Grössen mit ihren Kostümen: «Nicht alle Helden tragen Umhänge.» Dass die tierische Rettung Social-Media-Menschen auf Trab bringt, versteht sich von selbst: Das Video kommt nach zwei Tagen auf über zehn Millionen Klicks.

30. Oktober: Rancher evakuieren ihre Pferde bei Simi Valley vor dem anrückenden Easy Fire.
Bild: Keystone

Und es gibt noch mehr Grund zur Freude: Nach dem tagelangen Einsatz der Feuerwehren in Kalifornien ist der grösste Brand im US-Westküstenstaat, das «Kincade-Feuer», zu fast zwei Dritteln eingedämmt. Bei abschwächenden Winden machten auch die Einsatzteams nahe Los Angeles Fortschritte bei den Löscharbeiten an mehreren Feuerfronten.

Doch bei anhaltender Trockenheit und Wärme ist die Feuergefahr in Südkalifornien weiterhin sehr hoch. Im Raum San Bernardino, östlich von Los Angeles, kämpften am Donnerstag rund 500 Feuerwehrleute gegen Flammen an, die in der Nacht ausgebrochen waren. Mindestens sechs Häuser brannten ab.

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