Das Leiden der Hunde hat ein Ende: Tierversuchslabor schliesst

tmxh / dpa

13.11.2019 - 14:04

Die Organisation Soko Tierschutz veröffentlichte grausame Bilder misshandelter Hunde in einem Tierversuchslabor. Nun schliesst das Labor bei Hamburg.
SOKO Tierschutz/crueltyfree int/SOKO Tierschutz e.V./dpa

Eine Schweizer Pharmafirma führte in einem Tierversuchslabor blutige Tests an Hunden und anderen Tieren durch. Nach einem öffentlichen Aufschrei muss die Institution nahe Hamburg nun schliessen.

Manchmal hat öffentliche Empörung begrüssenswerte Folgen: Das umstrittene Tierversuchslabor, in dem eine Schweizer Pharmafirma blutige Versuche an Hunden und anderen Tieren vollübte, schliesst Anfang 2020. Wie es in einem internen Brief heisst, der laut SRF dem Magazin «Kassensturz» vorliegt, stellt das Deutsche Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) in Mienenbüttel bei Hamburg die grausame Praxis ein.

Spätestens Ende Februar kommenden Jahres wolle man die Tierversuche an Hunden, Katzen und Affen beenden, wird das Schreiben zitiert. Man werde zwar laufende Prüfungen beenden, aber keine neuen Versuche starten, heisst es. Wie Gespräche mit Behörden ergeben hätten, seien derlei Tierversuche nicht mehr erwünscht. 

Grausame Versuche

Wie das SRF-Magazin «Kassensturz» Mitte Oktober berichtet hatte, habe die Schweizer Biotechfirma Inthera Bioscience unter anderem an jungen Beagle-Hunden eine Substanz testen lassen, die zum qualvollen Tod der Tiere führte. Demnach hatte die Organisation Soko Tierschutz einen Aktivisten als Mitarbeiter in das private Labor im deutschen Bundesland Niedersachsen eingeschleust, dieser hatte dabei blutende Hunde und gefesselte Affen gefilmt.

Bei den Versuchen seien per Schlauch Testsubstanzen in die Mägen der Hunde geleitet worden – und diese schliesslich sich selbst überlassen worden und verendet. Laut «SRF» sei es bei der Versuchsreihe darum gegangen, bei der zu testenden Substanz herauszufinden, «wann schwere Nebenwirkungen – bis hin zum Tod – eintreten.» Keines der Versuchstiere habe überlebt, mehr als die Hälfte sei in Zwingern gestorben, ohne dass jemand für die Hunde gesorgt habe.

Das zuständige Veterinäramt und die Staatsanwaltschaft hatten nach einer öffentlichen Empörungswelle reagiert und gegen LPT ermittelt. Die Ermittlungen dauern noch an. Die geplante Schliessung des Labors wurde von LPT bislang offiziell nicht bestätigt.

Initiativen und Petitionen in der Schweiz

Derweil wird in der Schweiz gegen Tierversuche gekämpft. Im Frühjahr startete die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt», die jegliche Versuche an Tieren und Menschen sowie den Import von Waren, die an Tieren getestet wurden, verbieten will.

Zu radikal, befand der Bundesrat und erliess im Juni eine Ablehnungsempfehlung. Derweil fordert eine Online-Petition von Animal Rights Switzerland, dass die betroffene Firma Inthera Bioscience keine Tierversuche mehr in Auftrag geben soll: «Für euren Profit will kein Hund sterben, egal in welchem Labor. Setzt auf Innovation und arbeitet ohne Tierversuche!» Bislang haben über 18'000 Menschen unterschrieben. 

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