Osterappell

Kirchen fordern Aufnahme von 5'000 geflüchteten Menschen

sda/tafu

8.4.2020

In einem Osterappell fordert das «netzwerk migrationscharta.ch» den Bundesrat auf, Tausende Flüchtlinge aus den überfüllten griechischen Lagern aufzunehmen.
Bild: Keystone

In einem Osterappell fordern Kirchen den Bundesrat, Geflüchtete aufzunehmen – Aufnahmekapazitäten seien ausreichend vorhanden. In Zeiten von Corona dürfe niemand zurückgelassen werden. 

Das ökumenische «netzwerk migrationscharta.ch» fordert den Bundesrat in einem Osterappell aus den Kirchen auf, sofort 5'000 Menschen aus den überfüllten griechischen Lagern als Asylsuchende in der Schweiz aufzunehmen. Die Aufnahmekapazitäten seien in der Schweiz vorhanden, die Hilfsbereitschaft in den Kirchen sowie in den Städten und Gemeinden sei gross.

«Die Corona-Pandemie hat in der Schweiz eine grosse Welle der Solidarität ausgelöst», hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Appell an den Bundesrat. Dabei dürfe niemand zurückgelassen werden. Dem Netzwerk gehören Personen an, die in kirchlichen Institutionen zu den Themen Flucht und Migration tätig sind.



Mitverantwortung der Schweiz

Solidarität brauchten insbesondere die Geflüchteten auf den griechischen Inseln sowie auf dem Festland. Wenn die dramatisch überfüllten Lager jetzt nicht evakuiert würden, drohten mit der Ausbreitung von Covid-19 katastrophale Zustände, schrieb die ökumenische Organisation weiter. Die Schweiz sei für die europäische Flüchtlingspolitik mitverantwortlich. Zurzeit gebe es nur sehr wenig Asylgesuche, Aufnahmekapazitäten seien vorhanden.

Das «netzwerk migrationscharta.ch» rief Kirchgemeinden, Pfarreien, religiöse Organisationen und Solidaritätsnetze auf, den Behörden ihre Unterstützung anzubieten. Der Osterappell solle in Osterbotschaften und digitalen Osterfeiern aufgenommen werden.



«Die Botschaft des christlichen Osterfestes, wonach das Leben und nicht der Tod das letzte Wort hat, und des heute beginnenden jüdischen Pessachfestes vom Auszug aus Not und Unterdrückung kann in Zeiten der Corona-Krise zur grenzüberschreitenden gesellschaftlichen Erfahrung werden», schrieb das Netzwerk.

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