«Starke Zunahme»

Mehr Raser auf Schweizer Strassen wegen Corona-Krise?

tsha

18.4.2020

Die Schweizer Polizei registriert immer mehr extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen (Archivbild).
Bild: Keystone

Gefährlicher Nebeneffekt der Corona-Krise: In der Schweiz müssen immer mehr Raser aus dem Verkehr gezogen werden.

Meldungen wie diese häufen sich in letzter Zeit: Am Samstag war ein 19-Jähriger auf der Autobahn bei Spreitenbach AG mit 170 km/h unterwegs – nachdem er geblitzt wurde, musste er seinen Führerschein auf Probe abgeben. Kein Einzelfall, wie «20 Minuten» berichtet. Demnach würde die Polizei aktuell in Zürich sowie in den Kantonen Bern und Aargau vermehrt Raser aus dem Verkehr ziehen.

«Seit rund einem Monat stellt die Kantonspolizei Zürich eine starke Zunahme von Raser- und Schnellfahrten fest», sagte Kapo-Sprecher Marc Besson gegenüber «20 Minuten». Auch Daniel Saridis, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, hat beobachtet, dass «momentan schneller gefahren wird». Der Frühlingsanfang und das gute Wetter seien Gründe dafür, Saridis vermutet aber auch, «dass viele Leute jetzt offenbar das Gefühl haben, dass die Polizei jetzt weniger Kontrollen macht» – eine Fehleinschätzung, wie er bekräftigt. Die Corona-Krise schaffe «keinen rechtsfreien Raum».

Hotspot Spreitenbach

Jolanda Egger von der Kapo Bern vermutet, dass die relativ leeren Strassen manche zum Rasen verleiteten. Dabei sei gerade jetzt Vorsicht im Strassenverkehr angebracht: «Mit jedem Verkehrsunfallopfer werden die Spitäler in der jetzigen Situation noch mehr belastet», gibt Egger zu bedenken.

Spreitenbach, wo am Samstag der 19-Jährige geblitzt worden war, sei ein Raser-Hotspot in Schweiz, so Daniel Saridis von der Kapo Aargau. «Die lange und gerade Autobahnstrecke ist geradezu prädestiniert zum Schnellfahren». 

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