New Yorks High Society hinters Licht geführt: Sorokin erwartet Strafe

dpa

9.5.2019

Anna Sorokin erregte bei einem Prozesstermin am 24. April 2019 nicht nur wegen ihrer Betrügereien Aufmerksamkeit, sondern auch wegen ihrer Kleiderwahl.
Bild: Keystone/AP Photo/Richard Drew

Die Deutsche Anna Sorokin sorgte nicht nur mit Betrügereien in New Yorks Schickeria für Aufsehen, sondern auch mit ihrer Kleiderwahl vor einem US-Gericht. Am Donnerstag drohen ihr 15 Jahre Haft.

Im Fall der verurteilten Hochstaplerin Anna Sorokin will ein Gericht in New York am Donnerstag (20 Uhr 30 MESZ) das Strafmass verkünden. Bereits Ende April hatten die Richter die Deutsche schuldig gesprochen. Sie sahen es als erwiesen an, dass sich die 28-Jährige unter dem Namen Anna Delvey Leistungen im Wert von umgerechnet mehr als 200'000 Franken erschlichen hat.

Zudem versuchte sie demnach, mit weiteren Betrügereien Millionenbeträge zu ergaunern. Sorokin drohen laut «New York Times» 15 Jahre Haft.



Der Fall hatte über Wochen international für Aufsehen erregt. Mit immer neuen Lügen und Ausflüchten soll Sorokin sich als falsche Millionenerbin in der New Yorker High Society Geld für Restaurantbesuche, Geschenke und Hotelübernachtungen erschlichen haben. Die in Russland geborene Frau war im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gezogen und in Eschweiler bei Aachen zur Schule gegangen.

Extravagante Kleiderauswahl

Zum Glamour-Faktor des Prozesses trug auch die extravagante Kleiderauswahl der Angeklagten bei. Über Wochen diskutierten Medien über die stets eleganten Outfits, die Sorokin in Kombination mit Handschellen trug. Am letzten Verhandlungstag wählte sie ein kurzes Kleid – laut «New York Times» in «jungfräulichem Weiss». Am Tag der Verurteilung fand dann ihr schwarzes Minikleid Beachtung.

Doch auch wenn der Fall juristisch zu den Akten gelegt ist, wird die Geschichte voraussichtlich im Fernsehen wieder aufgerollt: Medienberichten zufolge will der Streamingdienst Netflix den Fall Sorokin verfilmen. Auch ein Opfer der Hochstaplerin, die ehemalige «Vanity Fair»-Fotoredakteurin Rachel Williams, verkaufte ihre Geschichte nach eigener Aussage an den Buchverlag Simon & Schuster und an den Sender HBO.

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