Wird das Zecken-Jahr wieder so schlimm wie 2018?

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10.5.2019 - 18:00

2018 erlebte die Schweiz ein Zecken-Rekordjahr. Dass sich das in diesem Jahr bislang nicht wiederholt, liegt aber weniger an den Zecken, als am Verhalten der Menschen.

Wenn das Frühjahr beginnt, kommen auch sie hervorgekrabbelt: Frühlingszeit bedeutet immer auch Zeckenzeit. Besonders eindrücklich zeigten sich die beissenden Tierchen im vergangenen Jahr – 2018 galt als Rekordjahr für Zecken. Noch nie gab es hierzulande so viele Stiche, viel mehr Menschen als sonst litten unter der von Zecken übertragenen Enzephalitis.

Gespannt blickten die Experten also auf die diesjährige Saison – schliesslich wird mittlerweile fast die gesamte Schweiz als Zeckengefahrengebiet ausgewiesen. «Die Zecken sind jetzt da, sie sind bereit und müssen Blut haben», sagt Zeckenexperte Werner Tischhauser im Gespräch mit dem SRF. Die Tierchen, die im Gras und Unterholz warten, benötigen mindestens dreimal in ihrem Leben Blut als Nahrung. 

Weniger Zeckenbisse als 2018

Trotz des sonnigen Osterwochenendes, das viele Zeckenbisse zur Folge hatte, erreichte die Zahl der Fälle nicht jene vom Rekordjahr 2018. Den Grund dafür sieht Experte Tischhauser im feuchten Wetter. Mit den Zecken selbst hätte das aber nichts zu tun – ihnen sei der Regen egal. Entscheidend sei das Verhalten der Menschen: «Wenn es feucht ist, geht man weniger freudig nach draussen in die Natur, und man trägt eher lange Hosen, wenn es nur zehn oder zwölf Grad warm ist».

Zecken leben insbesondere in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der ganzen Schweiz bis auf einer Höhe von zirka 2000 Meter über Meer vor. Vom Zeckenenzephalitis-Virus befallene Zecken kommen laut BAG nur in gewissen Endemiegebieten vor. Betroffen sind in der Schweiz fast alle Kantone des Mittellandes. In diesen Endemiegebieten tragen etwa 1 Prozent der Zecken das Virus in sich.

Mittlerweile jedoch, so Tischhauser, kämen Zecken nicht mehr nur in Wäldern vor, sondern etwa auch im privaten Garten: «Ich muss nicht im Wald unterwegs sein, um auf Zecken zu stossen», so der Experte. Auch kämen durch den Klimawandel neue Zeckenarten hinzu, die ursprünglich nur im Mittelmeerraum zu finden waren. Eine Prognose für 2019 sei Tischhauser zufolge aber schwer zu wagen: Er vermutet, dass es in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Zecken gäbe, an ein Rekordjahr glaubt er aber nicht.

Impfempfehlung

Auf der Website zecken-stich.ch kann man mit der Eingabe der Postleitzahl überprüfen, ob man sich in einem Gefahrenbereich befindet. Die meisten Zecken sind zwischen März und November aktiv.

Allen Personen, die in Risikogebieten leben, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit die Impfung gegen FSME. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Diese muss mit Antibiotika behandelt werden. Das BAG empfiehlt das Tragen abschliessender Kleider und das Anwenden von Insektensektenschutzmitteln auf der Haut.

Bilder aus der Schweiz
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