Das steckt hinter dem neuen Namen Meta

Von René Sollberger

29.10.2021

Ein neuer Name für das Facebook-Imperium? Will Mark Zuckerberg damit wirklich den geplanten Quantensprung ins Metaversum unterstreichen, oder vor allem seinen Kritikern und möglichen Regulierungen aus dem Weg gehen?
Bild: Getty Images

Warum tauft Mark Zuckerberg seinen Facebook-Konzern um, und warum in Meta? Hofft er, damit aus der Schusslinie der Kritik zu kommen? Für Nutzer von Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp ändert sich nichts. 

Von René Sollberger

29.10.2021

Was ist passiert?

Eigentlich nicht viel – oder sehr viel, je nach Blickwinkel. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nennt sein Imperium künftig Meta. Dazu gehören neben Facebook auch andere Dienste wie Instagram, Messenger und Whatsapp. Unters gleiche Dach kommen auch die neue Quest VR-Brille und die Horizon-VR-Plattform (VR steht für virtuelle Realität).

Was bedeutet der Name Meta?

Die Vorsilbe «meta» bedeutet griechisch «jenseits», «danach» oder «hinter». Zuckerberg träumt von einer Verwandlung seines Universums in ein Metaversum. Es ist ein also Wortspiel, das sich hinter dem neuen Konzernnamen verbirgt. Er will den Schritt in die virtuelle Realität vollziehen – vollständig, radikal, in das Metaverse, wie er es auf Englisch nennt. Er erwartet, das dieses Metaverse innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine Milliarde Menschen erreicht und das bisherige Internet ersetzt. «Wir glauben, dass das Metaverse der Nachfolger des mobilen Internets sein wird», sagt der 37-jährige Facebook-Gründer. 

Warum der neue Name?

Da sind sich Zuckerberg und seine Kritiker uneinig. Die Kritiker, die dem Konzern Machtmissbrauch vorwerfen, sehen in der Namensänderung den Versuch, einer künftigen Regulierung aus dem Weg zu gehen. Die Beobachtergruppe Real Facebook Oversight Board, die dem Unternehmen auf die Finger schaut, kündigte an, sie werde ihren Namen behalten. An der Realität ändere sich nichts: «Facebook zerstört unsere Demokratie und ist der weltweit führende Verbreiter von Desinformation und Hass.»

Für Zuckerberg passt der neue Name besser zur künftigen Ausrichtung seines Konzerns. «Wir werden heute als Social-Media-Unternehmen gesehen, aber im Kern sind wir ein Unternehmen, das Menschen verbindet», sagt er. Der Name Facebook habe nicht mehr die ganze Angebotspalette des Konzerns widerspiegeln können.



Tatsächlich setzt Zuckerberg zum einen auf die virtuelle Realität (VR), bei der die Nutzer mit Spezial-Brillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen können. Zum Facebook-Konzern gehört auch die VR-Firma Oculus. Als «Metaverse»-Baustein sieht der Facebook-Gründer aber auch die sogenannte erweiterte Realität (AR, Augmented Reality), bei der digitale Inhalte auf Displays oder mithilfe von Projektor-Brillen für den Betrachter in die reale Umgebung eingeblendet werden.

Was ändert sich für Nutzer der Apps?

Kurz gesagt: gar nichts. Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp laufen unter ihren bisherigen Namen weiter. Auch die Struktur des Unternehmens und der Umgang mit Daten bleiben gleich. «Unsere Apps und ihre Marken werden sich nicht ändern», sagt Zuckerberg. Alles andere würde ja auch keinen Sinn machen, bei dieser Bekanntheit.

Warum sind viele Facebook-Kritiker sauer?

Schon die Pläne der Namensänderung sorgten im Netz umgehend für Spott und Kritik. Facebook wolle mit der Umbenennung von seinen Problemen ablenken. Dem Internetriesen wird bereits seit geraumer Zeit vorgeworfen, nicht ausreichend gegen die Verbreitung von Hassbotschaften und Mobbing auf seinen Plattformen vorzugehen, die Privatsphäre seiner Nutzer zu verletzen, als Lautsprecher für gefährliche Falschinformationen zu dienen und dem Wohlbefinden junger Internetnutzer zu schaden.



Zuletzt sorgten Enthüllungen der Whistleblowerin und früheren Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen für Aufsehen. Haugen wirft ihrem früheren Arbeitgeber vor, eigene Gewinne über die Sicherheit seiner Nutzer und das Gemeinwohl zu stellen. Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Wie reagiert die Börse?

Das Börsenkürzel der Aktie soll zum 1. Dezember in Anlehnung an das «Metaverse» von «FB» zu «MVRS» umgestellt werden. Das Kürzel «META» war schon vergeben. Die Börse hat die Umbenennung bejubelt. Zuckerbergs Vision kam gut an. Die Facebook-Aktie ging nach der Präsentation mit einem Plus von rund 1,5 Prozent aus dem Handel.